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Untertürkheim

Untertürkheim
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtteil-Wappen Stadtkarte
Ehemaliges Wappen von Untertürkheim bis 1905
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: Untertürkheim 1. April 1905
Rotenberg 1. Mai 1931
Höhe: 225–411 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte: 2.703 Einwohner je km²
Postleitzahl: 70327
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirksrathauses:
Großglocknerstr. 24
70327 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteherin: Dagmar Wenzel
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2014)
Fläche
Nr. Stadtteil
Untertürkheim 16.367 605,5 ha
661 Gehrenwald 2.797 61 ha
662 Flohberg 1.179 26 ha
663 Untertürkheim 7.694 193 ha
664 Benzviertel 226 83 ha
665 Lindenschulviertel 922 33 ha
666 Bruckwiesen -(1) 14 ha
671 Luginsland 2.800 70 ha
681 Rotenberg 749 126 ha
(1) 666 Bruckwiesen ist in 665 Lindenschulviertel enthalten
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B10 B14
Regionalbahn R 11
S-Bahn S 1
Stadtbahn U4 U13
Bus 60, 61
Quelle: Datenkompass Stuttgart

Koordinaten: 48° 47′ N, 9° 15′ O

Untertürkheim ist einer der direkt am Neckar liegenden Stadtbezirke von Stuttgart, umgeben von Obertürkheim, Wangen, Bad Cannstatt und der Nachbargemeinde Fellbach.

Siehe auch Luginsland und Rotenberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Untertürkheim wurde 1121 erstmals als Durinkheim urkundlich erwähnt. Der Name geht vermutlich auf einen alemannischen Häuptling im 4. Jahrhundert zurück. Nach diesem wurde der Ort *Duringoheim benannt.[1] Der Name im heutigen Dialekt ist (Onder-)Dürkna.

Im Hochmittelalter gehörte Untertürkheim zum Herzogtum Schwaben und nach dessen Auflösung zum Kernbestandteil Altwürttembergs. Durch die Lage am Fluss war früher die Neckarflößerei eine wichtige Einnahmequelle. Daneben war und ist der Weinanbau aufgrund der Exposition der Neckartalhänge in Untertürkheim von großer Bedeutung. Zahlreiche Weinbaubetriebe (teils mit Besenwirtschaften) sowie zwei Genossenschaftskeltern befinden sich in Untertürkheim (Weinmanufaktur Untertürkheim) und in Rotenberg.[2]

1449 wurde Untertürkheim von Truppen der Reichsstadt Esslingen verwüstet. Im Dreißigjährigen Krieg, nach der für den Heilbronner Bund verheerenden Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen, als das Herzogtum Württemberg ab 1634 schutzlos der Kaiserlichen Armee ausgeliefert war, wurden in Untertürkheim 240 Gebäude niedergebrannt.

Bei der Verwaltungsreform des Königreichs Württemberg Anfang des 19. Jahrhunderts blieb Untertürkheim dem Oberamt Cannstatt zugeordnet und gehörte damit ab 1818 zum Neckarkreis. Am 22. Oktober 1845 verkehrte die erste Württembergische Eisenbahn auf dem Streckenabschnitt der Zentralbahn von Cannstatt nach Untertürkheim.

Der fahrplanmäßige Straßenbahnbetrieb und damit der Anschluss an das Stuttgarter Straßenbahnnetz erfolgte am 26. November 1910 mit der Linie 15 vom Schlossplatz über Wangen bis zur Untertürkheimer Neckarbrücke.[3]

Industrialisierung

Im Jahre 1889 eröffnete die Bettfedernfabrik Straus & Cie. aus Cannstatt ihre Produktionsstätte in Untertürkheim. Die jüdischen Inhaber wurden 1938 zwangsweise enteignet und die weltweit größte Bettfedernfirma aufgelöst.

1898 siedelte die 1857 von Ernst Staengel in Stuttgart gegründete Kakao- und Schokoladenfabrik Staengel & Ziller – aus den Initialen entstand der Name „Eszet“ – nach Untertürkheim. Hier wurden ab 1933 die berühmten Eszet-Schnitten produziert. Seit 1975 werden sie vom Kölner Stollwerck-Konzern hergestellt, Staengel & Ziller existiert nicht mehr.

Durch das Verhandlungsgeschick des Untertürkheimer Schultheißen Eduard Fiechtner mit Gottlieb Daimler konnte 1900 ein Kaufvertrag mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft abgeschlossen werden. Bereits 1903 siedelte sich in Untertürkheim die Automobilfabrik an, da deren Motorenwerk in der benachbarten Oberamtsstadt Cannstatt abgebrannt war, sie wurde somit die zweite Produktionsstätte der Daimler-Motoren-Gesellschaft. Seit April 2006 ist hier wieder der Konzernsitz der Daimler AG.

1902 erwarben die Vereinigten Seifenfabriken Stuttgart Wasengelände nahe dem Untertürkheimer Bahnhof und ließen dort durch Architekt Philipp Jakob Manz große Gebäude für die Seifensiedekessel erstellen. Bis 1933 wurde in Untertürkheim unter anderen die „Feurio“-Seife produziert. Die Gebäude wurden danach an Daimler-Benz verkauft.

Die Firma Eugen Bauer GmbH, bekannt als „Kino-Bauer“, einst weltweit größter Hersteller von Amateur- und Kinofilmprojektoren, gegründet 1907 von Eugen Bauer in Stuttgart, produzierte seit 1928 in Untertürkheim gegenüber dem Bahnhof. 1932 wurde Bauer von der Robert Bosch GmbH übernommen („Bosch-Photokino“), schlussendlich wurde dann Anfang der 1980er Jahre auch die Produktion von Filmprojektoren eingestellt und 1992 schließlich wurde der Produktbereich Photokino komplett aufgelöst.

