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Schwiesau

Schwiesau
Stadt Klötze
Koordinaten: 52° 35′ 49″ N, 11° 15′ 29″ O
Höhe: 80 m
Fläche: 14,58 km²[1]
Einwohner: 353 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039085
Schwiesau - Blick aus südlicher Richtung
Schwiesau
Lage von Schwiesau in Sachsen-Anhalt

Schwiesau ist ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Schwiesau ist ein nach Norden und Osten erweitertes Rundplatzdorf in der Altmark.[1] Es liegt 7 Kilometer östlich von Klötze, unweit der B 71 in Richtung Salzwedel, im Landschaftsschutzgebiet „Zichtauer Berge und Klötzer Forst“. Der Kakerbecker Mühlenbach fließt südwestlich des Ortes nach Norden an der Schwiesauer Heide vorbei in das Naturschutzgebiet Jemmeritzer Moor.[3] Früher wurde das Flüsschen nur Bäke (Bach) genannt.

Geschichte


Schwiesau wurde im Jahr 1301 zum ersten Mal urkundlich als Zuisowe erwähnt,[4] als die Markgrafen Otto, Konrad und Johann dem Kloster Neuendorf bisherige Besitzungen des Ritters von Buzt in Schwiesau schenkten.

Im Jahr 1588 wurde die Roggenernte des Orts durch Hagel zerstört. Der Schaden war so groß, dass das benachbarte Amt Klötze, für die im Gebiet des Amtes durch Schwiesau angepachtete Weiden, die Haferpacht in Höhe von 60 Scheffeln erließ.[5]

Weitere Nennungen sind 1494 Swißow, 1543 Schwyssou, 1646 Zwisau, 1687 Schwiesow[1] sowie schließlich 1804 Schwiesau.[6]

Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens leitet den Namen vom wendischen swestka für Zwetschge ab. Der Ort hieße übersetzt also Zwetschgenplatz.[7] Johannes Schwarz meint, der Name könnte auch von swina für Schwein kommen, also Schweineflur oder Schweineau bedeuten.[8]

Eingemeindungen

Schwiesau gehörte früher zum Salzwedelischen Kreis und kam 1816 zum Landkreis Gardelegen. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Schwiesau dem Kreis Gardelegen zugeordnet. Seit dem 1. Juli 1994 gehört Schwiesau zum Altmarkkreis Salzwedel.[9]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Schwiesau am 13. Januar 2009, dass die Gemeinde Schwiesau in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[10][11]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Schwiesau wurde Schwiesau Ortsteil der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Schwiesau wurde ein Ortschaftsrat mit drei Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 142
1774 158
1789 173
Jahr Einwohner
1798 168
1801 168
1818 200
Jahr Einwohner
1840 317
1864 441
1871 448
Jahr Einwohner
1885 488
1892 508
1895 521
Jahr Einwohner
1900 502
1905 506
1910 522
Jahr Einwohner
1925 519
1939 500
1946 724
Jahr Einwohner
1964 512
1971 504
1981 452
Jahr Einwohner
1993 462
2017 328
2018 353

Religion


Die evangelischen Christen der Kirchengemeinde Schwiesau gehörten früher zur Pfarrei Breitenfeld[12] und gehören heute zum Pfarrbereich Klötze[13] im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik


Bürgermeister

Letzter Bürgermeister war Helmut Fuchs[14].

Wappen

Blasonierung: „Im schwarzen, golden flankierten Schild eine steigende, nach links gewendete, golden bekrönte und bezungte silberne Schlange; die Schildflanken belegt mit je einem blühenden roten Mohnstengel.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge

Die Flagge von Schwiesau ist Schwarz - Weiß - Schwarz gestreift, deren breiterer Mittelstreifen mit dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Schwiesau belegt ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Sport

Der Sportverein Schwalbe Schwiesau (von 1951 bis 1990: Traktor Schwiesau) wurde 1920 gegründet. Die 1. Fußball-Herrenmannschaft spielt in der Kreisoberliga Salzwedel.

Wirtschaft und Infrastruktur


Die Agrargemeinschaft Schwiesau GmbH bewirtschaftet eine Fläche von etwa 750 Hektar, baut Getreide, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln an und betreibt Milchproduktion. Der Betrieb wurde 1991 als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet.[18]

Literatur


Einzelnachweise


  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1473–1477.
  2. Stadt Klötze, Einwohnermeldeamt: Einwohnerbestand am 31.12.2018. 9. Januar 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 377, XX (Digitalisat http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038~SZ%3D00385~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Corrie Leitz in 1258-2008, 750 Jahre Breitenfeld, Festschrift, Gemeinde Breitenfeld (Herausgeber), Block-Verlag Kremkau 2008, ISBN 978-3-934988-66-8, Seite 83
  6. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Hrsg.: Berlin. Band 1, 1804, S. 385 (Digitalisat http://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00407~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308 , S. 202.
  8. Johannes Schwarz: Schwiesau: Zwetschgenplatz oder Schweineau? 2001, abgerufen am 30. März 2019.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360.
  10. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 36–38 (Memento des Originals vom 14. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 397 kB)
  11. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  12. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7 , S. 61 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 29. März 2019]).
  13. Pfarrbereich Klötze. Abgerufen am 29. März 2019.
  14. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bürgermeisterwahl am 24. Februar 2008
  15. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 439.
  16. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Schwiesau auf www.denkmalprojekt.org. 1. April 2018, abgerufen am 30. März 2019.
  17. Datenbank der bekannten Flurdenkmäler mit geschichtlichen Anmerkungen und einer Sammlung von Sagen und Überlieferungen. Schwiesau auf suehnekreuz.de. Abgerufen am 30. März 2019.
  18. Wolfram Weber: Die Anfangsjahre waren wilde Jahre. Als LPG gegründet: Agrargemeinschaft Schwiesau GmbH feiert 25-jähriges Bestehen. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Klötze. 6. Juni 2016 (az-online.de ).



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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Schwiesau (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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Stand der Informationen: 21.10.2019 09:40:47 CEST - Wichtiger Hinweis Da die gegebenen Inhalte zum angegebenen Zeitpunkt maschinell von Wikipedia übernommen wurden, war und ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.org nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein oder Fehler in der Darstellung vorliegen, bitten wir Sie darum uns per zu kontaktieren: E-Mail.
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