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Schirnding




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Schirnding
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 16,52 km2
Einwohner: 1187 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95706
Vorwahl: 09233
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 147
Marktgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 5
95706 Schirnding
Website: www.schirnding.info
Bürgermeisterin: Karin Fleischer[2][3] (CSU)
Lage des Marktes Schirnding im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Schirnding ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schirnding.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Der Ort liegt am Nordrand des Kohlwaldes im Fichtelgebirge, nahe der Grenze zur Tschechischen Republik. Durch Schirnding fließt die Röslau, ein Zufluss der Eger.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in acht Ortsteile eingeteilt:[4]

Geschichte


Bis zur Gemeindegründung

Der Ort Schirnding wurde erstmals am 8. Oktober 1377 zusammen mit der Familie von Schirnding urkundlich erwähnt. Das ehemalige Amt des hohenzollerschen und 1791 preußisch gewordenen Fürstentums Bayreuth fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zum Königreich Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Ein bedeutender Brennpunkt der örtlichen Geschichte war der sogenannte Schirndinger Pass als natürliche West-Ost-Verbindung ein Durchgang für zahlreiche Heeres- und Handelsstraßen.[5]

Markt

Am 29. Juli 1977 erhielt die Gemeinde den Titel Markt.[6]

Eingemeindungen

Am 1. April 1977 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Ortsteile Dietersgrün, Fischern, Ottenlohe, Raithenbach, Weidighaus der aufgelösten Gemeinde Kothigenbibersbach mit damals etwa 100 Einwohnern eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kam der Hauptort Fischern der gleichnamigen aufgelösten Gemeinde mit damals etwa 50 Einwohnern hinzu.[6] Zum 1. Januar 1995 folgten Teile des aufgelösten gemeindefreien Gebietes Arzberger Forst.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1.805 auf 1.187 um 618 Einwohner bzw. um 34,2 % - zweithöchster prozentualer Einwohnerverlust in Bayern im genannten Zeitraum.

Ort Schirnding

Jahr 1875 1904 1950 1961 1970 1987
Einwohner 471 670 2095 2493 2253 1671

Gemeinde in den heutigen Grenzen

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015 2016 2017 2018
Einwohner 2678 2439 1802 1804 1736 1295 1192 1192 1207 1184 1187

Politik


Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat von Schirnding hat zwölf Mitglieder. Davon gehören sieben der CSU und fünf der SPD an (Stand nach der Kommunalwahl 2020).

Wappen

Das Wappen wurde am 19. Februar 1953 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt. Blasonierung: „In Gold übereinander drei waagrechte gestümmelte schwarze Äste“. Der Ortsteil Fischern verfügt seit 1962 über ein eigenes Wappen.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Schirnding ist Grenzbahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Hier verkehren Nahverkehrszüge der Oberpfalzbahn von Marktredwitz und Regionalexpresszüge der Deutschen Bahn von Nürnberg, jeweils nach Cheb. An der Bundesstraße 303/Europastraße 48 liegt der Grenzübergang Schirnding-Pomezí nad Ohří zur Tschechischen Republik. Die B 303 verläuft nördlich von Schirnding.

Produktionsstandort für Porzellan

Als Urheber der Porzellanindustrie von Schirnding wird 1838 Christian Paul Aecker genannt mit seiner „Aeckerischen Porcellain- und Steingutfabrik“. 1901 eröffnete der aus dem 4,5 Kilometer entfernten Arzberg stammende Lorenz Reichel eine Porzellanmalerei und kurz darauf eine Manufaktur für Weißware, aus der 1909 die Porzellanfabrik Schirnding AG hervorging. 1993 bildeten sich aus der Schirnding AG, der Porzellanfabrik Johann Kronester und der Porzellanfabrik Johann Seltmann Vohenstrauß, die SKV-Porzellan-Union GmbH, in deren Folge sich 1997 der Weißbetrieb und Teile des Buntbetriebes an den Standort Schirnding verlagerte. Im Jahr 2000 wurde das Arzberg-Porzellan-Design gekauft und bis zur Insolvenz im Jahr 2013 produziert.[7]

Gesundheit


Das Landratsamt Wunsiedel (Bayern) hat am 19. März 2020 Ausgangsbeschränkungen für den Ortsteil Neuhaus in Hohenberg an der Eger sowie für den Ortsteil Fischern von Markt Schirnding, ausgesprochen.[8][9] Dies war die zweite Ausgangsbeschränkung in Bayern zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Im Grenzmuseum Schirnding wird die Geschichte der Grenze zwischen Bayern und Tschechien beschrieben.[5]

In der Nähe der Gemeinde liegt der historische Buchbrunnen.


Literatur


Weblinks


Commons: Schirnding  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.schirnding.info/?page_id=99
  3. https://www.karin-fleischer.de/
  4. Bayerische Landesbibliothek Online
  5. a b Chronik der Grenze
  6. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700 und 701.
  7. http://www.porzellanstrasse.de/de/porzellanstrasse/orte/schirnding.html
  8. Landratsamt Wunsiedel: Sonderamtsblatt 07-2020 vom 19. März 2020. (PDF) Abgerufen am 22. März 2020.
  9. Frankenpost: Ausgangssperren für zwei Kommunen im Landkreis Wunsiedel verhängt. Abgerufen am 22. März 2020.



Kategorien: Schirnding | Gemeinde in Bayern | Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge | Ersterwähnung 1377 | Markt in Oberfranken | Gemeindegründung 1818



Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Schirnding (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0


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