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Zettel’s Traum

Zettel’s Traum (ZETTEL’S TRAUM in der Schreibweise des Autors) ist das 1970 erschienene Monumentalwerk des Schriftstellers Arno Schmidt.

Inhaltsverzeichnis

Titel


Der Titel spielt unter anderem auf den Weber Niklaus Zettel aus Shakespeares Mittsommernachtstraum an. In der Übersetzung von Christoph Martin Wieland aus dem Jahre 1762 heißt das Stück Ein St. Johannis Nachts-Traum. Nick Bottom (Bottom = „Knäuel“), dessen Namen Wieland entsprechend mit einem Fachbegriff aus dem Textilwesen mit Zettel übersetzte, sagt im 4. Akt, 1. Szene: „Ich will Peter Squenz bitten, daß er einen Gesang aus diesem Traum mache; er soll Zettels Traum genennt werden, …“ und bei Shakespeare: „I will get Peter Quince to write a ballad of this dream: it shall be called Bottom’s Dream, because it hath no bottom; …“.

Inhalt


Die Handlung spielt an einem Sommertag des Jahres 1968, den die vier Hauptpersonen ab 4 Uhr bis zum folgenden Morgen in dem Dorf Ödingen in der Celler Ostheide verbringen. Der Ich-Erzähler Daniel Pagenstecher hat das Übersetzer-Ehepaar Paul und Wilma Jakobi mit deren Tochter Franziska zu Besuch. Breiten Raum nehmen die Gespräche der Erwachsenen über den amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe ein, dessen Leben und Werk Pagenstecher mittels der von ihm entwickelten Etym-Theorie deutet. Mit dieser Fortentwicklung der Freudschen Psychoanalyse gelangt er zu einem düsteren Psychogramm Poes, den er als impotenten, koprophilen, syphilitischen Voyeur mit Neigung zu Kindfrauen darstellt.

Das Werk umfasst 1334 dreispaltig mit Schreibmaschine und Hand (Randglossen & Streichungen) beschriebene DIN-A3-Seiten und ist in acht Bücher unterteilt:

Editionsgeschichte


Zettel’s Traum erschien 1970 in einer auf 2000 Bände limitierten, signierten Auflage im DIN-A3-Format im Stahlberg Verlag. Das Buch stieß auf so starkes Interesse, dass die sehr teure Erstausgabe nach wenigen Monaten vergriffen war.

Ein Berliner Kollektiv von Raubdruckern fertigte – sehr zum Ärger des Autors – im Herbst 1970 einen Raubdruck in halber Größe. Arno Schmidt sah sich in seiner prekären Existenz bedroht, da sein Verleger nicht noch einmal das Wagnis einer weiteren Typoskript-Ausgabe eingehen wollte, wenn mit fortgesetztem Raubdruck zu rechnen sei.

Bis 2010 war Zettel’s Traum nur in verschieden skalierten Faksimile-Ausgaben des Original-Typoskripts verfügbar. Im Jahr 2002 wurde vom S. Fischer Verlag eine Leseausgabe verlegt, die beinahe an die Originaldimensionen des Werkes herankam.

Im Oktober 2010 erschien im Suhrkamp Verlag die „Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV/1. Standardausgabe. Zettel’s Traum“ als gesetztes Buch. Friedrich Forssman arbeitete hieran zuvor etliche Jahre.

Ausgaben


Übersetzung ins Englische


Eine Übersetzung von Zettel’s Traum ins Englische durch John E. Woods ist 2016 unter dem Titel Bottom’s Dream erschienen.[1]

Hörbuch

Literatur und Dokumente


Weblinks


 Commons: Zettel’s Traum  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Arno Schmidt: Bottom’s Dream. Translated by John E. Woods. Dalkey Archive, Victoria TX 2016, ISBN 978-1-62897-159-0 (Informationen bei Dalkey Archive Press, abgerufen am 25. Januar 2017).



Kategorien: Werk von Arno Schmidt | Literarisches Werk | Literatur (Deutsch) | Literatur (20. Jahrhundert) | Roman, Epik


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Zettel’s Traum (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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