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Sassnitz

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sassnitz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sassnitz hervorgehoben

Koordinaten: 54° 31′ N, 13° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 47,07 km2
Einwohner: 9320 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 18540, 18546
Vorwahl: 038392
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 080
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 33
18546 Sassnitz
Website: www.sassnitz.de
Bürgermeister: Frank Kracht (Die Linke)
Lage der Stadt Sassnitz im Landkreis Vorpommern-Rügen

Die Stadt Sassnitz (bis zum 2. Februar 1993 Saßnitz) ist ein staatlich anerkannter Erholungsort an der Ostsee. Sie liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen und gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Über viele Jahrhunderte war es vor allem ein kleiner Fischerort, um 1890 kamen ein größerer Hafen und der Eisenbahnanschluss hinzu und Sassnitz wurde zum gefragten Fährort und Seebad. Sassnitz erhielt erst 1957 Stadtrecht und ist damit die zweitjüngste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Sassnitz erhielt 2012 den UNESCO-Weltnaturerbe-Titel für die reichhaltigen Buchenurwälder im Nationalpark Jasmund. Nordöstlich an die Kernstadt angrenzend beginnt die Kreideküste mit der Stubbenkammer und dem Königsstuhl. Zudem ist Sassnitz für seine Bäderarchitektur im Kurviertel sowie für den Fährhafen Sassnitz im südlichen Ortsteil Mukran bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Geografische Lage

Das Stadtgebiet von Sassnitz erstreckt sich im Nordosten der Insel Rügen, im östlichen Teil der Halbinsel Jasmund bis zur Schmalen Heide im Süden. Bekannt ist diese Landschaft vor allem wegen ihrer Kreidefelsen. Darüber hinaus prägen eiszeitliche Ablagerungen das Landschaftsbild. Senken werden häufig von kleineren Seen eingenommen. Der markanteste Kreidefelsen ist der 118 Meter hohe Königsstuhl. Große Teile des Stadtgebiets bedecken verschiedene Waldformen mit ihren typischen Lebensräumen. Eine Besonderheit ist der Wald an den Küstenhängen. Hier gibt es seltene Gehölze wie Wildbirne, Wildapfel und Eiben. Die Stadt liegt am Küstenhang am Südende der Stubnitz, einem 7½ Kilometer langen und bis zu vier Kilometer breiten Buchenwald. Die verbleibenden Flächen sind Moore, Strand, Wiesen, Weiden sowie Siedlungsbereiche. Im Süden des Stadtgebietes bei Mukran befinden sich die Wostevitzer Teiche, eine unter Naturschutz stehende sumpfige Senke. Durch das bebaute Stadtgebiet fließt der Steinbach.

In der Nähe des Königsstuhls liegt ein weiterer See, der Herthasee, der einen Durchmesser von etwa 150 Metern hat und bis zu elf Meter tief ist. Er ist sagenumwoben und deshalb ein Anziehungspunkt für die Touristen.

Für ihre Region bildet die Stadt Sassnitz ein Grundzentrum, mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums (u. a. durch den Fährhafen mit internationalen Verbindungen).[2]

Gemeindestruktur

Ortsteile[3]

  • Blieschow
  • Buddenhagen
  • Dargast
  • Drosevitz
  • Dubnitz
  • Klementelvitz
  • Mukran
  • Neu Mukran
  • Rusewase
  • Sassnitz
  • Staphel
  • Stubbenkammer
  • Werder
  • Wostevitz

Wüstungen und Wohnplätze

Geologie

Die Halbinsel Jasmund ist eine geologisch sehr junge Landschaft. Der Entstehungsprozess begann vor zirka 12.000 Jahren mit dem Ende der Weichseleiszeit, die hier eine Jungmoränenlandschaft hinterließ. Durch das abtauende Inlandeis hob sich das darunter liegende Land und die Senken wurden mit Wasser gefüllt, der Vorgänger der späteren Ostsee, der Ancylussee entstand. So blieben nur noch die herausragenden Höhenrücken als Inseln bestehen. Die Großformen der Küsten im südlichen Bereich der Ostsee formten sich durch die Littorina-Transgression vor etwa 7000 bis 2500 Jahren. Vor etwa 5000 Jahren stieg der Meeresspiegel auf sein heutiges Niveau an. Aus den Hochgebieten entstand der Jasmund. Durch die abtragende Wirkung von Wellen und Strömungen entstanden Steilufer, die bis heute das Landschaftsbild prägen.

