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Saargemünd


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Sarreguemines
Saargemünd
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Sarreguemines (Chef-lieu)
Gemeindeverband Sarreguemines Confluences
Koordinaten 49° 7′ N, 7° 4′ O
Höhe 192–293 m
Fläche 29,67 km2
Einwohner 20.783 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 700 Einw./km2
Postleitzahl 57200
INSEE-Code
Website http://www.sarreguemines.fr/de

Saargemünd ( anhören?/i, französisch Sarreguemines, Platt Saargemìnn, anhören?/i) ist eine französische Stadt mit 20.783 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Moselle in der französischen Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (Arrondissement Sarreguemines) sowie Hauptort des Kantons Sarreguemines. Die Einwohner nennen sich Sarregueminois (im örtlichen rheinfränkischen Dialekt Saagemìnner; deutsch Saargemünder).

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Saargemünd liegt im Nordosten Frankreichs, unmittelbar an der Grenze zum deutschen Bundesland Saarland, auf 222 m ü. NHN. In Saargemünd mündet die Blies in die Saar, die über den Saarkanal mit dem Rhein-Marne-Kanal (Canal de la Marne au Rhin) verbunden ist.

Zu Saargemünd gehören die Ortsteile Neunkirchen, Wölferdingen (beide 1964 eingemeindet) sowie das 1971 eingemeindete Folpersweiler.

Nachbargemeinden von Saargemünd sind Kleinblittersdorf im Norden, Bliesgersweiler und Frauenberg im Nordosten, Bliesebersingen im Osten, Saareinsmingen im Südosten, Remelfingen und Neuscheuern im Süden, Hambach und Wustweiler im Südwesten, Iplingen im Westen sowie Ruhlingen und Großblittersdorf im Nordwesten.

Herkunft des Namens


Der Name ist abgeleitet vom deutschen Wort Gemund (in alten Dokumenten latinisiert gemundia) und bezieht sich auf den Zusammenfluss von Saar und Blies innerhalb des Stadtgebietes.

Alte Namen sind Gumunde (1237), Gemindt/Gemündt (1380), Gemüde (1471), Sargemünt (1577), Saargemünde (1592), Sar-gemünd (1636), Gemünd an der Sar (1645), Sargueminde (1661), Zargueminde (1698).[1]

Geschichte


Der Ort wurde 706 erstmals als Gaimundas erwähnt, 1577 dann erstmals mit dem Saar-Zusatz (Sargemünt). Eine zu Guemunde französisierte Namensform tauchte 1594 auf. Von 1679 bis 1697 war Saargemünd schon einmal französisch besetzt, bevor es 1766 für 105 Jahre zu Frankreich kam.

Im Jahr 1861 hatte Saargemünd 6075 Einwohner.[2] Von 1871 bis 1919 gehörte Saargemünd als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Kaiserreich. Die Stadt war Verwaltungssitz des Landkreises Saargemünd. Um 1900 hatte Saargemünd eine evangelische und eine katholische Kirche, eine Synagoge, ein Gymnasium[3] mit Realschulklassen, eine landwirtschaftliche Winterschule, ein ehemaliges Kapuzinerkloster, eine Oberförsterei, Schiffahrt, ein Hauptsteueramt und war Sitz eines Landgerichts.[4]

Zwischen 1919 und 1940 französisch, war es im Zweiten Weltkrieg früh von deutschen Truppen besetzt und ab 1940 von NS-Deutschland annektiert (CdZ-Gebiet Lothringen). Anfang Dezember 1944 wurde Saargemünd von amerikanischen Truppen eingenommen und gehört seither wieder zu Frankreich.

