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Schlacht bei Teugn-Hausen




Schlacht bei Teugn-Hausen
Teil von: Fünfter Koalitionskrieg

Schlacht bei Teugn-Hausen
Datum 19. April 1809
Ort Teugn, Bayern
Ausgang Sieg der Franzosen
Konfliktparteien

Osterreich Kaisertum Österreich

Frankreich 1804 Frankreich
Königreich Bayern Bayern

Befehlshaber

Osterreich Kaisertum Karl von Teschen
Osterreich Kaisertum Friedrich von Hohenzollern-Hechingen
Osterreich Kaisertum Franz von Rosenberg

Frankreich 1804 Napoleon Bonaparte
Frankreich 1804 Louis Davout
Frankreich 1804 Louis Montbrun
Frankreich 1804 François Lefebvre

Truppenstärke
35.300 Mann 39.600 Mann
Verluste

5.346 Mann

4.460 Mann

Die Schlacht bei Teugn-Hausen (Thann und Hausen)[1] fand am 19. April 1809 während des Fünften Koalitionskrieges statt. An der Schlacht waren Truppen des französischen Marschalls Louis-Nicolas Davout und die österreichische Armee unter Erzherzog Karl beteiligt. Die Schlacht war der Auftakt eines fünf Tage dauernden Feldzugs, der mit der französischen Erstürmung von Regensburg am 23. April endete.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte


In den frühen Morgenstunden des 10. April 1809 überquerte Erzherzog Karl den Inn und marschierte in Bayern ein, während gleichzeitig Erzherzog Johann die italienische Grenze mit seiner österreichischen Italienarmee passierte. Diese gleichzeitige Offensive bedeutete den Beginn des Fünften Koalitionskrieges. Das Ziel der Österreicher war vor allem die Rückgewinnung der nach dem Krieg von 1805 verlorenen Gebiete und die Vertreibung der Franzosen aus Mitteleuropa, während ein großer Teil der französischen Armee durch den Krieg in Spanien jenseits der Pyrenäen gebunden war.

Obwohl der Krieg sich schon seit Beginn des Jahres andeutete, hatte Kaiser Napoleon nicht erwartet, dass die Österreicher schon so früh den Krieg erklären würden. Deshalb kam es in den ersten Wochen des Feldzugs auch zu einigen Rückschlägen für die Franzosen. Sobald Napoleon aber die Nachricht erhielt, dass die österreichische Armee schon in Bayern und Italien eingedrungen sei, eilte er aus Paris herbei und übernahm am 16. April selbst den Oberbefehl über die „Armee von Deutschland“, die seit Anfang April stellvertretend vom major-général der Armee (Generalstabschef), Marschall Berthier, geführt worden war. Da im Frühjahr 1809 ein großer Teil der kaiserlich-französischen Armee im Krieg in Spanien stand, setzten sich die Truppen, die Napoleon in Süddeutschland versammelt hatte, zu einem beträchtlicher Teil aus Truppen der Rheinbund-Staaten zusammen.[2]

In der Zwischenzeit setzten die Österreicher ihren Vorstoß durch Bayern fort und trieben die bayerische Armee über die Isar bis an die Abens zurück. Das (3.) Armeekorps unter Marschall Davout, das mit mehr als 60.000 Mann in der Oberpfalz bei Regensburg biwakierte, wurde durch den österreichischen Angriff und den nachfolgenden Vorstoß bis fast an die Donau überrascht, dass es dadurch fast von der französischen Hauptarmee am Lech isoliert war.

Am 16. April fügte Erzherzogs Johann der französischen „Italienarmee“ unter dem Vizekönig von Italien eine Niederlage in der Schlacht von Sacile zu.

Die Schlacht


Als Erzherzog Karl erfuhr, dass Marschall Davout isoliert bei Regensburg stand, wollte er ihn getrennt von der französischen Armee einzeln schlagen. Mit dem Rücken zum Fluss würde eine Niederlage in der vollständigen Auflösung von Davouts Heer enden. Diese Gelegenheit, eines der französischen Armeekorps an der Donau vernichten zu können, wollte der österreichische Generalissimus nicht ungenutzt lassen und beauftragte drei seiner Korps, Marschall Davout zu schlagen.[3] Diese marschierten daraufhin in drei getrennten Kolonnen in Richtung Regensburg.

Mittlerweile hatte Davout aber von Napoleon bereits den Befehl erhalten, nach Neustadt an der Donau zu marschieren, um sich mit der französischen Hauptarmee zu vereinen. Davout ließ daher am frühen Morgen des 19. Aprils seine Truppen entlang der Donau nach Westen marschieren und versuchte, dadurch die Bayern und andere französische Einheiten zu erreichen.[4]

Durch Patrouillen rechtzeitig gewarnt, stellte Marschall Davout sich mit zwei seiner fünf Divisionen auf dem bewaldeten Höhenrücken zwischen den Dörfern Teugn und Hausen (den Kühberg) auf und ließ das davor liegende Dorf Hausen besetzen. Seine anderen Divisionen und die Bagagen marschierten weiter in Richtung Abensberg. Etwa um 11 Uhr stieß das III. österreichische Korps unter Feldmarschalleutnant Prinz von Hohenzollern-Hechingens auf die dem Höhenzug postierten Divisionen von Davouts, wobei sie zuerst auf die Division von General Comte Saint Hilaires stieß. Nach kurzer Zeit eroberten die Österreicher das Dorf. Ihr Versuch den Höhenrücken zu erstürmen, scheiterte aber auch nach dem dritten Anlauf, da in dem dichten Wald kaum Artillerie zur Unterstützung des Angriffs eingesetzt werden konnte.[5] Fast gleichzeitig war das IV. österreichische Armeekorps unter Feldmarschalleutnant Fürst Rosenberg bei Dünzling auf die verstärkte Kavalleriedivision von General Montbrun gestoßen, welche die Österreicher nach einem längeren Gefecht zurückwarfen.[6]