Etymologie


Der name Sassnitz geht vermutlich auf ein slawisches Wort zurück, das Kiefer bedeutet[4] (heute Polnisch sosna, Russisch und Ukrainisch сосна).

Geschichte Sassnitz


Bis um 1900

Die Gegend um Sassnitz ist eine alte Ansiedlung seit dem Neolithikum und der Bronzezeit. Die zahlreichen Großstein- und Hügelgräber zeigen dies eindeutig. Die nördlich der Stadt gelegenen Burgwälle am „Hengst“ und der Buddenhagener „Schloßberg“ verweisen wie viele andere archäologische Funde auf die Besiedlung in der Slawenzeit.

Erst 1906 wurde das Bauern- und Fischerdörfchen Crampas und das Fischerdorf Saßnitz zur Gemeinde Saßnitz zusammengeführt. Die Fischerei war (und ist) bedeutsam. Der Wunsch vieler städtischer Bürger nach Erholung an der See führte Ende des 19. Jahrhunderts zu einer raschen und starken Belebung an den Küsten der Ost- und Nordsee, so auch auf Rügen. Schon 1824, so wird berichtet, reiste die Familie des Berliner Theologen Friedrich Schleiermacher zu einem Badeaufenthalt nach Saßnitz.

Theodor Fontane benannte in seinem Buch Effi Briest den Liebhaber Major von Crampas nach dem Fischerdorf auf Rügen, schrieb über den Herthasee mit seinen wendischen Opfersteinen und ließ im Buch den Ausspruch tätigen: „Nach Rügen reisen heißt nach Saßnitz reisen.“[5] Johannes Brahms und Kaiser Wilhelm waren weitere illustre Besucher von Saßnitz.

1871 wurde die Straße nach Saßnitz ausgebaut, 1891 wurde der Ort von Bergen aus an das Eisenbahnnetz angeschlossen, ab 1878 gab es eine Schiffsverbindung nach Stettin, 1889 dazu den Hafen in Saßsnitz und bald darauf Seeverbindungen nach Rønne (Bornholm), Trelleborg und Memel. Die neuen Verbindungen ließen den Ort schnell wachsen. Die Kreideindustrie wurde ausgebaut, Fische und Fischprodukte bestimmten das Arbeitsleben und der Tourismus wuchs, wobei sich andere Orte mit Stränden besser entwickelten.

Ab 1900

Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die Strandpromenade. Die typische Bäderarchitektur mit Pensionen und Hotels prägte das Erscheinungsbild des Ortes in dieser Zeit. Nach Aufnahme der Fähr- und Postdampferlinien wurde Saßnitz ein Beamtenort mit den entsprechenden neuen Wohnhäusern.

1935/1936 entstand eine Schulungsburg der NSDAP, die von der Deutschen Arbeitsfront genutzt wurde. Ihr Architekt war Julius Schulte-Frohlinde. Noch im Krieg wurde daraus ein Lazarett, nach 1945 war das Krankenhaus Sassnitz darin untergebracht (Abriss 1996).

Vom Frühjahr 1945 bis zum Kriegsende im Mai 1945 existierte in Saßnitz ein Außenlager des KZ Ravensbrück. Die nur rund 20 Quadratmeter große, eingezäunte und bewachte Häftlingsbaracke befand sich am Ende des ehemaligen Wedding-Parks nahe dem heutigen Karl-Liebknecht-Ring. Die Häftlinge, die mehrheitlich den Zeugen Jehovas angehörten, wurden als Handwerker dem Forschungsinstitut der Reichs-Arbeits-Gemeinschaft für Verwertung der Meeresalgen für Volksgesundheit und gegen Mangelkrankheiten zugeteilt. Kommandant des Außenlagers war der emeritierte Professor, Maler und Bildhauer SS-Oberführer Arnold Waldschmidt unter Leitung des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.[6] Heute erinnern mehrere Stolpersteine in der Stadt an die Häftlinge.

