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Schloss Friedrichstein (Ostpreußen)

Schloss Friedrichstein war ein Schloss im Kreis Königsberg-Land (1939–1946 Landkreis Samland), im Pregeltal, 20 Kilometer östlich von Königsberg in Ostpreußen, heute Kamenka im Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen), Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen), Russland).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Bis zum 2. September 1666 war die Familie zu Waldburg in Friedrichstein ansässig. Friedrich zu Waldburg ließ ein adliges Wohnhaus errichten und der Ort wurde Friedrichstein genannt. Nach dem Tod des Freiherrn zu Waldburg 1625 und der weiterführenden Bewirtschaftung durch seine Witwe Maria von Waldburg geborene von Kreutzen bis zu ihrem Tod 1642 war die wirtschaftliche Lage der Besitzung nicht gut. Friedrichstein musste verkauft werden. Das Gut hatte damals eine Größe von etwa 450 Hektar.

Am 2. September 1666 gab der Große Kurfürst seine Zustimmung zum Kauf des Gutes durch Friedrich Graf von Dönhoff (1639–1696), Kammerherr des Kurfürsten und Oberstleutnant. Von 1666 bis 1945 waren nunmehr Schloss und Fideikommiss (1859–1919) im Besitz der Grafen von Dönhoff, die bis 1945 das Kirchenpatronat über die Kirche Löwenhagen (Ostpreußen) innehatten.

Im Winter des Jahres 1709 zerstörte eine Feuersbrunst das damalige Gutshaus. Der Neubau wurde unter Otto Magnus Graf von Dönhoff 1709 bis 1714 nach Plänen des Barockarchitekten Jean de Bodt[1] und unter der Bauleitung von John von Collas[2] errichtet.

Die Größe und Qualität des Baues entsprach dem Wunsch des Königs Friedrich I. Das 1701 neu gegründete Königreich Preußen sollte aus Gründen kultureller Repräsentation mit einigen prächtigen Barockschlössern versehen werden, daher entstanden im Wettbewerb untereinander fast gleichzeitig auch die Schlösser Dönhoffstädt (Grafen Dönhoff), Finckenstein (Grafen Finck von Finckenstein), Schlobitten und Schlodien (Grafen Dohna) und Capustigall (Grafen Waldburg), von denen heute nur noch Dönhoffstädt existiert.

Das Schloss hatte 19 Achsen, einen zweigeschossigen Mitteltrakt, Seitenrisalite an der Hof- und Gartenseite sowie zentrale Risalite, ein hohes Kellergeschoss und ein Mansardendach. Die Hofseite hob ein Portikus in ionischer Ordnung, an der Gartenseite war eine analoge Außenloggia. Diese Seite war zu einem langgezogenen Teich (russisch: Prud) ausgerichtet, wohl einem alten Pregelteich.

In Friedrichstein befand sich bis zuletzt eine um 1630 in Brüssel entstandene wertvolle Serie von Wandteppichen mit Darstellungen aus dem Leben Alexanders des Großen, nach Entwürfen von Jacob Jordaens.

Das Kant-Denkmal von Christian Daniel Rauch in Königsberg wurde 1944 in den Park von Friedrichstein gebracht, dann vergraben. Es ist seitdem verschollen. Das seit 1992 in Königsberg stehende Denkmal ist eine Replik.

Das Schloss wurde im Januar 1945 von der Roten Armee in Brand gesetzt. Die verbliebene Ruine wurde 1957 zum großen Teil abgetragen. Mauerreste standen noch bis in die 1980er Jahre, einige Fragmente sind heute noch erkennbar. Hier steht heute ein Café.

Schloss Friedrichstein ist der Geburtsort der Journalistin und Publizistin Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002). Ihr Bruder Dietrich Graf von Dönhoff († 1991 auf Gut Schwebda in Hessen) war von 1942 bis zur Flucht letzter Besitzer des Gutes; sie selbst lebte zuletzt bei ihrem Bruder Christoph in Quittainen.

Bedeutende Teile der ursprünglichen Ausstattung sowie des Familienarchivs wurden vor 1945 in den Westen evakuiert und befinden sich heute teilweise auf Schloss Schönstein in Wissen (Sieg).

Literatur


Weblinks


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Anmerkungen und Belege


  1. Er war der Architekt u. a. des Zeughauses in Berlin.
  2. wie bereits in Dönhoffstädt (Kreis Rastenburg, heute polnisch: Drogosze) und Schlodien (Kreis Preußisch Holland, heute polnisch: Gładysze)




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