US Open


US Open
International Tennis Federation
Austragungsort New York
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Erste Austragung 1881
Kategorie Grand Slam
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Hartplatz
Auslosung Herren:128E/128Q/64D
Damen: 128E/128Q/64D
Mixed: 32 Paarungen
Preisgeld 57.240.000 US$
Center Court 22.547 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 18. Juli 2019

Das Tennisturnier US Open ist gewöhnlich das vierte und letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Es wird im August/September in New York City am USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows ausgespielt.

Der Namensbestandteil Open (englisch für offen) verweist darauf, dass die Veranstaltung für Teilnehmer ohne Ansehen von Staatszugehörigkeit, Status (Amateur, Profi), Geschlecht, Alter usw. offen ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


1881 wurden die ersten U.S. National Championships der Herren ausgetragen. Der Damenwettbewerb wurde erstmals 1887 ausgespielt. Die ersten Austragungen fanden noch nicht in New York statt, sondern bei den Herren im Newport Casino in Newport, Rhode Island; auf diesem Gelände findet heute das ATP-Turnier von Newport statt. Die Damen trugen ihre Wettbewerbe im Philadelphia Cricket Club in Philadelphia aus. Im Jahr 1915 wechselte der Austragungsort in den West Side Tennis Club in Forest Hills im New Yorker Ortsteil Queens. Bis einschließlich 1974 wurden die US Open auf Rasen ausgetragen, ehe man für drei Jahre auf Sandplätze (Har-Tru) wechselte. 1978 zog man von Forest Hills einige Kilometer weiter nach Flushing Meadows, seitdem wird auch auf Hartplatzbelag (DecoTurf), einem Beton-Kunststoff-Gemisch gespielt.

Traditionell findet das Finale im Dameneinzel am Samstag und das Herrenfinale am Sonntag statt. 2008 konnte ein Damen-Halbfinale wegen Regens am Samstag nicht beendet werden; es musste auf den regulären Finaltag der Herren verschoben werden. Dadurch fand zum ersten Mal seit 1987 das Finale der Männer an einem Montag statt. Auch in den folgenden vier Jahren musste das Herrenfinale aufgrund von Regen auf den Montag verschoben werden. Wegen des Super-Saturdays, an dem sowohl die Halbfinalspiele der Herren als auch das Damenfinale vorgesehen waren, waren Regenunterbrechungen am letzten Wochenende bei den US Open nur schwer ohne Verschiebung des Herrenendspiels zu kompensieren. Wegen dieser wetterbedingten Gründe und auf Wunsch vieler Spieler entschloss man sich, ab 2013 sowohl das Damen- als auch das Herrenfinale um einen Tag zu verschieben; somit fand das Herrenfinale regulär am Montag statt und der Super-Saturday gehörte der Geschichte an. Da das Turnier innerhalb der zweiten Woche im Wesentlichen aber auf dem seit 2016 überdachten Arthur Ashe Court ausgetragen wird, sind seitdem wetterbedingte Spielabbrüche oder gar Verschiebungen ausgeschlossen. Seitdem ist man deshalb wieder zum alten Modus der Austragung des Damenfinales am Samstag sowie des Herrenfinales am Sonntag zurückgekehrt.

Die Damen haben zwischen dem 2. und 3. Satz eine Hitzepause von 10 Minuten, während der sie sich in einem klimatisierten Bereich aufhalten. Seit August 2018 wird bei einer Temperatur ab 35 °C auch Männern eine Pause zugestanden, zwischen dem 3. und 4. Satz.[1]

2020 war es das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres, da wegen der Covid-19-Pandemie die French Open in den Herbst verschoben und die Wimbledon Championships abgesagt wurden.

Plätze


Im USTA Billie Jean King National Tennis Center diente zunächst das Louis Armstrong Stadium als Center Court, bis man 1997 das Arthur Ashe Stadium erbaute. Dieses nach dem US-amerikanischen Tennisspieler Arthur Ashe benannte Stadion ist mit 22.547 Sitzplätzen die mit Abstand größte Tennisanlage der Welt. Seit 2016 besitzt der Arthur Ashe Court ein verschiebbares Dach, welches bei Regen geschlossen werden kann. Somit kann eine Begegnung bei einsetzendem Regen fortgesetzt werden, wobei sie für ca. fünfzehn Minuten, die man für die Schließung des Daches braucht, unterbrochen wird.