Ab Ende Februar 1945 wurde Saßnitz für Flüchtlinge aus dem Osten zunehmend zum Ausweichhafen für das überlastete Swinemünde. In der Nacht vom 6. auf den 7. März 1945 erfolgte auf die Stadt und die im Hafen und auf Reede liegenden Schiffe ein britischer Bombenangriff mit 191 Lancaster-Bombern. Dabei wurden 17 Fahrzeuge versenkt, darunter das im Fährbett liegende Lazarettschiff Robert Möhring (353 Tote) und auf der Reede der Zerstörer Z 28 (150 Tote). Insgesamt starben bei dem 20-minütigen Angriff etwa 1200 Menschen. Es wurden 537 Wohnungen zerstört, die Ost-Mole sowie Kaianlagen schwer beschädigt.[7]

Zwischen Saßnitz und Dargast errichtete und unterhielt der VEB Pumpspeicherwerke Hohenwarte zu DDR-Zeiten das Betriebs-PionierlagerPablo Neruda“ für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

1949 wurde der VEB Fischkombinat Saßnitz am Hafen errichtet und beschäftigte bis zu 2200 Arbeiter. Mit dem Betriebsteil Lauterbach wurde es zum zweitgrößten Nahrungsgüterwerk der DDR. 1977 wurden 150.000 Tonnen Fischkonserven, 3000 Tonnen Präserven und 500 Tonnen Räucherwaren hergestellt.[7]

1957 erhielt Sassnitz das Stadtrecht. Die Fischindustrie wurde ausgebaut, die Pensionshäuser jedoch verfielen zunehmend, weil die Urlauber die Sandstrände im Süden und Norden der Insel vorzogen.

Um 1977 hatte die Fischfangflotte von Saßnitz 48 26,5-m-Kutter, 15 Frosttrawler und 2 Kühl- und Transportschiffe. Sie landete jährlich über 60.000 Tonnen Fisch an.[7]

1984 entstand in Mukran ein neuer Hafen für den Eisenbahnfährverkehr zwischen der DDR und der Sowjetunion. Nach 1991 wurde der Fährhafen Sassnitz für die Verbindungen in den gesamten Ostseeraum umstrukturiert.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild hat sich stark verbessert. Die Häuser der Bäderarchitektur wurden renoviert und weitgehend einheitlich in weiß gehalten. Der Altstadthafen wurde ab 2000 in die städtebauliche Stadtsanierung einbezogen.

2007 wurde eine 274 m lange Hängebrücke für Fußgänger eingeweiht, die das Stadtzentrum zwischen Bahnhof, Rügen-Galerie, Kurhotel und Hauptstraße mit dem Sassnitzer Hafen verbindet.

Geschichte Ortsteile


Bevölkerungsentwicklung

Mit dem Aufschwung als Seebad und Fährhafen wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde Sassnitz stetig, von 332 im Jahr 1885 auf 3987 im Jahr 1925 und 7826 im Jahr 1939. Der weitere Ausbau als Fähr- und Fischereihafen brachte dem 1957 zur Stadt erhobenen Sassnitz einen weiteren starken Bevölkerungszuwachs (1957: 12.284, 1971: 13.676, 1981: 14.944).[8] Seit Ende der 1980er Jahre hat die Bevölkerungszahl jedoch wieder abgenommen, auf 11.985 im Jahr 1998 und 10.366 zum Jahresende 2010 (Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern).

Politik


Gemeindewahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 41,1 %
 %
30
20
10
0
29,6 %
28,2 %
15,9 %
15,7 %
7,2 %
3,4 %
AFW
SWG
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-14,2 %p
+7,3 %p
+7,2 %p
+6,8 %p
-10,5 %p
+3,4 %p
AFW
SWG
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Stadtvertretung

Die Stadtvertretung der Stadt Sassnitz wurde am 26. Mai 2019 gewählt und besteht aus folgenden Parteien und Wahlbündnissen[10]:

Wappen, Flagge und Dienstsiegel

Die Stadt Sassnitz führt ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel. Das Wappen wurde angenommen 1959 durch die Stadtverordnetenversammlung Saßnitz, so der damalige Stadtname, bestätigt durch Beschluss der Stadtvertretung Sassnitz vom 1. November 1994 und unter Nr. 17 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingetragen. Die Flagge wurde genehmigt durch den Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern am 9. Juli 1997.

