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Serfaus



Serfaus
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 59,73 km²
Koordinaten: 47° 2′ N, 10° 36′ O
Höhe: 1429 m ü. A.
Einwohner: 1.125 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 19 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6534
Vorwahl: 05476
Gemeindekennziffer: 7 06 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gänsackerweg 2
6534 Serfaus
Website: www.serfaus.gv.at
Politik
Bürgermeister: Paul Greiter (Allgemeine Bürgerliste Serfaus)
Gemeinderat: (2016)
(13 Mitglieder)

13 Allgemeine Bürgerliste Serfaus

Lage von Serfaus im Bezirk Landeck

Serfaus im Sommer
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Serfaus [zɛr'faːʊs] ist eine Gemeinde mit 1125 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) in Tirol, Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Lage

Der Ort liegt im Oberen Gericht etwa 500 m oberhalb des Inntales auf einem flachen nach Süden gerichteten Abhang einer Terrasse, der Sonnenterrasse. Diese Talschulter am Fuß der Samnaungruppe teilt sich die Ortschaft mit den Gemeinden Fiss und Ladis.[1]

Umliegende Berge

Über dem Ort erhebt sich der Grat vom Furgler (3004 m ü. A.) zum Schönjoch (2491 m ü. A.). Talgegenüber liegt der Glockturmkamm mit dem Pfroslkopf (3148 m ü. A.) und talauswärts der Taleingang des Kaunertals und der Kaunergrat mit der Aifnerspitze (2779 m ü. A.), beide Ötztaler Alpen.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat nur eine Katastralgemeinde, Ortschaft und einen Zählsprengel Serfaus.

Nachbargemeinden


See Ried im Oberinntal
Kappl liegt im Paznaun eigentlich südwestlich von See, sein Gemeindegebiet umgreift jenes im Norden, und stößt östlich von See an Serfaus

Geschichte


Die ältesten Funde führen in die Bronzezeit zurück. Eine bronzezeitliche Feuerstelle (vor ca. 3200 Jahren) auf dem Komperdell spricht für die Weidenutzung (Rastplatz für Hirten) oder für einen Jagdplatz. Archäologisch genauer untersucht wurde der Zienerbichl im Südwesten der Gemeinde Serfaus. Die Ergebnisse deuten auf eine spätantike und mittelalterliche Nutzung des Hügels hin.

Einige vorrömische Flurnamen erinnern noch an die frühen Siedler, auch keltische Spuren sind noch zu finden. Antike Geschichtsschreiber bezeichnen die Alpenbewohner des Raumes als Räter. Die Römer eroberten 15 v. Chr. das Gebiet und im Laufe der Zeit vermischten sich Räter und Römer, es entstand das Volk der Rätoromanen. Die rätoromanische Sprache, wie sie noch in Graubünden gesprochen wird, hat sich in vielen Orts-, Weiler- und Flurnamen bis heute erhalten. Ab dem 6. Jh. ließen sich die deutschsprachigen Bajuwaren nieder, etwa ab 1350 vereinzelt auch Walser, was die rätoromanische Sprache allmählich aus dem aktiven Sprachgebrauch verdrängte.[1]

Der Ort selbst wurde im elften Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Von Serfaus aus wurden zum Teil die Orte See und Kappl besiedelt. Die Gemeinde See wurde zudem bis 1891 von der Pfarre Serfaus versorgt, was noch durch den heute vorhandenen Friedhof für die Bürger von See bezeugt wird. Bedeutend war auch die mittelalterliche Wallfahrtskirche von St. Georgen, die zu den ältesten Kirchen des Oberen Gerichtes zählt.

Im späten 19. Jahrhundert kamen wie vielerorts in Tirol die ersten Touristen an. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle des Ortes.

1921 wurde in Serfaus ein Elektrizitätswerk gebaut. Das Wasser wurde von einem Waal durch eine Druckrohrleitung bis ins Maschinenhaus (das heute noch etwas über der Seilbahn steht) geleitet.

