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Universität Rostock




Universität Rostock
Motto Traditio et Innovatio
(Tradition und Innovation)
Gründung 13. Februar 1419
Trägerschaft staatlich
Ort Rostock
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern
Land Deutschland Deutschland
Rektor Wolfgang Schareck[1]
Studierende 12.996 WS 2018/19[2]
Mitarbeiter 2.900 (Dez 2016, inkl. Uniklinikum)[2]
davon Professoren 327 (Dez 2016)[2]
Jahresetat 167,058 Mio. € (2017)[2]
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten

Verbund Norddeutscher Universitäten Hochschulrektorenkonferenz

Website uni-rostock.de

Die Universität Rostock wurde im Jahre 1419 gegründet und ist somit eine der ältesten Hochschulen Deutschlands und die älteste Universität im Ostseeraum.

Im Wintersemester 2016/17 waren 13.864 Studenten immatrikuliert, darunter auch viele Erasmus- und weitere Auslandsstudenten. Insgesamt werden im Jahr 2016 von der Universität 327 Professoren und 2.900 Mitarbeiter (darunter 689 in der Universitätsmedizin) direkt beschäftigt. Die Mehrheit der über 100 Studiengänge in zehn Fakultäten wird mit Master- und Bachelorabschlüssen angeboten. Die Universität Rostock gilt auf Grund ihres umfänglichen Studienangebots als Volluniversität.

Im Umfeld der Universität haben sich durch Institute, Gründungen und Unternehmensansiedlungen Cluster der Wirtschaft und Forschung in Bereichen der Spitzentechnologie gebildet. Vor allem in den Sektoren Biotechnologie, Medizin und Lebenswissenschaften (zum Beispiel BioCon Valley und DZNE), Nanotechnologie, in der Lichtforschung und Photonik, Agrar- und Umweltwissenschaften, in der maritimen Forschung (IOW) sowie in der Erforschung von Bereichen der Datenverarbeitung und Informationsgesellschaft (IGD) haben sich bedeutende Vertreter angesiedelt. Auch die demografische Forschung im Umfeld der Universität ist von Weltrang, vor allem mit dem zuständigen Max-Planck-Institut.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Entstehung

Die Universität wurde 1419 von den Herzögen Johann IV. und Albrecht V. von Mecklenburg und dem Rat der Hansestadt Rostock als erste Universität im Norden des Heiligen Römischen Reiches und dem gesamten Ostseeraum gegründet. Der eindeutige Initiator der Gründung ist durch fehlende Quellen wissenschaftlich umstritten. Fest steht aber, dass sie zum großen Teil durch die Bürger der Hansestadt Rostock finanziert wurde. Das Ersuchen wurde im Jahre 1418 ausgearbeitet und unter Mitwirkung des Schweriner Bischofs Heinrich II. von Nauen verschickt. Ein solches Ersuchen konnte zur damaligen Zeit nur von Landesfürsten, Königen oder Kaisern an den Papst gerichtet werden. Papst Martin V. stellte nach Prüfung des Wahrheitsgehalts der Angaben im Antrag am 13. Februar 1419 eine päpstlichen Bulle aus, mit der er die Gründung zuließ. Die feierliche Eröffnung der Universitas Rostochiensis war am 12. November 1419 unter ihrem Kanzler Bischof Heinrich III. von Wangelin, der auch den ersten Rektor Petrus Stenbeke bestellte. Der Lehrbetrieb begann in den bereits bestehenden Gebäuden nahe der Petrikirche und dem Zisterzienserkloster „Zum Heiligen Kreuz“. Anfangs bestand die Hochschule aus einer juristischen und einer medizinischen Fakultät sowie der Facultas artium (heute die philosophische Fakultät). Wegen häretischer Strömungen im Reich blieb die Universität aber bis 1433 ohne die übliche theologische Fakultät. Erst nachdem der Papst Eugen IV. im Jahre 1432 der Errichtung einer theologischen Fakultät zustimmte waren die vier Traditionsfakultäten für ein „Studium generale“ vollständig.