Da dieses Gefecht noch andauerte, zögerte Erzherzog Karl, als Prinz Hohenzollern um Unterstützung bat, die in der Nähe aufgestellten Grenadiere der Reserve zu schicken. Die dichte Bewaldung behinderte jedoch nicht nur die Kommunikation zwischen den einzelnen Verbänden, sondern auch die Aufklärung darüber, wo die feindlichen Einheiten standen. Als der Erzherzog die Nachricht erhielt, zögerte er deshalb, seine Reserven ohne weitere Informationen einzusetzen.[7] Dadurch ließ der Erzherzog die Gelegenheit verstreichen, die beiden Divisionen von Davout zu schlagen. Erst gegen Abend schickte er ihm zusätzlich Truppen des IV. Armeekorps, um Davout anzugreifen, aber dieser hatte mittlerweile eine seiner Divisionen, die auf dem Marsch zur Abens waren, zurückrufen lassen.

Davouts überlegenes militärisches Können, die gute Qualität seiner Truppen und die Gunst seiner starken Stellung führte dazu, dass schließlich auch der dritte Sturmversuch der österreichischen Truppen auf die Höhen erfolglos blieb, obwohl sie an einigen Stellen sogar bis den Waldrand nördlich des Höhenrückens vorgestoßen waren. Allmählich drängten die Franzosen dann das III. Armeekorps wieder in Richtung Hausen zurück. Die Schlacht endete um 18 Uhr, als ein starker Gewitterregen jegliche Aktionen unterband. Beide Seiten verloren jeweils etwa 3.000 Mann.[8]

Alleine schon dadurch, dass es Marschall Davout gelang, seine Position bei Hausen zu behaupten, ermöglichte er es seinem 3. Korps, wieder Kontakt zu den bayerischen Truppen unter Lefebvre bei Abensberg aufzunehmen. Daher wird die „Schlacht von Thann“[9] in der französischen Literatur als großer Sieg gefeiert. Dadurch war auch die Verbindung zur französischen Hauptarmee gesichert, die aus Richtung Westen heranmarschierte. Die Schlacht bei Teugn-Hausen war somit eine verpasste Gelegenheit für Erzherzog Karl, die Armee von Napoleon bereits zu Beginn des Feldzugs von 1809 empfindlich zu schwächen.

Beteiligte Formationen


Französische Truppen

Österreichische Truppen[12]

Weblinks


Anmerkungen


  1. In älteren Quellen häufig auch als „Schlacht von Thann“ oder „Schlacht von Thann und Hausen“ bezeichnet (der heutige Name von Thann ist Herrnwahlthann).
  2. Pelet: Kaiser Napoleons Feldzug in Deutschland 1809. Bd. 2, 1824, S. 296ff; K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. Bd. 1, ÖMZ 1862/63 (1865), S. 233.
  3. das III. und IV. Armeekorps und das I. Reservekorps mit zusammen etwa 55.000 Mann (K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. Bd. 1, ÖMZ 1862/63 (1865), S. 212.)
  4. Lossau: Charakteristik der Kriege Napoleons. bd. 3, 1847, S. 28–38.
  5. Schneidawind: Carl, Erzherzog von Österreich. Bd. 2, 1840, S. 107.
  6. Schneidawind: Carl, Erzherzog von Österreich. Bd. 2, 1840, S. 106.
  7. da man im österreichischen Hauptquartier wusste, dass Marschall Davout eigentlich stärker war, als die Truppen vor Hausen und Dünzling, fürchtete deren plötzliches Eintreffen an einer anderen Stelle
  8. Lossau: Charakteristik der Kriege Napoleons. Bd. 3, 1847, S. 50; Schneidawind: Carl, Erzherzog von Österreich. Bd. 2, 1840, S. 108; Smola: Das Leben des Prinzen Friedrich zu Hohenzollern-Hechingen. 1845, S. 159–164.
  9. so der übliche Name der Schlacht in der französischen Literatur, obwohl bei Thann (Herrnwahlthann) damals gar keine Kämpfe stattfanden
  10. die verstärkte Kavalleriedivision unter General Montbrun nahm am Gefecht von Dünzling teil; die übrigen Truppen des Armeekorps marschierten weiter nach Abensberg
  11. Nummerierung innerhalb des Armeekorps
  12. K.K. Generalstab (Hrsg.): Der Feldzug des Jahres 1809 in Süddeutschland. Bd. 1, ÖMZ 1862/63 (1865), S. 240f.
  13. „Positionsartillerie“ war zu jener Zeit in der österreichischen Armee die Bezeichnung für die schwere Feldartillerie (ab 12-Pfünder aufwärts); sie entspricht somit in etwa der damaligen preußischen „schweren Fußartillerie“
  14. die „Divisionen der Vorhut“ hatten eine andere Zusammensetzung als die normalen Armeedivisionen. Es waren in der Regel gemischte Divisionen aus Jägern und Kavallerie, weshalb sie manchmal auch „leichte Division“ genannt werden.
  15. ein Detachement der Division blieb unter General Pfanzelter bei Bachl zurück
  16. 3-Pfünder-Kanonen; entspricht der berittenen Artillerie in Preußen
  17. die Brigade Thierry verblieb bei Abensberg
  18. in Klammern der Name des sogenannten Regimentsinhabers (zu jener Zeit faktisch nur noch ein Ehrentitel)



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