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Weißes Haus

Weißes Haus
White House
Außenansicht des Weißen Hauses (Mittelbau, Südansicht)

Außenansicht des Weißen Hauses
(Mittelbau, Südansicht)

Daten
Ort Washington, D.C.
Baumeister James Hoban
Baujahr 1800/1817
Höhe 21,33 m
Grundfläche 16.764 m²
Koordinaten 38° 53′ 51,3″ N, 77° 2′ 11,7″ W Koordinaten: 38° 53′ 51,3″ N, 77° 2′ 11,7″ W
Besonderheiten
Amts- und Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten
National Historic Landmark

Das Weiße Haus (englisch White House) in Washington, D.C., ist Amts- und offizieller Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als Metonym ist es namensgebend für den Mitarbeiterstab des US-Präsidenten, das Executive Office of the President of the United States, ebenfalls meist als „Weißes Haus“ bezeichnet. Mitunter ist auch die ganze US-Regierung gemeint, vergleichbar den Begriffen 10 Downing Street oder historisch die Wilhelmstraße.[1]

Das Weiße Haus liegt an der Pennsylvania Avenue und hat die Hausnummer 1600. Seinen Namen erhielt es offiziell 1901 von Theodore Roosevelt aufgrund seines weißen Außenanstrichs; es wurde vermutlich schon zuvor umgangssprachlich als weißes Haus bezeichnet.[2] Die zumeist in den Medien abgebildete weiße Villa ist nur der mittlere Teil des Gebäudekomplexes White House Complex. Eine Galerie (englisch collonade) verbindet Haupthaus und Westflügel West Wing; eine weitere Haupthaus und Ostflügel East Wing. Westlich vom Westflügel liegt das Eisenhower Executive Office Building; dazwischen verläuft die West Executive Avenue.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Die Lage des Weißen Hauses wurde von Präsident George Washington und dem Stadtplaner Pierre L’Enfant ausgesucht. Der irische Architekt James Hoban nahm sich das Leinster House (1745–1748) in Dublin, seit 1922 Sitz des irischen Parlaments, zum Vorbild. Der Grundstein für den Erstbau wurde am 13. Oktober 1792 gelegt. Der Bau wurde aus Aquia Creek sandstone errichtet, der in einem 45 Meilen entfernten Steinbruch gebrochen wurde.[3] Der Bau dauerte acht Jahre und kostete $232'371 (in heutiger Kaufkraft: rund $3,35 Millionen). Ab dem 1. November 1800 wurde das Weiße Haus erstmals genutzt.[4]

Beim französischen Château de Rastignac (1811–1817) streiten sich die Historiker darüber, ob es als Vorbild für die späteren Umbauten am Weißen Haus Pate stand oder andersherum.[5] Ein Indiz für ersteres könnte sein, dass Thomas Jefferson, der den Bau des Weißen Hauses fortführte, einige Zeit amerikanischer Botschafter in Frankreich war und sich seither bei seinen Bauaufgaben von dem französischen Architekten Charles-Louis Clérisseau beraten ließ.

1814 wurde es von britischen Truppen im Krieg von 1812 niedergebrannt. Der Wiederaufbau im klassizistischen Stil begann 1819 und wurde erneut von James Hoban geleitet. Rauchschäden wurden weiß übertüncht. 1824 wurde der Südportikus und 1829 der Nordportikus des Bauwerks umgestaltet und mit freistehenden Säulen aus Seneca sandstone aus Maryland neu gestaltet.[6] 1901 ließ Theodore Roosevelt das Bauwerk sanieren und den Westflügel mit Bürotrakt anbauen; Roosevelt war es auch, der dem Gebäude offiziell den Namen „Weißes Haus“ gab. Das präsidiale Arbeitszimmer Oval Office entstand 1909 auf Initiative von William Howard Taft. Am 24. Dezember 1929 beschädigte ein Feuer den Westflügel.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Weiße Haus in einem schlechten Zustand. Es war jahrelang mangelhaft unterhalten worden und hatte erhebliche Schäden. Ein Teil der Fundamente wurde 1948 als unterdimensioniert bewertet. Unter Präsident Harry S. Truman wurde es von 1949 bis 1952 kernsaniert (Truman reconstruction[8]). Es wurde vollständig entkernt; danach wurde die Innenstruktur (nunmehr in Stahlbeton) neu errichtet. Während der Bauarbeiten befand sich der Arbeitssitz der Regierung im Blair House; am 27. März 1952 wurde er in das Weiße Haus zurückverlegt.

