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Weltgesundheitsorganisation




WHO ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter WHO (Begriffsklärung) aufgeführt.
Weltgesundheitsorganisation
World Health Organization

Logo der WHO

Zentrale der WHO in Genf
Organisationsart Sonderorganisation
Kürzel WHO, OMS, ВОЗ
Leitung Tedros Adhanom Ghebreyesus[1]
Athiopien Äthiopien
Gegründet 7. April 1948
Hauptsitz Genf
Schweiz Schweiz
Oberorganisation Vereinte Nationen Vereinte Nationen
www.who.int

Die Weltgesundheitsorganisation (englisch World Health Organization, WHO) ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Es handelt sich dabei um eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Sie wurde am 7. April 1948 gegründet und zählt heute 194 Mitgliedsstaaten. Sie wird seit Juli 2017 von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus geleitet.

Inhaltsverzeichnis

Mission


Die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation legt fest, dass ihr Ziel die Verwirklichung des bestmöglichen Gesundheitsniveaus bei allen Menschen ist. Ihre Hauptaufgabe ist die Bekämpfung der Erkrankungen, mit besonderem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sowie Förderung der allgemeinen Gesundheit der Menschen weltweit.[2]

Entstehung


Die Idee einer Weltgesundheitsorganisation wurde 1945 in San Francisco im Rahmen der Gründungskonferenz der Vereinten Nationen formuliert.[3] Am 22. Juli 1946 wurde im Anschluss an die vom 19. bis 22. Juni stattgefundene International Health Conference[4] die Verfassung[2] der Weltgesundheitsorganisation in New York verabschiedet und von 61 Staaten unterzeichnet. Sie trat als „Specialized Agency“ der Vereinten Nationen am 7. April 1948 nach der Ratifikation des 26. Unterzeichnerstaates in Kraft.

Mitgliedschaft


Die Mitgliedschaft steht allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen offen. Diese Möglichkeit haben alle UN-Staaten mit Ausnahme des Fürstentums Liechtenstein wahrgenommen. Andere Länder können mit einfacher Mehrheit von der Weltgesundheitsversammlung als Mitglieder aufgenommen werden. Dies ist im Fall von Niue und den Cookinseln geschehen. Territorien, deren Außenpolitik von anderen Staaten wahrgenommen wird, können assoziierte Mitglieder werden. Sie werden ausführlich informiert und haben ein beschränktes Teilnahme- und Abstimmungsrecht. Zu den assoziierten Mitgliedern gehören Puerto Rico und Tokelau. Weiterhin können Völkerrechtssubjekte einen Beobachterstatus erhalten. Diesen haben derzeit der Heilige Stuhl, der Malteserorden, das Internationale Rote Kreuz und die Palästinensische Autonomiebehörde inne.

Organe


Die Geschäfte der WHO werden durch deren Hauptorgane, die Weltgesundheitsversammlung, englisch World Health Assembly (WHA), und den Exekutivrat (Executive Board), wahrgenommen.

Regionalbüros


Die sechs Regionalbüros haben ihren Sitz in folgenden Städten:

Jedes Regionalbüro wird von einem Regionaldirektor geleitet, der vom Regionalausschuss für den Zeitraum von fünf Jahren gewählt wird. Der Name des Kandidaten für den Posten des Regionaldirektors wird dem Exekutivrat vermittelt, der ihn ernennt.

Die WHO ist bestrebt, ihre Präsenz in den Mitgliedstaaten zu verstärken. Etwa 200 Kooperationszentren und Forschungseinrichtungen sowie 149 Lokalbüros unterstützen durch ihre Tätigkeiten die laufenden Programme der WHO.[7] Insgesamt hat die WHO mehr als 7000 Mitarbeiter.[8]

