Warez


Warez (dt. Aussprache [weɐs], [wɛɐs], auch Webwarez) bezeichnet im Computerjargon illegal beschaffte oder verbreitete Software (Schwarzkopie). Das Wort stammt vom Begriff Software ab, wobei das Plural-s im Zuge des Leetspeak durch ein z ersetzt wurde. Entstanden ist die Wortschöpfung in der BBS-Szene Mitte bis Ende der 1980er Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Bekannt wurde der Begriff der Öffentlichkeit Ende der 1990er Jahre, als es durch das Internet zahlreiche Möglichkeiten gab, Anwendungsprogramme (Appz), Videodateien (Moviez) und Spiele (Gamez) von Webseiten illegal herunterzuladen. Durch die große Popularität des Internets vermehrten sich auch die Warez-Seiten, allerdings kam es zu einer deutlichen Kommerzialisierung. Das äußerte sich darin, dass auf Warez-Seiten vermehrt über Werbebanner und Pop-ups für pornografische Webseiten geworben wurde. Außerdem nahmen zahlreiche Pornoseiten den Begriff „Warez“ in die von Internet-Suchmaschinen ausgelesenen Meta-Tags auf, was das Auffinden von „echten“ Warez-Seiten erschwerte.

Die Hauptverbreitungswege von Warez haben sich in der Vergangenheit immer wieder verändert und an die technischen Entwicklungen angepasst. Bis Anfang der 1990er Jahre wurden Warez hauptsächlich über BBS-Systeme, größere Datenmengen auch über postalische Sendungen mit Disketten, ausgetauscht. Mit der Verbreitung des Internets wechselte Anfang/Mitte der 90er Jahre der Hauptdistributionsweg auf FTP-Server. Auch der Austausch über IRC-Netzwerke nahm spürbar zu. Ende der 90er tauchten vermehrt Webseiten auf, die Warez zum Download anboten und auch über Usenet-Gruppen (Newsgroups) wurde getauscht. Aufkommend mit der Verbreitung von Peer-to-Peer Netzwerken wie eDonkey2000, BitTorrent, Kazaa oder WinMX verlagerte sich die Verbreitung von schwarz kopierter Software etwa ab dem Jahr 2000 immer mehr auf die Internet-Tauschbörsen, die ab ca. 2010 nach und nach von Sharehostern abgelöst werden. Diese „neuen“ Verbreitungswege sind von jedem nutzbar und befinden sich am unteren Ende der Verteilungshierarchie. Die Release Groups verwenden zum Verteilen ihrer Releases seit Anfang der 90er Jahre bis heute FTP-Server. Dabei werden die Server, die in der Verteilungshierarchie sehr weit oben stehen, als „Site“ bzw. in der Steigerungsform als „Topsite“ bezeichnet.

FTP-Server werden auch auf schlecht gewarteten oder frisch aufgesetzten und noch nicht gepatchten, aber schon mit dem Internet verbundenen, Servern Dritter mit bekannten Sicherheitslücken installiert, die eine ausreichend schnelle Anbindung und hinreichend Plattenplatz haben.[1] Eine oft weit verästelte und mit Sonderzeichen versehene Verzeichnisstruktur erschwert das Löschen mit der Standard-Oberfläche Windows-Explorer, nicht jedoch über den DOS-Kompatibilitätsmodus mit 8.3-Dateinamen.

Begriffe aus der Warez-Szene


An Beliebtheit in der Warez-Szene haben auch Musikvideos (Mvids), TV-Dokumentation sowie TV-Shows (Tvrip, series) gewonnen.

Verbreitung von Warez


Die sogenannte „Supply“ ist eine Person, die einer Release Group Software/Filme/Musik (meist vor dem offiziellen Verkaufs- oder Kinostart) zur Verfügung stellt. Meist handelt es sich um Mitarbeiter in der Produktion beteiligter Unternehmen oder von Presswerken. Hat eine Release Group von ihrer „Supply“ das gewünschte Material erhalten, wird es sofort auf den Computer gespielt, entsprechend bearbeitet (encodiert, gecrackt o. ä.) und auf den eigenen FTP-Server übertragen. Nun erfolgt die eigentliche Veröffentlichung des „Release“, der „Pre“: Das Release wird auf einen anderen FTP-Server übertragen („Topsite“). Durch entsprechende Weiterverteilung von diesen „Topsites“ aus erspannt sich so ein weltweites Netz dieser Server, über welches die „Releases“ schon innerhalb weniger Minuten überall in der Welt verfügbar sind.

Nach einiger Zeit, teilweise bis zu zwei Tagen, aber immer häufiger auch schon Stunden nach dem Release, findet das Release dann seinen Weg auf FXP-Boards oder in P2P-Netzwerke. Das wird von der Szene nicht gern gesehen und die Releasegroups versuchen alles, um FXP & P2P zu unterbinden bzw. alle Publikationen der Releases zu verhindern. Warez sind in den Augen der Releasegroups nur für die Szenemitglieder bestimmt. Allerdings gibt es auch Releasegroups, die sich darauf spezialisiert haben, Releases nur für P2P-Netzwerke herzustellen, da das weniger Arbeit für die Groups macht (man braucht z. B. keinen Server, nur Anschluss an das P2P-Netzwerk und eine Website, die Links dafür verteilt).

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. KUCKUCKSEIER , no-copy.org









Kategorien: Warez | Urheberrecht




Stand der Informationen: 22.11.2020 09:22:39 CET

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