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Winkel (Rheingau)

Winkel
Höhe: 89 m ü. NHN
Einwohner: 4736 (29. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 65375
Vorwahl: 06723

Winkel früher, wegen seiner Länge, auch Langenwinkel genannt, ist ein Stadtteil von Oestrich-Winkel im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Winkel ist der westlichste der drei am Rhein gelegenen und baulich ineinander übergehenden Stadtteile Oestrich, Mittelheim und Winkel. Der Ort hat sich baulich entlang der alten in Ost-West-Richtung durch den Rheingau führenden Straße und den kurzen quer dazu verlaufenden Gassen auf einer Länge von 1,5 Kilometer entwickelt. Hinzu kamen als Entwicklungslinien die in Winkel nach Schloss Vollrads und nach Johannisberg abzweigenden Straßen. Durch diese Bauweise bedingt hat Winkel kein erkennbares Zentrum. Mit einiger Berechtigung wird man die Stelle als Ortsmittelpunkt bezeichnen dürfen, wo die Pfarrkirche dem alten Rathaus gegenüberliegt.

Die Winkeler Gemarkung zieht sich als Streifen von der Fahrrinne des Rheins über die Winkeler Aue, eine nach der Rheinregulierung entlang eines Strömungsleitwerkes entstandene Insel, mehr als 10 Kilometer weit über den Taunushauptkamm und den Ernstbach bis in den Hinterlandswald hinein. Die Breite der Gemarkung beträgt am Rhein etwa 2500 Meter und reicht im Westen beiderseits des unteren Elsterbachs, die Johannisberger Klause einschließend, bis zur Ortslage von Geisenheim und dem Johannisberger Grund, weicht dann um den Fuß des Johannisbergs nach Osten zurück und zieht sich westlich des Ansbachtals zu den Sieben Wegweisern am Rheinhöhenweg hinauf. Hier hat die Gemarkung noch eine Breite von ungefähr 1500 bis 1000 Meter. Da die Bebauung von Winkel und Mittelheim ineinander übergeht, ist die Grenze zwischen beiden Stadtteilen völlig unmerklich. Sie liegt etwa 100 Meter östlich des Engerweges, einer Straßenverbindung, die vom Rheinufer durch eine Eisenbahnunterführung zu den Baugebieten oberhalb der Rechten Rheinstrecke führt.[2]

Winkel ist von allen Seiten von Weinbergen umgeben. Sowohl zwischen dem Ort und dem Rhein liegen noch einzelne Rebflächen, obwohl das Gelände hier zu flach ist, um von Weinbergen zu sprechen, als auch nach Westen Richtung Geisenheim und Johannisberg und nach Norden bis Schloss Vollrads und darüber hinaus bis zum Waldrand überwiegt der Weinbau als landwirtschaftliche Nutzungsart.

Geschichte


Eine erste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Winkela datiert von 850. Dabei geht es um eine Kirche St. Walpurgis, deren Lage und Bauform unbekannt ist.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen ging die Gemeinde Winkel mit etwa 4000 Einwohnern als Stadtteil in der am 1. Juli 1972 durch freiwilligen Zusammenschluss mit den Gemeinden Mittelheim und Oestrich neugebildeten Stadt Oestrich-Winkel auf.[3][4] Für alle Stadtteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[5] Letzter Bürgermeister war Klaus Frietsch, der anschließend Bürgermeister von Oestrich-Winkel und danach Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Das Graue Haus, der Ortslage nach Süden vorgelagert, gilt als ältestes steinernes Wohnhaus in Deutschland und war ein Besitz der Herren von Winkel, genannt Greiffenclau, die seit 1191 nachgewiesen sind.

Zwei Kilometer oberhalb von Winkel am Waldrand wurde ab dem 13. Jahrhundert Schloss Vollrads errichtet, das über Jahrhunderte dem Geschlecht derer von Greiffenclau zu Eigen war.

Im 16. Jahrhundert entstand am Südrand des Ortes der Probecksche Hof, der den Charakter einer Wasserburg hat.

Der Vorplatz der katholischen ehemaligen Pfarrkirche Sankt Walburga liegt nach dem Kartenwerk der topografischen Landesvermessung, das auf dem traditionellen Potsdam Datum basiert, genau auf dem 50. Breitengrad. Etwas südöstlich der Kreuzung von Greiffenclaustraße und Johannisberger Straße schneidet der 8. Längengrad den 50. Breitengrad. Dieser Konfluenzpunkt liegt auf einem privaten Wohngrundstück und ist nicht zugänglich.[6]

Am westlichen Ortseingang steht das Brentanohaus, in dem 1814 Johann Wolfgang von Goethe zu Gast weilte.

In der Winkler-Gemarkung ist die ehemalige Benediktinerinnenklause St. Georg zu finden.

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Winkel (Rheingau)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise


  1. Auszug vom Einwohnermeldeamt zum 29. Dezember 2015: Einwohnerzahlen Winkel.pdf
  2. Hessisches Landesvermessungsamt: Kreiskarte 1:50.000 Wiesbaden Rheingaukreis Untertaunuskreis, Ausgabe 1969
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 28, S. 1197, Punkt 851 Abs. 3. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,4 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 108 kB) §; 4. In: Webauftritt. Stadt Oestrich-Winkel, abgerufen im Februar 2019.
  6. Einzelnachweis zum Konfluenzpunkt



Kategorien: Oestrich-Winkel | Ort im Rheingau-Taunus-Kreis | Rheingau | Weinbauort in Hessen | Ort am Rhein | Ehemalige Gemeinde (Rheingau-Taunus-Kreis) | Ersterwähnung 850 | Gemeindeauflösung 1972

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Winkel (Rheingau) (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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