Demographie

Jährliche Bevölkerungszahlen während der Zugehörigkeit zum Reichsland Elsaß-Lothringen (1871–1919)
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1871 6863 in 577 Gebäuden, darunter 685 Protestanten, sechs Mennoniten und 364 Israeliten[5]
1872 6802 [6]
1890 13.076 [2]
1905 14.932 mit der Garnison (vier Eskadrons bayerische Chevaulegers Nr. 5, ein bayerisches Infanterieregiment Nr. 23); meist katholische Einwohner[4] nach anderen Angaben 14.919 Einwohner[2]
1910 15.384 [2]
Anzahl Einwohner seit Mitte des 20. Jahrhundert
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017
Einwohner 17.866 24.846 25.684 24.763 23.117 23.202 21.835 20.783

Sehenswürdigkeiten


Bekannt ist die Stadt für ihre einst blühende Keramikproduktion. Die um die ehemalige «Wackenmühle» herum an der Blies gelegene Fertigungsstätte der alten Faïencerie (Steingutmanufaktur) ist als Museum hergerichtet und kann besichtigt werden, zudem die Schenkung France und Wolfgang Kermer mit Werken von rund einhundert französischen Keramikern aus dem Zeitraum 1970–2000.[7] Der im ehemaligen Fabrikareal angelegte Garten wurde nach seiner Restrukturierung in das Ensemble der Gärten ohne Grenzen der Großregion SaarLorLux aufgenommen. Insbesondere aus der Epoche des Jugendstils stammen bedeutende Bauwerke. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Casino am Saarufer. Bei diesem Gebäude handelt es sich um ein Bauwerk, das für die Arbeiter der Faïencerie errichtet wurde. Es enthält einen Saal für kulturelle Veranstaltungen sowie ein Restaurant. Die Fassade wird von Keramikbildern geziert.

Kultur


Die Stadt verfügt über ein reichhaltiges kulturelles Angebot.

Wirtschaft


In Saargemünd sind unter anderem ein großes Reifenwerk der Continental AG und der Packmittelhersteller Essentra angesiedelt.

Verkehr


Straßenverkehr

Über die N61 ist die Stadt an die südlich verlaufende Autoroute A4 (Paris-Straßburg) und über die Bundesstraße 51 sowie die N61 an die Autoroute A320 bzw. die Bundesautobahnen 6 und 620 angebunden.

Bahnverkehr

Bis 1945 war die Stadt über die Bliestalbahn über Blieskastel bis Homburg an die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken angebunden. Der Personenverkehr wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen. Bis 1954 wurde von der SNCF die Strecke bis Bliesbruck betrieben. Heute verkehren Züge auf den Strecken in Richtung Bitche (die Verlängerung über Niederbronn-les-Bains nach Hagenau wurde zwischenzeitlich eingestellt), Sarre-Union, Metz, Straßburg und Saarbrücken. Seit 1997 gibt es die Saarbahn, welche Saargemünd über die Bahnstrecke Saarbrücken–Saargemünd direkt mit der Saarbrücker Innenstadt und weiteren saarländischen Gemeinden im Nahverkehr verbindet. Die Züge fahren in den Hauptzeiten im 30 Minuten-Takt.

→ Zur Geschichte des Bahnhofes und seiner Strecken siehe Bahnhof Saargemünd

Radwege

Saargemünd ist Knotenpunkt verschiedener Radfernwege. Nach Süden führt der Radweg auf dem ehemaligen Leinpfad am Saarkanal entlang bis zum Rhein-Marne-Kanal. Nach Norden begleitet der Radweg die Saar bis zur Mündung in die Mosel bei Konz. Nach Osten führt der Glan-Blies-Radweg an Blies und Glan bis Staudernheim an der Nahe.

Städtepartnerschaft


Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Sarreguemines  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Sarreguemines – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Dictionnaire topographique de l'ancien département de la Moselle – Ernest de Bouteiller (Geschrieben 1868)
  2. a b c d M. Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006)
  3. : Programm des Kollegiums zu Saargemünd für das Schuljahr 1872–1873 (E-Kopie )
  4. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig/Wien 1909, S. 351, (online );
  5. Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 141 (online ).
  6. Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 53 (online )
  7. Céramique française 1970–2000: Donation France et Wolfgang Kermer. Sarreguemines: Editions Musées de Sarreguemines, 2018, ISBN 978-2-91375-924-4








Kategorien: Gemeinde im Département Moselle | Ort in Grand Est | Unterpräfektur in Frankreich | Saargemünd | Ersterwähnung 706 | Stadt in Frankreich | Weinbauort in Frankreich | Ort an der Saar








Stand der Informationen: 03.07.2020 05:21:05 CEST

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