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Schienendrehkran

Ein Schienendrehkran ist ein Kran, der drehbar auf einem Schienenfahrzeug montiert ist. Im Bereich der Deutschen Reichsbahn (DR) in der DDR wurde er auch Eisenbahndrehkran (EDK) genannt.

Diese werden hauptsächlich zur Bergung von entgleisten Schienenfahrzeugen oder bei Bauarbeiten an Eisenbahnstrecken eingesetzt, zum Beispiel zur Montage von Gleisen, Weichen und Brücken. Dabei wird der Bauzug häufig auf einem Gleis parallel zur Baustelle eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte


Die ersten Schienenkrane waren mit handbetätigten Winden auf Flachwagen aufgebaut. Ab 1860 gab es auch dampfbetriebene Krane, entwickelt von der britischen Firma Appleby Brothers. In Deutschland wurden erst dreißig Jahre später die ersten Schienen-Dampfkrane hergestellt. Nach 1900 wurden Krane auch so gebaut, dass sie in normale Züge eingestellt werden konnten, was den Transport erleichterte. Alternativ kamen Kranlokomotiven zum Einsatz. Der Dieselantrieb wurde ab 1930 ausprobiert, doch fehlten noch leistungsstarke Dieselmotoren. Erst ab 1960 wurden in Deutschland dieselhydraulische Kräne zum Standard. Bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR gab es auch dieselelektrisch angetriebene Krane. Ab 1960 kamen statt herkömmlicher mit Seilen bewegter Ausleger auch hydraulische Teleskopausleger zur Ausführung. Heute werden nur noch solche Ausleger gebaut.

Bekannte Hersteller von Eisenbahnkranen waren Kirow Leipzig, Krupp-Ardelt, SMS Demag und Leo Gottwald KG.

Gegenwart


Notfallkrane der DB

Heute ist nur noch Weltmarktführer Kirow Ardelt auf diesem Gebiet aktiv. Die Deutsche Bahn setzt moderne Schienendrehkrane der Baureihen 732 und 733 als Notfallkrane ein, diese können Lasten bis zu 160 Tonnen heben.

Gleisbauschienenkrane

Die Kirow Rail Cranes (KRC) von Kirow Ardelt werden auch als Schwerlasthebezeug bezeichnet.[1]

KRC 1200 T Multi Tasker

Der 2016 präsentierte KRC 1200 T Multi Tasker von Kirow Ardelt reist im Zugverband mit bis zu 100 km/h Geschwindigkeit. Die Gegengewichte liegen verschiebbar auf einem Flachwagen und können automatisiert aufgenommen werden. Dank doppeltem Drehkranz kann das Gegengewicht samt Oberwagen in Richtung der Gleisachse verbleiben, während nur der Ausleger um bis zu 30° ausschwenkt. Der Teleskoparm ist unter Last aus- und einfahrbar und kann – etwa bei beengtem Raum – auch horizontal genutzt werden. Die Tragfähigkeit beträgt 250 t, das Lastmoment darf bis 2800 Tonnenmeter erreichen. Vier Abstützungen können bedarfsgerecht auch einzeln verwendet werden. Während der Drehkranz gegen bis zu 180 mm Gleisüberhöhung horizontiert werden kann, bleiben die acht Achsen des Kranwagens selbst am Gleis und können den Kran verfahren.[2]

Kranbalken dienen zum Heben von längeren Lasten an mehreren Stellen zugleich. Solche Balken können mit einem Drehkranz ausgestattet sein, der den Balken mit seiner Last gegenüber dem Kranhaken um die Hochachse verdrehbar macht. Mitunter ist ein gewisses Verschieben der Last durch gegengleiches Teleskopieren der Schenkel des Kranbalkens möglich.[3]

KRC 810 T

Ein etwas kleinerer Typ ist der Gleisbauschienenkran KRC 810 T (Multi Tasker). Daneben gibt es eine Reihe weiterer Schienendrehkrane des Herstellers.

Literatur


Weblinks


Commons: Schienendrehkran  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Kirow. Multi Tasker. Unfalldienst. youtube.com, Kranunion, veröffentlicht 11. August 2016, abgerufen 31. Mai 2018.
  2. Kirow. Multi Tasker. Unfalldienst. youtube.com, Kranunion, veröffentlicht 11. August 2016, abgerufen 31. Mai 2018.
  3. Kranbalken für Kirow Kräne Sersa-Group youtube.com, DLProduktionc, veröffentlicht 16. Dezember 2011, abgerufen 31. Mai 2018.



Kategorien: Bahndienstfahrzeug | Kran

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