Frühe Neuzeit

Im 15. Jahrhundert war die Universität Rostock mit 400 bis 500 Studenten besonders aus Holland, Skandinavien und dem Baltikum eine der größten Universitäten in Deutschland. Infolge politischer Wirren musste die Universität auf kirchlichen Druck und unter der Vorgabe eines Interdikts durch das Basler Konzil im Jahre 1437 nach Greifswald umziehen. Dieser Auszug dauerte bis 1443 an, obwohl bereits 1440 das Interdikt aufgehoben worden war. 1487 bis 1488 (nach anderen Aussagen bis 1492) befand sich der Sitz der Universität aufgrund eines weiteren Auszugs in der Hansestadt Lübeck. Ein berühmter Student war in dieser Zeit Ulrich von Hutten, der 1509 von Greifswald kommend in Rostock eintraf und hier sein Studium weiterführte. Er schwärmte vom „beschwingten Geiste und der Freiheit“, die in Rostock herrschten.

Einige Zeit später als die Stadt Rostock wurde die Universität 1542 protestantisch. 1760 wurde sie in eine rätliche Universität in Rostock und eine fürstliche Universität in Bützow geteilt und 1789 wiedervereinigt. Humanismus und Luthertum waren bestimmend für die Universität, die infolge des Dreißigjährigen Krieges zu einer Hochschule für Landeskinder verkümmerte. Ab 1566 war Tycho Brahe für zwei Jahre Student an der Rostocker Universität. Während dieser Zeit war er in ein Duell verwickelt, das ihn die Nase kostete. Der Grund des Streites war eine mathematische Formel.[3]

Beim Universitätsjubiläum im Jahre 1600 wurde die Theaterkomödie Cornelius Relegatus (lat. „der von der Universität verwiesene Cornelius“), auch „der verbummelte Cornelius“, von Albert Wichgreve (um 1575–1619) uraufgeführt, die auf satirische Weise die unrühmliche Laufbahn eines gescheiterten Studenten des 16. Jahrhunderts schildert und für lange Zeit die Ansichten der Öffentlichkeit vom Leben eines Bummelstudenten prägte. Gleichzeitig ist das Stück ein Dokument der akademischen Sitten und Gebräuche des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Das Stück erzielte einen enormen Publikumserfolg mit außergewöhnlicher Langzeitwirkung.

Eine der wichtigsten Einrichtungen für die Studenten und Mitarbeiter ist die bereits 1569 gegründete Universitätsbibliothek, die aus drei Bereichsbibliotheken, 10 Fachbibliotheken, dem Universitätsarchiv, der Kustodie und dem Patent- und Normenzentrum besteht. Sie hat heute einen Bestand von rund 2,2 Mio. Bänden. Sie besitzt außerdem einen umfangreichen Altbestand, der auch ca. 2.800 Handschriften und Autographen, 650 Inkunabeln und 14 Nachlässe enthält.

Die Universität Rinteln, die Universität Rostock und die Universität Wittenberg („Leucorea“) waren führende gutachterliche Universitäten während der Hexenprozesse. Die Spruchpraxis an den allgemeinen deutschen juristischen Fakultäten war recht unterschiedlich. Die juristischen Fakultäten der Universitäten Helmstedt („Academia Julia“) und Rinteln galten als „hardliner“ in Sachen Hexenverfolgung.

19. Jahrhundert

Nachdem die Universität 1827 durch Vertrag von der Stadt auf das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin übergegangen war, wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch einen großzügigen Ausbau, u. a. von neuen Kliniken, wieder der Anschluss an die anderen deutschen Universitäten erreicht. Das Hauptgebäude wurde 1866 bis 1870 vom Schweriner Hofbaurat Hermann Willebrand im Stil der Neorenaissance entworfen.

