Ypern - de.LinkFang.org

Ypern



Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort Ypern. Zu Personen siehe Johannes von Ypern.
Ypern
Staat:  Belgien
Region: Flandern
Provinz: Westflandern
Bezirk: Ypern
Koordinaten: 50° 51′ N, 2° 53′ O
Fläche: 130,61 km²
Einwohner: 34.845 (1. Jan. 2019)
Bevölkerungsdichte: 267 Einwohner je km²
Postleitzahl: 8900, 8902, 8904, 8906, 8908
Vorwahl: 057
Bürgermeister: Jan Durnez
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Stadhuis
Grote Markt 34
8900 IEPER
Website: www.ieper.be
lblelslh

Ypern [ˈyːpɐn] (niederländisch Ieper, französisch Ypres, westflämisch Yper) ist eine Stadt in der Provinz Westflandern der Flämischen Gemeinschaft in der Region Flandern, Belgien. Ypern hat 34.845 Einwohner (1. Januar 2019). Zu Ypern gehören die Orte Boezinge, Brielen, Dikkebus, Elverdinge, Hollebeke, Sint-Jan, Vlamertinge, Voormezele, Zillebeke und Zuidschote.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Mittelalter und Frühe Neuzeit

Balduin II. der Kahle (879–918) befestigte das zur Grafschaft Flandern gehörende Ypern zur Abwehr gegen die Normannen. Ypern gehörte im späten Mittelalter mit Gent und Brügge zu den bedeutendsten Städten Flanderns, war Mitglied der flämischen Hanse und insbesondere durch den Tuchhandel bedeutend geworden. Um das Jahr 1300 hatte Ypern etwa 20.000 Einwohner. Kurz danach war der Arzt und Verfasser eines chirurgische Lehrbuchs Jan Yperman Geschworener Wundarzt der Stadt und am Belle-Siechenhaus tätig.[1] 1559 bis 1801 war Ypern Bischofssitz.

20. Jahrhundert

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) lag Ypern ab Herbst 1914 direkt an der Westfront.

Am 4. November 1914 ließ der deutsche General Berthold von Deimling ohne militärischen Grund und gegen die ausdrückliche Weisung seines Oberbefehlshabers Kronprinz Rupprecht von Bayern die berühmten mittelalterlichen Tuchhallen von Ypern in Schutt und Asche legen.

Ypern war stark umkämpft:

Deutsche Truppen versuchten mehrmals, die Stadt einzunehmen; dabei wurden sie (November 1914 und April 1915) zurückgeschlagen. Am 22. April 1915 setzten deutsche Truppen zum ersten Mal Chlorgas ein. Am 12. Juli 1917 testeten deutsche Truppen – wieder bei Ypern – erstmals Senfgas. Es wurde von vielen Soldaten auch Yperit genannt.[2] „Yperit“ ist in Frankreich bis heute auch ein Synonym für „Giftgas“.

Die Stadt wurde bis zum Ende des „Großen Krieges“ von den Alliierten gehalten; bei Ypern kämpften vor allem Soldaten aus dem Britischen Empire. Zur Erinnerung an dort bestattete Gefallene und daran, dass Ypern als einzige Stadt des Landes deutscher Besetzung standhielt, ertönt seit 1929 – mit Ausnahme der Zeit deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg – jeden Abend an der Gedenkstätte Menenpoort um Punkt acht Uhr The Last Post.[3]

Wiederaufbau

Nach dem Krieg wurde die stark zerstörte Stadt teils originalgetreu, teils frei historisierend wieder aufgebaut. Historisches Bewusstsein und Erinnerungen haben seitdem viel Platz in der Geschichtsschreibung und Kultur der Stadt. In der Umgebung von Ypern befinden sich zahlreiche Soldatenfriedhöfe.

Ypern selbst ist von einem gigantischen Höhlennetz durchzogen, das im Ersten Weltkrieg von Arbeitern angelegt und in Teilen erst 2009 wiederentdeckt wurde.[4]

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg fanden im Gebiet um Ypern während des deutschen Westfeldzugs erneut schwere Kämpfe statt. Aufgrund des Rückzuges der British Expeditionary Force nach Dünkirchen und nach der Kapitulation der belgischen Armee am 28. Mai 1940 wurde es am Folgetag kampflos von Truppen der Wehrmacht eingenommen. Nach der Einnahme wurden die Stadt und die umliegenden Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs Anfang Juni, noch während der Schlacht von Dünkirchen, von Adolf Hitler auf einer Propagandareise besucht.[5]

Gemeindegliederung


  • I – Ypern
  • II – Zillebeke
  • III – Hollebeke
  • IV – Voormezele
  • V – Dikkebus
  • VI – Vlamertinge
  • VII – Brielen
  • VIII – Elverdinge
  • IX – Zuidschote
  • X – Boezinge
  • XI – Sint-Jan
  • XII – Pilkem

Sehenswürdigkeiten


Wirtschaft


Die Stadt lebt vom Handel und vom Tourismus. Zudem haben sich kleine und mittlere Industrieunternehmen in Ypern angesiedelt.

Städtepartnerschaften


Persönlichkeiten


Sonstiges


Siehe auch


Galerie


Literatur


Weblinks


Commons: Ypern  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Gundolf Keil: Yperman, Jan (Jehan, Johan Y., Ieperman). In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, S. 1513 f.
  2. R. Hanslian: Der deutsche Gasangriff bei Ypern am 22. April 1915. Eine kriegsgeschichtliche Studie. Berlin: Verlag Gasschutz und Luftschutz, 1934
  3. Tobias Müller: Sechs Hörner gegen das Vergessen. In: Die Tageszeitung: taz. 9. November 2019, ISSN 0931-9085 , S. 32–33 ePaper,Alle,Nord 34–35 Berlin (taz.de [abgerufen am 11. November 2019]).
  4. spiegel.de 17. Februar 2009: Entdeckung in Ypern: In der Tunnelstadt der Weltkriegssoldaten
  5. The 1 June Visit to Flanders auf erenow.net, abgerufen am 30. Juli 2019.
  6. Klaus Schlupp: Ypern ist nicht nur erster Weltkrieg. grenzecho.net, abgerufen am 6. April 2019.
  7. www.stgeorgesmemorialchurchypres.com Sie liegt nahe der Kathedrale (Ecke Elverdinghse Straat). Architekt: Reginald Blomfield
  8. Gundolf Keil: Yperman, Jan (Jehan, Johan Y., Ieperman). 2005
  9. Gundolf Keil: „blutken – bloedekijn“. Anmerkungen zur Ätiologie der Hyposphagma-Genese im ‚Pommersfelder schlesischen Augenbüchlein‘ (1. Drittel des 15. Jahrhunderts). Mit einer Übersicht über die augenheilkundlichen Texte des deutschen Mittelalters. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013, S. 7–175, hier: S. 23 f. und 32.
  10. Roger-A. Blondeau: Jan Yperman, vader van de Vlaamse heelkunde (ca. 1275–1331). Ypern 2005.



Kategorien: Ypern | Gemeinde in der Provinz Westflandern | Ort in der Provinz Westflandern | Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort außerhalb Frankreichs) | Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Ypern (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 05.05.2020 12:28:15 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.