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Schaan

Schaan
Fahne Wappen
Staat: LiechtensteinLiechtenstein Fürstentum Liechtenstein
Wahlkreis: Oberland
Gemeindenummer: 7005
Kontrollschild: FL
Postleitzahl: 9494
UN/LOCODE: LI SCN
Koordinaten: 757114 / 226196 Koordinaten: 47° 10′ 5″ N, 9° 30′ 40″ O; CH1903: 757114 / 226196
Höhe: 462 m ü. M.
Fläche: 26,920 km²
Einwohner: 6007 (30. Juni 2018)[1]
Einwohnerdichte: 223 Einwohner pro km²
Ausländeranteil: 38,1 % (30. Juni 2017)[2]
Website: www.schaan.li
Lagekarte von Schaan im Fürstentum Liechtenstein

Schaan ist eine Gemeinde im Oberland des Fürstentums Liechtenstein. Schaan verfügt über vier Exklaven – es ist somit eine fünfgeteilte Gemeinde – sowie zwei Enklaven, die jeweils zu Vaduz und Planken gehören. Mit 6'007 Einwohnern (30. Juni 2018) ist sie die bevölkerungsreichste Gemeinde im Fürstentum und stellt einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort des Landes dar. Im Liechtensteinischen Dialekt wird der Name Schaa ausgesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Gritsch
Guschg
Mittlervalorsch
Plankner Neugrütt
Brunnenegg
Forst
Exklaven (rot) und Enklaven (blau) der Gemeinde Schaan

Schaan stellt die nördlichste Gemeinde des liechtensteinischen Oberlandes dar. Die beiden alten Dorfteile bei der Kapelle St. Peter und bei der Pfarrkirche St. Laurentius (St. Lorenz) liegt auf einem nach Westen in die Rheinebene auslaufenden Rüfeschutthügel des Dreischwesternmassivs. Schaan grenzt im Süden an den Hauptort Vaduz, im Osten an Planken und Triesenberg, sowie im Norden an die Gemeinden Eschen und Gamprin. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zur Schweiz, im Osten wird der Ort von der Bergkette Drei Schwestern beherrscht.

Schaan besitzt vier Exklaven. Brunnenegg und das Plankner Neugrütt sind zwei steile Waldparzellen auf Oberplanken beziehungsweise östlich über Planken. Die beiden Exklaven Gritsch und Guschg/Vorder-/Mittlervalorsch werden alpwirtschaftlich genutzt. Die Enklave Wes gehört zur Gemeinde Planken, die Enklave Forst zu Vaduz.

Alpen

Die Alp Gritsch liegt im südlichen Saminataltal östlich oberhalb der Triesner Alp Valüna. Gritsch ist die höchstgelegene Liechtensteiner Alp und reicht bis zum Naafkopf auf 2570 m ü. M. Sie wurde vermutlich bereits im 14. Jahrhundert vom Kirchspiel Schaan-Vaduz erworben. Ein Schiedsbrief aus dem Jahr 1503 teilte die Nutzung der Alpen Gritsch und Guschg unter den beiden Schaaner Dorfteilen auf. Gritsch wurde dem Dorfteil St. Lorenz, Guschg dem Dorfteil St. Peter zugeteilt.
1935 wurde auf dem Gebiet der Alp Gritsch die Pfälzerhütte errichtet. 1940 fand man auf Gritsch eine im 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. hergestellte Lanzenspitze. Bis ins 20. Jahrhundert besassen die Genossenschaft Gritsch und auch Guschg in Schaan eine eigene Sennerei. Seit 1960 wird nur noch Galtvieh auf Gritsch gesömmert.[3]

Die Kuhalp Guschg befindet sich am östlichen Fuss des Schönbergs und gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Frastanz. 1361 erwarb das Kirchspiel Schaan-Vaduz die Alp von mehreren Eigentümern, die u. a. aus Frastanz, Planken und Rankweil stammten. Wohl schon vor 1503 wurde die Alp von den Bewohnern des Dorteils St. Peter genutzt.
1922 kaufte die Alpgenossenschaft Guschg von Fürst Franz Josef II. ein auf Sass gelegenes Jagdhaus. Es gehört zusammen mit der Alp Guschg zum Hochjagdrevier Sass, das an Private verpachtet wird.[4]

An Guschg grenzt Valorsch mit den Alpen Vorder-, Mittel- und Hintervalorsch. Wegen eines Streits zwischen Vaduz und Schaan wurde 1643 Hintervalorsch abgetrennt. Vorder- und Mittlervalorsch gehören seither zu Schaan, Hintervalorsch zu Vaduz.[5]
→ Hauptartikel: Valorsch

