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Töpen




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Verwaltungs­gemeinschaft: Feilitzsch
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 20,8 km2
Einwohner: 1028 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95183
Vorwahl: 09295
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 181
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schleizer Straße 30
95183 Töpen
Website: www.toepen.de
Bürgermeister: Alexander Kätzel (CSU)
Lage der Gemeinde Töpen im Landkreis Hof

Töpen ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch. Die Gemeinde liegt im nördlichen Landkreis an der Grenze zu Sachsen und Thüringen. Zur Gemeinde gehört auch der bayerische Teil des durch die Trennung an der deutsch-deutschen Grenze bekannt gewordenen Orts Mödlareuth.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Töpen liegt in der Talsenke des Kupferbachs in unmittelbarer Nähe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Die Ortsteile sind:

Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 2, die den Altort von der erst in den letzten Jahrzehnten entstandenen Siedlung trennt. Wenige Kilometer entfernt befindet sich die A 72 mit der Ausfahrt Hof/Töpen. Die kreisfreie Stadt Hof (Saale) ist 10 km entfernt.

Geschichte


Bis zum 19. Jahrhundert

Der Zeitpunkt der ersten Besiedlung Töpens ist unbekannt, die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war 1310. Der Name Töpen stammt wahrscheinlich aus dem Mainwendischen und bedeutet etwa ‚feuchte Niederung‘. Etwa in der Zeit um 1200 kamen im Gefolge der Vögte von Weida die Herren von Tepen in die Gegend, die ihren Namen nach der schon bestehenden Siedlung wählten. Dieses Geschlecht starb etwa 200 Jahre später aus, sodass die Besitzungen über verwandtschaftliche Beziehungen an andere Familien übergingen.

Seit 1390 sind Vorläuferkirchen der heutigen Pfarrkirche Töpen, einer St.-Martins-Kirche, bezeugt. Sie war zunächst eine Filialkirche des thüringischen Gefell. Ihre heutige Gestalt erhielt sie durch mehrere Erweiterungen und Umbauten. Seit 1528 ist die Kirche evangelisch.

Die Herren von Beulwitz waren vom 16. bis zum 18. Jahrhundert in Töpen ansässig. Landesherr war der Markgraf von Brandenburg-Bayreuth.

Für den Markgrafen war das Geleit auf dem Abschnitt Hof-Zedtwitz-Töpen-Gefell-Schleiz eine bedeutende Einnahmequelle; sie wurde in erster Linie von Kaufleuten aus Leipzig und Nürnberg frequentiert. Auch viele bedeutende Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe auf seinen Reisen in die Bäder oder Johann (Jean) Paul Friedrich Richter reiste auf ihr zum Studium in die Universitätsstadt Leipzig. Auch die preußische Prinzessin Wilhelmine erreichte auf dieser Straße im Januar 1732 als frisch vermählte Markgräfin von Brandenburg-Bayreuth in Töpen markgräfliches Territorium, genauso wie Jahre später ihr Bruder König Friedrich II. von Preußen bei einem Besuch seiner Schwester in Bayreuth.[2] Mit dem Verzicht des kinderlosen Markgrafen Karl Alexander auf die Fürstentümer Ansbach und Bayreuth kamen beide 1792 unter preußische Herrschaft. Nach der preußischen Niederlage 1806 wurde in Bayreuth ein französischer Militärgouverneur eingesetzt. Es folgte der Krieg Österreichs gegen Frankreich mit einer kurzzeitigen österreichischen Besetzung (1809). Am 30. Juni 1810 kam Töpen zum Königreich Bayern.

Grenze

Ein Grenztausch von 1524 zwischen Brandenburg-Bayreuth und Sachsen wirkte sich im 20. Jahrhundert insbesondere für den Gemeindeteil Mödlareuth gravierend aus. Töpen lag nach 1945 am Eisernen Vorhang, in Mödlareuth verlief die Grenze entlang des Bachs mitten durch den Ort, sodass ein Teil zur Bundesrepublik und der andere zur DDR gehörte. Endgültig geschlossen wurde die Grenze im Gemeindegebiet mit der Aufgabe des Grenzübergangs Töpen-Juchhöh an der Bundesstraße 2 am 16. Dezember 1966. Er hatte bis zur Wiederherstellung der Saalebrücke Rudolphstein als Umgehung für die unterbrochene Transitautobahn A 9 (MünchenBerlin) gedient. Die Randlage des Ortes endete mit der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze im Jahr 1989.