Im Zuge von Erweiterungen und Modernisierungen der Tennisanlage wurde das alte Louis-Armstrong-Stadion nach dem Ende der US Open 2016 abgerissen, um ein neues mit einer Kapazität von 14.000 Zuschauern zu errichten. Das neue Stadion erhält ebenfalls eine schließbare Dachkonstruktion und wurde 2018 fertiggestellt.[2]

Rekorde


Vor der Open Era waren drei Herren – Richard Sears (1880er), William Larned (1910er) und Bill Tilden (1920er) – mit jeweils sieben Siegen am erfolgreichsten; sie sind damit Rekordsieger des Turniers, wobei Sears seine sieben Titel in Folge gewann. Dies war allerdings auch dem Modus geschuldet, denn bis 1911 war der Titelverteidiger automatisch für das Finale qualifiziert. Seit 1968 waren Jimmy Connors, Pete Sampras und Roger Federer mit fünf Siegen am erfolgreichsten, Federer gewann seine fünf Titel sogar in Folge. Connors gelang das Kunststück, die US Open als einziger Spieler auf drei verschiedenen Belägen zu gewinnen.

Im Doppel sind Richard Sears, James Dwight und Holcombe Ward mit sechs Titeln Rekordsieger, in der Open Era waren die Zwillinge Bob und Mike Bryan mit fünf Titeln am erfolgreichsten. Todd Woodbridge und Mark Woodforde sind das einzige Doppel, das seit 1968 einen Doppeltitel verteidigen konnte.

Die US-Amerikanerin Molla Mallory ist mit ihren acht Titeln, die sie in den Jahren 1915 bis 1926 gewann, Rekordsiegerin; nach 1968 waren Chris Evert und Serena Williams mit je sechs US-Open-Titeln die erfolgreichsten Einzelspielerinnen. Mallory und Evert gelang es zudem, vier Titel in Folge zu gewinnen, was ebenfalls Rekord ist.

In den 1940er und 1950er Jahren gewann Margaret Osborne duPont insgesamt 13-mal den Doppelwettbewerb der Damen, sie ist damit Rekordsiegerin; sie hält mit 10 Siegen auch den Rekord der meisten Doppeltitel in Folge. In der Open Era war Martina Navrátilová am erfolgreichsten, von Ende der 1970er bis Anfang der 1990er Jahre gewann sie 9 Doppeltitel. Den Open-Era-Rekord für die meisten Doppeltitel in Folge halten Virginia Ruano Pascual und Paola Suárez, die von 2002 bis 2004 dreimal hintereinander die Doppelkonkurrenz gewinnen konnten.

Mit 14 Jahren und 8 Tagen ist Mary Joe Fernández die jüngste Spielerin, die ein Spiel gewonnen hat, 1985 gegen Sara Gomer mit 6:1 und 6:4.[3]

Mit acht Mixed-Titeln sind Margaret Osborne duPont und Margaret Smith Court Rekordsieger, Court hält gemeinsam mit Martina Navratilová und Billie Jean King auch den Open-Era-Rekord von drei Titeln. Bei den Herren waren vor 1968 Bill Tilden und Bill Talbert mit vier Mixed-Siegen am erfolgreichsten, seit Beginn der Open Era halten Todd Woodbridge und Bob Bryan mit je drei Titeln den Rekord.

