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Steuererklärung




Die Steuererklärung ist eine Erklärung, mit der eine natürliche oder juristische Person gegenüber einer Finanzbehörde die Tatsachen darlegt und Zahlen liefert, die diese Behörde zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen und für eine Festsetzung der Steuer benötigt.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland


Allgemeines

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, richtet sich in Deutschland nach § 149 Abgabenordnung und den Einzelsteuergesetzen. So verlangen z. B. das Einkommensteuergesetz, das Körperschaftsteuergesetz, das Gewerbesteuergesetz und das Umsatzsteuergesetz die jährliche Abgabe einer Steuererklärung. Arbeitnehmer müssen nur in bestimmten Fällen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Eine Schätzung der Besteuerungsgrundlagen durch das Finanzamt infolge der Nichtabgabe befreit zudem nicht von der Abgabepflicht.

Eine Steuererklärung, in welcher der Steuerpflichtige die zu entrichtende Steuer selbst berechnet, heißt Steueranmeldung. Die wichtigsten Beispiele für eine Steueranmeldung sind die Umsatzsteuervoranmeldung, die Anpassung der Einkommenssteuervorauszahlung und die Kapitalertragsteueranmeldung.

Zusätzlich muss jeder eine Steuererklärung abgeben, der dazu vom Finanzamt aufgefordert wird. Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, hat die Möglichkeit des Einreichens einer freiwilligen Steuererklärung (Antragsveranlagung).

Form der Steuererklärung

Die Steuererklärung ist beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Hierfür musste in der Vergangenheit ein amtlich vorgeschriebener Papier-Vordruck verwendet werden. Inzwischen ist im Rahmen des ELSTER-Projekts auch die elektronische Übermittlung der Steuererklärung für die wichtigsten Steuerarten mittels amtlich vorgeschriebenem Datensatz möglich. Seit dem Veranlagungszeitraum 2011 besteht bei gewerblichen oder freiberuflichen Einkünften für die Einkommensteuererklärung grundsätzlich die Pflicht zur elektronischen Übermittlung.[1] Eine Übermittlung der Körperschaftsteuererklärung oder der Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen ist nur noch im authentifizierten, elektronischen Verfahren möglich.

Der Steuererklärung brauchen Belege nur beigefügt werden, wenn dies gesetzlich ausdrücklich vorgeschrieben ist oder vom Finanzamt verlangt wird. Privatpersonen, die keine Belege an das Finanzamt übersenden, sollten die Belege mindestens bis zum Ablauf der Einspruchsfrist oder bis zur Aufhebung des Vorbehalts der Nachprüfung aufbewahren. Zudem bestehen in bestimmten Fällen auch für Privatpersonen gesetzliche Aufbewahrungspflichten.[2]

Steuererklärungen können auch beim Finanzamt zur Niederschrift erklärt werden. Dies kommt bei geschäftlich unerfahrenen oder der deutschen Sprache Unkundigen, die nicht fähig sind, die Steuererklärung selbst schriftlich oder elektronisch abzugeben, und auch nicht in der Lage sind, die Hilfe eines Angehörigen der steuerberatenden Berufe in Anspruch zu nehmen, in Betracht § 151 AO.

Fristen

Die Frist zur Abgabe der Steuererklärung richtet sich nach den Einzelsteuergesetzen. Soweit diese nichts anderes bestimmen, beträgt die Frist für die Abgabe der kalenderjährlichen Steuererklärungen sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, d. h. bis zum 31. Juli.[3] Bei Erstellung der Steuererklärung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist, wobei erstmals für Einkommensteuer-Erklärungen 2018 eine verlängerte Frist bis zum letzten Februartag 2020 gilt, § 149 Abs. 3 und 4 der Abgabenordnung. Wer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, kann binnen 4 Jahren nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres eine freiwillige Steuererklärung einreichen, also z. B. für 2018 bis zum 31. Dezember 2022.[4]

Verstöße

Wird die Steuererklärung nicht abgegeben, kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen gemäß § 162 AO schätzen. Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung bleibt bestehen. Bei verspäteter Abgabe einer Steuererklärung wird u. U. ein Verspätungszuschlag erhoben (§ 152 AO). Sowohl die Nichtabgabe als auch die nicht rechtzeitige Abgabe einer Steuererklärung können den Tatbestand der Steuerhinterziehung auslösen. Wer vorsätzlich eine falsche Steuererklärung abgibt, die zu einer niedrigeren Steuer führt, begeht ebenfalls Steuerhinterziehung. Beruht der Fehler nicht auf vorsätzlichem, sondern leichtfertigem Handeln, liegt eine Ordnungswidrigkeit (leichtfertige Steuerverkürzung) vor.

Wer versehentlich eine falsche Steuererklärung abgibt und dies nachträglich erkennt, ist zur unverzüglichen Anzeige und Berichtigung des Fehlers verpflichtet. Das Unterlassen dieser Berichtigung löst regelmäßig den Tatbestand der Steuerhinterziehung aus. Die Anzeige- und Berichtigungspflicht trifft auch den Gesamtrechtsnachfolger (z. B. Erben), wenn er Fehler seines Rechtsvorgängers erkennt (§ 153 ) AO.

Vorausgefüllte Steuererklärung (Belegabruf)

Die Vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt), auch als „Belegabruf“ bezeichnet, ist ein Service der Steuerverwaltung, die die Erstellung der Einkommensteuererklärung erleichtern soll.[5] Abgerufen werden können zum Beispiel:

Österreich


Eine jährliche Erklärung zur Berechnung der Lohnsteuer (amtlich Einkommensteuer) gibt es in Österreich in Form der Eingabe zur Arbeitnehmerveranlagung, auch wenn diese für die meisten Arbeitnehmer nicht verpflichtend durchzuführen ist. Seit 2017 wird diese teilweise automatisch durchgeführt und kann zudem über die Internet-Anwendung FinanzOnline eingegeben werden.

Schweiz


Jede in der Schweiz wohnhafte/geschäftstätige Person, damit sind sowohl Einzelpersonen wie auch Juristische Personen gemeint, muss jährlich eine Steuererklärung einreichen. Die Angaben betreffen sowohl Einkommens- wie auch Vermögenswerte.

Aufgrund der Werte wird im Zusammenhang mit der Steuerprogression der Steuerwert bezüglich der Gemeinde-, Kantons- und Bundessteuern berechnet.

Die jährliche Steuererklärung für das vergangene Jahr muss jeweils per 31. März eingereicht werden. Allenfalls kann eine Fristerstreckung beantragt werden.

Siehe auch


Wiktionary: Steuererklärung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise


  1. Verpflichtung zur elektronischen Abgabe. Hessische Staatskanzlei, Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, abgerufen am 12. Februar 2020.
  2. Frühjahrsputz: Diese Unterlagen dürfen niemals in den Schredder. Welt online, 10. März 2014, abgerufen am 2. Juni 2015.
  3. https://www.t-online.de/finanzen/id_84894084/was-sich-2019-fuer-steuerzahler-aendert-freibetraege-fristen-vorteile.html
  4. https://www.finanztip.de/steuererklaerung/steuererklaerung-frist/
  5. Elster Information zur Vorausgefüllten Steuererklärung (Memento vom 13. August 2015 im Internet Archive)








Kategorien: Steuerrecht








Stand der Informationen: 04.07.2020 07:39:26 CEST

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