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Třeboň




Třeboň
Basisdaten
Staat:  Tschechien
Historischer Landesteil: Böhmen
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Jindřichův Hradec
Fläche: 9833[1] ha
Geographische Lage: 49° 0′ N, 14° 46′ O
Höhe: 434 m n.m.
Einwohner: 8.253 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 379 01
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: BudweisJindřichův Hradec
Bahnanschluss: České Velenice–Veselí nad Lužnicí
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Váňa (Stand: 2018)
Adresse: Palackého nám. 46/II
379 01 Třeboň
Gemeindenummer: 547336
Website: www.mesto-trebon.cz

Třeboň (deutsch: Wittingau) ist eine Stadt mit ca. 8600 Einwohnern in Tschechien. Sie gehört zum Bezirk Jindřichův Hradec in der Südböhmischen Region. Die Stadt war lange Zeit im Besitz der südböhmischen Adelsfamilien von Rosenberg und von Schwarzenberg, die auch im Schloss Třeboň residiert haben. Sie ist auch bekannt durch das ehemalige Stift der Augustiner-Chorherren. In der Stadt befindet sich bis heute eines der bedeutendsten historischen Archive Tschechiens, das schon 1602 gegründet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Stadt im Wittingauer Becken liegt in einer von Bächen und Kanälen durchzogenen Teichlandschaft westlich der Lainsitz.

Gemeindegliederung

Die Stadt Třeboň besteht aus den Ortsteilen Branná (Brannen), Břilice (Bschilitz), Holičky (Holitschka), Nová Hlína (Neulahm), Přeseka (Pscheseka), Stará Hlína (Altlahm), Třeboň I und Třeboň II.[3] Grundsiedlungseinheiten sind Bičan, Branná, Břilice, Dvorce, Gigant, Holičky, Hvízdalka, K Břilicům, Komenského sady, Lázeňský areál, Mokrá luka-nad tratí, Mokrá luka-pod tratí, Na Kopečku, Nová Hlína, Nové město, Novohradská, Obora, Přeseka, Stará Hlína, Svět, Třeboň-střed, Třeboň-západ, U nádraží, Za Lužnicí und Zámecké polesí.[4]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Branná, Břilice, Holičky u Staré Hlíny, Přeseka, Stará Hlína und Třeboň.[5]

Nachbargemeinden

Lomnice nad Lužnicí Lužnice Novosedly nad Nežárkou
Lišov, Dunajovice, Štěpánovice u Českých Budějovic Stříbřec, Chlum u Třeboně
Libín, Domanín Hrachoviště, Cep Majdalena

Geschichte


Der Ort wurde Ende des 12. Jahrhunderts als Straßendorf durch die Witigonen begründet. 1185 gelangte ein Teil des Besitzes an das Zisterzienserkloster Zwettl, wurde jedoch um 1250 von der Landsteiner Linie der Witigonen zurückgekauft. Für 1261 ist erstmals der deutsche Ortsname Witingenowe nachgewiesen, der tschechische für 1267. Die Ägidiuskirche ist für das Jahr 1280 belegt. 1341 war Wittingau im Besitz des Wilhelm von Landstein. Für dieses Jahr wird es als Stadt bezeichnet.

1366 erwarben die Herren von Rosenberg Wittingau. Sie gründeten 1367 für die Augustiner-Chorherren das Stift Třeboň, dem auch die Ägidiuskirche zugewiesen wurde. 1374 besaß Wittingau eine Stadtbefestigung, 1384 stifteten die Eigentümer ein Spital. 1395 bildeten Adelige unter der Führung der Rosenberger in Wittingau eine Opposition gegen König Wenzel IV. Während der Hussitenkriege wurde die Stadt 1424 und 1425 erfolglos von den Taboriten belagert. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde unter Wok von Rosenberg die Feste zu einer Burg ausgebaut.

Im 16. Jahrhundert folgte unter Wilhelm von Rosenberg eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte. Er entwickelte eine technisch perfekte Teichwirtschaft, erweiterte die Burg zu einem Renaissanceschloss, und die Stadt erhielt ein modernes Befestigungssystem. 1562 wurden die Renaissance-Häuser am Marktplatz, 1566 das Rathaus errichtet. Mit dem Handwerk entwickelte sich auch das Zunftwesen.

