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Stromdieb (Fassungsadapter)




Ein Stromdieb, in der Schweiz eine Fassungssteckdose, ist ein Adapter, der – in eine Glühlampenfassung eingeschraubt – das Einstecken von einem oder zwei Netzsteckern sowie meist auch das Einschrauben einer Glühlampe erlaubt, wo nur eine Deckenleuchte, aber keine Steckdose vorhanden ist.

Der Name stammt aus der Frühzeit der Elektrifizierung Anfang des 20. Jahrhunderts. Seinerzeit wurde bei Mietwohnungen der Stromverbrauch manchmal nicht über einen gesonderten Stromzähler erfasst, sondern pauschal nach Anzahl der vorhandenen Lampen abgerechnet; Steckdosen waren hierbei nicht erlaubt. Mit dem Stromdieb konnte man dann weitere Lampen oder andere Elektrogeräte anschließen, die bei der Abrechnung verschwiegen wurden. Aber auch nach der Einführung von Stromzählern in den Wohnungen blieben Stromdiebe in Gebrauch: Da in älteren Mehrfamilienhäusern die zu einer Wohnung gehörenden Keller- oder Dachbodenräume meist an die allgemeine Stromversorgung des Hauses und nicht an den Stromzähler der betreffenden Wohnung angeschlossen waren, gab es in der Regel dort keine Steckdosen, sondern nur Lampen, so dass der Stromdieb benutzt werden konnte, um dort Geräte trotz fehlender Steckdosen verwenden zu können. Da auch in diesem Fall der Verbrauch nicht über den Stromzähler des Mieters erfasst wurde, passte der Name Stromdieb ebenfalls bei dieser Verwendung.

Dieses Hilfsmittel war bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund der seinerzeit geringen Anzahl von Steckdosen in einer Wohnung verbreitet, ist aber recht gefährlich, da normalerweise weder die Zuleitung noch die Lampenfassung für hohe Ströme ausgelegt ist. Es kommt beim Anschluss größerer Verbraucher – wie früher typisch elektrischen Heizgeräten oder Bügeleisen – nahezu zwangsläufig zu einer Überlastung, einhergehend mit erhöhter Brandgefahr. Zudem sind kein Schutzleiter und kein ausreichender Berührungsschutz vorhanden. Daher entspricht die Verwendung des Stromdiebes heute in den meisten Ländern nicht den technischen Standards.

In der Schweiz entsprechen Fassungssteckdosen seit dem 1. Januar 1976 nicht mehr den technischen Richtlinien.[1]

Trivia


Ephraim Kishon nutzte den Stromdieb in seinem Theaterstück Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht: Mangels Steckdosen im Atelier stellt der Künstler zum Teekochen seinen elektrischen Samowar auf übereinandergestapelte Möbel unter der Lampe; ein Kunstkritiker ist begeistert von der „modernen Skulptur“.

Weblinks


Einzelnachweise


  1. Werk – Vorschriften der westschweizerischen Strom – Verteilwerke



Kategorien: Historisches Elektrogerät



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Stromdieb (Fassungsadapter) (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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