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Tadao Andō

Tadao Andō (jap. 安藤 忠雄, Andō Tadao; * 13. September 1941 in Minato-ku, Osaka) ist ein japanischer Architekt. Er hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, unter anderem den Pritzker-Preis, den angesehensten Architekturpreis. Andō hält Vorträge in aller Welt, die Tausende von Zuschauern anziehen.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Leben


Andō wuchs im Nachkriegsjapan bei seiner Großmutter auf. Schon als Kind begann er als Zimmermann zu arbeiten. Seine bewusste Auseinandersetzung mit der Architektur begann, als er im Alter von 15 Jahren auf ein Buch über Le Corbusier stieß.

In seiner Jugend wurde er Profiboxer. Er hat nie Architektur studiert. Als Autodidakt eröffnete Andō 1969 in Osaka ein eigenes Atelier, das er Tadao Andō Architect & Associates nannte. Er ist zurzeit der wohl bekannteste Architekt Japans. Andō unterrichtete an verschiedenen Universitäten in den USA, nämlich Yale (1987), Columbia (1988), Harvard (1990), an der IAA in Sofia und seit 1997 an der Universität Tokio. Seit 2003 ist er emeritiert.

In den letzten Jahren engagiert sich Ando in zunehmendem Maße auch umweltpolitisch. Bei seinem Projekt Westin Awaji Island Hotel wurde ein großflächiger Wald angelegt, der die Architektur umgibt. 2007 startete er das Projekt Umi-no-Mori („Meereswald“) in Tokio, bei dem eine künstliche Insel, die früher als Müllkippe diente, zu einem bewaldeten Naherholungsgebiet werden soll. Ando möchte damit die Botschaft von Japan aus in die Welt tragen, dass es wichtig sei, dass die Menschheit im Einklang mit der Umwelt lebt (s. u., „Projekte“).

Architektur


Die Architektur Andōs ist durch einen konsequenten Minimalismus gekennzeichnet. Sein bevorzugtes Material ist feinster Sichtbeton, dessen Schaltafeln nach der Größe von Tatami-Matten bemessen sind, die zusammen mit den Rödellöchern ein unverwechselbares Oberflächenraster ergeben. Für die Grundform der Gebäude greift er auf einfache geometrische Formen zurück, wobei er häufig mit Wiederholungen arbeitet.

Die Ausführung der Innenräume erfolgt auf der Grundlage asketischer Prinzipien: Die Raummitte wird als Ort der Sammlung begriffen, die Helligkeit wird über Lichtschlitze in den Wänden bestimmt. Ziel der Gestaltung der Räume ist ein „Finden zu sich selbst“ und die Förderung seelischer Erholung. Der Besucher findet bei Andōs Gebäuden nicht auf direktem Wege Einlass, sondern gelangt nur durch eine schmale und biegungsreiche Wegführung ins Innere. Auch dies soll der inneren Sammlung des Eintretenden dienen. Dort angekommen, öffnen wenige große „Bild-Fenster“ den Blick auf die Außenwelt und schaffen so eine Verbindung zur Umwelt und Natur, die in Andōs Schaffen eine große Rolle spielt.

Tadao Andōs Architektur kombiniert Einflüsse aus der japanischen Tradition mit denen der Moderne. Er hat dadurch eine vollkommen neuartige Ästhetik des Bauens entwickelt, bei der Beton, Holz, Licht, Raum und Natur in einer architektonisch bislang einzigartigen Art und Weise zusammenspielen. In Japan sowie in Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und den Vereinigten Staaten hat er vielfach ausgezeichnete Privathäuser, Kirchen, Museen, Wohnanlagen und Kultureinrichtungen errichtet.

Bauwerke


Projekte


Auszeichnungen


Andō hat zahlreiche Auszeichnungen und viele bedeutende Architekturpreise erhalten.

Zitate


„Architektur zu schaffen bedeutet, repräsentative Aspekte der realen Welt – wie Natur, Geschichte, Tradition und Gesellschaft – in einer räumlichen Struktur auszudrücken, das heißt in einem abstrakten Konzept auf Grundlage einer klaren, transparenten Logik.“[9]

“To truly understand architecture, you must experience space with all your five senses.”[10]

Literatur


von Andō

über Andō

Film


Weblinks


Commons: Tadao Ando  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Fotostrecken

Einzelnachweise


  1. 11.000 Zuschauer am 9. Juni 2007 in Taipeh: „Tadao Ando Is a Total Rock Star“ , liaoyusheng.com, 9. Juni 2007
  2. 3.000 Zuschauer am 23. September 2007 in Dublin: „It's rock and awe as Bono praises architect“ , Irish Independent, 23. September 2007
  3. Art museum falls foul of red tape. The Guardian, 19. April 2005 (englisch, abgerufen am 29. Juli 2015).
  4. vgl.: Poetisch genähert. Tadao Ando baut Museum in Paris. BauNetz, 31. Oktober 2001 (abgerufen am 28. Juli 2015).
  5. Transforming a man-made island of waste and surplus soil into an ‚Umi-no-Mori (Green Island)‘. Tokyo Metropolitan Government, Juli 2007 (englisch) (Memento vom 6. Dezember 2008 im Internet Archive).
  6. Ein Blick über Tokyo Bay von Umi no Mori. Sumikai Magazin, 27. Februar 2017.
  7. Island of trash in Tokyo Bay transforming into forested Olympic venue (Memento vom 14. November 2015 im Internet Archive). Asahi Shimbun, 25. Juli 2014 (englisch, abgerufen am 28. Juli 2015).
  8. Honorary Members: Tadao Andō. American Academy of Arts and Letters, abgerufen am 4. März 2019.
  9. nach Masao Furuyama: Tadao Ando * 1941. Die Geometrie des menschlichen Raums. Taschen Verlag, Köln 2006, ISBN 3-8228-4892-1, Klappentext.
  10. nach Günter Figal: Ando – Raum, Architektur, Moderne. modo Verlag, Freiburg 2017, ISBN 978-3-86833-220-9.





Kategorien: Tadao Andō | Architekt (Japan) | Kyoto-Preisträger | Pritzker-Preisträger | Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Ritter) | Hochschullehrer (Universität Tokio) | Person mit besonderen kulturellen Verdiensten | Mitglied der Royal Academy of Arts | Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten | Mitglied der American Academy of Arts and Letters | Japaner | Geboren 1941 | Mann

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Tadao Andō (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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