Wappenbeschreibung
„Das Wappen zeigt in Blau einen rot-silbern geteilten Leuchtturm mit silbernen Lichtstrahlen, der aus einer Lücke in der oberen Reihe einer roten, silbern eingefassten Ziegelmauer hervorkommt.“[11]
Flaggenbeschreibung
„Die Stadtflagge zeigt in drei Längsstreifen die Farben Blau-Weiß-Blau. Die blauen Streifen nehmen je zwei Neuntel der Flaggenhöhe ein. Der weiße Streifen nimmt fünf Neuntel der Höhe ein und ist in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt. Die Höhe des Wappenschildes verhält sich zur Höhe des Flaggentuchs wie 4 zu 9. Höhe und Länge des Flaggentuchsverhalten sich zueinander wie 3 zu 5.“[11]
Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen und die Umschrift „STADT SASSNITZ • LANDKREIS VORPOMMERN-RÜGEN“.[11]

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten und Kultur


Bauwerke

Natur

Kultur

Seit März 2004 verfügt der Nationalpark über das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, das Besuchern in zwei verschiedenen Ausstellungen einen Einblick in die natürlichen Begebenheiten, Kreide, Ostsee und Buchenwälder des Nationalparks bietet.

Geschichtsdenkmale

Regelmäßige Veranstaltungen

Infrastruktur


Allgemein

Schulen

Soziales

Sport

Wirtschaft und Verkehr


Wirtschaft

Die Wirtschaft von Sassnitz wird vom Tourismus und von der Hafenwirtschaft bestimmt.

Der Kreideabbau bei Klementelvitz unweit von Sassnitz ist ein traditioneller Industriezweig der Insel. Schon seit 1840 wird hier Kreide im Tagebau abgebaut. Die Kreide findet nicht nur für die Herstellung von Gips Verwendung, sondern wird wegen ihrer hohen Qualität auch von Kraftwerken für ihre Filteranlagen verwendet. Die Rügener Kreide wird für die Gesundheits- und Präventivmedizin angewendet im Kreide-Heilbad Sassnitz.

Die Rügen Fisch AG (zuvor Neue Rügenfisch GmbH) ist in Sassnitz ansässig. Das Unternehmen, das nach der Wiedervereinigung umfassend modernisiert wurde, ist in Sassnitz Arbeitgeber für etwa 200 Menschen und produziert ein großes Sortiment an Fischkonserven. Zudem hat die Cuxhavener Kutterfisch-Zentrale einen Zweigbetrieb in Sassnitz.

Ende der 1990er Jahre gab es Überlegungen seitens der Meyer-Werft in Papenburg, hier eine Werft für Kreuzfahrtschiffe zu errichten. Diese wurde jedoch wegen der Nähe zum Nationalpark und der mit dem Bau einer solchen Anlage verbundenen Veränderung der seeseitigen Silhouette allseits abgelehnt.

Der Fährhafen Sassnitz im Ortsteil Mukran (Mukran Port) ist der östlichste Hafen Deutschlands für die Großschifffahrt. Diese Lage ermöglicht die kürzesten Seeverbindungen von Deutschland nach Schweden, Dänemark (Bornholm), Finnland, Russland und ins Baltikum. Der Hafen liegt an der Prorer Wiek unmittelbar an der offenen See und ermöglicht so der Schifffahrt eine unkomplizierte Ansteuerung. Wassertiefen von 10½ m machen den Hafen für alle im Ostseeraum agierenden Schiffsklassen zugänglich. Im Jahr 2013 betrug der Gesamtumschlag im Hafen Sassnitz-Mukran 3,2 Mio. Tonnen (t)[17] (2012: 3,5 Mio. t, 2011: 4,9 Mio. t[18])

Durch seine flexiblen Gleisanlagen hatte sich der Fährhafen Sassnitz zu einem Spezialhafen für den kombinierten Güterverkehr entwickelt. Inzwischen nimmt die Nutzung ab, 2013 wurden nur noch 20.000 Güterwagen (2012 noch 31.000 Wagen) auf der Stena-Line-Route von und nach Trelleborg umgeschlagen.[19] Auf den Linien von und ins Baltikum sind es jährlich etwa 7400 Wagen.