Mit der Berufung des Historikers Karl Hegel (1813–1901), erfolgte ab 1841 die Begründung der modernen Geschichtswissenschaft an der Universität Rostock. Karl Hegel wirkte hier von 1841 bis 1856.[4]

Am 11. Juni 1858 wurde in Rostock das deutschlandweit erste „Deutsch-Philologische Seminar“ (heute Institut für Germanistik) von Karl Bartsch, Professor für Germanistik und Romanistik, gegründet.

Zu den berühmten Absolventen der Universität zählte der 1869 zum Thema „Ithaka, der Peloponnes und Troja“ promovierte Autodidakt Heinrich Schliemann (1822–1890). Beim Dekan Hermann Karsten hatte er die Eröffnung des Promotionsverfahrens beantragt. Am 27. April 1869 wurde ihm das lateinische Doktordiplom in Rostock ausgestellt.[5]

20. Jahrhundert

Die Universität blieb jedoch zahlenmäßig eine kleine Hochschule mit 1700 Studenten im Jahre 1930.

Anlässlich der Fünfhundertjahrfeier der Universität Rostock am 12. November 1919 erhielt neben Max Planck auch Albert Einstein die Ehrendoktorwürde. Die Universität ehrte die „gewaltige Arbeit seines Geistes, durch die er die Begriffe von Raum und Zeit, von Schwerkraft und Materie von Grund aus erneuert hat“ und ernannte ihn „ehrenhalber zum Doktor der Medizin“. Da das Physikalische Institut das Kontingent an Ehrenpromotionen zur Fünfhundertjahrfeier bereits ausgeschöpft hatte, erfolgte die Ehrung durch die Medizinische Fakultät. Die einzige in Deutschland an Einstein verliehene Ehrendoktorwürde wurde ihm auch während der NS-Zeit nicht aberkannt.[6]

Durch die nationalsozialistische Herrschaft ab 1933 verloren mehrere Gelehrte ihre Stellung: David Katz, Hans Moral u. a.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Universität am 24. Februar 1946 wiedereröffnet. Bis Juli 1963 hatte die Hochschule auch eine Arbeiter-und-Bauern-FakultätErnst Thälmann“. Die juristische Fakultät bestand nur von 1946 bis 1951. 1950 wurde eine landwirtschaftliche Fakultät eröffnet, 1951 ein Fachbereich für Schiffbau, der ab 1963 Technische Fakultät hieß. Damit erweiterte sie als erste klassische Universität in Deutschland ihr Profil um eine technische Fakultät. 1952 wurde eine Fakultät für Luftfahrtwesen gegründet, die jedoch ein Jahr später nach Dresden verlegt wurde. 1963 kam noch eine Ingenieurökonomische Fakultät hinzu. Für das ab 1951 obligatorische marxistisch-leninistische Grundlagenstudium der Studenten aller Fachrichtungen, später auch der wissenschaftlichen Mitarbeiter, gab es ein „Gesellschaftswissenschaftliches Institut“, das 1960 in Institut für Marxismus-Leninismus umbenannt und 1969 zur „Sektion für Marxismus-Leninismus“ umstrukturiert wurde.

1976 wurde die Universität Rostock „Universitas Rostochiensis“ in „Wilhelm-Pieck-Universität“ umbenannt. 1990 wurde die Rückbenennung vorgenommen.

Im Jahre 1970 wurde das älteste deutsche Studentenkabarett ROhrSTOCK in Rostock gegründet, das bis heute existiert.

Seit 1992 werden an der Universität Rostock auch aufbauende Fernstudiengänge angeboten. Diese werden zusammen mit der Umgestaltung im Rahmen des Bologna-Prozesses im Zentrum für Qualitätssicherung organisiert. Zur Verbesserung von Lehre und Forschung ist die Universität am Verbund Norddeutscher Universitäten beteiligt.

