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Team

Der Anglizismus Team (altengl.: team Familie, Gespann, Gruppe, Nachkommenschaft) bezeichnet einen Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer bestimmten Aufgabe oder zur Erreichung eines bestimmten Zieles:

Inhaltsverzeichnis

Definition


Der Begriff Team wird in der Praxis sehr oft und mit den verschiedensten Bedeutungen angewandt. Diese vielseitige Verwendung führt deshalb auch vielmals zu Problemen und Missverständnissen bei der Einführung und Umsetzung von Teamorganisation. Die Assoziationen zum Begriff Team umfassen folgende sechs Dimensionen:[2]

Ein Team wird dann gebildet, wenn ein komplexes Verhalten eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert. Teams werden dabei für unterschiedliche Zwecke und Zielsetzungen mit unterschiedlicher zeitlicher Dauer gebildet. In diesem Sinne ist ein Team eine Gruppe von Mitarbeitern, die für eine beauftragte Arbeit ganzheitlich verantwortlich ist und die das Ergebnis ihrer Arbeit als Produkt oder Dienstleistung an einen internen oder externen Empfänger liefert.

Bei der Teambildung sollte Fachkompetenz nicht das einzige Kriterium sein. Darüber hinaus sollte analysiert werden, inwieweit die Chemie zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter untereinander stimmt. Somit können persönliche Unverträglichkeiten reduziert werden. Bei funktionierenden Teams sind Umbesetzungen denkbar und eine weitere erfolgreiche Teamarbeit möglich.[3]

Kriterien


Nach Mabey und Caird[4] werden Teams über folgende Hauptkriterien definiert:

In der Arbeitspsychologie wird der Teambegriff von manchen Autoren idealisiert. Sie sehen darin besonders arbeitsteilige und leistungsorientierte Arbeitsgruppen. Andere Autoren bestreiten die Möglichkeit einer wissenschaftlich sinnvollen Trennung der Begriffe „Team“ und „Gruppe“ (etwa Alexander Thomas).

In Unternehmen hat Teamarbeit inzwischen weithin Fuß gefasst. Dies ist damit begründet, dass auf Grund wachsender Komplexität, höheren Leistungsdrucks und immer besseren Zugangs zu Informationen mittels der Verbreitung elektronischer Medien in den Betrieben:

Zur Entscheidungsqualität in Gruppen lässt sich festhalten:

Die Konzentration von Wissen und Entscheidungsmacht bei einigen wenigen überlebt sich zusehends. War bis vor kurzem nur von Mitarbeiterteams die Rede, so spricht man heute zunehmend auch von Managementteams, während in Projekten oft Kernteams gebildet werden.

Teamarbeit in Unternehmen


In Unternehmen hat sich Teamarbeit seit den späten 1970er Jahren zunehmend zu einer beliebten Form der Zusammenarbeit für verschiedene Aufgabenstellungen entwickelt, was sich auch in stark zunehmender Forschungstätigkeit zu Teams seit dieser Zeit niederschlug.[8] Vor allem aber komplexe Aufgaben, die vielfältiges Wissen voraussetzen, sollen von Teams bewältigt werden. Folgende Arten von Teams können u. a. differenziert werden:

Phasen der Teamentwicklung


Teams durchlaufen fünf verschiedene Phasen in denen modellhaft verschiedene Abläufe vorkommen. Das nachfolgende Modell, eines von mehreren ähnlichen Gruppenphasenmodellen, wurde 1965 von Bruce Tuckman entwickelt:[16]

Die Zeitdauer der Phasen kann nicht vorhergesagt werden, jedoch sind mehrere Monate für Teamentwicklung und Einarbeitung notwendig.[17][18]

Teamfähigkeit


Teamfähigkeit ist eine soziale Kompetenz. Das häufige Schlagwort in Stellenanzeigen beschreibt Fähigkeiten und Fertigkeiten, die das Individuum für das Zusammenarbeiten mit anderen braucht.[19][20]

Konflikte in Teams


Von einem Gruppenkonflikt bzw. Konflikt im Team wird gesprochen, wenn der Konflikt mehr als drei Beteiligte hat. Durch die Tendenz in Gruppen, Mitglieder rational und emotional gleichschalten zu wollen, begründet sich der Großteil der Konflikte. Insbesondere die Tatsache, dass Gruppen die Schnellen bremsen und die Langsamen motivieren, birgt nicht nur Vorteile, sondern Potential für Meinungsverschiedenheiten.[21]

Sicherheit und Stabilität wird innerhalb einer Gruppe durch Zugehörigkeit, Gemeinsamkeit und Loyalität erzeugt bzw. erhalten. Diese Aspekte müssen im Laufe der Zeit entwickelt werden und lassen sich durch Rituale, Belohnungs- aber auch Strafsysteme festigen. Werden sie in Frage gestellt, entsteht ein Gruppenkonflikt. Diese können in sechs Unterarten unterschieden werden:[22]

Redewendungen


Die Faustregel „There is no I in Team“ besagt, dass in einem Team alle gemeinsam an einer Aufgabenstellung mit einem gemeinsamen Arbeitsziel arbeiten sollen.