Am Mukran Port sind verschiedene Industrie- und Gewerbeunternehmen angesiedelt:

Für die Lotsaufgaben im Hafen von Sassnitz und dem vorgelagerten Seegebiet sind die Seelotsen der in Warnemünde ansässigen Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund zuständig.[20]

Einen Standortvorteil hatte Mukran beim Bau der Nord-Stream-Erdgas-Pipeline von Russland nach Lubmin. Die Stahlröhren mit einem Durchmesser von 1,4 m wurden vom Ruhrgebiet hierher transportiert. Auf dem weitläufigen Bahngelände wurde eine Fabrikation für die Betonummantelung und Konservierung der Rohrelemente errichtet, und die gesamten Rohre für beide Leitungsstränge wurden hier fertiggestellt. Nach der Zwischenlagerung auf dem Bahnhofs- und Hafengelände wurden die Rohrelemente zu den Verlegeschiffen gebracht und dort verarbeitet und abgesenkt.

Für die vorgesehene Verlegung der zweiten Stränge Nord Stream 2 ab voraussichtlich 2018 werden die Anlagen in Mukran zur Lagerung und Betonummantelung zahlreicher weiterer Rohre seit Ende 2016 bereits wieder genutzt.[21]

Auf dem Gelände am Fährhafen Sassnitz wurde von 2013 bis Anfang 2015 für 9,8 Millionen Euro ein rund 23 Hektar großes Gewerbegebiet zur Neuansiedlung erschlossen. Dazu wurden auch Fördermittel der EU zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur in Höhe von 5,5 Mio. Euro genutzt.[22]

Verkehr

Sassnitz ist der Endpunkt der Bundesstraße 96 und der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz.

Außer dem Bahnhof Sassnitz gibt es den Fährbahnhof in Mukran mit der Bezeichnung Sassnitz Fährhafen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Sassnitz der Bahnhof Sassnitz Hafen als Fährbahnhof für die so genannte Königslinie von Deutschland nach Schweden (Trelleborg) eingerichtet. In den 1980er Jahren wurde im Ortsteil Mukran ein neuer Fährhafen mit Breit- und Normalspur-Gleisen gebaut. Von Mukran gibt es Fährverbindungen nach Bornholm (Rønne) und Sankt Petersburg. Die Route nach Klaipėda wurde am 30. September 2013 eingestellt.[23]

Auf den Fähren der Stena Line nach Trelleborg (Schweden) werden außer Straßenfahrzeugen auch Eisenbahnwagen befördert. Neben der noch heute bestehenden Nachtzugverbindung Berlin – Malmö (nur mit Liegewagen) wurden bis 2014 auch Güterwagen transportiert. Im Jahr 2013 waren es rund 20.000 Güterwagen (2004 noch etwa 60.000 Güterwagen). Die Reederei Stena Line hatte aufgrund dieser Entwicklung Mitte Juni 2014 den Güterverkehr per Eisenbahnfähre zwischen Deutschland und Schweden auf Rostock verlagert. 524.000 Passagiere nutzten 2013 die Fährverbindung nach Trelleborg (Königslinie).[19] Insgesamt wurden 2013 in Sassnitz mehr als 561.000 Fährpassagiere gezählt.[24]

Die Fähre nach Bornholm verkehrt seit 2018 ganzjährig[25] mit dem neuen Schiff Hammershus. Früher gab es diese Verbindung nur in der Sommerzeit.

Söhne und Töchter


Persönlichkeiten, die in Sassnitz gelebt oder gewirkt haben


Sagen


Die Germanengöttin Hertha, auch Erdmutter Nerthus genannt, soll im Nationalpark Jasmund in der nach ihr benannten Herthaburg gelebt haben. Tatsächlich gehörten einige Erdwälle zu einer ehemaligen slawischen Fluchtburg. Angeblich fuhr die Göttin Hertha einmal im Jahr an den Herthasee, um darin zu baden. Sterblichen war der Anblick der badenden Göttin verwehrt. Deshalb wurden alle Diener und Sklaven, die ihr beim Bade behilflich waren, anschließend im See ertränkt. Theodor Fontane hat diese Legende in seinem Roman Effi Briest aufgegriffen.