Frauenstudium

Die Universität Rostock ermöglichte im Wintersemester 1909/10 als letzte Universität in Deutschland Frauen das Studium.[7][8] Bereits im WS 1895/96 wurden Frauen als Hörerinnen zugelassen, jedoch blieb diese Möglichkeit bis 1906 auf die Philosophische Fakultät eingeschränkt. Zudem benötigten die Frauen die Zustimmung vom Rektor und von den Dozenten, um an den Vorlesungen teilzunehmen. Da sie nicht als Studenten immatrikuliert waren, durften sie auch keine Prüfungen ablegen. Dies änderte sich am 29. Juni 1909, als der mecklenburgische Großherzog Friedrich Franz IV. die Immatrikulation von unverheirateten Frauen genehmigte. Die erste Frau, die sich 1909 an der Universität Rostock einschrieb, war Elisabeth Bernhöft (Germanistik). Ihr folgten am gleichen Tag Sophie Jourdan (Medizin) und wenig später Frida Ortmann (Germanistik). Bernhöft war bereits seit 1904 Hörerin in Deutsch, Geschichte, Französisch und Philosophie. Diese Vorkenntnisse ermöglichten es ihr bereits 1910, an der Philosophischen Fakultät mit der Dissertationsschrift Das Lied vom hörnenen Siegfried. Vorgeschichte der Druckredaktion des 16. Jahrhunderts zu promovieren. Die erste Promovendin der Universität Rostock war Erna Grawi. Sie promovierte 1909, noch vor Beginn des regulären Frauenstudiums, mit der Dissertation Die Fabel vom Baum und Schilfrohr in der Weltliteratur zum Dr. phil. Sophie Jourdan promovierte 1913 als erste Frau an der Medizinischen Fakultät. Die erste Habilitandin an der Universität Rostock war 1951 die Germanistin Hildegard Emmel mit ihrer Arbeit Mörikes Peregrinadichtung und ihre Beziehung zum Noltenroman. Ihr folgten im gleichen Jahr die Agrarhistorikerin Gertrud Schröder-Lembke und ein Jahr später die Theologin Marie-Louise Henry. Die Stellung als erste Dekanin übernahm 1959 Hildegard Schumann, seit 1956 Professorin für Englische und Amerikanische Literatur an der Philosophischen Fakultät.[9]

1919 wurde der „Ehefrauenparagraph“ abgeschafft. Von nun an war es auch verheirateten Frauen möglich, sich zum Studium einzuschreiben. Im Sommersemester 1919 waren erstmals 180 Studentinnen an der Universität Rostock immatrikuliert. Sie machten rund 10 % der Studentenschaft aus. Während des Zweiten Weltkriegs stieg der Frauenanteil 1940 auf 30 % und 1944 bereits auf 60 %. Bis 1945 promovierten insgesamt 370 Frauen, davon 90 an der Philosophischen, 250 an der Medizinischen und 30 an der Juristischen Fakultät.

Verursacht durch den Ersten Weltkrieg gab es einen Mangel an männlichen Dozenten an der Universität. Erstmals wurden Frauen als Lehrkräfte eingesetzt, vorrangig als Lektorinnen. Die erste Lektorin war Elise Lohmann, die ab dem Wintersemester 1918/1919 die Vertretung des Lektors der französischen Sprache übernahm. Zu den bekannteren Lektorinnen gehören Mathilde Mann, die ab 1921 an der Universität tätig war, und Annemarie von Harlem, ab 1942 Finnisch-Lektorin. Die erste Frau mit Lehrauftrag war Margarete Fuhrmann, die 1943 zur Dozentin für Arbeitsrecht ernannt wurde. Die erste Professorin an der Universität Rostock wurde 1947 Lola Zahn mit Lehrauftrag für Wirtschaftsplanung an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Seit 1945 war Ingeborg Schaacke Dozentin für Mineralogie und Petrographie. 1954 übernahm sie den Lehrstuhl für Mineralogie und wurde im gleichen Jahr ebenfalls Direktorin des Mineralogisch-Petrographisches Instituts.

Die ersten Ehrendoktorwürden der Universität Rostock für Frauen wurden 1919 an Else Lüders, 1924 an Alma von Hartmann und an Mathilde Mann, 1926 an Magdalene von Tiling, 1988 an Margareta Mikkelsen und 1989 an Christa Lewek verliehen.