Finanzierung


Im Zweijahresbudget für die Jahre 2008–2009 betrugen die Einnahmen 3,759 Milliarden US-Dollar und die Ausgaben 3,941 Milliarden US-Dollar.[9] Für das Jahr 2016 lagen die Einnahmen bei 2,364 Milliarden US-Dollar und die Ausgaben bei 2,471 Milliarden US-Dollar. Von allen Sonderorganisationen der UN hatte die WHO damit das größte Budget.[10] Die Beiträge werden nach einem Schlüssel bemessen, wobei sich die Höhe des Beitrags nach der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Landes richtet. Die freiwilligen Beiträge in der Höhe von 2,745 Milliarden US-Dollar wurden zu 52 % von den WHO-Mitgliedstaaten, vor allem den USA, China, Japan, Deutschland und Großbritannien entrichtet. Der Rest der freiwilligen Beiträge stammte hauptsächlich von Stiftungen (21 %), von internationalen Organisationen (17 %) sowie zu je 5 % von NGOs und dem privaten Sektor. Die restlichen Einnahmen stammten aus Dienstleistungen der WHO oder aus der Nachzahlung ausstehender Beiträge.

WHO-Projekte werden teilweise als öffentlich-private Partnerschaft finanziert.[11] Darunter fallen:

Inzwischen stammen Bernd Hontschik zufolge bereits 80 % des Etats der WHO von privaten Spenden und von Stiftungen, die an einer Unabhängigkeit der WHO zweifeln lässt, wie er in einem Artikel der Frankfurter Rundschau Anfang 2019 schrieb und ebenso vom Deutschlandfunk berichtet wurde.[12][13]

Nicht mehr im Programmbudget der WHO figuriert der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Malaria und Tuberkulose (GFATM), der 2002 von der G8 gegründet wurde. Die WHO hat 2005 ihre Zusammenarbeit mit dem GFATM in einer Handlungsempfehlung umschrieben.[14] Ebenfalls außerhalb der WHO führen das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS), die Internationale Fazilität zum Kauf von Medikamenten (UNITAID) und zum Beispiel die Internationale Agentur für Krebsforschung eine eigene Rechnungslegung.

Auftrag und Ziele


Laut WHO-Verfassung

Die Verfassung der WHO statuiert, dass ihr Zweck darin liegt, allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen. Zur Verwirklichung dieses Zweckes dient die WHO-Strategie „Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert“, die 1998 von der Weltgesundheitsversammlung beschlossen wurde und die auf der 1978 verabschiedeten Alma-Ata-Deklaration beruht. Es soll ein Gesundheitszustand erreicht werden, der es allen Menschen ermöglicht, ein sozial und wirtschaftlich produktives Leben zu führen. Gesundheit wird als ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Entwicklung wahrgenommen.

Die Gesundheit wird in der Verfassung der WHO definiert als „ein Zustand von vollständigem physischen, geistigen und sozialen Wohlbefinden, der sich nicht nur durch die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung auszeichnet“. Diesen Gesundheitsbegriff hat das Konzept der Gesundheitsförderung in der Ottawa-Charta von der WHO 1986 weiterentwickelt. Darin wird postuliert, dass zur Erreichung dieses Zustandes sowohl Einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. In diesem Sinne wird Gesundheit als Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens definiert und als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens verstanden – und nicht als vorrangiges Lebensziel.

Safe Motherhood

Seit 1987 (Nairobi) betreibt/betrieb die WHO gemeinsam[15] mit der Weltbank und UNFPA die bevölkerungspolitische Safe-Motherhood-Initiative.[16][17] Für UNFPA und USAID (weltweit größte Abnehmer pharmazeutischer Verhütungsmittel) werden noch nicht zugelassene Verhütungsmittel von der WHO „vorqualifiziert“.[18] Die Finanzierung der Initiative erfolgte von Pharmacia & Upjohn.[19] Die WHO stellt (unter Führung der ihr übergeordneten Weltbank)[20] eine relevante Organisation des Population Control Establishments (Hartmann 1995) dar. Im Zusammenhang mit Familienplanung (Kontrolle des Bevölkerungszuwachses) wird von Maternal Child Health (MCH) gesprochen.[21]

Aufgaben


Allgemeine Aufgaben

Regulierungsaufgaben

Eine zentrale Aufgabe ist es, Leitlinien, Standards und Methoden in gesundheitsbezogenen Bereichen zu entwickeln, zu vereinheitlichen und weltweit durchzusetzen. Die Verfassung der WHO sieht dafür drei Instrumente vor: völkerrechtliche Verträge, Regelungen unmittelbar gestützt auf die WHO-Verfassung und nicht-verbindliche Empfehlungen.

