Woiwodschaft Ermland-Masuren



Woiwodschaft
Ermland-Masuren
Karte
Wappen und Logo
Basisdaten
Hauptstadt: Olsztyn
Größte Stadt: Olsztyn
Woiwode: Artur Chojecki
Woiwodschaftsmarschall: Gustaw Marek Brzezin
ISO 3166-2: PL-28
Einwohner: 1.422.737 (31. Dezember 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote 10,1 % (Juli 2020)[2]
Kfz-Kennzeichen: N
Geographie
Fläche: 24.173 km²[3]
- davon Land: 22.773 km²
- davon Wasser: 1.400 km²
Ausdehnung: Nord-Süd: 148 km
West-Ost: 242 km[3]
Höchster Punkt: Dylewska Góra, 312 m[3]
Tiefster Punkt: bei Raczki Elbląskie,
1,8 m unter dem Meeresspiegel[3]
Landschaftl. Struktur[4]
Wälder: 32,4 %
Landwirtschaft: 52,1 %
Gewässer: 05,8 %
Sonstige: 09,7 %
Verwaltungsgliederung
Unterregionen: Elbląg, Olsztyn, Ełk
Kreisfreie Städte: 002
Landkreise: 019
Gemeinden: 116
– Stadtgemeinden: 016
– Stadt-/Landgem.: 034
– Landgemeinden: 066

Die Woiwodschaft Ermland-Masuren (polnisch Województwo warmińsko-mazurskie) mit der Hauptstadt Olsztyn (Allenstein) ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Sie wurde im Zuge der polnischen Gebietsreform von 1999 aus Teilen der Woiwodschaften Olsztyn, Suwałki und Elbląg gebildet und umfasst den nordöstlichen Teil Polens, historisch gesehen den südlichen Teil des ehemaligen Ostpreußen. Sie grenzt von Nordwest nach Nordost an die Woiwodschaften Pommern, Kujawien-Pommern, Masowien und Podlachien, in einem Vierländereck an Litauen und im Norden an die russische Exklave der Oblast Kaliningrad sowie an einen kurzen Küstenabschnitt des Frischen Haffs.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Das Gebiet Ermland-Masurens entspricht zusammen mit der russischen Oblast Kaliningrad im Wesentlichen dem ehemaligen Ostpreußen. Weite Teile der dünnbesiedelten Landschaft sind durch die Masurische Seenplatte geprägt, die unter anderem für den Tourismus Bedeutung hat. Das ehemalige Bistum Ermland im Westen ist das katholische Kernland der Region. Der südwestliche Teil der Woiwodschaft wird als Oberland bezeichnet.

Große Teile des Bodens gehören zu den Bodenklassen 4 und 5. Als Rohstoffe sind Sand und Kies für das Bauwesen und Lehm, Torf und Ton für die keramische Industrie interessant. Etwa 30 Prozent des Gebietes sind von Wäldern bedeckt.[5]

Klima

Ermland-Masuren liegt in der Übergangszone von Kontinentalklima zu Ozeanischem Klima. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 7 und 7,5 °C. Die mittlere Temperatur liegt im Januar bei −2,5 bis −3,5 °C. Die jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 600 mm, wobei Juli und August die häufigsten Niederschläge, Februar und Mai die wenigsten aufweisen.[6]

Bevölkerung


Die – nach der Vertreibung der Deutschen – dort seit 1945 lebende Bevölkerung besteht zum größten Teil aus den Nachfahren der in der Region angesiedelten Polen aus Zentral- und Ostpolen. Daneben lebt noch eine große Gruppe von Ukrainern in der Woiwodschaft. Ein kleiner Teil der Bevölkerung gehört der deutschen oder der masurischen Minderheit an.