1929 wurde eine Schutzhütte der Alpenvereinssektion Rheinland-Köln, das Kölner Haus erbaut.[2] Dadurch wurde der Weg für den ersten Tourismus geebnet.

Am 16. September 1942 kam es in Serfaus zu einem großen Dorfbrand, bei welchem 14 Häuser vernichtet wurden. Es wurden 16 Haushalte mit 89 Personen obdachlos und der geschätzte Schaden betrug ca. 650.000 Reichsmark. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte das Dorf wieder aufgebaut werden. Es wurde jedoch nicht mehr im klassischen Stil eines rätoromanischen Haufendorfes, sondern in wesentlich stärker aufgelockerter Bauweise wieder errichtet.

Das Ortsbild ist heute mit ca. 7.500 Gästebetten stark durch den Tourismus geprägt, während der westliche Ortsteil noch starken rätoromanischen Charakter besitzt.

In den 1970er Jahren wurde die Dorfstraße als einzige Zufahrt zum Skigebiet Komperdell für den Individualverkehr gesperrt, und die Skifahrer mit Bussen zu den Liftanlagen gebracht. Wegen weiterem Anstieg der Gästezahlen wurde daher 1985 die U-Bahn Serfaus eröffnet und später erweitert, die unterirdisch auf einer Länge von 1280 m 3000 Passagiere pro Stunde befördern kann.[3]

Politik


Serfaus war ursprünglich Teil des Gerichtsbezirks Ried in Tirol und wurde nach der Auflösung des Gerichtsbezirks Ried 1978 Teil des Gerichtsbezirks Landeck.

Gemeindevertretung

Es trat bei der Gemeinderatswahl 2016 eine Partei an, die Allgemeine Bürgerliste Serfaus – Paul Greiter.[4] Paul Greiter ist auch Bürgermeister.

Wappen

Serfaus–FissLadis, Gemeindewappen
Serfaus–Fiss–Ladis, Tourismusregion

Beschreibung:

Von Rot und Gold gevierteter Schild, am rechten Obereck eine Sonne, am linken Untereck ein goldenes Steinbockgehörn.

Die Sonne bedeutet die Zugehörigkeit der Gemeinde Serfaus zur Kleinregion Sonnenterrasse. Das Steinbockgehörn gemahnt an das edelfreie Geschlecht der im 13. Jahrhundert genannten Herren von Serfaus, die einen Steinbock im Wappen führten.[5]

Die Verleihung des Wappens erfolgte am 28. Mai 1974.

Regionalpolitik

Die Gemeinde gehört zum Tiroler Planungsverband Sonnenterrasse und zur Tourismusregion Serfaus–Fiss–Ladis. Sitzgemeinde das Planungsverbandes ist Fiss, Obmann der Bürgermeister ebenda, Markus Pale. Sitz des Tourismusverbandes ist Serfaus (Serfaus-Fiss-Ladis Information; er hält auch 80 % der Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH).[6]

Hauptort der Gemeinde


Serfaus (Dorf) (Hauptort der Gemeinde)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Landeck, Tirol
Pol. Gemeinde Serfaus  (KG Serfaus)
Ortschaft Serfaus
Koordinaten 47° 2′ 16″ N, 10° 36′ 26″ O
Höhe 1429 m ü. A.
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Serfaus (70603 000)

Serfaus, von Madatschen
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Nebenbox
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Hauptort der Gemeinde ist das Dorf Serfaus. Es liegt taleinwärts oberhalb von Ried an der Südkante der Sonnenterrasse. Die Talschulter bricht rund um den Ort jäh ab, östlich in der Wand Der Tölder zum Inntal, südlich zum Argebach. Dazwischen schiebt sich ein Sporn ins Inntal.

Die Ansiedlung erstreckt sich über etwas mehr als 1½ Kilometer auf Höhen zwischen etwa 1400–1500 m ü. A. (die Dorfkirche liegt auf 1429 m ü. A.), und damit gleich hoch wie der nordöstlich benachbarte Ort Fiss. Der überwiegende Teil der Einwohnerschaft der Gemeinde lebt im Dorf.