Kampagnen und Aktionen


Mit ihren Kampagnen zielt die WHO darauf ab, die öffentliche Aufmerksamkeit auf Problembereiche der Gesundheitsversorgung zu lenken. So war zum Beispiel 2005 das Ziel, mit dem WHO-5-Programm die Händedesinfektionsrate zu verbessern;[22] 2008 wurde eine Checkliste für Operationen eingeführt, um den globalen Sicherheitsstandard auf diesem Gebiet anzuheben.[23]

2020 wurde von der WHA als Internationales Jahr der Krankenschwester und der Hebamme gewidmet,[24] da in diesem Jahr der 200. Geburtstag von Florence Nightingale begangen wird.[25]

Daneben finden Aktionswochen und -tage statt, so zum Beispiel die Aktionswoche für Immunisierung.[26]

Erfolge


Die größten Erfolge hat die WHO bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten erzielt. Dank weltweiter Impfprogramme kann jährlich der Tod oder die Behinderung von mehreren Millionen Menschen verhindert werden. Nachdem jahrelang die Pocken bekämpft worden waren, erklärte die Weltgesundheitsversammlung der WHO im Mai 1980 auf Empfehlung einer Expertenkommission vom Dezember 1979 die Krankheit für ausgerottet.

Die Entwicklung von Impfstoffen gegen Malaria und Schistosomiasis nähert sich einem Erfolg und die Ausrottung der Kinderlähmung (Polio) in den nächsten Jahren wird angestrebt.

Kritik


Finanzierung und Interessenkonflikte

Ein Problem sehen Kritiker in der Finanzierung. 2014 berichtete Frontal21, dass vom Jahresbudget der WHO von etwa 4 Mrd. US-Dollar allein etwa 3 Mrd. US-Dollar freiwillige Beiträge sind, darunter auch größere Spenden von Unternehmen, insbesondere aus der Pharmabranche. Laut dem Bericht kritisiert Transparency International die viel zu geringen Pflichtbeiträge der Staaten an die WHO. Dadurch sei ab 2001 die WHO in die Arme der Industrie getrieben worden. Ähnliche Kritik kommt laut dem Bericht von Medico international, welche meint, dass die WHO unterfinanziert sei, um auf eine Krise wie Ebola angemessen reagieren zu können. Die WHO sei mehr und mehr auf Gelder aus der Wirtschaft angewiesen, wodurch die Neutralität der WHO gefährdet sei. Medico international fordert, die privaten Interessen in der WHO zurückzudrängen, die WHO anständig? zu finanzieren und zu demokratisieren. Nach dem Bericht von Frontal21 kritisiert der Brite Paul Flynn, der 2010 die Untersuchung im Europarat gegen die WHO geleitet hatte, die WHO wie folgt: „Meiner Meinung nach ist sie [die WHO] auch heute noch exzessiv beeinflusst von der Pharmaindustrie, die sehr geschickt bei der Manipulation von Gesundheitsausgaben vorgeht, zugunsten eigener finanzieller Interessen.“[27][28][29][30]

Auch werden WHO-Projekte teilweise als öffentlich-private Partnerschaft finanziert, u. a. die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Global Alliance for Vaccines and Immunization; GAVI), welche zu 75 % (750 Mio. US-Dollar) von der Bill and Melinda Gates Foundation (BMHF) finanziert wird, wobei letztere selbst mit weiteren knapp 10 % Finanzanteil lt. WHO-Statistik 2018/2019 zur Verfügung steht.[31] Der Stiftung wird u. a. von Medico international vorgeworfen, dass sie gezielt Maßnahmen von Firmen propagiere und unterstütze, deren Aktien sie hält. Das Budget der Weltgesundheitsorganisation speist sich aus etwa 18 % aus Spenden beider Stiftungen, so dass diese auf die Politik der WHO großen Einfluss ausüben. Neben den USA nehmen diese die ersten drei Plätze der Geldgeber an die WHO ein. Die BMHF empfiehlt die Vergabe von Aufträgen der WHO an Konzerne wie MSD, GlaxoSmithKline, Novartis und Pfizer, deren Aktien von der Stiftung gehalten werden.[32] „Big Pharma, die Pharmakonzerne, und Big Food, die Nahrungsmittelkonzerne, nutzten skrupellos genau diesen Interessenkonflikt der WHO“, so der indische Gesundheitsexperte Amit Sengupta.[33][34]

