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Theognis von Megara

Theognis von Megara (griechisch Θέογνις ὁ Μεγαρεύς, nach Datierung der Suda 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr.[1]) ist ein griechischer Schriftsteller, unter dessen Namen eine Sammlung von Gedichten im elegischen Versmaß überliefert ist. Das „Corpus Theognideum“ umfasst in der ältesten Handschrift 1431 Verse, die in zwei Bücher unterteilt sind. In der Wissenschaft wird mehrheitlich davon ausgegangen, dass das Corpus in Wirklichkeit Werke verschiedener Dichter enthält.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Die antike Chronographie datierte die Blütezeit des Theognis in die Mitte des 6. Jahrhunderts. Eine Datierung anhand der Gedichte ist wegen der unklaren Echtheit problematisch: v. 757–768 beziehen sich wahrscheinlich auf den Xerxeszug 480/479 v. Chr.; v. 894 dagegen spricht von der Dynastie der Kypseliden in Korinth und muss daher zwischen ca. 627 und 585 v. Chr. entstanden sein.[2]

Theognis bezeichnet sich selbst als Bürger von Megara (v. 19–26), wobei allerdings schon in der Antike umstritten war, ob die Stadt auf dem Isthmus von Korinth gemeint war oder die Kolonie Megara Hyblaia in Sizilien. Während Platon letztere Meinung vertrat,[3] nimmt die heutige Forschung mehrheitlich eine Herkunft des Theognis vom griechischen Festland an.

Inhaltlich thematisieren die teils wie Spruchdichtungen formulierten Verse

In dem zweiten Buch, das lediglich durch eine Handschrift überliefert ist, sind vor allem Verse päderastischen Inhalts zusammengestellt.

Deutlich wird, dass den Lebens-, Entstehungs- und Rezeptionshintergrund der Dichtungen adlige (politische) Gemeinschaften (Hetärien) bildeten.

Wegen ihrer Sentenzenhaftigkeit wurden die Sprüche wohl früh kopiert, weitertradiert, für den Unterricht herangezogen und dadurch auch immer wieder verändert.

Rezeption


Friedrich Nietzsche schrieb seine Valediktionsarbeit zum Abschied von Schulpforta am 7. September 1864 über Theognis: De Theognide Megarensi.[4]

Ausgaben


Literatur


Übersichtsdarstellungen

Einführungen

Untersuchungen

Weblinks


 Commons: Theognis of Megara  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen


  1. Suda, Stichwort Theognis (Θέογνις), Adler-Nummer: theta 136, Suda-Online
  2. Hendrik Selle: Theognis und die Theognidea (= Untersuchungen zur antiken Literatur und Geschichte. Band 95). Berlin/New York 2008, S. 235–239
  3. Platon, Die Gesetze 629a–630c.
  4. Friedrich Nietzsche: De Theognide Megarensi. In: Kritische Gesamtausgabe (KGW), hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Bd. I 3, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, S. 420–462.



Kategorien: Autor | Literatur (Altgriechisch) | Antike (Literatur) | Lyrik | Grieche (Antike) | Person (Megara) | Geboren im 6. Jahrhundert v. Chr. | Gestorben im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. | Mann



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