The Curse of Monkey Island


The Curse of Monkey Island
StudioLucasArts
PublisherWelt LucasArts
Erbe Software
Leitende EntwicklerJonathan Ackley, Larry Ahern
KomponistMichael Land
Erstveröffent-
lichung
31. Oktober 1997
PlattformMac OS, Windows
Spiel-EngineSCUMM, iMuse
GenrePoint-and-Click-Adventure
ThematikPiraten-Abenteuer
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungMaus
Systemvor-
aussetzungen
  • Intel Pentium 90 MHz
  • 16 MB RAM
  • DirectX-5
  • 2× CD-ROM Laufwerk
  • 2/20 MB Speicherplatz
  • Microsoft Windows 95
MediumCD-ROM, Download
SpracheDeutsch
Altersfreigabe
PEGI-Inhalts-
bewertung
Gewalt, Schimpfwörter

The Curse of Monkey Island (Der Fluch von Monkey Island) ist ein Point-and-Click-Adventure von Lucasfilm Games und der dritte Teil der Monkey-Island-Computerspielserie. Es wurde im Oktober 1997 veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

Handlung


Zu Beginn des Spiels ist Guybrush Threepwood zwar vom mystischen Ort Big Whoop entkommen, treibt aber dafür in einem Autoscooter-Wagen sitzend hilflos im Meer herum. Er wird schließlich in den Hafen der Insel Plunder Island gespült, wo er sich unvermittelt in einer Schlacht zwischen seiner angebeteten Elaine und dem Geisterpiraten LeChuck wiederfindet. Letzterer belagert die Insel, auf der Elaine mittlerweile Gouverneurin ist. Guybrush hört einen Dialog zwischen LeChuck und Elaine mit, in dem letztere andeutet, dass sie immer noch in Guybrush verliebt ist. In der Folge wird er von LeChuck bemerkt und gefangen genommen, doch es gelingt Guybrush, das Schiff zu sprengen, was LeChucks Ableben zur Folge hat. Wieder an Land macht Guybrush Elaine einen Heiratsantrag und überreicht ihr dabei einen Diamantring, den er auf LeChucks Schiff gefunden hat. Doch der Ring trägt einen Voodoo-Fluch in sich und verwandelt Elaine in eine Goldstatue, die kurz darauf von Piraten entwendet wird.

Von einer alten Bekannten, der Voodoolady, erfährt Guybrush, dass er einen großen, nicht verfluchten Diamantring benötigt, um den Fluch wieder aufzuheben, und dass er diesen auf Blood Island finden könne. Daher rekrutiert er eine Mannschaft, besorgt sich ein Schiff und gelangt wieder in den Besitz von Elaines Statue. Außerdem treibt er eine Karte auf, die ihm den Weg nach Blood Island zeigen soll. Auf der Fahrt wird Guybrush die Karte von dem Piraten Röchelieu (im Original Rottingham) gestohlen. Es gelingt ihm, diesen in einem Fechtkampf zu besiegen und so die Karte wiederzubekommen. Anschließend segeln Guybrush und seine Mannschaft nach Blood Island. Dort bringt Guybrush den Ring sowie den nicht verfluchten Diamanten in seinen Besitz und kann so durch das Ersetzen des verfluchten durch den nicht verfluchten Diamantring den Fluch brechen.

Allerdings hat es LeChuck indessen erneut geschafft, dem Tod zu trotzen und als Dämonenzombie zurückzukehren. Guybrush und Elaine werden gleich nach ihrer Wiedervereinigung von dem Geisterpiraten gefangen genommen und in LeChucks Freizeitpark Big Whoop gebracht, der einzig und allein dem Zweck dient, LeChucks Armee der Toten neue Rekruten zuzuführen. Dort wird Guybrush wieder mit einem Fluch belegt, von dem er sich aber rasch befreien kann. Es gelingt ihm, im Park eine Explosion herbeizuführen, die LeChuck unter den Trümmern seiner eigenen Geisterbahn und Tonnen von Eis begräbt. Am Ende segeln Guybrush und Elaine, die nun verheiratet sind, in die Flitterwochen. Eine kurze Szene, die dem Abspann folgt, lässt jedoch darauf schließen, dass LeChuck – in einem weiteren Spiel – wiederkehren wird.

Spielprinzip und Technik


The Curse of Monkey Island ist ein Point-and-Click-Adventure. Aus Sprites zusammengesetzte Figuren agieren vor handgezeichneten, teilanimierten Kulissen. Mit der Maus kann der Spieler seine Spielfigur durch die Örtlichkeiten bewegen und mit den Maustasten Aktionen einleiten, die den Spielcharakter mit seiner Umwelt interagieren lassen. Guybrush kann so Gegenstände finden und sie auf die Umgebung oder andere Gegenstände anwenden sowie mit Nicht-Spieler-Charaktere kommunizieren. Mit fortschreitendem Handlungsverlauf werden weitere Orte freigeschaltet.