Verwaltungsorganisation

1945 bestand die Gemeinde Töpen nach einem Gemeindeedikt aus dem 19. Jahrhundert aus den Orten Töpen, Mödlareuth (bayerischer Teil), Tiefendorf (Ober- und Untertiefendorf), Hohendorf, Moosanger und Königshof. Die Bürger dieser Ortschaften wählen den Gemeinderat und den ehrenamtlichen Bürgermeister. Bis 1978 gab es in der Gemeinde Töpen eine eigenständige Verwaltung, die aus einem hauptberuflichen Gemeindeschreiber und einem nebenberuflichen Gemeindekassenverwalter bestand. Bis zum Schulhausneubau 1951/52 gab es keine öffentliche Amtsstube, der jeweilige Bürgermeister musste einen Raum seiner Wohnung dafür freimachen.[3] Die Verwaltungs- und Raumordnung wurde mit der bayerischen Gemeindegebietsreform von 1972 geändert. Nach dem Gesetz der Gebietsreform sollten sich kleinere Gemeinden mit nicht ausreichender Leistungsfähigkeit einer größeren anschließen, das heißt, eingemeindet werden. Im Raum Töpen waren davon die Gemeinden Isaar, Münchenreuth und Zedtwitz betroffen. Da die Eingemeindung auf freiwilliger Basis bis 1978 die Gewährung erheblicher Zuschüsse aus Landesmitteln für die Gemeinden bedeutete, hat sich schon am 1. Januar 1972 die bis dahin selbständige Gemeinde Isaar der Gemeinde Töpen durch eine Rechtsverordnung angeschlossen.[4]

Münchenreuth und Zedtwitz wurden später der Gemeinde Feilitzsch angegliedert. Ab 1978 wurden die Auflagen des Gemeindegebietsreformgesetzes zwangsweise und ohne Zuschüsse durchgeführt. Die Neuordnung der Verwaltung bedeutete für Töpen den Beitritt zu der neu gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch, der neben den Gemeinden Töpen und Feilitzsch die Gemeinden Trogen und Gattendorf angehören. Die Verwaltungsgemeinschaft ist ein Organ zur Beschlussvorbereitung und zum Beschlussvollzug, das heißt, die gesamte innere Verwaltung wie Briefwechsel, Kassenführung etc. wird von der Gemeinschaftsbehörde durchgeführt, gleichzeitig ist die Verwaltungsgemeinschaft eine Behörde mit der Leitungsfunktion für die Gemeinschaftsprojekte der einzelnen Gemeinden, wie zum Beispiel die Verbandsschule Bayerisches Vogtland. Sie ist Sachaufwandsträger, verpflichtet das Schulgebäude zu unterhalten, Lehrmittel zu beschaffen etc.[3]

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1049 auf 1028 um 21 bzw. um 2 %. Am 31. Dezember 2000 hatte Töpen 1246 Einwohner.

Politik


Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit Mai 2020 Alexander Kätzel[5] (CSU).

Ehemalige Bürgermeister[6]

Gemeinderat

Die Kommunalwahlen 1996, 2002, 2008, 2014 und 2020[7] führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

1996 2002 2008 2014 2020
CSU 04 05 04 04 06
SPD 03 02 02 02 01
Freie Wähler 05 05 06 06 05
Gesamt 12 12 12 12 12

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Die Karnevalsgesellschaft Töpen veranstaltet alle zwei Jahre einen Faschingszug von Hohendorf nach Töpen. Der in ehrenamtlicher Arbeit gestaltete Zug ist einer der bekanntesten der Region; es wurden öfters über 10.000 Besucher gezählt.

Wirtschaft und Infrastruktur


Der Ortskern mit der Kirche hat seinen dörflichen Charakter bewahrt. Seit einigen Jahren wird durch Maßnahmen der Dorferneuerung der Ortskern vollständig saniert und umgestaltet. Am Ortsrand dominieren im Gewerbegebiet die großen Lagerhallen des Lebensmittelhändlers Dennree. In der Umgebung sind mehrere Wanderwege ausgewiesen, unter anderem entlang des ehemaligen Todesstreifens und ins Tal der Sächsischen Saale.

Persönlichkeiten


Der bekannteste Bewohner Töpens war Jean Paul, der von 1786 bis 1789 als Hauslehrer der Familie Oerthel im heute noch bestehenden Unteren Schloss unterrichtete. In Des Rektors Florian Fälbels und seiner Primaner Reise nach dem Fichtelberg kommt Fälbel in Töpen vorbei.

Literatur


Weblinks


Commons: Töpen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Karl Benker: Zum Tag des offenen Denkmals am 11.9.2011: Die Altstraße zwischen Töpen und dem Tannbachtal. In: Kirchengemeinde Töpen (Hrsg.): Gemeindebrief. Nr. 93. Töpen 2011 (kirchengemeindetoepen.de [PDF]).
  3. a b Gernot Friedrich: Facharbeit: Die kommunalen Aufgaben der Gemeinde Töpen nach 1945. Hrsg.: Schiller-Gymnasium Hof. Hof 1. Februar 1990, S. 28 (wikimedia.org [PDF]).
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 485.
  5. Ergebnis Kommunalwahlen 2020. Landkreis Hof, abgerufen am 10. Mai 2020.
  6. Karl Benker: Die Geschichte Töpens und seiner eingemeindeten Dörfer bis 1945. Hrsg.: Gemeinde Töpen. Töpen 2007, S. 192.
  7. Ergebnis Gemeinderatswahl 2020. AKDB, abgerufen am 10. Mai 2020.



Kategorien: Töpen | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Hof | Ersterwähnung 1310



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