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Schlacht bei Ostrowno



Schlacht bei Ostrowno
Teil von: Napoléons Russlandfeldzug

Schlacht bei Ostrowno, Albrecht Adam 1845
Datum 25. und 26. Juli 1812
Ort Ostrowno, Weißrussland
Ausgang Sieg der Franzosen
Konfliktparteien

Frankreich 1804 Frankreich

Russisches Kaiserreich 1721 Russland

Befehlshaber

Frankreich 1804 Joachim Murat
Frankreich 1804 Étienne de Nansouty

Russisches Kaiserreich 1721 Alexander Ostermann-Tolstoi
Russisches Kaiserreich 1721 Pjotr Konownizyn


Die Schlacht bei Ostrowno am 25. und 26. Juli 1812 war eine Schlacht während Napoleons Russlandfeldzug. Der Kampf zwischen dem französischen IV. Armeekorps und dem russischen 4. Korps wurde trotz Eingreifen einer weiteren russischen Division zugunsten der an Reiterei weit überlegenen Franzosen entschieden.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangslage


General Michail Barclay de Tolly wollte bei Witebsk eine Schlacht riskieren um Napoleon abzulenken und um der 2. Westarmee unter General Fürst P. I. Bagration die Möglichkeit zu verschaffen, die 1. Westarmee zu erreichen. Dabei hoffte er auch die Moral der Truppen zu heben, welche nach vielen taktischen Rückzügen darauf brannte sich mit den Franzosen zu schlagen. Um seinen Truppen im Feldlager bei Witebsk eine Ruhepause zu gönnen und General Bagration Zeit zum Heranführen seiner Truppen zu geben entsandte General Barclay de Tolly das 4. Korps unter dem Befehl von Graf Alexander Ostermann-Tolstoi auf der Hauptstraße von Witebsk nach Westen um die verfolgende französische Kavallerie unter dem König von Neapel, Murat, aufzuhalten.

Beteiligte Truppenformationen

Russische 1. Westarmee unter General Michail Barclay de Tolly

4. Korps unter General-Leutnant Graf Alexander Ostermann-Tolstoy

3. Korps unter Generalleutnant Nikolai Tutschkow

Französische Armee:

IV. Armeekorps unter Eugène Beauharnais Vizekönig von Italien

Teile I. Kavalleriekorps unter General Nansouty

Die Schlacht


Östlich des Dorfes Ostrowno wurde die russische Reiterei von franz. Jägern (16. Regiment) und Husaren (8. Regiment) unter Beteiligung von Kürassiereinheiten des Generals St. Germain zurückgedrängt. Die russische Reiterei erlitt dabei sehr schwere Verluste, 30 % der eingesetzten Truppen waren ausgefallen. Ein unterstützender Infanterieangriff von 10 bis 12 Bataillonen der russischen 11. Division in die linke Flanke der Franzosen konnte durch das rechtzeitige Eingreifen von Truppen der 13. Division unter General Delzons entschärft werden. Bei Einbruch der Dunkelheit zog sich das russische Korps 7 Kilometer in Richtung Kakuwjatschino zurück und wurde von der 3. Division des Generals Konownizyn (Teil des 3. Korps) abgelöst, welches mit der Aufgabe betraut war die Franzosen weiter aufzuhalten.

Diese Einheit verhielt sich überlegter und taktisch klüger als General Ostermann-Tolstoi mit seinem 4. Korps am Tage zuvor. Die bezogenen Stellungen waren gut, den Rücken schützte ein dichter Wald, vor der Front verlief parallel dazu eine Schlucht. Auf den Höhen zwischen der Schlucht und dem Wald postierte General Konownizyn seine Kanonen, die durch das Unterholz geschützt waren. Der Angriff der Franzosen war in diesem Gelände schwierig und verlustreich. Die französische Reiterei griff auf der linken Seite an, rechts davon die Infanterie der 13. Division. Hinter dieser Division folgte mit Abstand die 14. Division als Reserve. Im Weiteren folgten die italienischen Truppen mit dem 2. Jäger-Regiment und die Garde unter General Lechi (zwei Regimenter zu Pferde, fünf Infanteriebataillone) und dem Illyrischen Regiment.

Durch das starke Feuer der russischen Geschütze kam der französische Kavallerieangriff zum Stehen und misslang. Auf der rechten Seite kam der Angriff des 92. Linien-Regiments und eines Schützenbataillons ebenfalls zum Erliegen. Der russische Gegenangriff konnte von frischen französischen Kavallerieeinheiten und dem neu hinzugeführten 106. Regiment zurückgeschlagen werden. Es gelang der russischen 13. Infanterie-Division, sich bei Einbruch der Dunkelheit nach Witebsk zurückzuziehen. Die Verfolgung der Russen durch die Franzosen erfolgte zögernd und bekam erst durch das persönliche Eintreffen von Napoleon den nötigen Schwung. Allerdings waren die dabei zur Verfügung stehenden Truppen zu schwach und wurden durch schweifende Kosakenverbände unter dem Kommando von General Pahlen immer wieder an einem raschen Vormarsch gehindert.

Auswirkungen


Am Abend des 26. Juli traf im Quartier von General Barclay de Tolly eine Nachricht von Bagration ein, welche die Sachlage grundlegend veränderte: Am 23. Juli hatten die Franzosen unter Davout bei Saltanowka die Bemühungen der 2. Westarmee verhindert über Mogiljow nach Norden zu ziehen, um sich mit der Armee von Barclay de Tolly sich zu vereinigen. Dadurch wurde es sinnlos, sich eine Schlacht mit den Franzosen zu liefern. Die Franzosen waren den russischen Truppen in der doppelten Stärke überlegen.

In der Nacht zum 27. Juli wurden die Truppen unter Ostermann und Konownizyn auf das rechte Ufer der Lutschosa zurückgezogen. Am nächsten Tag wurde die russische Nachhut nochmals angegriffen und geschlagen. Barclay de Tolly vermied eine neue Schlacht, ließ den Kampf abbrechen und zog seine Armee in drei Kolonnen nach Rudnia und Smolensk zurück. Erst dort gelang die Vereinigung der beiden russischen Armeen.

Literatur





Kategorien: Schlacht des Russlandfeldzugs von 1812 | Schlacht in der französischen Geschichte | Konflikt 1812 | Weißrussische Geschichte



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