Das Unternehmen Fahrzeugbau Hurst von Arthur Friedrich Hurst aus Stuttgart begann 1946 mit der Produktion von „Hurst 250“-Automobilen. Ab Sommer 1949 erfolgte die Produktion in Untertürkheim. Anfang 1950 wurde die Fahrzeugfertigung nach 47 Exemplaren eingestellt.

Am 31. März 1958 wurde der Stuttgarter Hafen durch Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet. Der nordöstliche Teil des Neckarhafens (Ölhafen) gehört zu Untertürkheim.

Eingemeindung nach Stuttgart

Der Weingärtnerort wurde am 1. April 1905 gemeinsam mit Cannstatt und Wangen nach Stuttgart eingemeindet.

Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurde der Stadtteil Untertürkheim mit dem Stadtteil Luginsland und dem am 1. Mai 1931 eingemeindeten Stadtteil Rotenberg zum neuen Stadtbezirk Untertürkheim vereinigt.

Bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2001 wurde der Stadtteil Untertürkheim in die Stadtteile Benzviertel, Bruckwiesen, Flohberg, Gehrenwald, Lindenschulviertel und Untertürkheim aufgeteilt. Seither verwaltet das Rathaus in Untertürkheim insgesamt acht Stadtteile des Stadtbezirks Untertürkheim.

Städtische Einrichtungen


Schulen

Am Ort gibt es fünf Schulen: die Auschule (Förderschule), die Linden-Realschule, die Luginslandschule (Grund- und Hauptschule), die Wilhelmsschule (Grundschule) und das Wirtemberg-Gymnasium.

Bäder

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Medien


Bereits seit 1899 gibt es in Untertürkheim eine eigene Tageszeitung, die Untertürkheimer Zeitung. Sie kooperiert heute als Stuttgarter Lokalausgabe zusammen mit der Cannstatter Zeitung mit der Eßlinger Zeitung im Verlagshaus Bechtle.

Politik


Bezirksbeirat

Kommunalwahl 2019[5]
 %
30
20
10
0
23,9
20,3
13,5
10,2
7,5
6,3
4,7
3,0
10,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,7
+1,1
-2,6
-0,4
+2,4
+1,7
+0,4
-0,7
+6,7

Dem Bezirksbeirat Untertürkheim gehören auf Grund der Einwohnerzahl des Stadtbezirks 12 ordentliche und ebenso viele stellvertretende Mitglieder an. Seit der letzten Kommunalwahl 2019 gilt folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 4
  • B90 / Die Grünen: 2
  • SPD: 2
  • FDP: 1
  • Freie Wähler: 1
  • SÖS / Die Linke: 1
  • AfD: 1

Schultheißen vor 1905

Bezirksvorsteher

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

In Untertürkheim geboren

Sonstige Persönlichkeiten

Sport


Bevölkerungsentwicklung


Verkehrsanbindungen
Schiff Schiffsanlegestelle Untertürkheim am Neckar
B14 – S-Untertürkheim
B10 – S-Hedelfingen/S-Obertürkheim
S 1 (Kirchheim/Teck – Stuttgart – Herrenberg)
R 11 „Schusterbahn“ nach Kornwestheim
U4 (Untertürkheim – Charlottenplatz – Hölderlinplatz)
U13 (FeuerbachBad CannstattHedelfingen)

BUS 60 (über Luginsland nach Fellbach)
BUS 61 (Rotenberg – Untertürkheim – Obertürkheim)

Untertürkheim 1898
Bahnhof Untertürkheim 1898

(Quellen: Heimatbuch Untertürkheim und Rotenberg, 1985 sowie Statistisches Amt der Stadt Stuttgart)

Jahr Untertürkheim Rotenberg Stadtbezirk
1834 1.861 505  
1852 2.308 527  
1871 2.755 499  
1900 4.954 545  
1905 6.761 583  
1925 9.455 652  
1933 12.009 645  
1946 14.296 710  
1950 17.210 807  
1961 18.482 985 19.467
1970 18.031 1.059 19.090
1980 16.183 933 17.116
1990 16.658
2000 16.027
2005 15.663 789 16.452
2007 15.653 781 16.434
2009 15.736 754 16.490
2011 15.157 719 15.876
2014 15.619 749 16.368

Regelmäßige Veranstaltungen


Neben den zahlreichen Hocketsen der örtlichen Vereine wird zweijährlich Mitte Juni bei Kerzenlicht die „Lange Rotweinnacht“ in der Fußgängerzone gefeiert. Zur „Weintour Untertürkheim“ wandern am letzten Sonntag im Juli tausende Besucher durch die Weinberge Untertürkheims. Am vorletzten Sonntag im Oktober präsentiert sich der Handel beim verkaufsoffenen „Fleggatreff“ und den Abschluss bildet der Weihnachtsmarkt am 2. Adventssamstag.

Literatur/Heimatbücher


Weblinks


 Commons: Stuttgart-Untertürkheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Stuttgart.de: Untertürkheim. Abgerufen am 29. Juli 2019.
  2. Collegium Wirtemberg
  3. PDF
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 90.
  5. https://statistik.stuttgart.de/wahlen/app/gw2019.html



Kategorien: Stadtbezirk von Stuttgart | Weinort im Weinbaugebiet Württemberg | Ehemalige Gemeinde (Stuttgart) | Ort am Neckar | Untertürkheim | Gemeindeauflösung 1905


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