Die Universität heute


Forschung

Seit der Gründung einer Interdisziplinären Fakultät im Oktober 2007, einer Novität in der deutschen Hochschullandschaft, will sich die Universität Rostock zukünftig in Forschung und Lehre vier interdisziplinären Profillinien zuwenden. Die Interdisziplinäre Fakultät ist zentrale Schnittstelle für die Wissenschaftler aller anderen neun Fakultäten. An ihr sind die vier Profillinien in sogenannten „Departments“ organisiert und können von den verschiedenen fachlichen Zweigen gemeinsam untersucht und bearbeitet werden. Die vier Departments der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock sind:

Studiengänge

Derzeit gibt es an der Rostocker Universität mehr als 100 verschiedene Studiengänge, darunter 34 Bachelorprogramme, 50 Master-Studiengänge, 31 Lehramtsstudiengänge, mehrere Promotionsstudiengänge, Medizin und Zahnmedizin sowie evangelische Theologie mit dem Abschluss Magister.[11] Die Studiengänge Human- und Zahnmedizin und Lehramt schließen mit dem Staatsexamen ab. Anwärter des Lehramtes können zwischen 30 Unterrichtsfächern für sechs verschiedene Schultypen wählen (Lehramt an Grundschulen, an Regionalschulen, an Gymnasien, an Beruflichen Schulen, für Sonderpädagogik sowie Berufspädagogik). Die Mehrheit der weiteren Studiengänge wird bereits mit Master- und Bachelorabschlüssen angeboten. Im Bereich der auf eine internationale Klientel ausgerichteten Studiengänge gibt es derzeit sieben englischsprachigen Master-Studiengänge: Computational Engineering am Institut für Informatik und Elektrotechnik, European Master of Rural Animateurs an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät, Physics, Chemistry, Biology and Technology of New Materials sowie Physics of Life, Light and Matter an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Molecular Mechanisms of Regenerative Processes, Integrated Advanced Ship Design – EMship und ein Double Degree Programm zwischen der Universität Rostock und der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg (Rumänien).[12]

Daneben bietet die Universität Rostock vier Fernstudiengänge mit Masterabschluss an: Umweltschutz, Umwelt und Bildung, Medien und Bildung sowie Technische Kommunikation.[13]

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät besitzt mit einem Studienangebot in Demographie ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal: nur in Rostock kann man einen Diplom- oder Masterabschluss in diesem Fach erlangen.[14]

Weiterbildung

Seit 1991 bietet die Universität Rostock für Berufstätige Weiterbildungsangebote auf Hochschulniveau an. Interessierte können aus einem breiten Angebot praxisnaher Weiterbildung wählen: von drei berufsbegleitenden Masterstudiengängen bis hin zu über 43 mehrmonatigen Weiterbildungskursen mit Zertifikatsabschluss.[15]

Berufsbegleitende Masterstudiengänge:

Zertifikatskurse aus folgenden Wissensbereichen:

Am 12. Januar 2015 startete der erste offene Online-Kurs der Universität Rostock (Massive Open Online Course – MOOC) mit dem Thema Bioenergie & Nachwachsende Rohstoffe. Dieser Kurs geht in unterschiedlichen Videos mit anschließenden Tests den Fragen zu Biogasanlagen nach. So wird die Entstehung, die aktuelle und zukünftige Rolle von Biogas ebenso wie technische Aufbau von Biogasanlagen ebenso wie Potentiale der nachwachsenden Rohstoffe behandelt.[16]

Mediengestütztes Juniorstudium

Die Universität Rostock bietet für Schüler der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit an, ein Frühstudium (Juniorstudium) in unterschiedlichsten Fächern (Agrarwissenschaft, Medizin, Geschichte, Informatik, Chemie, Biologie, Mathematik, Theologie und Kommunikation) zu absolvieren. Während klassische Ansätze zum Juniorstudium häufig zeitlich mit dem Schulunterricht kollidieren, wird für das Angebot der Universität Rostock ein Blended Learning Konzept (E-Learning) genutzt.

