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Wilhelm Gemoll

Friedrich Wilhelm Carl Gemoll (* 21. November 1850 in Pyritz, Pommern; † 25. April 1934 in Liegnitz) war ein deutscher Gymnasialdirektor und Altphilologe, dessen Name vor allem durch sein Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Wilhelm Gemoll legte 1869 das Abitur am Gymnasium seiner Heimatstadt Pyritz ab. Sein anschließendes Studium wurde für ein Jahr unterbrochen vom Militärdienst im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 (als Reservist wurde er 1875 zum Sekondelieutenant befördert). Gemoll promovierte 1872 mit einer Arbeit über die Briefe des Plinius in Halle und legte 1873 die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Nachdem er seine Ausbildung in einem Seminarjahr am Gymnasium seiner Heimatstadt Pyritz abgeschlossen hatte, war er ab 1874 Lehrer in verschiedenen Orten Niederschlesiens, zunächst für ein halbes Jahr am Gymnasium in Wohlau, von Oktober 1874 bis März 1881 am Städtischen Gymnasium in Ohlau.[1] 1881 wurde Gemoll Rektor des Realprogymnasiums in Striegau, 1884 Direktor des Gymnasiums im oberschlesischen Kreuzburg. Schließlich ging er 1889 als Direktor an das städtische evangelische Gymnasium in Liegnitz. Nach einem Sportunfall kurz vor Weihnachten 1912 und einem Schlaganfall wenig später war Gemoll gehbehindert und ging 1913 in Pension.

Sein älterer Bruder war der 1847 geborene Altphilologe Albert Gemoll.

Leistung


Gemoll ist heute vor allem als Autor des Altgriechisch-Deutsch-Wörterbuches Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch bekannt, das erstmals 1908 erschien und momentan in der 10. Auflage als Neubearbeitung vorliegt (Herbst 2006). Es zählt zu den Standardwerken für den Altgriechischunterricht und umfasst den Sprachschatz der antiken Autoren Aischylos, Aristophanes, Aristoteles, Arrian, Bakchylides, Demosthenes, Euripides, Herodot, Hesiod, Homer, Isaios, Isokrates, Lukian, Lykurgos, Lysias, Neues Testament, Pindar, Platon, Plutarch, Polybios, Sophokles, Thukydides, Theokrit, Timotheos, Xenophon. Daneben berücksichtigt es auch noch andere seltenere Quellen wie von Ulrich Wilcken bearbeitete Ostraka und Papyri, Theodor Pregers Inscriptiones Graecae metricae oder Wilhelm Dittenbergers Sylloge inscriptionum Graecarum.

Daneben beschäftigte sich Gemoll wissenschaftlich insbesondere mit Xenophon, den er in mehreren Editionen herausgab, aber auch mit lateinischen Schriftstellern wie Seneca oder Horaz und Handschriften in Liegnitz.

Schriften


Literatur


Weblinks


Wikisource: Wilhelm Gemoll – Quellen und Volltexte

Anmerkungen


  1. So der Personalbogen. Wilhelm Pökel, Philologisches Schriftsteller-Lexikon, Krüger, Leipzig 1882, S. 91, vermengt die Angaben zu Wilhelm Gemoll mit denen zu seinem Bruder Albert.



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