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Wald-Bergminze




Wald-Bergminze

Wald-Bergminze (Clinopodium menthifolium)

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Gattung: Bergminzen (Clinopodium)
Art: Wald-Bergminze
Wissenschaftlicher Name
Clinopodium menthifolium
(Host) Stace

Die Wald-Bergminze (Clinopodium menthifolium), auch Edel-Bergminze oder Aufsteigende Bergminze genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bergminzen (Clinopodium) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie ist von Europa über den Kaukasusraum und Kleinasien bis Nordafrika verbreitet.[1]

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung


An einem Pflanzenexemplar treten neben gewöhnlichen Zwitterblüten meist auch wesentlich kleinere weibliche Blüten auf. Die vertrockneten Stängel bleiben oft über Winter stehen und können selbst in diesem Zustand anhand der typischen Kelchform erkannt werden.

Vegetative Merkmale

Die Wald-Bergminze wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 80 Zentimetern. Die mäßig bis stark behaarten Stängel sind wenig verzweigt. Die Pflanzenteile besitzen einen aromatischen Geruch.

Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in langen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist eiförmig und der Blattrand ist gesägt.

Generative Merkmale

Meist drei bis sieben (ein bis neun) Blüten stehen in Scheinquirlen zusammen, von denen mehrere übereinander angeordnet sind. Der Stiel der mittleren Blüten ist 0,7 bis 2 Millimeter lang.

Die zwittrigen Blüten sind bei einer Länge von 10 bis 22 Millimetern zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind 7 bis 9 (bis zu 10) Millimeter lang und die unteren Kelchzähne sind deutlich länger als die oberen. Die Kronblätter sind lebhaft violett.

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[2]

Vorkommen


Das weite Verbreitungsgebiet von Clinopodium menthifolium erstreckt sich vom südlichen Vereinigten Königreich über Frankreich (inklusive Korsika), der Schweiz, Italien (inklusive Sizilien), Österreich, Ungarn, Serbien, Rumänien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Aserbaidschan, Georgien, Ciskaucasien, Dagestan, Ukraine, Türkei, bis zum nördlichen Iran, Libanon und ins nördliche Algerien.[1] Die Wald-Bergminze ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet. Man findet sie im Süden vor allem in den Gebirgen und eher an feuchten Standorten, in Mitteleuropa vor allem in wärmebegünstigten Lagen mit subatlantischem Klima. Die nördliche Verbreitungsgrenze reicht von Südengland über Belgien zum Siebengebirge, entlang des Mittelrheins zum Rhein-Main-Gebiet, den Main aufwärts bis Nordbayern. In Thüringen sehr selten im Werratal bei Eisenach und Jena. Der Arealrand erstreckt sich von Würzburg über Tauber-, Jagst- und Kochertal durch Baden-Württemberg zur Schwäbischen Alb und zum Bodensee, von dort weiter über Österreich, Tschechien und die Slowakei bis zu den Karpaten.

Die Wald-Bergminze besiedelt Steinschutt, Felsen, Mauern, Wegränder und Gebüschränder. Sie gedeiht eher auf trockenen, basischen, kalkreichen Stein- oder Felsböden an warmen, sonnigen Standorten. Sie ist eine Pionierpflanze, besonders in Weinbaugebieten. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Quercion pubescenti-petraeae, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Geranion sanguinei oder in lichten Fagetalia-Gesellschaften vor.[2]

Systematik


Die Erstbeschreibung erfolgte 1831 unter dem Namen (Basionym) Calamintha menthifolia durch Nicolaus Thomas Host in Flora Austriaca. Viennae, 2, Seite 129. Das Artepitheton menthifolia bedeutet „minzenblättrig“. Sie wurde 1989 unter dem Namen Clinopodium menthifolium durch Clive Anthony Stace in New combinations in the British and Irish flora. in Short Notes in Watsonia, Volume 17, Issue 4, Seite 443[3] in die Gattung Clinopodium gestellt. Weitere Synonyme für Clinopodium menthifolium (Host) Stace sind: Calamintha officinalis auct., Satureja calamintha auct., Satureja menthifolia (Host) Fritsch, Calamintha montana subsp. menthifolia (Host) Dostál, Calamintha officinalis var. menthifolia (Host) Rchb. f., Calamintha officinalis f. menthifolia (Host) Hayek.[1][4][5][6]

Unterarten von Clinopodium menthifolium sind [5]:

Literatur


Einzelnachweise


  1. a b c Clinopodium menthifolium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 811.
  3. Clive Anthony Stace: New combinations in the British and Irish flora. in Short Notes in Watsonia, Volume 17, Issue 4, S. 443. eingescannt - PDF.
  4. Clinopodium menthifolium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 30. Dezember 2018.
  5. a b Übernommen aus World Checklist of Selected Plant Families, 2010, copyright © The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Eintrag bei Euro+Med.
  6. a b c d Rafaël Govaerts (Hrsg.): Clinopodium menthifolium. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 30. Dezember 2018.

Weblinks


Commons: Wald-Bergminze (Calamintha menthifolia)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien








Kategorien: Lippenblütler








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