LucasArts benutzte wie bei den beiden Vorgängerspielen die SCUMM-Engine für die Erstellung des Spiels, entwickelte aber die Benutzerschnittstelle weiter: An Stelle eines auf dem Bildschirm befindlichen Steuerungsmenüs, aus dem man Befehlsverben und Inventargegenstände auswählen konnte, trat ein in ähnlicher Form bereits in Vollgas eingesetzter, kontextsensitiver Cursor in Form eines per langem Linksklick aufrufbaren, wie eine Münze geformten Menüs, das Befehle zur Interaktion mit der Spielwelt enthielt. Auf diese Weise war durch den Wegfall des starren Menüs mehr Platz auf dem Bildschirm zur Darstellung der Spielwelt vorhanden.

Kommerzieller Erfolg


Bis Mitte 1998 wurden auf dem amerikanischen Markt 92.587 Exemplare des Spiels abgesetzt und somit 1,57 Mio. US-Dollar eingenommen. Den größten Erfolg allerdings feierte der dritte Teil der Serie in Deutschland. Heinrich Lehnhardt, Mitglied der Redaktion von PC Gamer US, vermutete gar, dass dieser alleine ein Festhalten an dem Franchise durch den Publisher bewirkte.[1][2] In den Verkaufscharts dort stieg das Spiel auf Platz 4 ein und erhielt mit über 100.000 verkauften Kopien (im deutschsprachigen Raum) im August 1998 den Gold-Award des Verbands der Unterhaltungssoftware Deutschland.[3]

Bis 2002 ist von etwa 300.000, bis 2009 von über 700.000 verkauften Einheiten die Rede.[4][5]

Im März 2018 veröffentlichte der neue Rechteinhaber Disney Interactive eine auf modernen PCs lauffähige Version des Spiels über die Vertriebsplattformen Steam und GOG.

Synchronisation

Rolle englische Synchronstimme deutsche Synchronstimme
Guybrush Threepwood Dominic Armato Norman Matt
Elaine Marley-Threepwood Alexandra Boyd Frauke Poolman
LeChuck Earl Boen Reinhard Schulat-Rademacher
Murray Denny Delk Karlheinz Tafel
Wally Neil Ross Stefan Schleberger
Kenny Gary Coleman Vittorio Alfieri
Käpt’n Blondbart Terence McGovern Hans-Gerd Kilbinger
Käpt’n Röchelieu Tom Kane Rolf Berg
Cabana-Junge Harvey Jason Alexander Schottky
Voodo-Lady Leilani Jones Karin Buchali
Geisterbraut Mary Kay Bergman Michaela Kametz
Stan Patrick Pinney Matthias Haase

Rezeption


Metawertungen
DatenbankWertung
GameRankings89[6]

The Curse of Monkey Island erhielt fast ausschließlich positive Bewertungen. Die Rezensionsdatenbank GameRankings aggregiert 11 Rezensionen zu einem Mittelwert von 89.[6]

Die Academy of Interactive Arts & Sciences nominierte das Spiel in den Kategorien "Personal Computer: Adventure Game of the Year" und "Outstanding Achievement in Art/Graphics".[8] Geschlagen geben mussten sich die Entwickler jedoch von den Spielehits Blade Runner und Myst.[9]

Nominierungen und Auszeichnungen

1998 erklärte PC Gamer das Spiel zum 33. besten jemals veröffentlichten Videospiel und bezeichnete es als ein "großartiges, zeitloses Adventure, scharfsinnig geschrieben und makellos gesprochen".[16]

Das Spiel ist findet Erwähnung in dem Buch 1001 Video Games You Must Play Before You Die von Tony Mott.[17]

Trivia


Im Spiel Indiana Jones und der Turm von Babel findet sich im letzten Level ein geheimer Raum, bei dem es sich um die Barbierküste aus The Curse of Monkey Island handelt. Die Spielfigur verwandelt sich, solange man sich darin aufhält, in Guybrush Threepwood. Diese Verwandlung ist auch während des gesamten Spieles durch Eingabe eines Cheats möglich.