Auch der Königsstuhl hat seinen Namen aus einer Begebenheit der sagenhaften Vergangenheit. Derjenige wurde König, der von der Seeseite her die Klippen erklimmen konnte.

Eine weitere Sage berichtet, dass der berühmte Freibeuter Klaus Störtebeker im Jahre 1340 auf dem Gut Ruschvitz auf Jasmund geboren wurde. Die Piratenschlucht in Sassnitz unweit der Altstadt soll einer der zahlreichen Schlupfwinkel von Klaus Störtebeker und seinen Vitalienbrüdern in der Ostsee gewesen sein. Seit 1993 finden in den Sommermonaten auf der Freilichtbühne in Ralswiek die Störtebeker-Festspiele statt.

Literatur


Weblinks


 Commons: Sassnitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Sassnitz – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Sassnitz – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2018 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Hauptsatzung der Stadt Sassnitz, § 1a
  4. Hanswilhelm Haefs, Ortsnamen und Ortsgeschichten auf Rügen, München 2003, S. 84
  5. Theodor Fontane: Effi Briest; Anhang zur Entstehung, S. 355 zu S. 104 und S. 280, in dtv, 1995, ISBN 3-423-02366-X
  6. Hölle auf 18 Quadratmetern Artikel aus der Ostseezeitung Rügen, 3. Februar 2006
  7. a b c Lehmann/Meyer: Rügen A-Z. Wähmann-Verlag, Schwerin 1977, S. 75.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Rügen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Öffentliche Bekanntmachungen zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. Stadt Sassnitz - Stadtvertretung. Abgerufen am 19. September 2019.
  11. a b c § 1 der Hauptsatzung der Stadt Sassnitz. 4. Oktober 2010, abgerufen am 3. August 2019 (Lesefassung einschließlich der 3. Änderungssatzung vom 22. Dezember 2014).
  12. Eintrag über die Partnerstädte auf der Homepage der Stadt Sassnitz Abgerufen am 9. April 2019, 18:44
  13. Die Seehäfen von Neuvorpommern, 1904: Der Hafen von Saßnitz, Seite 57 (PDF; 8,1 MB)
  14. Die Seehäfen von Neuvorpommern, 1904: Der Hafen von Saßnitz, Seite 58 (PDF; 8,1 MB)
  15. Lichtspiele Sassnitz
  16. kino-lichtspiele-sassnitz.de
  17. Eckhard-Herbert Arndt: Umschlag im Nordosten steigt. In: Täglicher Hafenbericht vom 20. Januar 2014, S. 3, ISSN 2190-8753
  18. Bilanz der deutschen Seehäfen 2011. In: Hansa, Heft 4/2012, S. 77–81, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  19. a b Stena Line verlagert Eisenbahnverkehr. In: Täglicher Hafenbericht vom 28. April 2014, S. 3.
  20. Allgemeine Lotsverordnung, Stand Dezember 2010 aufgerufen am 8. Juni 2016
  21. Peter Kleinort: Produktionsstart für Röhrenwerk · Arbeiten an zweiter Ostsee-Pipeline „Nord Stream 2“ beginnen · Verlegung ab 2018. In: Täglicher Hafenbericht vom 10. Mai 2017, S. 15
  22. Neues Gewerbegebiet für Sassnitz · Der Güterumschlag am Fährhafen hat sich innerhalb von 13 Jahren nahezu halbiert. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Februar 205, S. 3
  23. Litauen Fähre von Sassnitz nach Klaipeda. Abgerufen am 12. Januar 2014.
  24. Peter Kleinort: Nordost-Häfen mit gemischter Bilanz. In: Täglicher Hafenbericht, 16. Mai 2014, S. 2
  25. BORNHOLMSLINJEN - Ganzjährige Direktfähren ab nur 19 Euro. Abgerufen am 24. Januar 2019.



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