Die Rolle für die lokale Wirtschaft

Im Jahr 2006 wurden über 700 Wissenschaftlerstellen aus Drittmitteln für Forschungsprojekte oder Graduiertenkollegs finanziert. Daneben gingen bisher mehrere hundert Unternehmensgründungen aus den Fakultäten hervor, darunter auch besonders innovative Start-up-Unternehmen. Zwischen den Jahren 2009 und 2013 konnten die Dritt- und Sondermittelausgaben in der Forschung von 40,0 % auf 57,2 % gesteigert werden, was einem Zuwachs von 40 % entspricht.[17] Eine Organisation zur Unterstützung von Gründern an der Universität ist das Zentrum für Entrepreneurship (ZfE), das vom Entrepreneurs Club Rostock unterstützt wird.[18]

In den vergangenen Jahren wurden etwa 90 Erfindungsmeldungen und 19 internationale Patentanmeldungen eingereicht. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften unterstützen in Forschung und Lehre besonders kleine und mittlere Unternehmen in den Bereichen Tourismus und Logistik. Die bundesweit einmaligen ökologisch ausgerichteten Agrar- und Umweltwissenschaften beschäftigen sich mit der Produktivität und Entwicklungsfähigkeit des ländlichen Raums. Im Jahr 2009 kamen 59,3 % der Studenten der Uni Rostock aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.[19] Im Jahr 2013 kamen nur noch 49,0 % der Studierenden aus Mecklenburg-Vorpommern.[17]

Insgesamt sind an der Universität Rostock 2.980 Mitarbeiter angestellt (darunter 750 in der Universitätsmedizin – nur in Forschung und Lehre, Pflegestellen sind nicht eingerechnet),[17] was die Universität Rostock zu einem der größten Arbeitgeber des Bundeslandes macht.

Weitere Angebote

Die 1569 gegründete Universitätsbibliothek Rostock ist die älteste Hochschulbibliothek Norddeutschlands und die größte Bibliothek Mecklenburg-Vorpommerns (bei einem aktuellen Bestand von über 2,2 Millionen Publikationen).

Die Hauptmensa wurde 1999 neu errichtet. 2003 gewann sie den Mensawettbewerb der Zeitschrift UNICUM,[20] 2006 wurde sie zum zweiten Mal bundesweit Zweiter,[21] 2012 erneut beste Mensa Deutschlands.[22] Insgesamt gibt es in Rostock sechs Standorte des Studentenwerks Rostock (plus ein Standort in Wismar).

Der mit 250 Kursen und insgesamt 6000 Kursplätzen vertretene Hochschulsport wurde 2006 in einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung deutschlandweit in der Spitzengruppe bewertet.[23]

Das 4-mal jährlich erscheinende Studentenmagazin heuler wurde 2012 von der Pro Campus-Presse, eine Initiative vom Verlag Rommerskirchen, aus 32 Einreichungen neben dem Ottfried zum Besten Studierendenzeitungen Deutschlands gewählt.[24] Im Jahr 2011 schafften sie es schon auf den dritten Platz.

Die Universität verfügt über das Forschungsmagazin Traditio et Innovatio, das zweimal im Jahr erscheint. Aktuelle Ausgaben sind auch online im Volltext zugänglich. Die Auflage der Ausgabe im Juni 2015 betrug 3.500 Stück.

Gesellschaftliches und politisches Engagement

Am 14. November 2013 gab die Philosophische Fakultät der Universität Rostock bekannt, ein Prüfverfahren zur möglichen Verleihung der Ehrendoktorwürde an den Datenskandal-Enthüller Edward Snowden einzuleiten. In der Begründung zur Entscheidung für das Prüfverfahren sprach der Fakultätsausschuss davon: „Snowdens Entscheidung, seine persönliche Freiheit zum höheren Zweck der Aufklärung über soziale Missstände zur Disposition zu stellen, lasse einen hohen Grad an philosophisch-praktischer Reflexion erkennen.“ Neben der moralisch-philosophischen Komponente in Snowdens Handeln wird in dem Verfahren besonders der Frage nachgegangen, inwieweit Snowdens Handeln wissenschaftlich relevant sei.[25]