In der deutschen Version des Spiels fehlt, wie auch in anderen Übersetzungen, ein Abschnitt am Anfang der zweiten CD, in dem Guybrushs Crew das Lied „A Pirate I Was Meant to Be“ singt. Der Spieler muss die Crew dazu bringen, mit dem Singen aufzuhören. Doch bei jedem Versuch fängt die Crew mit einer neuen Strophe an, die sich auf den Satz des Spielers reimt. Das geht so lange, bis er einen Satz sagt, der mit dem Wort „Orange“ aufhört, worauf die Crew keinen Reim kennt und das Lied beendet. Da der ganze Abschnitt auf englischen Reimen beruht, die passend zur Melodie des Lieds vorgetragen werden, wurde er aus den nicht-englischsprachigen Versionen des Spiels entfernt.

Das ganze Spiel ist, wie die meisten Videospiele von Lucas Arts, gespickt mit Querverweisen auf andere Titel und Franchises des Studios wie zum Beispiel Indiana Jones, Grim Fandango, Star Wars, Sam & Max etc.

Die Uhr des Glockenturms in Puerto Pollo läuft synchron mit der des ausführenden Systems und läutet zu jeder vollen Stunde.

Spricht man am ersten Januar mit Palido Domingo, wünscht dieser einem ein gutes neues Jahr.

Die Barbierküste ist einem realen Ort nahe San Francisco nachempfunden.[18]

Zwischenzeitlich war eine lose Verfilmung des Spiels in Planung. Im Zuge der Umstrukturierung des Publishers wurde dieser Plan jedoch verworfen.[17][19]

Die Kulturreederei Halle sammelte 2015 über 12.000 Euro per Crowdfunding ein[20], um das Videospiel als Theaterstück umzusetzen. 2016 folgten mehrere Aufführungen.[21][22]

Die Monkey Island-Reihe ist Teil des von der EU geförderten Projekts Keep (Keeping Emulation Environments Portable), im Zuge dessen die französische und Deutsche Nationalbibliothek Videospiele für kommende Generationen bewahren.[23]

Der Schöpfer der vorherigen Teile Ron Gilbert war an der Entwicklung nicht beteiligt und hatte andere Pläne für eine Trilogie.[24][25]

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Staff: How Did the PCG Award Winners Fare?. In: PC Gamer US. 5, Nr. 4, April 1998, S. 45.
  2. Staff: Letters; Mys-Adventures. In: Computer Gaming World. Nr. 172, November 1998, S. 34.
  3. Neue Seite. 13. Juli 2000, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  4. The Inventory - Welcome to Just Adventure +. 13. August 2006, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  5. LucasArts' Secret History: The Curse of Monkey Island: Buried Treasures: Bills Eaken and Tiller. Abgerufen am 16. Oktober 2020 (englisch).
  6. a b GameRankings.com: The Curse of Monkey Island. Abgerufen am 29. Mai 2018.
  7. Power-Play-Testbericht, Januar 1998
  8. award updates. www.interactive.org, 15. Juni 1998, abgerufen am 16. Oktober 2020 (englisch).
  9. The Award - Winners. 15. Juni 1998, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  10. The Curse of Monkey Island. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  11. OGR.COM - NewsNet. 29. April 1999, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  12. And The Winner Is... 6. Februar 2005, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  13. Staff: CGW Presents The Best & Worst of 1997. In: Computer Gaming World. Nr. 164, March 1998, S. 74–77, 80, 84, 88, 89.
  14. GameSpot's Best & Worst Awards for 1997. 8. Februar 2001, abgerufen am 16. Oktober 2020.
  15. Staff: Best & Worst Awards 1997 . In: GameSpot. Archiviert vom Original am 8. Februar 2001.
  16. Sarah Prestridge: The Non-Gamer Teacher, the Quiz and Pop Teacher and the Kinect Teacher. In: Serious Play. Routledge, New York 2017, ISBN 978-1-315-53765-8, S. 87–101, doi:10.4324/9781315537658-9 .
  17. a b The Curse of Monkey Island for Windows (1997) Trivia. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  18. The Curse of Monkey Island (Video Game 1997). Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  19. The Monkey Island SCUMM Bar:. Abgerufen am 16. Oktober 2020 (englisch).
  20. Martin Kreusch: Monkey Island - Ich will Pirat werden / Theaterproduktion. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  21. Monkey Island: Ich will Pirat werden - Adventure-Feeling im Theater - NERDS-GEGEN-STEPHAN.DE. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  22. The Secret Of Monkey Island: Halle will Guybrush Threepwood als Theaterstück aufführen. 14. April 2015, abgerufen am 16. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
  23. EU erforscht Archivierung von Videospielen: Digitales Erbe der Menschheit für die Nachwelt. 9. Februar 2009, abgerufen am 16. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
  24. Ron Gilbert: "So würde Monkey Island 3 aussehen"
  25. Ron Gilbert will Monkey Island 3 machen









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Stand der Informationen: 08.06.2021 04:21:34 CEST

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