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Schrägaufzug

Ein Schrägaufzug ist allgemein ein Personen- und Lastenaufzug mit geneigter Fahrbahn, eingerichtet für die Überwindung einer Höhendistanz. Der Begriff wird in technischer und in rechtlicher Hinsicht unterschiedlich verwendet:

Inhaltsverzeichnis

Juristische Abgrenzung


Juristisch gesehen liegt der wesentliche Unterschied zwischen der Aufzugs-Form und der Standseilbahn-Form des Schrägaufzugs in der jeweils anzuwendenden Richtlinie bzw. Verordnung:

Für den Benutzer ist oft kaum erkennbar, ob er rechtlich gesehen mit einem Aufzug mit geneigter Fahrbahn (Schrägaufzug) oder mit einer Standseilbahn fährt. Sowohl Aufzüge mit geneigter Fahrbahn (siehe Beispiele Hohenwerfen, Koblenz, Oberstdorf etc.), als auch Standseilbahnen können sowohl in geschlossenen Gebäuden wie in offenem Gelände verlaufen. Sowohl Aufzugsrichtlinie als auch Seilbahnverordnung erlauben öffentlichen Personentransport.

Technik


Sicherheitskonzept (gem. EN 81-22)[2]

In der Aufzugsrichtlinie[3] sind folgende Sicherheitsbauteile definiert, die die Grundlage des Sicherheitskonzepts für Schrägaufzüge bilden:

  1. Verriegelungseinrichtungen der Fahrschachttüren;
  2. Einrichtungen die einen Fall oder unkontrollierte Bewegungen des Fahrkorbs verhindern;
  3. Geschwindigkeitsbegrenzer;
  4. Puffer;
  5. Sicherheitseinrichtungen an Zylindern der Hydraulikhauptkreise, wenn sie als Einrichtung zur Verhinderung eines Falls verwendet werden;
  6. elektrische Sicherheitseinrichtungen in Form von Sicherheitsschaltungen mit elektronischen Bauelementen.

Aufzüge sind heute aufgrund hoher Sicherheitsanforderungen mit einem Sicherheitssystem versehen, das Abweichungen vom Normalbetrieb, wie z. B. zu hohe Geschwindigkeiten oder gar ein Abstürzen der Aufzugkabine, selbst dann verhindert, wenn alle Tragseile reißen sollten.

Zudem sind die Aufzugkabinen in seilaufgehängten Konstruktionen durch mindestens zwei parallel laufende Seile aufgehängt. Die Seile sind derart dimensioniert, dass der Bruch eines oder mehrerer Seile nicht zum Absturz führt. Bei einem Personenaufzügen mit nur zwei Tragseilen ist gemäß EN 81-22 eine 16-fache Seilsicherheit erforderlich. Das heißt, dass ein Aufzug ohne Weiteres mit nur einem Seil den beladenen Fahrkorb sicher halten könnte.

Wichtig ist auch, dass die Treibfähigkeit des Systems Seil/Treibscheibe richtig ausgelegt ist. Bei zu hoher Treibfähigkeit kommt es zu übermäßigem Verschleiß der Seile. Bei zu niedriger Treibfähigkeit können die Seile durchrutschen (Schlupf), so dass der Fahrkorb nicht ordnungsgemäß anfahren, abbremsen oder auf seine normale Fahrgeschwindigkeit kommen kann. Unter Umständen kommt der Fahrkorb dann nicht exakt auf Höhe der Haltestelle zum Stehen; schlimmstenfalls rutscht der Fahrkorb langsam bis auf den unteren oder oberen Endpunkt hinauf oder hinunter, je nachdem ob Fahrkorb oder Gegengewicht schwerer ist.

Eine zu schnelle Fahrt bis hin zum Auf- oder Absturz der Kabine wird über einen Geschwindigkeitsbegrenzer verhindert. Bei Überschreitung eines Grenzwertes wird elektronisch der Antrieb abgeschaltet und die Kabine mittels Fangvorrichtung zum Stillstand gebremst. Diese Sicherheitsvorrichtung ist unabhängig von anderen Betriebsteilen des Aufzugs und funktioniert selbst bei einem Stromausfall. Bei Auslösung der Fangvorrichtung wird der Aufzugmotor abgeschaltet.

Türen: Schrägaufzüge, sind grundsätzlich mit Kabinen- und mit Schachttüren auszustatten. Damit wird das Einziehen von Gliedmaßen oder ein Verkeilen von Ladegut (z. B. Kinderwagen) an der vorbeiziehenden Außenwand verhindert.

Notruf: Betriebsstörungen von Personenaufzügen können dazu führen, dass die Fahrkorbtüren sich nicht öffnen lassen, z. B. beim „Steckenbleiben“ zwischen zwei Haltestellen. Die im Fahrkorb eingeschlossenen Personen haben in der Regel keine Möglichkeit, sich selbst zu befreien. Daher ist bei Aufzügen, die ab 1999 errichtet wurden eine Notruftaste im Fahrkorb vorhanden, die den Aufzugswärter über die Störung verständigt.

Das Sicherheitskonzept beim Schrägaufzug gem. Aufzugsrichtlinie erlaubt einen vollautomatischen Betrieb ohne Betriebspersonal (wie z. B. Betriebsleiter oder Maschinist).

Gewisse Bauformen erleichtern den Benutzenden das Stehen, indem der Neigungswechsel mittels Niveauregelungen, die den Fußboden stets waagrecht halten, ausgeglichen wird. Dabei wird der Boden während der Fahrt elektrisch oder hydraulisch verstellt – oder die Kabine fährt auf zwei versetzten Schienen, so dass durch die Lage der Räder die waagrechte Neigung der Kabine auch über Neigungsänderungen beibehalten wird (siehe Minifunic).

Um den Strombedarf dieser Systeme möglichst niedrig zu halten wird bei Schrägaufzügen meist ein Gegengewicht eingesetzt. Die Anordnung des Antriebes kann sowohl oben wie auch unten erfolgen.

Listen von Schrägaufzügen (unvollständig)


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Weblinks


Commons: Schrägaufzüge  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Walter Hefti: Schienenseilbahnen in aller Welt. Birkhäuser Verlag Basel und Stuttgart 1975, ISBN 3-7643-0726-9, Seite 34
  2. Harmonisierten Normen im Sinne der Harmonisierungsrechtsvorschriften der EU .
  3. Richtlinie 2014/33/EU über Aufzüge .
  4. Liftdatenbank
  5. Information zum Schrägaufzug – Aktuelles – Ostseebad und Kneippkurort Göhren auf Rügen. In: www.goehren-ruegen.de. Abgerufen am 24. August 2016.
  6. Zürich Hauptbahnhof Tiefbahnhof Gleis 31/32 – Gleis 4/5 . Abgerufen am 8. Oktober 2015.
  7. Blue Mountain – Erlebniswelt. In: Australien Journal :: Reisen – Abenteuer – Wissen. Abgerufen am 20. September 2009.



Kategorien: Aufzugsbauart | Schrägaufzug

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Schrägaufzug (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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