Nachbarorte


Samnaun (Gem. Serfaus u. Fiss) Fiss (Gem. Fiss)

Feld
St. Zeno St. Christina (Gem. Ried i.O.)
Madatschen St. Georgen Steinbrücken (Gem. Tösens)
Die zerstreuten Häuser des Schigebiets

Wirtschaft und Infrastruktur


Tourismus

Schon seit vielen Jahrzehnten prägt der Tourismus, insbesondere der Wintertourismus, den Ort in der Region Serfaus–Fiss–Ladis. Serfaus ist mit 7.500 Gästebetten der tourismusstärkste Ort im Oberen G'richt. Neben Ischgl, Sölden und St. Anton am Arlberg zählt Serfaus mittlerweile zu den bekanntesten Tourismusregionen in Tirol – dies ist nicht zuletzt auf den Tourismusverband Serfaus–Fiss–Ladis zurückzuführen, der die örtlichen Skigebiete zusammenfasst.

Im Tourismusjahr 2006 verbuchte Serfaus eine Übernachtungszahl von 892.264, was einen Zuwachs von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Serfaus liegt somit auf Rang 5 der Tiroler Gemeinden, was die Übernachtungszahlen betrifft. Bezirksweit bedeutet dies Rang 3 hinter Ischgl und St. Anton am Arlberg. Pro Einwohner sind dies umgerechnet 757 Übernachtungen. Dies ist tirolweit der Spitzenwert.

Serfaus hat sich in den letzten Jahren zu einem bevorzugten Urlaubsort für orthodoxe Juden aus Israel und anderen Ländern entwickelt. Einige Hotels und Supermärkte haben sich auf deren Bedürfnisse, etwa koscheres Essen, eingestellt.[7]

Bergbahnen

Serfaus ist Ausgangspunkt der Komperdellbahn, die das Skigebiet erschließt, welches bis auf 2820 m Höhe reicht.

U-Bahn

Durch den Ort führt unterirdisch als seilzugbetriebene Luftkissenschwebebahn die U-Bahn Serfaus. Sie verbindet mit zwei Kabinen den Parkplatz am Ortseingang über die Stationen Kirche und Zentrum mit der Bergbahnstation. Die 1985 eröffnete Bahn entlastet den Ort vom Individualverkehr und den Skibussen.[8] Sie ist die drittkürzeste U-Bahn weltweit. Zwischen den Jahren 2017 und 2019 wurde eine grundlegende Erneuerung durchgeführt und ihre Kapazität auf 3000 Passagiere pro Stunde verdoppelt.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Serfaus

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur


Weblinks


Commons: Serfaus  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. a b Lit. Robert Klien: Serfaus. 2002.
  2. Kölner Haus , abgerufen am 4. November 2015
  3. Verkehr: Erneuerte Serfauser U-Bahn eröffnet. In: tirol.orf.at. 13. Juli 2019, abgerufen am 13. Juli 2019.
  4. [1], serfaus.gv.at
  5. Begründung wörtlich; Gemeindewappen , serfaus.gv.at
  6. Impressum , serfaus-fiss-ladis.at;
    Firma Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH in Serfaus . Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  7. Nicht ganz koscher Süddeutsche Zeitung Magazin Ausgabe 44/2010
  8. Dorfbahn Serfaus auf YouTube, vom 6. März 2008
  9. Verkehr: Erneuerte Serfauser U-Bahn eröffnet. In: tirol.orf.at. 13. Juli 2019, abgerufen am 13. Juli 2019.
  10. Dehio Tirol 1980
  11. https://www.meinbezirk.at/landeck/c-leute/franz-greiter-90-jahre-und-noch-kein-bisschen-leise_a3388440, abgerufen am 16. Mai 2019.



Kategorien: Gemeinde in Tirol | Ort im Bezirk Landeck | Serfaus | Samnaungruppe | Ort am Inn | Ersterwähnung im 11. Jahrhundert



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Serfaus (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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