Influenza

Die WHO stand und steht wegen ihres Verhaltens bei der Pandemiebekämpfung in der Kritik. So wurden nach dem Auftreten des H5N1-Virus (auch als Vogelgrippe H5N1 bekannt geworden) im Mai 2005 – aufgrund der Warnung des damaligen Impfdirektors Klaus Stöhr vor einer möglichen weltweiten Grippeepidemie („bis zu 7 Millionen Tote“) – von Regierungen für riesige Geldbeträge die Grippemittel Tamiflu und Relenza angeschafft. Zwar verbreitete sich das Virus weltweit, jedoch traten nur wenig Erkrankungen beim Menschen auf, sodass weltweit nur 152 Menschen an der Vogelgrippe H5N1 verstarben, weit weniger als bei einer saisonalen Grippe. (Im Jahr 2007 wechselte Klaus Stöhr von der WHO zum Pharmakonzern Novartis).[35]

Nach dem Auftreten des A/H1N1-Virus (Schweinegrippe) erhöhte die WHO mit der Verbreitung der Krankheit die Epidemiewarnstufe schrittweise bis zur höchsten Stufe 6 (Pandemie). Die Regierungen bestellten daraufhin Impfstoffe (allein in Deutschland für ca. 450 Mio. Euro) und Grippemittel. Kritik entstand dabei vor allem, weil die Direktorin der WHO-Impfstoffabteilung – Marie-Paule Kieny – vor ihrer Tätigkeit bei der WHO beim französischen Pharmaunternehmen Transgene S.A. beschäftigt war, das strategische Partnerschaften zur Impfstoffherstellung mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche unterhält.[35] Der Europarat ging dem Verdacht nach, dass es ein enges Zusammenspiel zwischen WHO und Pharmaindustrie gab.[36]

COVID-19

Die COVID-19-Pandemie wurde von der WHO am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft, als sie sich von China aus bereits in weitere Länder ausgebreitet hatte und in Italien über 800 Menschen daran gestorben waren.[37][38] Ihr Handeln wurde unter anderem von den Regierungen der Vereinigten Staaten, Australiens und Japans scharf als zu zögerlich kritisiert. Die WHO habe sich „China-hörig“ verhalten und „in der frühen Phase der Welt gegenüber darauf bestanden, dass China keine Epidemie der Lungenentzündungen habe“.[39] Umgekehrt war zuvor der WHO die "voreilige" Ausrufung der Pandemie bei der Schweinegrippe angekreidet worden.[40]

Am 15. April 2020 kündigte US-Präsident Donald Trump die vorläufige Einstellung der US-amerikanischen Zahlungen an die WHO an und erklärte, dass die Organisation bei dem Coronavirus-Ausbruch in China „ihre grundlegenden Aufgaben nicht erfüllt“ habe, wofür sie verantwortlich gemacht werden müsse. Er warf der WHO Misswirtschaft und eine Verschleierung der Ausmaße der Epidemie in ihren Anfängen in China vor. Die WHO habe unter ihrem Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus eine zu große Nähe und eine zu unkritische Haltung gegenüber der Volksrepublik China gezeigt.[41] UN-Generalsekretär António Guterres und der deutsche Außenminister Heiko Maas kritisierten Trumps Entscheidung.[42] Die Schweizer Presse kommentierte die Entscheidung als „Eigengoal“, damit würde Chinas Einfluss in der UNO größer[43], und er wolle offenbar „von eigenen Versäumnissen ablenken“.[44] Die Allianz für Multilateralismus veröffentlichte eine Erklärung, in der über 20 Staaten der WHO ihre Unterstützung zusicherten.[45]