Nach Wilhelms Tod übernahm 1592 dessen Bruder Peter Wok von Rosenberg Stadt und Herrschaft Wittingau. Nach dem Verkauf von Böhmisch Krumau residierte er ab 1602 in Wittingau. Er ließ das Schloss erweitern und verlegte das Rosenbergische Familienarchiv dorthin. Als Anhänger des Luthertums und später der Böhmischen Brüder traf er auf seinem Schloss mehrmals mit führenden protestantischen, antihabsburgischen Ständepolitikern aus den böhmischen Ländern und dem Reich zusammen. Mit seinem Tod erlosch 1611 das Geschlecht der Rosenberger.

Im Erbgang ging die Herrschaft Wittingau an die Herren von Schwanberg. Nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg wurde Wittingau zum Zentrum der Aufständischen, das den Angriffen der Kaiserlichen Truppen bis zum März 1622 widerstand. Danach wurden die Güter der Witwe Peter von Schwanbergs, Anna Maximiliane von Oppersdorff, konfisziert und fielen Kaiser Ferdinand II. zu. Dieser schenkte die Herrschaft Wittingau am 2. Jänner 1647 seinem Sohn, Erzherzog Leopold Wilhelm, der Wittingau am 2. Jänner 1660 an Johann Adolf I. Graf von Schwarzenberg verkaufte. Stadt und Herrschaft erholten sich jedoch von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges nur langsam. 1723 und 1781 wurde die Stadt durch Brände zerstört, denen jeweils ein Wiederaufbau folgte. Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Teichwirtschaft erneut an Bedeutung zu. Das 1785 endgültig säkularisierte Kloster und seine Besitzungen erwarben 1787 die Fürsten von Schwarzenberg.

Im Vormärz entwickelte sich in Wittingau die tschechische Patriotenbewegung, die seit 1848 die Mehrheit der Gemeindeselbstverwaltung stellte. Wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte František Palacký, der seit 1824 häufig das Schwarzenbergische Familienarchiv besuchte. Nach dem Ende der Patrimonialherrschaft wurde Wittingau 1855 Bezirkshauptstadt. Der Einfluss der Fürsten Schwarzenberg auf die Stadt blieb weiterhin dominierend, da sich diese durch die systematisch verbesserte Teichwirtschaft und die damit verbundenen Arbeitsplätze große Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und den damit zusammenhängenden Wohlstand der Bevölkerung erwarben. Nach 1870 erweiterten sie die Brauerei.

Mit der Bodenreform von 1924 wurde der Schwarzenbergische Grundbesitz erheblich geschmälert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945 ihr Besitz verstaatlicht. Auch das Familien- und Gutsarchiv wurde 1956 dem im Schloss untergebrachten Staatsarchiv Třeboň zugewiesen. Zusammen mit dem Rosenberg-Archiv ist es nunmehr das größte Adels-Archiv des Landes.

1960 wurde der Bezirk Třeboň aufgelöst. Wegen der bekannten Moorbäder erhielt die Stadt im selben Jahr den Status eines Heilbades. Jährlich findet in der Stadt das Internationale Festival für Animationsfilme statt.

Teich- und Fischwirtschaft


Třeboň ist seit dem 16. Jahrhundert ein Zentrum der südböhmischen Karpfenzucht. Sie geht auf die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der beiden letzten Rosenberger, der Brüder Wilhelm und Peter Wok zurück. Unter dem Rosenbergischen Oberfischmeister Štěpánek Netolický entstand 1506–1520 mit dem Bau des Goldbachs ein Kanalsystem, das sämtliche großen Fischteiche im Wittingauer Becken verbindet und mit dem die bereits im 14. Jahrhundert angelegten Teiche gesichert wurden. Unter dem Wirtschaftsverwalter Jakob Krčín von Jelčany wurde das Kanalsystem mit der Anlage des Teiches Svět, dessen Name sich von Zwettl ableitet,[6] technisch perfekt vollendet. Für den Teich wurden zwei Wittingauer Vorstädte aufgelassen. 1584–1589 wurde der nördlich der Stadt liegende Rosenberg-Weiher angelegt, der mit 267 Hektar Fläche der größte Teich Böhmens ist.

Wegen der Teiche betreibt die Karls-Universität Prag in Třeboň ein Institut für Botanik, das sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Algen und Wasserpflanzen befasst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater und Museen

Bauwerke

Das historische Stadtzentrum wurde 1976 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Partnerstädte


Literatur


Weblinks


Commons: Třeboň  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. http://www.uir.cz/obec/547336/Trebon
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/547336/Obec-Trebon
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/547336/Obec-Trebon
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/547336/Obec-Trebon
  6. Joachim Bahlcke, Winfried Eberhard, Miloslav Polívka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Böhmen und Mähren (= Kröners Taschenausgabe. Band 329). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8, S. 666.








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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Třeboň (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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Stand der Informationen: 03.07.2020 04:49:23 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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