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Schutzweg (Österreich)


Der Schutzweg in Österreich, auch Fußgängerübergang, ist eine Querungsanlage auf Straßen für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Ein Schutzweg ist gemäß § 2 Abs. 1 Z 12 StVO 1960 „ein durch gleichmäßige Längsstreifen (sogenannte ‚Zebrastreifen‘) gekennzeichneter, für die Überquerung der Fahrbahn durch Fußgänger bestimmter Fahrbahnteil“. Neben diesem, in der Regel mit weißen Längsstreifen quer über die Fahrbahn markierten, Zebrastreifen, „bei dem ständig betriebene Lichtzeichen zur Regelung des Verkehrs oder zur Abgabe blinkenden gelben Lichtes nicht vorhanden sind“, ist das entsprechende Verkehrszeichen Kennzeichnung eines Schutzweges (§ 53. Die Hinweiszeichen) anzubringen.

Da zwischen Gehsteig und Fahrbahn in den meisten Fällen ein Niveauunterschied (Stufe) besteht, wird die Bordsteinkante an Fußgängergängen in der Regel abgesenkt oder abgeschrägt, um ein leichteres Überqueren auch mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Handkarren zu ermöglichen. Im Unterschied zu einer Fußgängerüberführung oder einer Fußgängerunterführung quert ein Schutzweg die Fahrbahn immer auf deren Niveau, in verkehrsberuhigten Straßen aufgedoppelt auf Gehsteighöhe.

Inhaltsverzeichnis

Kennzeichnung, Rechtsgrundlage


Der Schutzweg ist durch weiße Linien mit einer Breite von 0,5 Meter in Längsrichtung der Fahrbahn gekennzeichnet und hat eine Regelbreite von 3 Metern.[1]

Die Beschaffenheit und Anbringungsart ist in bundesländerspezifischen Richtlinien festgelegt, die überall ähnlich sind.[2]

Außerdem muss der Schutzweg durch das Hinweiszeichen Kennzeichnung eines Schutzweges (§ 53 Abs. 1 lit. 2a und 2c StVO) gekennzeichnet werden, sofern er nicht durch gelbe Blinklichter am Rand oder über der Fahrbahn kenntlich gemacht wird oder durch Lichtzeichen geregelt ist (Ampelregelung). Auch bei geregelten Kreuzungen ist keine zusätzliche Kennzeichnung notwendig. Er kann zusätzlich durch das Gefahrenzeichen Schutzweg vorangekündigt werden. Schutzwege vor Schulen werden temporär oft zusätzlich durch Polizisten oder Schülerlotsen gesichert, um Schülern eine problemlose Benutzung des Schutzweges zu ermöglichen. Das Verhalten von Fahrzeuglenkern vor einem Schutzweg ist im § 9 Abs. 2 StVO, das Verhalten von Fußgängern – und damit auch das Queren der Fahrbahn auf Schutzwegen – ist in § 76 StVO geregelt.

Ähnlich in der Kennzeichnung sowie den Geboten und Verboten ist auch die Radfahrerüberfahrt, sozusagen ein Schutzweg für Radfahrer.

Im ersten Halbjahr 2006 stieg die Anzahl der Unfälle mit Kindern auf Schutzwegen in Österreich um bis zu 55 % an. Experten standen vor einem Rätsel, wie es in so kurzer Zeit zu so einem enormen Anstieg kommen konnte, zumal in den vorangegangenen Jahren einiges in die Sicherheit investiert worden war. Manche Experten sprachen von einem negativen Einfluss durch Licht am Tag, welches in Österreich von 15. November 2005 bis 31. Dezember 2007 für Kraftwagen Pflicht war. 2010 fanden Versuche mit Videoüberwachung von Schutzwegen in Wien statt,[3] 2006 mit blinkenden LED Lane-Lights in Graz zur Erhöhung der Aufmerksamkeit der Autofahrer.[4]

Gebote


Verbote


Ansätze zur Erhöhung der Verkehrssicherheit


Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, werden immer wieder Versuche gestartet die Wahrnehmbarkeit der Schutzwege zu verbessern:

Weblinks


Wiktionary: Zebrastreifen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Schutzweg in Österreich  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Richtlinie für Schutzwege (Memento vom 12. Juni 2012 im Internet Archive) (PDF; 2,2 MB) für das Bundesland Salzburg, abgerufen am 14. November 2019.
  2. Schutzwegrichtlinie (Memento vom 19. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 471 kB) des Bundeslandes Steiermark vom Jahr 2011, abgerufen am 14. November 2019.
  3. Wien: Erster Schutzweg mit Videoüberwachung. In: DiePresse.com. 7. Juni 2010, abgerufen am 27. November 2012.
  4. Michael Möseneder: Vierzig Prozent der Lenker ignorieren Schutzweg. In: derStandard.at. 8. Juni 2010, abgerufen am 27. November 2012.
  5. Fußgängerübergang. In: Website der Fahrschule Fürböck (Mödling), ohne Datum, abgerufen am 14. Jänner 2020.
  6. Linz bekommt ersten 3D-Zebrastreifen Österreichs. Eine optische Täuschung soll die Aufmerksamkeit der Autofahrer für Fußgänger erhöhen. (Mit Einbindung von YouTube-Videos der 3D-Zebrastreifen in Linz und dem isländischen Ísafjörður.) In: Die Presse/APA, 17. November 2017, abgerufen am 18. Jänner 2020.
  7. Gerhard Repp per Quelle Land Kärnten: Forschungsprojekt „3D-Zebrastreifen“ wird gemeinsam mit KFV in Partnerstädten Klagenfurt und Villach umgesetzt. In: Regionews.at, 22. November 2017, abgerufen am 18. Jänner 2020.
  8. Rote Querungshilfen. In: Website der Fahrschule Fürböck (Mödling), ohne Datum, abgerufen am 14. Jänner 2020.









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Stand der Informationen: 23.02.2021 07:35:12 CET

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