Taiwan

Die Republik China (Taiwan), die 1971 aus den Vereinten Nationen ausgeschlossen wurde, stellte ein Gesuch um Beitritt zur WHO im Beobachterstatus. Die Weltgesundheitsorganisation lehnte dies jedoch 2004 auf Druck der Volksrepublik China wegen der Ein-China-Politik ab. Zwischen 2009 und 2016 durfte Taiwan als Beobachter an WHO-Tagungen und -Veranstaltungen teilnehmen, musste aber aufgrund des erneuten Drucks aus China aufhören.[46] In den Jahren 2017 bis 2020 verweigerte die WHO taiwanesischen Delegierten die Teilnahme an der WHO-Jahresversammlung. Bei mehreren Gelegenheiten wurde taiwanesischen Journalisten der Zugang zu Berichten über die Versammlung verweigert.[47][48][49]

Dies ist Anlass zur Kritik, da Taiwan dadurch vom internationalen Gesundheitssystem abgeschnitten ist und auch sein eigenes Wissen nur schwer mit anderen teilen kann. So warnte das Land in der COVID-19-Pandemie 2020 die Weltgemeinschaft als erstes vor dem neuartigen Virus, wurde aber nicht gehört.[50][51][52][53]

Zusammenarbeit mit der IAEO

Am 28. Mai 1959 wurde auf der 8. Weltgesundheitsversammlung zwischen der Internationalen Atomenergieorganisation und der WHO die Resolution WHA12-40 verabschiedet.[54][55] Der Vertrag legt u. a fest, dass die Verantwortung für Untersuchungen, Entwicklungen und Anwendungen auf dem Gebiet der Kernenergie primär bei der IAEO liegt und die WHO bei entsprechenden Aktivitäten die IAEO zu konsultieren habe und diese einvernehmlich zu regeln seien. Diese Abhängigkeit der WHO von der IAEO, die laut Satzung den friedlichen Einsatz der Kernenergie weltweit fördern soll, wird vielfach kritisiert,[56] da dadurch z. B. die Zahl der weltweiten Opfer der Katastrophe von Tschernobyl von der WHO und der IAEO gemeinsam als viel zu niedrig beziffert würden. Von verschiedenen Seiten, u. a. von der Europaabgeordneten Rebecca Harms, wird deshalb die Auflösung der Resolution WHA12-40 gefordert.[57][58][59][60]

Generaldirektoren


Nr Name Land Dienstdauer
1 Brock Chisholm  Kanada 1948–1953
2 Marcolino Gomes Candau  Brasilien 1953–1973
3 Halfdan T. Mahler Danemark Dänemark 1973–1988
4 Hiroshi Nakajima  Japan 1988–1998
5 Gro Harlem Brundtland Norwegen Norwegen 1998–2003
6 Jong-wook Lee  Südkorea 2003–2006 († 22. Mai)
7 Anders Nordström Schweden Schweden 2006–2007
8 Margaret Chan[61] China Volksrepublik Volksrepublik China 2007–2017
9 Tedros Adhanom Ghebreyesus[62] Athiopien Äthiopien seit 2017

Aktionstage


Die WHO beziehungsweise die WHA hat zahlreiche Welttage mittels Resolutionen beschlossen oder bereits von anderen internationalen Organisationen initiierte Welttage unterstützt. Weitere Aktionstage mit Bezug zu Gesundheitsthemen finden sich in der Liste der Gedenktage und Aktionstage.

Ehrungen


Für ihre Erfolge erhielt die WHO 2009 den Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Kategorie internationale Zusammenarbeit.

