Simon Newcomb - de.LinkFang.org

Simon Newcomb

Simon Newcomb (* 12. März 1835 in Wallace; † 11. Juli 1909 in Washington, D.C.) war ein kanadischer Astronom und Mathematiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben


Simon Newcomb zog im Alter von 19 Jahren in die USA und eignete sich autodidaktisch Kenntnisse in Höherer Mathematik und Astronomie an. 1858 machte er einen Abschluss an der Lawrence Scientific School der Harvard University. Bereits 1860 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences, 1869 in die National Academy of Sciences gewählt.

1861 wurde er Astronom und Professor für Mathematik am Observatorium der US-Marine in Washington, D.C. Dort beschäftigte er sich mit Theorien der Planetenbewegung und der Bestimmung der Planetenpositionen als Navigationshilfe.

Während eines Aufenthalts am Pariser Observatorium 1870 konnte er Peter Andreas Hansens Berechnungen der Mondbahn verbessern.

Newcomb war an der Konstruktion des Großen Refraktors am United States Naval Observatory beteiligt, der im Jahre 1873 fertiggestellt wurde und lange Zeit der größte der Welt war.[1][2]

1877 wurde Newcomb Direktor des Nautical Almanach Office, 1884 außerdem Professor für Mathematik und Astronomie an der Johns Hopkins University. Seine in dieser Zeit erfolgten Neuberechnungen der Ephemeriden wurden auf einer Konferenz im Mai 1896 in Paris zum internationalen Standard erklärt.

Ab 1878 betrieb er zunächst in Zusammenarbeit, dann in Konkurrenz mit Albert A. Michelson ein Projekt zur exakteren Messung der Lichtgeschwindigkeit.

1881 fiel ihm auf, dass in den Logarithmentafeln die vorderen Seiten stärker als die hinteren abgenutzt waren. Daraus leitete er die These ab, dass in einer Liste zufälliger Zahlen die 1 häufiger als jede andere Ziffer an erster Stelle stehe. Später wurde dieser Grundsatz nach Frank Benford Benfordsches Gesetz benannt.

1874 wurde er mit der Goldmedaille der Royal Astronomical Society ausgezeichnet. 1876 wurde er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1883 der Preußischen Akademie der Wissenschaften und 1888 der Göttinger Akademie der Wissenschaften.[3] Von Frankreich wurde er 1893 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.[4] In den Jahren 1897/1898 war er Präsident der American Mathematical Society. 1908 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Rom (La théorie du mouvement de la lune: son histoire et son état actuel).

Der Asteroid (855) Newcombia, der Mondkrater Newcomb und der Marskrater Newcomb sind nach ihm benannt.

Veröffentlichungen


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Simon Newcomb (Lexikoneintrag). In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Bibliographisches Institut, Leipzig/ Wien 1905-1909. 1909, abgerufen am 9. Juli 2018.
  2. Paul Schlyter: Largest optical telescopes of the world. 10. Dezember 2011, abgerufen am 9. Juli 2018.
  3. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 178.
  4. Simon Newcomb. Abgerufen am 28. März 2014.



Kategorien: Astronom (19. Jahrhundert) | Mathematiker (19. Jahrhundert) | Hochschullehrer (Johns Hopkins University) | Hochschullehrer (Washington, D.C.) | Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) | Träger der Copley Medal | Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) | Mitglied der Royal Society | Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala | Mitglied der Königlichen Physiographischen Gesellschaft in Lund | Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der American Academy of Arts and Sciences | Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen | Mitglied der National Academy of Sciences | Namensgeber für einen Asteroiden | Kanadier | Geboren 1835 | Gestorben 1909 | Mann


Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Simon Newcomb (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Veränderungen: Alle Bilder und die meisten Designelemente, die mit ihnen in Verbindung stehen, wurden entfernt. Icons wurden teilweise durch FontAwesome-Icons ersetzt. Einige Vorlagen wurden entfernt (wie „Lesenswerter Artikel“, „Exzellenter Artikel“) oder umgeschrieben. CSS-Klassen wurden zum Großteil entfernt oder vereinheitlicht.
Wikipedia spezifische Links, die nicht zu Artikeln oder Kategorien führen (wie „Redlink“, „Bearbeiten-Links“, „Portal-Links“) wurden entfernt. Alle externen Links haben ein zusätzliches FontAwesome Icon erhalten. Neben weiteren kleinen Designanpassungen wurden Media-Container, Karten, Navigationsboxen, gesprochene Versionen & Geo-Mikroformate entfernt.


Stand der Informationen: 24.10.2019 05:01:59 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
Beachten Sie auch : Impressum & Datenschutzerklärung.