Wappen


Beschreibung: In Rot ein goldgeständerter, goldgekrönter und goldbewehrter silberner Adler mit goldenem Kleestängel über einem rot blutenden silbernen Agnus Dei mit goldenem Kelch unter dem Bauch neben einem goldgeständerten, goldbewehrten schwarzen Adler mit goldenem Kleestängel und einer goldgekrönter goldener Majuskel-S. Mit schwarzem Faden ist die Teilung und die untere Spaltung sichtbar.

Symbolik: Das Wappen der Woiwodschaft ist dreigeteilt. Die obere Hälfte enthält einen weißen, goldgekrönten Adler, als Symbol Polens. Im unteren Feld vorne ist ein weißes, heraldisch silbernes Gotteslamm mit goldenem Heiligenschein, Blutungen, goldenem Kelch und einer goldenen Stange mit Kreuz und Fahne zu sehen. Dieses Feld stellt das Wappen des Fürstbistums Ermland dar, welches zwischen 1466 und 1772 weitgehende Selbständigkeit unter polnischer Hoheit genoss. Das hintere Drittel unten enthält einen schwarzen Adler mit goldener Krone auf dem Hals und dem Buchstaben S auf der Brust. Der Adler entspricht dem preußischen Adler, allerdings steht das große S für Sigismund I., den Alten, der ab 1506 König von Polen und ab 1525 Suzerän des Herzogtums Preußen war. Dieses Feld entspricht also mit Ausnahme der Feldfarbe der ersten Version des Wappens des Herzogtums Preußen. Somit sind Hinweise auf die politische Vergangenheit der Region als Fürstbistum Ermland, preußisches Gebiet und die aktuelle polnische Zugehörigkeit enthalten. Die Hinweise auf die Vergangenheit betonen die historischen und politischen Abhängigkeiten von Polen. Das von Paul Dudzinski gestaltete Wappen wurde durch einen Beschluss der Regionalversammlung vom 6. August 2002 offiziell.[7]

Verwaltungsgliederung


Die Woiwodschaft Ermland-Masuren wird in 19 Landkreise unterteilt, wobei Olsztyn und Elbląg kreisfrei bleiben. Sie bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.

Kreisfreie Städte

  1. Olsztyn (Allenstein) (172.194 Einwohner)
  2. Elbląg (Elbing) (119.760)

Landkreise

  1. Bartoszyce (Bartenstein) (57.642)
  2. Braniewo (Braunsberg) (41.223)
  3. Działdowo (Soldau) (65.288)
  4. Elbląg (Elbing) (57.395)
  5. Ełk (Lyck) (91.446)
  6. Giżycko (Lötzen) (56.661)
  7. Gołdap (Goldap) (26.825)
  1. Iława (Deutsch Eylau) (92.933)
  2. Kętrzyn (Rastenburg) (62.536)
  3. Lidzbark Warmiński (Heilsberg) (41.311)
  4. Mrągowo (Sensburg) (49.970)
  5. Nidzica (Neidenburg) (32.940)
  6. Nowe Miasto Lubawskie (Neumark) (43.900)
  1. Olecko (Marggrabowa/Treuburg) (34.281)
  2. Olsztyn (Allenstein) (126.634)
  3. Ostróda (Osterode) (104.526)
  4. Pisz (Johannisburg) (56.328)
  5. Szczytno (Ortelsburg) (69.678)
  6. Węgorzewo (Angerburg) (22.796)

In Klammern der deutsche Name und die Einwohnerzahl am 30. Juni 2019.

Größte Städte

Die Provinzhauptstadt Olsztyn ist mit knapp 175.000 Einwohnern die größte Stadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die einzige weitere Großstadt ist Elbląg.