Im Weißen Haus hat, bis auf George Washington, jeder US-Präsident gewohnt. Am 2. Juni 1886 heiratete als erster und bisher einziger Präsident Grover Cleveland seine 28 Jahre jüngere Frau Frances Folsom im Weißen Haus. Zwischen 1812 und 1994 wurden insgesamt 17 Ehen dort geschlossen, oftmals von Töchtern amtierender Präsidenten, unter anderem Tricia Nixon Cox, Lynda Johnson Robb und Alice Roosevelt Longworth.[9]

Die zweite Tochter der Clevelands, Esther (1893–1980), ist das einzige bislang im Weißen Haus zur Welt gekommene Kind.

Seit dem 19. Dezember 1960 ist es ein National Historic Landmark.[10]

Das heutige Weiße Haus


Das Anwesen hat 132 Räume, 35 Badezimmer, 412 Türen, 147 Fenster, 8 Treppenhäuser, 3 Aufzüge,[11] einen Swimmingpool, einen Tennisplatz, einen Kinosaal sowie eine unter Präsident Richard Nixon eingerichtete Bowlingbahn. Barack Obama ließ ein Basketballfeld errichten.[12]

Zum Anwesen des Weißen Hauses gehören heute die sogenannte Executive Mansion (Hauptgebäude) sowie der West Wing (Westflügel) und der East Wing (Ostflügel), die optisch unauffällig an die weiße Villa angebaut wurden. Die Executive Mansion beherbergt in der ersten Etage die repräsentativen Staatsräume. Weithin bekannt ist der East Room, größter Saal im Weißen Haus, wo beispielsweise Empfänge, Pressekonferenzen, Konzerte und Bälle stattfinden. Staatsbanketts werden zumeist im State Dining Room veranstaltet. Die Privatwohnung der Präsidentenfamilie befindet sich im zweiten Stock. In den angebauten Nebengebäuden befinden sich die Büros des Präsidenten, der First Lady und ihrer Mitarbeiter.

Das Weiße Haus wird von mehreren Gärten umgeben, darunter:

Seit 1923 wird jährlich in der Adventszeit am Weißen Haus der National Christmas Tree (Nationaler Weihnachtsbaum der USA) festlich geschmückt. Die Arbeiten, die unter der Leitung der jeweiligen First Lady stehen, werden von einer monatelangen Festlichkeit begleitet, dem sogenannten Pageant of Peace (etwa: Schaulaufen des Friedens). Das Einschalten der Beleuchtung wird vom Fernsehen übertragen. Kleinere Weihnachtsbäume in der Nähe und andere Dekorationen, die zum National Christmas Tree hinführen, werden als Pathway to Peace (Pfad zum Frieden) bezeichnet.

Architektur


Die Nordfront des Weißen Hauses hat drei Etagen. Das Erdgeschoss ist durch den höheren Boden und eine Brüstung verborgen. Vor den zentralen drei Fenstern befindet sich ein Prostylos als Vorhalle, welcher um 1830 zusätzlich angebaut wurde. Die Fenster der ersten Etage haben abwechselnd spitze und halbrunde Giebel. Der Haupteingang in der Mitte der Säulenhalle wird von einem lünettenartigen Fenster und einem bogenförmigen Blumenrelief überwunden. Die Dachlinie ist durch die den moderneren dritten Stock umgebenden Balustrade verdeckt.

Die Südfassade ist eine Kombination aus Palladianismus und Neoklassizismus. Hier sind alle drei Etagen der Fassade sichtbar. Das Mauerwerk im Erdgeschoss ist rustiziert. In der Mitte der Fassade befindet sich ein neoklassizistischer vorspringender Bogen mit drei Fenstern. Der Bogen wird von fünf Fenstern flankiert, die in der ersten Etage wie die der Nordfassade abwechselnd halbrunde und spitze Giebel haben. Vom Erdgeschoss des Bogens führen zwei Treppen zu einer ionischen Säulenloggia mit dem Truman Balcony in der zweiten Etage.