Rundfunkberichte


Literatur


Weblinks


Wiktionary: Weltgesundheitsorganisation – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Weltgesundheitsorganisation  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. About Us. WHO Director-General. World Health Organization, abgerufen am 24. März 2020 (engl.).
  2. a b Bundeskanzlei – P: SR 0.810.1 Verfassung der Weltgesundheitsorganisation vom 22. Juli 1946. In: admin.ch. Abgerufen am 28. Februar 2015 (englisch).
  3. Hans Jochen Diesfeld: WHO. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1484 f.; hier: S. 1484.
  4. Preamble to the Constitution of the World Health Organization as adopted by the International Health Conference, New York, 19–22 June, 1946; signed on 22 July 1946 by the representatives of 61 States (Official Records of the World Health Organization, no. 2, p. 100) and entered into force on 7 April 1948.
  5. ICD-11. 11. Revision der ICD der WHO. DMDI, abgerufen am 28. September 2019.
  6. WHO : Governance (englisch) abgerufen am 12. Juli 2017.
  7. WHO | World Health Organization. Abgerufen am 26. März 2020.
  8. https://www.who.int/careers/en/
  9. Financial report and audited financial statements for the period 1 January 2008 – 31 December 2009. (PDF; 710 kB) WHO, S. 39, abgerufen am 10. Januar 2011 (englisch).
  10. Expenditure by Agency | United Nations System Chief Executives Board for Coordination. Abgerufen am 22. November 2018 (englisch).
  11. Übersicht beteiligter Geldgeber und Programme der WHO 2018/2019 , abgerufen am 8. April 2020.
  12. Bernd Hontschik: Edle Weltregenten. In: fr.de. 25. Januar 2019, abgerufen am 25. Januar 2019.
  13. Unabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation gefährdet – Was gesund ist, bestimmt Bill Gates .
  14. Guidance Paper on Global Fund to fight AIDS, TB and Malaria related activities within WHO, March 2005 (PDF; 270 kB).
  15. Weltbank: Progress and prospects: the Safe Motherhood Initiative, 1987–1992
  16. Yves Beigbeder, Mahyar Nashat, Marie-Antoinette Orsini, J. F. Tiercy: The World Health Organization. The Hague, London, Boston 1998, S. 180.
  17. For a number of years Indonesia has been pressured by the 'World Health Organization' and other international agencies to control population growth …; Cynthia L. Hunter: Women as 'good citizens'. Maternal and child health in a Sasak village. In: Maternity and Reproductive Health in Asian Societies. (Eds. Rice, Manderson), Amsterdam 1996, S. 182.
  18. Daniel Bendix, Susanne Schultz (2017): The Political Economy of Family Planning. Population Dynamics and Contraceptive Markets. S. 12.
  19. Ramya Kumar, Anne-Emanuelle Birn, Peggy McDonough: Agenda-setting in women’s health. In: Handbook on Gender and Health. (Eds. Jasmine Gideon). Cheltenham and Northampton 2016, S. 31.
  20. Vgl. Ramya Kumar, Anne-Emanuelle Birn, Peggy McDonough: Agenda-setting in women’s health. In: Handbook on Gender and Health. (Eds. Jasmine Gideon). Cheltenham and Northampton 2016, S. 30.
  21. Vgl. Population Reference Bureau (2011): Integrating Family Planning and Maternal and Child Health Care. Saving Lives, Money, and Time
  22. Stefan Hagel: Krankenhaushygiene: WHO-5-Kampagne zeigt Wirkung. DMW 21/2015; abgerufen am 20. März 2020.
  23. Heike Le Ker: Checkliste soll Operationen sicherer machen. In: Der Spiegel, 25. Juni 2008; abgerufen am 20. März 2020.
  24. Year of the Nurse and the Midwife 2020. who.int; abgerufen am 20. März 2020.
  25. HRH Duchess of Cambridge letter marks Year of the Nurse and the Midwife. who.int, 27. Dezember 2019; abgerufen am 20. März 2020.
  26. WHO Campaigns; abgerufen am 20. März 2020.
  27. video (Memento vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive) ZDF, frontal 21; abgerufen am 26. Oktober 2014.
  28. Andreas Zumach: WHO in der Kritik – Globale Zusammenarbeit. In: dw.de. 21. Mai 2012, abgerufen am 28. Februar 2015.
  29. Kritik an der WHO für den Umgang mit H1N1. 3sat, nano, 24. Februar 2010; abgerufen am 15. November 2014.
  30. Lilian Franck: trustWHO (85 min).