Alp Herkunft des Namens Eigentümerin Fläche insgesamt produktive Weidefläche Alpgebäude Quelle
Gritsch alträt.rom. alp grialits (Widder­alp) (?) Alpgenossen­schaft Gritsch 341,6 ha 106 ha 1897 m ü. M. [3]
Guschg von rät.rom. cusch(a) (Baumstrunk) (?), abgeleiteter Rodungsname Alpgenossen­schaft Guschg 449,8 ha 132 ha Guschg: 1713 m ü. M
Sass: 1646 m ü. M
Stachler: 1440 m ü. M
[4][6]
Vordervalorsch rät.rom. val uors (Bärental) 135,5 ha 28 ha 1371 m ü. M. [5]
Mittlervalorsch Alpgenossen­schaft Gritsch 175 ha 44 ha Under Hötta: 1380 m ü. M.
Ober Hötta: 1579 m ü. M.

Geschichte


Archäologische Funde haben gezeigt, dass Schaan seit über 6000 Jahren besiedelt ist:

Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer unter Augustus das Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein und errichteten die römische Provinz Raetia. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde die Heeresstrasse Mailand–Bregenz erstellt, die über die Luzisteig entlang des rechten Rheinufers verlief, sodass auch in Schaan römische Bauwerke errichtet worden sind.[7] Ebenfalls aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammen zwei römische Legionärshelme, die 1887 bei Grabarbeiten oberhalb von Dux gefunden wurden und wohl als Weihegaben der zwei römischen Legionäre Publius Cavidius Felix und Numerius Pomponius, deren Namen auf den Helmen eingeritzt sind, hier vergraben wurden. Sie befinden sich heute in den Museen von Bregenz und Zürich. Das bedeutendste römische Gebäude auf Gemeindeboden ist ein im Talgrund angelegtes Kastell, das zum Schutz gegen die immer häufiger werdenden alemannischen Einfälle errichtet worden war. Überreste seiner Grundmauern und des Torturms sind bei der St.-Peters-Kirche wieder sichtbar (756969 / 225689 ). Ein Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert, das bei Grabungen im Innern dieser Kirche gefunden wurde, lässt auf eine frühe Christianisierung schliessen.[8] Des Weiteren entstand «Auf Krüppel» oberhalb von Schaan, am Berghang der Dreischwestern-Kette, auf einem Felssporn mit einem kleinen Plateau (60 × 30 Meter) eine befestigte spätrömische Höhensiedlung (758890 / 225730 ). Bei Ausgrabungen fanden sich dort auch ältere Siedlungsspuren aus prähistorischer Zeitstellung.[9]

Die alemannische Besiedlung dokumentieren zahlreiche Grabfunde. Damals bestand Schaan aus zwei voneinander getrennten Teilen: Die romanisierten Räter hatten ihr Zentrum beim St. Peter, während die alemannische Bevölkerung im Gebiet der Specki siedelte. Diese Zweiteilung zeigt sich bis heute im Bestehen zweier Alpgenossenschaften, der nördlich-alemannischen Genossenschaft Gritsch und der südlich-rätoromanischen Genossenschaft Guschg.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde «Scana» in der Mitte des 9. Jahrhunderts in einer Zusammenstellung der kaiserlichen Güter. 965 ging Schaan im Ausgleich auf den Verzicht der Insel Ufenau als Schenkung Ottos des Grossen an das Damenstift Säckingen.

Bevölkerungsentwicklung1
Jahr 1584 1812 1901 1930 1945 1991 2000 20102 20143
Einwohner 393 715 917 1'464 2'048 5'035 5'454 5'799 5'963
2 30. Juni[10]
3 31. Dezember[11]

Wappen



Wappen von Schaan

Das Wappen von Schaan zeigt vorne ein blaues und hinten ein rotes Feld, die durch einen senkrechten silbernen (weissen) Streifen getrennt sind. Im blauen Feld ist eine goldene Ähre zu sehen als Zeichen für die Landwirtschaft, im roten Feld ein vierfach gewellter silberner (weisser) Streifen, der den Rhein symbolisieren soll. Die Farben blau und rot sind die Landesfarben von Liechtenstein. Das Wappen in dieser vereinfachten Form wurde am 26. November 1948 durch Fürst Franz Joseph II. verliehen und ersetzt das ähnliche, aber differenziertere Wappen, das am 12. Juni 1938 von Prinzregent Franz Joseph verliehen worden war.

Infrastruktur


Verkehr

Liechtenstein selbst besitzt keine Autobahnen, allerdings führt die Schweizer A13 entlang der linken Rheinseite. Schaan verfügt mit der Autobahnausfahrt in der St. Galler Gemeinde Buchs über einen Autobahnanschluss in unmittelbarer Nähe.