Stadt Deutscher Name Einwohner
30. Juni 2019
Olsztyn Allenstein 172.194
Elbląg Elbing 119.760
Ełk Lyck 62.006
Iława Deutsch Eylau 33.322
Ostróda Osterode 32.947
Giżycko Lötzen 29.335
Kętrzyn Rastenburg 27.212
Bartoszyce Bartenstein 23.482
Szczytno Ortelsburg 23.267
Mrągowo Sensburg 21.656
Działdowo Soldau 21.279
Pisz Johannisburg 19.277

Wirtschaft


Wirtschaftsleistung

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Woiwodschaft 2018 einen Index von 49 (EU-28 = 100). Damit zählt Ermland-Masuren zu den strukturschwächsten Regionen Polens.[8]

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosenquote lag 2005 bei 20,4 %.[9] Im Dezember 2009 lag sie fast unverändert bei 20,2 Prozent, was 109.200 Personen entsprach.[10]

In den folgenden Jahren halbierte sich die Quote und lag im Dezember 2018 bei 11,4 Prozent, was 53.141 Personen entsprach.[11] Damit ist die Woiwodschaft Ermland-Masuren aber nach wie vor die Woiwodschaft mit der höchsten Arbeitslosenquote, die hier mehr als doppelt so hoch liegt wie im Landesdurchschnitt.

Humanentwicklung

Mit einem Wert von 0,828 (Stand: 2018) erreicht Ermland-Masuren den letzten Platz unter den 16 Woiwodschaften Polens im Index der menschlichen Entwicklung.[12]

Infrastruktur


Das befestigte Straßennetz der Region hatte im Jahr 2018 eine Gesamtlänge von rund 13.843 Kilometern. Das Eisenbahnnetz der Region hatte im Jahr 2018 eine Gesamtlänge von insgesamt 1.138 Kilometern.[13]

Weblinks


Commons: Warmińsko-Mazurskie  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31.12.2019 - Hauptstatistikamt GUS , abgerufen am 28. Dezember 2020
  2. Gesellschaftlich-ökonomische Situation Juli 2020 - Regionales Statistikamt in Olsztyn, Urząd Statystyczny w Olsztynie , abgerufen am 28. Dezember 2020
  3. a b c d Geographie - Regionales Statistikamt in Olsztyn, Urząd Statystyczny w Olsztynie , abgerufen am 28. Dezember 2020
  4. Landflächennutzung - Regionales Statistikamt in Olsztyn, Urząd Statystyczny w Olsztynie , abgerufen am 10. Januar 2021
  5. Jan Bałdowski: Ermland und Masuren. ISBN 3-87466-173-3, S. 16–17.
  6. Jan Bałdowski: Ermland und Masuren, ISBN 3-87466-173-3, S. 15
  7. Uchwała Nr XXXIX/561/02 Sejmiku Województwa Warmińsko-Mazurskiego z dnia 6 sierpnia 2002 r. w sprawie ustanowienia herbu, flagi, pieczęci oraz odznaki radnego Województwa Warmińsko-Mazurskiego (Memento vom 12. Dezember 2011 im Internet Archive) (Dz. Urz. woj. warmińsko-mazurskiego z 2002 r. Nr 121, poz. 1752; PDF; 356 kB)
  8. Eurostat: Eurostat. Abgerufen am 28. Dezember 2020.
  9. http://www.eds-destatis.de/en/downloads/sif/dn_06_01.pdf (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  10. Zentrales Statistikamt Polens (GUS), Bezrobotni oraz stopa bezrobocia wg województw, grudzień 2009, 3. Feb. 2010 (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive)
  11. Statistikamt Olsztyn, Infografika - Bezrobocie w województwie warmińsko-mazurskim - stan na koniec IV kwartału 2018 r., 31. Dez. 2018
  12. Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 28. Dezember 2020 (englisch).
  13. Transport - Regionales Statistikamt in Olsztyn, Urząd Statystyczny w Olsztynie , abgerufen am 20. Mai 2021.










Kategorien: Woiwodschaft Ermland-Masuren | Polnische Woiwodschaft | Gegründet 1999




Stand der Informationen: 08.06.2021 08:02:09 CEST

Quelle: Wikipedia (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.

Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.