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Zapfendorf



Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 30,54 km2
Einwohner: 5002 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96199
Vorwahl: 09547
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 214
Marktgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Herrngasse 1
96199 Zapfendorf
Website: www.zapfendorf.de
Bürgermeister: Michael Senger (WG Sassendorf)
Lage des Marktes Zapfendorf im Landkreis Bamberg
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Zapfendorf ist ein Markt am nördlichen Rand des oberfränkischen Landkreises Bamberg mit rund 5000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Durch die Lage an einem Transportweg entlang des Mains von Osten nach Westen sowie von Thüringen nach Bayern war Zapfendorf im Maintal stets Durchgangsstation. Auf dem Main transportierten Flößer Holz aus dem Frankenwald zum Rhein und bis nach Rotterdam.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Ebensfeld (Landkreis Lichtenfels), Scheßlitz, Breitengüßbach und Rattelsdorf.

Gemeindegliederung und Einwohnerentwicklung

Die Gemeinde gliedert sich in elf Ortsteile. Die Einwohnerzahlen schwanken im 21. Jahrhundert um die Marke von 5000.

Einwohnerzahlen mit Erstwohnsitz, Stand: 31. Dezember:[2][3]

Ortsteil 1995 1999 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2018
Zapfendorf 2722 2698 2848 02795 02799 2810 2795 2787 2802 2795 2843
Kirchschletten 110 116 118 121 118 111 119 122 118 111 112
Lauf 729 664 693 718 687 692 678 690 679 685 714
Oberleiterbach 260 264 265 265 262 264 267 267 270 273 274
Oberoberndorf 79 85 97 94 95 88 91 88 88 83 77
Reuthlos 84 100 93 96 99 96 88 95 91 88 95
Roth 64 66 65 67 65 67 67 67 65 62 63
Sassendorf 209 215 265 265 270 269 259 263 265 266 272
Unterleiterbach 596 635 636 625 619 628 608 611 606 590 562
Weihersmühle 7 7
Babenberg 13 10
Gesamt 4853 4843 5080 5046 5014 5025 4972 4990 5004 4970 5012

Geschichte


Bis zur Gemeindegründung

Der Ort war bereits in der Frühgeschichte besiedelt, wie Funde aus der Bronzezeit belegen. Zapfendorf wurde 904 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Name geht zurück auf Zapfo (Dorf des Zapf) und bezieht sich also wohl auf einen zapfenden Wirt. Ursprüngliche Herren waren die Meranier, ihnen folgten die Truhendinger. Diese verkauften den Ort 1390 an das Hochstift Bamberg, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens).[4]

Zweiter Weltkrieg

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs fand am 1. April 1945, gegen 7:50 Uhr, ein Luftangriff auf den Bahnhof Zapfendorf statt. Dort war zu diesem Zeitpunkt ein Güterzug zum Halten gekommen, der auch explosionsfähiges Material geladen hatte.[5] Um was es sich handelte ist nicht überliefert.[Anm. 1] Der Zug wurde bei dem Angriff getroffen, geriet in Brand und explodierte in zwei aufeinander folgenden Detonationen.[6] Sie hinterließen zwei eng beieinander liegende Explosionskrater, die eine Fläche von 68 m × 18 m einnahmen und bis zu 4,50 m tief waren.[7] 23 Menschen starben. Durch die herumfliegenden, teils brennenden Teile wurde Zapfendorf weitgehend zerstört.[8]

Anlässlich des Ausbaus der Bahnstrecke Bamberg–Lichtenfels im Zuge des Anschlusses der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt in Richtung München wurden die archäologischen Reste der Katastrophe 2015/2016 dokumentiert. Dabei wurden 30 Tonnen Stahlschrott geborgen, Überreste von mindestens sieben zerstörten Güterwagen (Radsätze, Puffer und Kupplungen) und deren Ladung, darunter unterschiedlichste Waffen und Munition.[9] Eine reguläre Ausgrabung unterblieb wegen der Gefahr, die von noch nicht explodiertem Sprengstoff ausging.[10]

Nach dem Zweiten Weltkrieg

1955 wurde Zapfendorf die Bezeichnung Markt verliehen.

Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Zapfendorf zum aufgelösten Landkreis Staffelstein, ehe es zum Landkreis Bamberg kam. Heute ist es in der Region Oberfranken-West als Kleinzentrum eingestuft.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Kirchschletten, Lauf, Oberleiterbach, Oberoberndorf und Sassendorf eingegliedert.[11] Am 1. Januar 1978 kam Unterleiterbach hinzu.[12]

Religion


Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 78,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 12,0 % evangelisch-lutherisch. 9,4 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

Politik


Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Michael Senger (Wählergemeinschaft Sassendorf), der sich gegen den seit Juni 2015 amtierenden Volker Dittrich (Alternative für Zapfendorf/CSU) und einen weiteren Mitbewerber im ersten Wahlgang mit 51,05 % der Stimmen durchsetzte. Dittrich hatte die Stichwahl 2015 mit 54,74 % der Stimmen gegen Klaus Lachmann (Zapfendorfer Gemeinschaft) gewonnen. Vom 1. Mai 2014 bis 12. März 2015 war Matthias Schneiderbanger (CSU) Bürgermeister. Anfang Dezember 2014 wurde er in Haft genommen. Es wurde ihm vorgeworfen, knapp 280.000 Euro aus der Gemeindekasse veruntreut zu haben.[13] Ende Januar 2015 wurde Schneiderbanger vorläufig seines Amtes als Bürgermeister enthoben.[14] Am 12. März 2015 wurde der Rücktritt von Schneiderbanger vom Gemeinderat bestätigt.[15] Im Mai 2015 wurde er zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sein Vorgänger war von 1978 bis 2014 Josef Martin (CSU/Vereintes Umland).

Liste der Bürgermeister seit 1906:

Bürgermeister Amtszeit
Josef Berbig 1906–1912
Georg Fritz 1912–1915
Johann Jüngling 1915–1918
Heinrich Kistner 1918–1922
Johann Helmreich 1922–1944
Otto Kuhn 1945
Willi Köhler 1945–1948
Josef Helmreich 1948–1978
Josef Martin (CSU/VU) 1978–2014
Matthias Schneiderbanger (CSU) 2014–2015
Volker Dittrich (AfZ/CSU[16]) 2015–2020
Michael Senger[17]

(Wählergemeinschaft Sassendorf)

seit 2020

Marktgemeinderat

Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

CSU Zukunft Zapfendorf Grüne/Soziales Zapfendorf SPD Vereintes Umland Wählergemeinschaft Sassendorf Wählergemeinschaft Oberleiterbach Aktive Bürgerliste Unterleiterbach Bürgervertretung Lauf Freie Wähler Sitze

Gesamt

2020 6 4 2 - 2 2 1 2 1 - 20
2014 7 - - 2 2 2 2 2 2 1 20
2008 7 - - 3 6 2 2 n. a. n. a. n. a. 20
2002 7 - - 3 5 1 n. a. n. a. n. a. n. a. 16

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt von Rot und Gold; oben zwei wachsende, schräg gekreuzte goldene Gewandnadeln, unten ein wachsender rotbewehrter, mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter schwarzer Löwe.

Ansässige Unternehmen


Ehemalige Brauereien

Im Marktgemeindegebiet besteht keine Brauerei mehr. Die Brauerei Hennemann im Ortsteil Unterleiterbach schloss 2007, die Brauerei Drei Kronen in Zapfendorf im Jahre 2003. In Unterleiterbach gab es bis Mitte der 1990er Jahre mit der Brauerei Mahkorn noch eine zweite Brauerei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Baudenkmäler

Verkehr


Zapfendorf hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bamberg–Hof. Der Ort liegt westlich der Bundesautobahn 73 (Nürnberg-Suhl) und hat eine eigene Anschlussstelle.

Vereine


Alle Gemeindeteile außer Weihersmühle und Babenberg haben Freiwillige Feuerwehren.

Literatur


Weblinks


Commons: Zapfendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen


  1. Aufgrund der Heftigkeit der Explosion wurde vermutet, dass Teil der Ladung ein oder zwei V2-Raketen waren.

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohnerzahlen
  3. bayerische-landesbibliothek-online.de
  4. Johannes Neumann: Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803: Voraussetzungen und Folgen (PDF; 179 kB)
  5. Pargmann, S. 20.
  6. Pargmann, S. 20.
  7. Pargmann, S. 21.
  8. Pargmann, S. 20.
  9. Pargmann, S. 21f.
  10. Pargmann, S. 20.
  11. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 575.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 672.
  13. Bürgermeister von Zapfendorf gesteht Veruntreuungen. In: nordbayern.de. 4. Dezember 2014, abgerufen am 30. Dezember 2019.
  14. nordbayern.de
  15. Bayerischer Rundfunk: Untreue-Vorwürfe: Zapfendorfer Bürgermeister zurückgetreten (Memento vom 28. Februar 2015 im Internet Archive)
  16. Bürgermeister Volker Dittrich erklärt seinen Eintritt in CSU. In: inFranken.de. (infranken.de [abgerufen am 9. August 2017]).
  17. Kommunalwahlen 2020 im Markt Zapfendorf - Übersicht. Abgerufen am 26. März 2020.



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