Im Englischen und Deutschen gibt es Akronyme: Das optimistische „Together Everyone Achieves More“ und das ironische „Toll, ein anderer machts.“[23][24][25]

Weblinks


WiktionaryWiktionary: Team – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Team – Zitate

Einzelnachweise und Quellen


  1. http://www.duden.de/rechtschreibung/Frauschaft
  2. Haug Christoph V. (2009), Erfolgreich im Team, 4. Auflage, München: Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3406582264, Seite 13–15
  3. Wunderer, Rolf; (2003): Führung und Zusammenarbeit, 5. Auflage, München: Luchterhand Verlag, ISBN 978-3472076070, Seite 147
  4. Christopher Mabey and Sally Caird 1999 Building Team Effectiveness Open University, Milton Keynes, ISBN 0-7492-9553-8, Seite 7 ff.
  5. a b James Surowiecki (2005), Die Weisheit der Vielen, München
  6. Irving Janis (1972), Victims of Groupthink: psychological study of foreign-policy decisions and fiascoes (2nd edition). Boston: Houghton Mifflin.
  7. Heinz Jiranek und Andreas Edmüller (2007), Konfliktmanagement. München, Haufe Verlag
  8. Weiss, M. & Hoegl, M.: The History of Teamwork’s Societal Diffusion: A Multi-Method Review. In: Small Group Research. Band 46, Nr. 6, S. 589–622.
  9. Martin Sulzbacher: Virtuelle Teams. Eine Möglichkeit, komplexe Aufgaben über Raum, Zeit und Organisationsgrenzen hinweg effektiv zu meistern? Tectum Verlag, Marburg 2003, ISBN 978-3-8288-8489-2, S. 125ff.
  10. Brounstein Marty: Erfolgreich Teams leiten für Dummies. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2007, ISBN 978-3-8349-1129-2, S. 37.
  11. Schuhmacher Florian, Roland Gschwill: Employer Branding. Human Resources Management für die Unternehmensführung. GWV Fachverlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3527703265, S. 126.
  12. Schuhmacher Florian, Roland Gschwill: Employer Branding. Human Resources Management für die Unternehmensführung. GWV Fachverlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1129-2, S. 128.
  13. Brounstein Marty: Erfolgreich Teams leiten für Dummies. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2007, ISBN 978-3-8349-1129-2, S. 37f.
  14. Martin Sulzbacher: Virtuelle Teams. Eine Möglichkeit, komplexe Aufgaben über Raum, Zeit und Organisationsgrenzen hinweg effektiv zu meistern? Tectum Verlag, Marburg 2003, ISBN 978-3-8288-8489-2, S. 81.
  15. Brounstein Marty: Erfolgreich Teams leiten für Dummies. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2007, ISBN 978-3-8349-1129-2, S. 38.
  16. Bruce Wayne Tuckman: Developmental sequence in small groups. (1965) Psychological Bulletin 63, S. 384–399
  17. Willy Christian Kritz, Brigitta Nöbauer (2008), Teamkompetenz, 4. überarbeitete und erweiterte Auflage, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, Seite 60–61
  18. Haug Christoph V. (2009), Erfolgreich im Team, 4. Auflage, München: Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3406582264, Seite 64 ff
  19. Bettina Thöne-Geyer: Zur Vermittlungsproblematik sozialer Kompetenz in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. (PDF, 152 kB) In: REPORT (27) 1/2004, Literatur- und Forschungsreport Weiterbildung. Wissenschaftliche Zeitschrift mit Dokumentation der Jahrestagungen der Sektion Erwachsenenbildung der DGfE. Bernd Dewe, Gisela Wiesner, Christine Zeuner, 2004, S. 164 – 170, abgerufen am 24. September 2015. ISBN 3-7639-1889-2, Report vollständig
  20. Faix, W. G./Laier, A. (1991): Soziale Kompetenz. Das Potential zum unternehmerischen und persönlichen Erfolg. Wiesbaden: Gabler, Seite 62, Zitat: „Soziale Kompetenz bedeutet demnach im menschlichen Miteinander: Das Ausmaß, in dem der Mensch fähig ist, im privaten, beruflichen und gesamtgesellschaftlichen Kontext selbständig, umsichtig und nutzbringend zu handeln.“
  21. Schmidt Martin (2010), 25 Tipps für erfolgreiches Team-Management, Books on Demand GmbH, ISBN 3842328370, Seite 75 ff
  22. Bohren Meyer Carola, Züger Conrad Rita-Maria (2007), Konfliktbewältigung im Team – Leadership-Basiskompetenz, Theoretische Grundlagen und Methoden mit Beispielen, Praxisaufgaben, Repetitionsfragen und Antworten, 2., überarbeitete Auflage, Compendio Bildungsmedien AG, ISBN 978-3-7155-9336-4, Seite 27 ff
  23. [1]
  24. Toll – ein anderer macht's?: Wie Sie Teamarbeit überleben , Rheinische Post, 11. Oktober 2010, abgerufen am 3. März 2015
  25. T.E.A.M. Together Everyone Achieves More (PDF; 54 kB)



Kategorien: Form der beruflichen Gemeinschaft | Form einer sozialen Gruppe | Arbeits- und Organisationspsychologie | Soziologie der Arbeit



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