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Verlag




Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet. Der Verkauf kann über den Handel (Kunst-, Zeitschriften-, Buchhandel usw.) oder durch den Verlag selbst erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Rechtsgrundlagen


Rechtsgrundlage des Verlagswesens ist in Deutschland das Gesetz über das Verlagsrecht vom 19. Juni 1901 (VerlG), zuletzt geändert im März 2002.[1] Es regelt Aufgaben, Honorare, Vertragswesen, Rücktrittsrechte des Verfassers und die Folgen einer Insolvenz des Verlegers. Wichtigste Rechtsgrundlage zwischen Verlag und Verfasser bildet der Verlagsvertrag, in dem sich der Verleger verpflichtet, das ihm vom Verfasser für eigene Rechnung überlassene Werk aus Literatur oder Tonkunst zu vervielfältigen und zu verbreiten (§ 1 VerlG). Eigene Rechnung bedeutet, dass der Verlag beim Vertrieb des Werkes auf eigenes unternehmerisches Risiko handelt. Ergänzende Bestimmungen für das Rechtsverhältnis zwischen Verlag und Urheber finden sich im Urheberrechtsgesetz. Das Verlagsgesetz gilt ausdrücklich nur für Literatur- und Musikverlage.

Der Verlag oder der Verleger als Person erwirbt in der Regel das ausschließliche Nutzungsrecht am Werk eines Autors (Urheberrecht) aufgrund des Verlagsvertrages und sorgt für Herstellung (bei Büchern und Zeitschriften Vorbereitung des Druckes) und Druck bzw. Vervielfältigung des Werkes sowie dessen Finanzierung. Zudem sorgt er für die Werbung und den Verkauf; zu diesem Zweck erstellt der Verlag eigene Kataloge. Das gilt auch für Musikwerke, die der Musikverlag in eigener Verantwortung einem Musiklabel anbietet, damit dieses einen Interpreten auswählt, der dem Musikwerk zum Erfolg verhilft.

Die Auswertungsrechte, die ein Verlag an einem Buch genießt, schließen auch das Recht ein, gegen Fortsetzungen (Sequels) ein Veto zu erheben. Ein einschlägiger Rechtsfall war 1999 das Verbot der Vermarktung von Jim Williams’ Doktor-Schiwago-Fortsetzung Laras Tochter.

Angestellte in einem Verlag sind etwa ausgebildete Verlagshersteller, Medienkaufleute Digital und Print, Buchwissenschaftler und je nach Ausrichtung des Verlages Lektoren verschiedener Studienrichtungen (z. B. Geschichtswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre, Germanistik).

Geschichte


Das Verlagswesen ist eine Folge der Erfindung und Ausbreitung des Buchdrucks. Im Laufe der Zeit bildeten sich verschiedene Sparten als eigene Verlagsarten. Dabei druckten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage oft Fortsetzungsserien, die später als Buch herausgegeben wurden. 1901 wurde es nach Gründung vieler Verlage in Deutschland erforderlich, die Rechtsgrundlagen für das Verlagswesen in einem Gesetz zu kodifizieren. Durch das weltweite Medium Internet verkaufen heute viele Verlage ihre Werke über den Elektronischen Handel.

Verlagsarten


Verlage lassen sich wie folgt ordnen:

Für Text- und Bildmedien

Verlage für Druckerzeugnisse, E-Books und/oder Netzpublikationen

Spezialverlage

Für andere Medien

Selbstverlag

Abgrenzung

Kein Verlag im hier beschriebenen Sinne sind Selbstkostenverlage oder Self-Publishing-Plattformen, die ohne unternehmerisches Risiko selbst publizierte Medien erstellen. Selbstkostenverlage firmieren u. a. auch als Druckkostenzuschussverlag oder Dienstleisterverlag und gelten innerhalb der Branche als „Pseudoverlage“ – eine Bezeichnung, die seit 2009 auch durch einen Gerichtsbeschluss legitimiert ist.[2]

Verlage im deutschsprachigen Raum


Die fünf größten Buchverlage im deutschsprachigen Raum nach ihrem Umsatz 2016[3]
Rang Firma Firmensitz Umsatz in Mio. € Mitarbeiter
1. Springer Nature Berlin 533,4 13.000
2. Verlagsgruppe Random House München 309 929
3. Georg Westermann Verlag Braunschweig 300 1.400
4. Klett Gruppe Stuttgart 296 k. A.
5. Cornelsen Bildungsgruppe Berlin 272 1.644

Verlage international


Besonders die Internationale Verleger-Union und weltweite Buchmessen informieren über Buchmärkte und staatliche Eingriffe wie Schulbuchsubventionen.

Vereinigte Staaten

In den Vereinigten Staaten betrug der Umsatz im Verlagswesen gemäß AAP (Association of American Publishers) im April 2008 rund 310 Millionen Euro (473 Millionen US-Dollar), 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr, ein Abwärtstrend; siehe auch Erhebungen des amerikanischen Statistikamt US Census Bureau.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


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Wiktionary: Verlag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. VerlG - Gesetz über das Verlagsrecht. In: www.gesetze-im-internet.de. Abgerufen am 25. November 2016.
  2. Oberlandesgericht München definiert Pseudoverlag. auf: buchmarkt.de, 7. August 2009.
  3. Die 100 größten Verlage. In: www.buchreport.de. Abgerufen am 16. Mai 2017.








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Stand der Informationen: 02.07.2020 09:33:43 CEST

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