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Vertrag von York


Der Vertrag von York war ein am 25. September 1237 geschlossener Vertrag zwischen England und Schottland. In dem Vertrag ließ sich der schottische König alte, kaum noch durchsetzbare Ansprüche abkaufen, wofür der englische König bereit war, eine hohe Entschädigung zu geben. Dennoch war der Vertrag ein weiser Kompromiss,[1] der die Beziehungen zwischen den beiden Reichen weiter verbesserte.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte


Durch das Erbe von Maud of Huntingdon war das schottische Königshaus im 12. Jahrhundert in den Besitz von Northumberland und anderen nordenglischen Gebieten gekommen. König Malcolm IV. hatte zwar 1157 auf Northumberland verzichten müssen, doch bis zum 1209 geschlossenen Vertrag von Norham hatte König Wilhelm I. an den Ansprüchen auf Northumberland festgehalten. Wilhelms Bruder David hatte die Honour of Huntingdon und den Titel Earl of Huntingdon erhalten. Im Juni 1237 starb Davids Sohn John ohne männlichen Nachkommen. Johns Besitzungen sollten nun unter seinen Schwestern aufgeteilt werden, doch der schottische König Alexander II. hätte den Titel Earl of Huntingdon beanspruchen können.[2] Dazu hatte der englische König Heinrich III. einen Teil der Bedingungen des Vertrags von Norham nicht erfüllt, den sein Vater Johann Ohneland geschlossen hatte. Nach diesem Vertrag hätte der englische König oder sein Bruder Richard eine der Töchter von Wilhelm I. heiraten sollen, doch sie waren schließlich nur mit englischen Baronen und damit unter ihrem Rang verheiratet worden.[3] Heinrich III. hatte 1236 schließlich Eleonore von der Provence geheiratet. Nach dem Tod des Earl of Huntingdon bot sich jetzt die Gelegenheit, die Konfliktpunkte zwischen den beiden Reichen auszuräumen.

Verhandlungsverlauf und Vertragsinhalt


Im September 1237 kamen die beiden Könige in das nordenglische York. Drei Tage lang führte der päpstliche Legat Oddone di Tonengo Verhandlungen zwischen den Königen, ehe der Vertrag am 25. September 1237 besiegelt wurde. In dem Vertrag verzichtete Alexander II. für immer auf die Ansprüche der schottischen Könige auf die nordenglischen Grafschaften. Damit wurde indirekt die Grenze zwischen den beiden Reichen auf eine Linie zwischen dem Solway Firth im Westen und der Mündung des Tweed im Osten festgelegt. Mit Ausnahme des kleinen Gebiets um Berwick, das 1482 endgültig an England fiel, ist dieser Grenzverlauf bis heute gültig. Für die 15.000 Merks, die Wilhelm I. an Johann Ohneland zahlen sollte, und als Entschädigung für die Heiraten, die seinen Schwestern versprochen worden waren, erhielt Alexander II. Landbesitz in Northumberland und Cumberland mit jährlichen Einkünften von £ 200. Die Ausfertigungen der Verträge von Norham und des 1217 nach dem Krieg der Barone zwischen Heinrich III. und Alexander II. geschlossenen Friedensvertrags wurden an die Vertragspartner zurückgegeben. Dabei wurde allerdings vereinbart, dass die Vertragsinhalte, mit Ausnahme der durch den Vertrag von York neu verhandelten Bedingungen, weiter gültig seien.[2]

Folgen


Der Vertrag von York beendete die lange Verbindung der Honour of Huntingdon mit Schottland. Über die Auswahl der Güter für den schottischen König wurde vier Jahre lang verhandelt, ehe Heinrich III. Ende 1241 Nicholas Farnham, den Bischof von Durham anwies, die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen. Am 22. April 1242 wurden dem schottischen König fünf Güter in Cumberland übergeben. Zusammen mit dem seit 1157 im Besitz der schottischen Könige befindlichen Gut Wark in Tynedale wurden die Einkünfte aus diesen Gütern 1290 mit jährlich £ 368 bewertet, so dass Alexander II. wohl gerecht behandelt wurde.[4] Um den genauen Grenzverlauf zwischen England und Schottland kam es allerdings noch 1245 in der Region südlich des Tweed oder im Esk Valley zu Streitigkeiten. 1249 wurden zwischen den beiden Ländern Regelungen über Grenzverstöße getroffen.[5] Der englische König misstraute zwar in den nächsten Jahren der Politik des schottischen Königs, doch durch den 1244 geschlossenen Vertrag von Newcastle wurde das Verhältnis zwischen ihnen weiter verbessert.

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 534.
  2. a b Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 533.
  3. Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 527.
  4. Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 535.
  5. Archibald A. M. Duncan: Scotland. The Making of the Kingdom (The Edinburgh History of Scotland; Vol. I). Oliver & Boyd, Edinburgh 1975. ISBN 0-05-00203-7-4, S. 537.









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Stand der Informationen: 23.11.2020 06:08:08 CET

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