In Schaan befindet sich der Bahnhof Schaan-Vaduz an der durch die Österreichischen Bundesbahnen betriebenen Bahnstrecke Feldkirch–Buchs, die auch von der Montafonerbahn befahren wird.
Mit dem Projekt S-Bahn FL.A.CH sollte das Angebot des Regionalverkehrs auf der Bahnstrecke Feldkirch–Buchs ausgebaut werden. Ein wichtiges Ziel war es u. a., Arbeitspendler von Österreich nach Liechtenstein zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen. Vorgesehen war ein Halbstundentakt zu den Hauptverkehrszeiten. Dies hätte aber einen Doppelspurausbau im Raum TisisNendeln vorausgesetzt.[12] Im Jahr 2015 stoppte die Regierung das Projekt einer S-Bahn FL.A.CH wegen Unstimmigkeiten in der Finanzierung.[13]

Schaan gilt für den öffentlichen Busverkehr, der von Verkehrsbetrieb LIECHTENSTEINmobil betrieben wird, als wichtigste Drehscheibe im Fürstentum Liechtenstein.[14]

Bildung

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Wirtschaft


Mit über 9'000 Arbeitsplätzen in rund 875 Unternehmen ist Schaan ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die ganze Region.[18] In Schaan haben u. a. die Hilti AG, die Hilcona AG und die Ivoclar Vivadent AG ihren Stammsitz. Zudem ist die grösste Bierbrauerei im Fürstentum Liechtenstein (Liechtensteiner Brauhaus) in Schaan zu finden. Das Verteilerzentrum und der Sitz der Liechtensteinische Post AG befindet sich ebenfalls in Schaan.

Schaan ist auch Sitz der Wirtschaftskammer Liechtenstein sowie Standort der Liechtensteinischen Industrie-, Handels- und Gewerbeausstellung (LIHGA).

Politik


Gemeindewahl 2019
 %
50
40
30
20
10
0
40,4 %
(-0,2 %p)
38,1 %
(+3,2 %p)
8,4 %
(-5,9 %p)
13,2 %
(+2,8 %p)
2015

2019


Gemeindevorsteher von Schaan ist seit 2003 Daniel Hilti (VU). Bei der Gemeindewahl am 15. März 2015 wurde er mit 83,2 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. 2019 wurde er erneut mit 84,4 % der gültigen Stimmen gewählt.

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Sitzen und setzt sich seit den Gemeindewahlen vom 24. März 2019 so zusammen:[19]

Damit hat sich die Sitzverteilung gegenüber 2015 nicht geändert. Die Stimmbeteiligung lag bei 71,4 %.[20]

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


WiktionaryWiktionary: Schaan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Schaan  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Tabellen der Bevölkerungsstatistik. (XLS; 312 kB) 30. Juni 2018. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, abgerufen am 22. Juni 2019.
  2. Bevölkerungsstatistik. (PDF; 913 kB) 30. Juni 2017. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 15, abgerufen am 31. Januar 2018.
  3. a b Hansjakob Falk: Gritsch. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011.
  4. a b Hansjakob Falk: Guschg. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011.
  5. a b Alois Ospelt: Valorsch (Alp). In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011.
  6. Hansjakob Falk: Stachler. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011.
  7. Georg Malin: Das Gebiet Liechtensteins unter römischer Herrschaft. 1958, S. 22.
  8. David Beck: Das Kastell Schaan (PDF; 11,4 MB). In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, 1957, Bd. 57, S. 229–272.
  9. David Beck: Der prähistorische und spätrömische Siedlungsplatz „Auf Krüppel“ ob Schaan (PDF; 15,6 MB). In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, 1965, Bd. 64, S. 5–51.
  10. Bevölkerungsstatistik 30. Juni 2010. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 9, abgerufen am 26. März 2016 (PDF; 899 kB)
  11. Bevölkerungsstatistik 31. Dezember 2014. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 9, abgerufen am 26. März 2016 (PDF; 1'164 kB)
  12. Mathias Rellstab: Trinationale S-Bahn „FL.A.CH.“ aufgegleist. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 1/2013. Minirex, ISSN 1022-7113 , S. 49
  13. Schiffbruch für Liechtensteiner S-Bahn-Projekt? In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 5/2015, S. 238
  14. / LIEmobil . Abgerufen am 20. Mai 2011.
  15. Sennhauser (Hrsg.) (2003). S. 172–173.
  16. Pfarrei Schaan . Erzbistum Vaduz. Abgerufen am 20. Mai 2011.
  17. Website des SAL Saal am Lindaplatz
  18. Beschäftigungsstatistik 31. Dezember 2014. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 57, abgerufen am 26. März 2016 (PDF; 809 kB)
  19. Fürstentum Liechtenstein Gemeindewahlen 2019 – Schaan .
  20. Fürstentum Liechtenstein Gemeindewahlen 2019 – Stimmbeteiligung .



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