Fakultäten und Einrichtungen


Heute bieten die zehn Fakultäten der Universität Rostock Mitarbeitern und Studenten ein breites Fächerspektrum und ermöglichen den Wissenschaftlern gleichzeitig den Zugang zu vielen Forschungsthemen:

Zentrale Organisationseinheiten:

Zentrale Einrichtungen:

Darüber hinaus haben sich in und um Rostock zahlreiche Forschungsinstitute angesiedelt, unter anderem:

Wissenschaftliche Sammlungen


Die Universität Rostock hat eine umfassende akademische Sammlung, deren Sammlungsgeschichte bis in das 18. Jahrhundert zurück reicht.[26]

  • Abendmahlsgerät der Theologischen Fakultät
  • Akademisches Münzkabinett
  • Anatomische Lehrsammlung: Die 1833 gegründete Sammlung gehört zu den ältesten und umfangreichsten Sammlungen Deutschlands und umfasst etwa 3000 Ausstellungsstücke (Trocken- und Feuchtpräparate, Ziegler’sche Wachsmodelle, Plastinate).[27]
  • Archäologische Sammlung
  • Artothek
  • Botanischer Garten
  • Fotosammlung
  • Gemäldesammlung
  • Graphiksammlung
  • Herbarium Rostochiense (ROST)
  • Historische Drogensammlung
  • Insignien
  • Kunstwerke
  • Mineralogische Lehrsammlung
  • Mineralogisch-Paläontologische Sammlung
  • Moulagensammlung der Rostocker Hautklinik
  • Nachlass Armin Münch
  • Ophthalmologische Sammlung der Universitäts-Augenklinik Rostock
  • Pathologisch-anatomische Lehrsammlung
  • Photo-Eschenburg-Archiv
  • Physiologische Sammlung
  • Sammlung Chemischer Präparate
  • Sammlung Filme
  • Sammlung Historischer Chemischer Geräte
  • Sammlung Historischer Physikalischer Geräte
  • Sondersammlungen der Universitätsbibliothek
  • Wossidlo-Archiv am Institut für Volkskunde
  • Zoologische Sammlung

Partner-Universitäten


Die Universität Rostock kooperiert derzeit mit 55 Hochschulen in 27 Ländern. Ein Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit ist der Ostseeraum mit den skandinavischen Ländern, Russland, Polen und den baltischen Staaten. Im Rahmen des Erasmus-Programms kooperiert die Universität Rostock mit 175 Hochschulen in den 27 EU-Ländern, Norwegen, Liechtenstein, Island und der Türkei. Die Kooperation mit Partnereinrichtungen im Ausland erfolgt sowohl auf der Basis gemeinsamer Forschungsvorhaben, als auch auf dem Gebiet der Lehre. So sind nicht nur der Studentenaustausch, Gastlehrtätigkeit, die gemeinsame Betreuung von Diplomanden und Doktoranden, von Projektarbeiten und Praktika Bestandteil der Partnerschaften, sondern auch die Diskussion konzeptioneller und organisatorischer Fragen der Studienreform im Rahmen des Bologna-Prozesses sowie der fachliche Austausch bei der Lehrplangestaltung und in Vorbereitung der Einführung neuer und zukünftig auch gemeinsamer Studiengänge.

Persönlichkeiten


Siehe auch


Studentenverbindungen


Literatur (Auswahl)


1. Matrikel-Edition

2. Schriftenreihen

3. Monographien, Festschriften

4. Digitalisate zur Rostocker Universitätsgeschichte

5. Aufsätze

Sämtliche Aufsätze zu diesem Thema sind in der Landesbibliographie MV nachgewiesen.