Städtebau


Das Weiße Haus ist neben dem Kapitol einer der wichtigsten Blickpunkte diagonal verlaufender Avenuen und großer Grünflächen, die Washington als Sichtachsen durchziehen. Das städtebauliche Konzept für diese Anordnung beruht auf dem 1792 veröffentlichten Plan of the City of Washington des Stadtplaners Pierre L’Enfant. Als eine Inspirationsquelle für diese städtebauliche Planung gilt der Fächergrundriss der Stadt Karlsruhe.

Räume


Der East Room (Ostsaal) ist der größte repräsentative Saal des Präsidentensitzes. Er wird für verschiedenste Veranstaltungen genutzt, so beispielsweise für Pressekonferenzen, Empfänge, Bälle oder große Staatsessen. Der East Room ist aus Fernsehen und Medien der wohl bekannteste Raum im Weißen Haus, neben dem Oval Office. Im East Room hängt eine Kopie des Lansdowne Portrait, welches den ersten Präsidenten der USA, George Washington, zeigt. Der Raum befindet sich – wie der Name bereits sagt – auf der Ostseite des sogenannten State Floor im Erdgeschoss, in welchem sich die repräsentativen Staatsräume befinden. Der East Room war in seiner Geschichte Schauplatz privater und hoch offizieller Ereignisse. So fanden beispielsweise schon Hochzeiten von Kindern der Präsidentenfamilien hier statt. Präsident Gerald Ford wurde hier 1974 nach dem Rücktritt Richard Nixons als Präsident vereidigt. Alle im Amt verstorbenen Präsidenten, wie beispielsweise Abraham Lincoln 1865 und John F. Kennedy 1963, wurden hier aufgebahrt.

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Sicherheitsvorkehrungen


Das Weiße Haus und das umliegende Gelände ist eine Hochsicherheitszone, die mit den modernsten Sicherheitsanlagen ausgestattet ist. Folgende Maßnahmen bzw. Einrichtungen schützen das Weiße Haus:

Sonstiges


Literatur


Weblinks


 Commons: Weißes Haus  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Das Weiße Haus als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp

Einzelnachweise


  1. Berlin-Mitte: Ein Viertel als Schaufenster der Demokratie , Der Tagesspiegel, 23. September 2017
  2. Die Erste Adresse in den USA. In: derStandard.at
  3. Betsy Klein: The Stone that built the White House , vom 29. Dezember 2017, auf edition.cnn.com. Abgerufen am 29. Dezember 2017
  4. Overview of the White House. White House Museum, abgerufen am 9. November 2007 (englisch).
  5. Michael Johnson: A chateau fit for a president , New York Times, 15. September 2006.
  6. Architecture: 1790s-1840s , auf whitehousehistory.org. Abgerufen am 4. März 2019
  7. www.whitehousehistory.org
  8. in englischen Sprachraum auch als White House Reconstruction bekannt.
  9. whitehousehistory.org
  10. Listing of National Historic Landmarks by State: District of Columbia. National Park Service, abgerufen am 19. Juli 2019.
  11. Offizieller Text: There are 132 rooms, 35 bathrooms, and 6 levels in the Residence. There are also 412 doors, 147 windows, 28 fireplaces, 8 staircases, and 3 elevators. whitehouse.gov (Memento des Originals vom 17. März 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. „Dribbeln im Weißen Haus“ (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.today), Financial Times Deutschland, 21. Januar 2009, abgerufen am 25. Januar 2009.
  13. White House Exterior Paint
  14. Charlotte Simonyi: Die Weißheit kommt aus Bayern. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Oktober 2016, S. 17.
  15. Barack Obama setzt auf Creative Commons. In: golem.de, 22. Januar 2009.
  16. Barack Obama e.a.: Yes, we did. Yes, we can. In: ObamaWhiteHouse. NARA, 20. Januar 2017, abgerufen am 26. Januar 2017 (englisch, historical material “frozen in time”).
  17. Reagan designates ranch a Western White House. In: The New York Times.



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