  31. Geldgeber der WHO 2018/2019 , abgerufen am 8. April 2020
  32. Patrick Spät: Bill Gates zwischen Schein und Sein. In: Telepolis. Heise Medien GmbH & Co. KG, 31. Januar 2016, abgerufen am 1. Februar 2016 (deutsch).
  33. Thomas Kruchem: Weltgesundheitsorganisation am Bettelstab – Was gesund ist, bestimmt Bill Gates Deutschlandradio Kultur 16. Mai 2017, abgerufen am 8. April 2020
  34. Dr. Andreas Wulf: Die WHO – Im Würgegriff, 12. März 2018 Medico international, abgerufen am 9. April 2020
  35. a b Cicero, Ausgabe 10/2009.
  36. Anhörung der Verantwortlichen im Europarat: Schweinegrippe – ein großer Bluff? , Tagesschau.de am 26. Januar 2010.
  37. WHO stuft Covid-19 als Pandemie ein . Apotheke Adhoc, 11. März 2020.
  38. WHO erklärt Covid-19-Ausbruch zur Pandemie . ZDF, 11. März 2020.
  39. Japan und Australien unterstützen Trumps WHO-Kritik . FAZ, 15. März 2020.
  40. Wieso der WHO-Direktor zögerte, den Ausbruch des Coronavirus zur Pandemie zu erklären , NZZ, 11. März 2020
  41. Coronavirus: US to halt funding to WHO, says Trump. BBC News, 15. April 2020, abgerufen am 15. April 2020 (englisch).
  42. Covid-19: Maas kritisiert Trump wegen Zahlungsstopp an WHO. In: Deutschlandfunk. 15. April 2020, abgerufen am 16. April 2020.
  43. Patrick Zoll: Trumps Strafaktion gegen die WHO ist ein Eigengoal: Sie öffnet Chinas Einfluss in der Uno Tür und Tor. Neue Zürcher Zeitung, 15. April 2020.
  44. Hubert Wetzel, Tobias Zick: Donald Trump hat einen Sündenbock gefunden. Tages-Anzeiger, 15. April 2020.
  45. Coronavirus – Africa: Joint statement of the Alliance for multilateralism , Africa Press Office, CNBC Africa, 17. April 2020 (auf Englisch)
  46. Japan PM Abe calls for Taiwan's participation in WHO as coronavirus spreads . Abgerufen am 30. Januar 2020.
  47. China warns Taiwan of continued lockout from WHO assembly . 21. Mai 2017. Abgerufen am 26. Mai 2017.
  48. WHO Bows to China Pressure, Contravenes Human Rights in Refusing Taiwan Media . 18. Mai 2018. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  49. UN: World Health Organization Shuns Taiwan and Its Journalists . Freedom House. 16. Mai 2018. Abgerufen am 30. Januar 2020.
  50. 疾病管制署: 因應中國大陸武漢發生肺炎疫情,疾管署持續落實邊境檢疫及執行武漢入境班機之登機檢疫. 31. Dezember 2019, abgerufen am 26. März 2020.
  51. Meg CHANG: Außenminister Wu mahnt WHO, Taiwan als Taiwan anzuerkennen. 2. April 2020, abgerufen am 26. März 2020.
  52. Why Taiwan has become a problem for WHO . 30. März 2020.
  53. Taiwan says WHO not sharing coronavirus information it provides, pressing complaints . 30. März 2020.
  54. Agreements With Other Intergovernmental Organizations. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) S. 25 ff., archiviert vom Original am 19. April 2009; abgerufen am 28. April 2011 (englisch).
  55. Abkommen zwischen der IAEA und der WHO (englisch) iaea.org (Memento vom 23. Mai 2011 im Internet Archive)
  56. Le Monde diplomatique: Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe. In: monde-diplomatique.de. 26. April 2007, abgerufen am 28. Februar 2015.
  57. Reaktorunfall: Zahl der Todesopfer bleibt ungewiss. (Nicht mehr online verfügbar.) In: pharmazeutische-zeitung.de. 12. April 2011, archiviert vom Original am 11. Januar 2012; abgerufen am 28. Februar 2015.
  58. stern.de (Memento vom 16. April 2011 im Internet Archive)
  59. Report: Tschernobyl – Wie viele Opfer gibt es wirklich? In: rhein-zeitung.de. 12. April 2011, abgerufen am 28. Februar 2015.
  60. Atom: Report: Tschernobyl – Wie viele Opfer gibt es wirklich? In: Zeit Online. 12. April 2011, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  61. Dr Margaret Chan appointed to a second term as Director-General. In: who.int. 23. Mai 2012, abgerufen am 28. Februar 2015.
  62. World Health Assembly elects Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus as new WHO Director-General. In: who.int. 23. Mai 2017, abgerufen am 24. Mai 2017.
  63. WHO: World Hearing Day: 3 March
  64. who.int .



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