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Werner E. Gerabek




Werner Erwin Gerabek (* 14. Juli 1952 in Gerolzhofen[1]) ist ein deutscher Historiker, Germanist und Medizinhistoriker sowie Gründer und Geschäftsführer des Deutschen Wissenschafts-Verlags (DWV).

Inhaltsverzeichnis

Leben


Werner E. Gerabek, Sohn des Lehrers Franz Gerabek, besuchte die Volksschulen in Lülsfeld und Giebelstadt sowie das Röntgen-Gymnasium in Würzburg. Dort absolvierte er 1973 das Abitur. Er studierte Germanistik, Geschichte und Sozialkunde an der Universität Würzburg. Seine akademischen Lehrer waren Hans-Jürgen Schings, Kurt Ruh, Norbert Richard Wolf, Heinrich Rombach, Georg Brunner, Peter Johanek, Peter Herde und Otto Meyer. 1980 absolvierte er die Wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an Gymnasien (Staatsexamen). Im selben Jahr trat er eine Stelle als Wissenschaftliche Hilfskraft am von Gundolf Keil geleiteten Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg an. Dort bildete er sich im Fach Medizingeschichte weiter. Nach Tätigkeiten als Studienreferendar in Schweinfurt und Traunstein (1984–1986) und dem Ablegen des Zweiten Staatsexamens wurde Gerabek 1986 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg. 1988 wurde er mit einer Arbeit über Jean Paul, die er bei Günter Hess und Helmut Pfotenhauer schrieb, an der Philosophischen Fakultät II der Universität Würzburg zum Dr. phil. promoviert.[1] Er war Akademischer Rat auf Zeit[2] und wurde 1995 an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg mit einer Arbeit über Friedrich Wilhelm Joseph Schelling für Medizingeschichte habilitiert, erhielt die Venia legendi und wurde zum Privatdozenten ernannt. Von 1996 bis 2012 lehrte er als Lehrbeauftragter mit Promotionsrecht das Fach Medizingeschichte auch an der Universität Regensburg. 2001 wurde Gerabek an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg zum außerplanmäßigen Professor für Geschichte und Ethik der Medizin ernannt.[3]

1998 gründete Gerabek in Würzburg den Deutschen Wissenschafts-Verlag (DWV), den er bis heute leitet.[4]

Aufgrund seiner Forschungen zur Geschichte der deutsch-türkischen wissenschaftlichen Beziehungen in der Medizin erhielt Gerabek 1998 in Istanbul von der Medizinischen Fakultät der Militärmedizinischen Akademie Gülhane die Atatürk-Plakette verliehen.

Forschung


Zu Gerabeks Hauptarbeitsgebieten zählt die Geschichte der Medizin und Zahnmedizin im Nationalsozialismus. Weitere Arbeitsgebiete sind die Medizin und Anthropologie der deutschen Aufklärung und Romantik, die Geschichte der Zahnheilkunde, die Würzburger Medizingeschichte sowie die medizinhistorische Lexikographie.[3] Er ist Mitarbeiter der Neuen Deutschen Biographie, für die er bislang 45 Beiträge über Mediziner verfasst hat.[5] Des Weiteren arbeitet er über die mittelalterliche Heilkunde, unter anderem auch als Rezensent für das Deutsche Archiv für Erforschung des Mittelalters, das Publikationsorgan der Monumenta Germaniae Historica (MGH), sowie als Beiträger des Lexikons des Mittelalters und des Verfasserlexikons.[3] 1998 verfasste er für das Harenberg Lexikon der Nobelpreisträger[6] achtzehn ergografische Artikel über Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin.[3] 2005 gab Gerabek mit Bernhard Dietrich Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner die um 1998 als medizinhistorischer „Pschyrembel“[7] geplante Enzyklopädie Medizingeschichte[8] heraus, für die er selbst 164 Artikel verfasst hat.[3]

Gerabek hat bislang mehr als 400 Schriften veröffentlicht und zahlreiche Dissertationen an den Universitäten in Würzburg und Regensburg als Doktorvater betreut. Eine Doktorandin Gerabeks erhielt für ihre Dissertation über den SS-Zahnarzt Willy Frank 2008 den „Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus“ der Bundesärztekammer.[9]

Wissenschaftliche Gutachtertätigkeit


Gerabek ist unter anderem für die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Alexander von Humboldt-Stiftung sowie für den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) als Gutachter für Geschichte der Medizin tätig. Des Weiteren übt er für die Wiener klinische Wochenschrift eine gutachterliche Tätigkeit aus. Gerabek ist ferner Mitarbeiter am Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Zahnmedizin (NKLZ).

Mitgliedschaften


Schriften (Auswahl)


Als Autor

Als Herausgeber

Weblinks


Einzelnachweise


  1. a b Lebenslauf in Dissertation (siehe Schriften), S. [315].
  2. Nachrichtenblatt der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik. 1/1991.
  3. a b c d e Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Werner E. Gerabek , Website des Instituts für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg, abgerufen am 4. Oktober 2016 und am 1./2. und 6. Februar 2018.
  4. Verlag , Website des Deutschen Wissenschafts-Verlags (DWV), abgerufen am 4. Oktober 2016.
  5. = Artikel von Werner E. Gerabek in der Neuen Deutschen Biographie , Website der Deutschen Biographie, abgerufen am 5. Januar 2019.
  6. Harenberg Lexikon der Nobelpreisträger. Alle Preisträger seit 1901. Ihre Leistungen, ihr Leben, ihre Wirkung. Harenberg, Dortmund 1998.
  7. Werner E. Gerabek: Die Edition des medizinhistorischen „Pschyrembel“. Ein lexikographischer Werkstattbericht. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 18, 1999, S. 15–17.
  8. Enzyklopädie Medizingeschichte , Website des Verlags De Gruyter, abgerufen am 4. Oktober 2016 und 6. Februar 2018.
  9. Forschungspreis 2008 zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive), Website der Bundesärztekammer, abgerufen am 4. Oktober 2016.








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Stand der Informationen: 03.07.2020 06:13:24 CEST

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