Vaughn Bodē


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Vaughn Frederic Bodē (* 22. Juli 1941 in Utica, NY; † 18. Juli 1975) war ein US-amerikanischer Comiczeichner und Autor. Sein Zeichenstil hatte großen Einfluss auf die Graffitiszene.

Inhaltsverzeichnis

Biografie


Vaughn Bodē war das zweite von vier Kindern in einer katholischen Familie. Er war noch sehr jung, als die Ehe zwischen seiner Mutter und dem alkoholkranken Vater geschieden wurde. Der Vater starb an seinem Alkoholismus. Bodē entwickelte eine tiefe Abneigung gegen den Alkohol, begann aber kurz vor seinem eigenen Tod zu trinken. Bodē war ein empfindsamer Einzelgänger, der sich als Kind in detailreiche Fantasiewelten flüchtete. Im Alter von 5 Jahren zeichnete er bereits erste Cartoons, in der ersten Klasse entstand der Comicstrip Sammy the Garbage Man goes to Moon, der 1977 in Denny O’Neil’s Death of the Cheech Wizard posthum veröffentlicht wurde. Mit seinem jüngeren Bruder Vincent erschuf er die fremden Welten und Figuren seiner Geschichten.

Als Jugendlicher verpflichtete er sich und ging mit sechzehn Jahren zur Armee, litt dort aber unter den Reglementierungen. Homosexuelle Begegnungen führten zu schweren Schuldgefühlen. In dieser Zeit entstand der Cheech Wizard, der in seinem späteren Schaffen immer wieder auftauchen wird. 1960 schloss er sein Kunststudium an der Universität von Syracuse ab und im folgenden Jahr heiratete er seine High-School Liebe Barbara. Das erste Comic, Das Kämpf, veröffentlichte er 1963 im Selbstverlag und im selben Jahr wurde sein Sohn Mark geboren. Er wurde 1971 von Barbara geschieden. Vaughn Bodē starb drei Jahre später, 33-jährig, bei einem „autoerotischen Selbsttötungsunfall“.

Seit seinem Tod verwalten seine Ex-Frau Barbara und sein Sohn Mark seinen Nachlass und kümmern sich um posthume Veröffentlichungen seiner Arbeiten. Verschiedene Konzepte, Entwürfe und unvollendete Arbeiten führt Mark Bodē weiter.

Ästhetik


Bodēs bekannteste Figur ist der Cheech Wizard, ein rotes Männchen mit großen Füßen, dessen Torso und Kopf ewig unter seinem Hut verborgen sind, und dessen Leben aus Party, Bier und hübschen Frauen besteht. Wenn er seinen Hut einmal abnehmen muss, wird sein Kopf von einer Sprechblase verdeckt (Captured by Morton Frog, 1967) oder der Comicstrip endet abrupt (Who is Cheech Wizard?, 1974). Man hat dem Zeichner Ralph Bakshi vorgeworfen, er habe die Figur des Cheech Wizard in seinem Film Wizards plagiiert, Bakshi entgegnete, es handele sich um einen Tribut an Vaughn Bodē.

Viele männliche Figuren in Bodēs Comic Fabeln sind von echsen- oder reptilienähnlicher Gestalt, während seine Frauen Sexgöttinnen sind. Die übliche Handlung seiner Comics bedient die zeitgenössischen, gegenkulturellen Klischees, alles dreht sich um die sexuelle Befreiung, um Drogen und allgemein die demonstrierte Ablehnung der gesellschaftlichen Norm, aber mit War Lizards ist ihm eine kraftvolle Kritik des Vietnamkrieges geglückt. Bodēs Arbeit beeinflusste noch zu seinen Lebzeiten durch die zahlreichen Veröffentlichungen die Bildsprache der New Yorker Graffiti-Writer und seine Figuren gehören bis dato zum festen Kanon der Writing-Kultur.

Veröffentlichungen


Originalausgaben

Bodē veröffentlichte in verschiedensten Magazinen und Zeitschriften wie dem Satiremagazin National Lampoon (1971–1975, Cheech Wizard), dem Herrenmagazin Cavalier (1969–1975, Deadbone/Deadbone Erotica/Bodē's Erotica), der pornographischen Zeitschrift Swank (1971–1972, Purple Pictography) oder dem Underground-Magazin East Village Other (1968–1971, War Lizards, Machines, Junkwaffel u. a.). Darüber hinaus illustrierte er häufig Bücher und seine Arbeiten erschienen in einer unüberschaubaren Anzahl von Comic-Anthologien, Studentenzeitschriften, sowie Comic- und Science-Fiction-Fanzines. Die folgenden Veröffentlichungen enthalten überwiegend Reprints dieser Arbeiten:

Von 1988 bis 2001 veröffentlichten Fantagraphics Books in der Serie The Bodē Library eine Retrospektive seiner Werke in 14 Bänden. Im Einzelnen erschienen folgende Bände:

Bodē hinterließ eine Reihe Arbeiten, die er nicht mehr vollenden konnte oder für die er nur die Konzepte entwarf. Einige dieser Arbeiten führte sein Sohn Mark zu Ende. Bisher veröffentlicht wurden:

Portfolios

Deutsche Ausgaben

Sekundärliteratur

Preise


Quellen


Weblinks











Kategorien: Comiczeichner (Vereinigte Staaten) | US-Amerikaner | Geboren 1941 | Gestorben 1975 | Mann




Stand der Informationen: 09.06.2021 05:09:29 CEST

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