Weblinks


Commons: Universität Rostock  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Universitätsgeschichte – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise


  1. Universität Rostock: Einrichtungen > Rektorat > Rektor. Abgerufen am 1. August 2019.
  2. a b c d Aktuelle Einschreibezahlen der Universität Rostock , abgerufen am 15. Oktober 2018.
  3. Johann Bernhard Krey: Andenken an die Rostockschen Gelehrten aus den drei letzten Jahrhunderten. 8. Stück, Adler, Rostock 1816, S. 20 (Digitalisat RosDok )
  4. Marion Kreis: Karl Hegel. Geschichtswissenschaftliche Bedeutung und wissenschaftsgeschichtlicher Standort (= Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Band 84). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen u. a. 2012, ISBN 978-3-525-36077-4, S. 97–158. (E-Book )
  5. Wilfried Bölke: Heinrich Schliemann – Ein berühmter Mecklenburger. Demmler Verlag, Schwerin 1996, ISBN 3-910150-36-5, S. 166f.
  6. Rostock erinnert an Albert Einsteins Ehrendoktor – Die Welt
  7. Kersten Krüger (Hrsg.): Frauenstudium in Rostock: Berichte von und über Akademikerinnen. (= Rostocker Studien zur Universitätsgeschichte. Band 9). Rostock 2010, ISBN 978-3-86009-089-3.
  8. Gisela Boeck, Hans-Uwe Lammel (Hrsg.): Frauen in der Wissenschaft. (= Rostocker Studien zur Universitätsgeschichte. Band 16). Rostock 2011, ISBN 978-3-86009-115-9.
  9. Bettina Kleinschmidt: Geschichte des Frauenstudiums an der Universität Rostock. In: Traditio et Innovatio, Forschungsmagazin der Universität Rostock. 15. Jahrgang, Heft 2, Rostock 2010, S. 31–34 (Onlineausgabe) (Memento vom 21. November 2015 im Internet Archive), ISSN 1432-1513
  10. Campus-Baustellen wachsen
  11. Studienangebot der Universität Rostock
  12. International orientierte Studiengänge der Universität Rostock (Memento vom 16. Juni 2015 im Internet Archive)
  13. Fernstudium/ Weiterbildung an der Universität Rostock (Memento vom 17. Juni 2015 im Internet Archive)
  14. Universität Rostock (Memento vom 3. Juli 2008 im Internet Archive) – Hochschulinformationsportal Mecklenburg-Vorpommern
  15. Weiterbildungsprogramm (Memento vom 6. August 2008 im Internet Archive) – Universität Rostock
  16. MOOC der Universität Rostock (Memento vom 19. Juni 2015 im Internet Archive)
  17. a b c Zahlen und Fakten zur Universität Rostock (2014) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  18. Zentrum für Entrepreneurship , Unterstützung für Gründer und Start-ups an der Universität Rostock
  19.  (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven ) Zahlen und Fakten der Uni Rostock (2009)
  20. mensadesjahres.de (Memento des Originals vom 14. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – unicum.de
  21. mensadesjahres.de (Memento des Originals vom 14. Mai 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – unicum.de
  22. Mensa des Jahres 2012 (Memento des Originals vom 3. September 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  23. CHE Centrum für Hochschulentwicklung: Indikator im Blickpunkt – Hochschulsport, Oktober 2006 (Online einzusehen )
  24. heulermagazin.de (Memento des Originals vom 30. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – heulermagazin.de
  25. NDR 1 Radio Mecklenburg-Vorpommern: Wird Snowden Ehrendoktor der Uni Rostock? In: Norddeutscher Rundfunk. 14. November 2013, archiviert vom Original am 27. März 2014; abgerufen am 14. November 2013.
  26. Sammlungsportal der Universität Rostock
  27. Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Einsichten und Ansichten des menschlichen Körpers. (Anatomische Sammlung der Universitätsmedizin, Rostock). In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1: Norddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7776-2510-2, S. 75–76.
  28. A. Bartsch: Jahresbericht des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. (Memento vom 21. September 2005 im Internet Archive) Schwerin 1836, S. 59.
  29. Thünengesellschaft e. V.



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