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Stockholmer Schloss



Das Stockholmer Schloss (schwedisch Stockholms slott oder Kungliga slottet) ist das königliche Schloss im Zentrum der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Es befindet sich auf der Insel Stadsholmen, auf der die Altstadt, Gamla stan, liegt; nördlich ist es mit der Brücke Norrbro über den Norrström mit der Königlichen Oper und dem ehemaligen Erbfürstenpalais (Arvfurstens palats), dem heutigen Außenministerium, sowie mit dem Stadtteil Norrmalm verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Heutige Bedeutung und Nutzung


Die Büros des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf und anderer Mitglieder der königlichen Familie befinden sich im Schloss. Es dient dem König zu repräsentativen oder zeremoniellen Zwecken während der Ausübung seiner Pflichten als Staatsoberhaupt. Bewohnt wird es nicht mehr, seit die Königsfamilie 1982 den bisherigen Sommersitz, das Schloss Drottningholm, als Hauptwohnsitz bezog.

Teile des Schlosses können heute besichtigt werden. Im Schloss befinden sich mehrere Museen: das Antikmuseum Gustav III., das Schlossmuseum, die Schatzkammer und die Königliche Rüstkammer. Besondere Touristenattraktion ist die Ablösung der Palastwache. Täglich um 12:15 Uhr (Sonntags 13:15 Uhr) marschieren die neuen Wachtruppen begleitet von Musikkorps in historischen Uniformen auf und zelebrieren die Wachablösung.

Geschichte


Das Schloss wurde nach Plänen des Architekten Nicodemus Tessin d. J. zwischen 1690 und 1750 errichtet und gehört zu den bemerkenswertesten Barockbauten Skandinaviens. Das Zentrum der regelmäßigen Vierflügelanlage bildet der quadratische Schlosshof. Der Hauptbau hat drei Geschosse und ein Mezzanin über dem Erdgeschoss sowie unter dem Dach. Nach Osten hin umschließen niedrigere Flügelgebäude den Schlossgarten, Logården, und nach Westen hin bilden halbkreisförmige Flügelgebäude den äußeren Schlosshof, in dem sich unter anderem die Schlosswache befindet.

Das Schloss steht auf Fundamenten einer älteren Burg, die unter Gustav Wasa im 16. Jahrhundert ausgebaut wurde und vom Reichssymbol, den drei Kronen, gekrönt wurde. Karl XI. beschloss, die Burg "Tre Kronor" zu einem repräsentativen Schloss umbauen zu lassen und beauftragte Nicodemus Tessin d. J. mit der Arbeit. 1692 wurde mit der Arbeit an der zum Wasser hin gelegenen Nordfassade begonnen, aber 1697 brannte das Schloss beinahe völlig ab. Auf den Ruinen der abgebrannten Burg wurde in den nächsten Jahrzehnten das neue Schloss im Stil des italienischen Barock errichtet. Die Hauptfassade ist die Nordfassade, die zum Wasser gewandt ist, und deren Mittelachse auf die Brücke Norrbro ausgerichtet ist, die über die Insel Helgeandsholmen nach Norrmalm und zum Gustav Adolfs torg (Gustav Adolfs Platz) führt. Beim Nordeingang befinden sich die zwei 1702 und 1704 gegossenen Bronzelöwen, nach denen die Auffahrt Lejonbacken benannt ist.

Das Aussehen des Schlosses hat sich mehrmals gewandelt. Es hatte bis 1697 eine ähnliche braune Farbe wie heute, dann während des Neubaus bis zur Fertigstellung einen Grauton. Ab 1750 war es schließlich goldgelb. Die Fassade behielt diese Farbe bis Ende des 19. Jahrhunderts, auch wenn einzelne Teile schon vorher die Farbe mehrfach wechselten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss renoviert, wobei seine helle, goldgelbe Fassade durch eine dunkelbraune ersetzt wurde. Dieser Farbton wurde im Wesentlichen seit 1898 beibehalten, wenn auch mit kleineren Variationen. Die gegenüberliegende, über den Fluss Norrström durch die Brücke Norrbro mit dem Schloss verbundene Königliche Nationaloper ist in einer ähnlichen Farbe bemalt.

Derzeit (Stand August 2019) ist die komplette Erneuerung der Fassade im Gange, die bis 2036 abgeschlossen sein soll. Sie soll einen mehr rosafarbenen Farbton als bislang tragen. Jedoch gibt es Diskussionen darüber, ob man stattdessen nicht zum ursprünglichen Goldgelb zurückkehren soll. Dies wurde von der zuständigen Stockholmer Bürgermeisterin unterstützt, die u. a. ins Feld führte, dass Tessin selbst diesen Farbton gewünscht habe.[1][2] Im November 2014 wurde schließlich ein warmes Rosa als Farbton festgelegt.[3]

Inneneinrichtung


Die Einrichtung des Schlosses ist von unterschiedlichen Epochen geprägt. Die ältesten Teile sind noch in einem vom Barock inspirierten französischen Klassizismus eingerichtet. Da das Schloss aber erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts bezogen wurde, ist ein großer Teil der Einrichtung im Rokoko und gustavianischen Stil gehalten. Die Etage König Karls XIII. und der Festsaal Vita havet wurden im 19. Jahrhundert im Empirestil gestaltet.

Im Nordostflügel des Schlosses befindet sich heute die Bernadotte-Bibliothek. Die ursprünglichen Räumlichkeiten, entworfen von Carl Johan Cronstedt (25. April 1709 – 9. November 1779) und Carl Hårleman, beherbergten von 1796 bis 1877 die Königliche Bibliothek zu Stockholm.

Weitere königliche Schlösser


Neben dem Stockholmer Residenzschloss sind eine Reihe weiterer königlicher Schlösser zu besichtigen: Schloss Drottningholm (zugleich Wohnsitz des Königspaars), Schloss Gripsholm, Schloss Rosendal, Schloss Rosersberg, Schloss Strömsholm, Schloss Tullgarn, Schloss Ulriksdal, der Hagapark (Schloss Haga ist Wohnsitz der Kronprinzessin) sowie der Park der königlichen Sommervilla Solliden, die in der Nähe des nur noch als Ruine erhaltenen Schlosses Borgholm errichtet wurde.

Weblinks


Commons: Stockholmer Schloss  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. ”Låt Stockholms slott bli den ljusa pärla det kan vara”, Dagens Nyheter, Debattenbeitrag von Madeleine Sjöstedt, Bürgermeisterin für Kultur und Bauten in Stockholm, 4. August 2013
  2. Het debatt om Slottets nya färg (Memento des Originals vom 8. August 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Svenska Dagbladet, 5. August 2013
  3. Slottet blir varmrosa , Dagens Nyheter, 6. November 2014




Kategorien: Schloss in Schweden | Barockbauwerk in Schweden | Bauwerk in Stockholm | Museum in Stockholm | Waffensammlung | Erbaut im 18. Jahrhundert | Schloss in Europa | Byggnadsminne in Stockholms län



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