Gewinner aus dem deutschsprachigen Raum


Acht Deutsche, vier Schweizer und drei Österreicher konnten die US Open bisher gewinnen:

Sieger Wettbewerb Anzahl
Siege
Jahre
Deutschland Bundesrepublik Boris Becker Herreneinzel 1 1989
Deutschland Steffi Graf Dameneinzel 5 1988, 1989, 1993, 1995, 1996
Deutschland Angelique Kerber Dameneinzel 1 2016
Deutsches Reich NS Henner Henkel
Deutsches Reich NS Gottfried von Cramm
Herrendoppel 1 1937
Deutschland Philipp Petzschner Herrendoppel 1 2011 (mit  Jürgen Melzer)
Deutschland Bundesrepublik Claudia Kohde-Kilsch Damendoppel 1 1985 (mit Tschechoslowakei Helena Suková)
Deutschland Laura Siegemund Mixed
Damendoppel
1
1
2016 (mit  Mate Pavić)
2020 (mit  Wera Swonarjowa)
Schweiz Roger Federer Herreneinzel 5 2004–2008
Schweiz Stan Wawrinka Herreneinzel 1 2016
Schweiz Martina Hingis Dameneinzel
Damendoppel

Mixed
1
2

1
1997
1998 (mit  Jana Novotná)
2015 (mit  Sania Mirza)
2015 (mit  Leander Paes)
Schweiz Heinz Günthardt Mixed 1 1985 (mit Vereinigte Staaten Martina Navrátilová)
 Dominic Thiem Herreneinzel 1 2020
 Julian Knowle Herrendoppel 1 2007 (mit  Simon Aspelin)
 Jürgen Melzer Herrendoppel 1 2011 (mit Deutschland Philipp Petzschner)

Graf erreichte noch drei, Hingis zwei weitere Male das Einzelfinale. Bei den Herren gelang dies Roger Federer zweimal, sowie Gottfried von Cramm, Michael Stich und Alexander Zverev jeweils einmal. In den Doppelkonkurrenzen unterlagen zudem Edda Buding, Martina Hingis, Heinz Günthardt und Alexander Peya im Finale.

Sieger


Preisgelder


Bei der ersten US-Open-Ausgabe in der Open Era im Jahr 1968 wurden 26.150 US-Dollar Preisgeld an die Tennisprofis verteilt- 20 Jahre später waren es bereits 2.612.126 US-Dollar.[4] Im Jahr 2000 wurden mit 15,011 Millionen Dollar erstmals mehr als zehn Millionen US-Dollar ausgeschüttet. 2017 wurden erstmals über 50 Millionen Dollar an Preisgeld bei den US Open ausgeschüttet. Damit hält das Turnier den Rekord mit 50,4 Millionen Dollar und ist damit das Tennisturnier mit den höchsten Preisgeldern vor den drei anderen Grand-Slam-Turnieren. Alleine die Sieger beim Einzelwettbewerb der Damen und der Herren erhielten jeweils 3,7 Millionen Dollar Siegprämie.[5] 2018 wurde auf 53 Millionen erhöht. Insgesamt ist das Preisgeld von 2013 bis 2018 um 57 % gestiegen.[6] 2019 beträgt die Preisgeldausschüttung insgesamt 57,24 Millionen Dollar, womit sich das Gesamtpreisgeld bei den US Open seit 2011 mehr als verdoppelt hatte.[4]

Weblinks


Commons: US Open  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Hitzewelle sorgt für Regeländerung bei US-Open. In: derstandard.de. 29. August 2018, abgerufen am 29. August 2018.
  2. Q&A: US Open Transformation Update. In: usopen.com. 4. Januar 2016, abgerufen am 3. März 2016 (englisch).
  3. Nicholas J. Walz: 40 Important Women's Moments: 1985, The Youngest To Win. In: usopen.org. 21. August 2013, archiviert vom Original am 31. August 2013; abgerufen am 6. April 2017 (englisch).
  4. a b Preisgeld US Open 2019: So viel verdienen Djokovic & Co. In: tennismagazin.de. 24. Juli 2019, abgerufen am 23. August 2019.
  5. US Open to hit prize money milestone. In: wtatennis.com. Abgerufen am 29. August 2018 (englisch).
  6. Bei den US Open 2018 geht’s um 53 Millionen US-Dollar! In: spox.com. 18. Juli 2018, abgerufen am 18. Juli 2018.










Kategorien: US Open | Grand-Slam-Turnier | Tennisturnier in Queens | Erstveranstaltung 1881




Stand der Informationen: 04.11.2021 01:52:40 CET

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