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San Quirico d’Orcia




San Quirico d’Orcia
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Siena (SI)
Koordinaten 43° 4′ N, 11° 36′ O
Höhe 409 m s.l.m.
Fläche 42 km²
Einwohner 2.614 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte 62 Einw./km²
Postleitzahl 53027
Vorwahl 0577
ISTAT-Nummer 052030
Volksbezeichnung Sanquirichesi
Schutzpatron San Quirico e Giulitta (16. Juni)
Website San Quirico d’Orcia

Panorama von San Quirico d’Orcia

San Quirico d’Orcia ist eine Gemeinde mit 2614 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) in der Toskana in der Provinz Siena. Der Ort ist bekannt für seine ungewöhnlichen Portalanlagen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Der Ort erstreckt sich über 42 km². Der Ort liegt im Val d’Orcia etwa 35 km südöstlich der Provinzhauptstadt Siena und ca. 80 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz. Durch das Ortsgebiet fließen die Flüsse Asso, Orcia und Tuoma (9 von 11 km im Gemeindegebiet).[2] Der Ort gehört zum Erzbistum Siena-Colle di Val d’Elsa-Montalcino.

Zu seinen Ortsteilen zählen Bagno Vignoni und Vignoni (auch Castello di Vignoni oder Vignoni Alto).

Die Nachbargemeinden sind Castiglione d’Orcia, Montalcino und Pienza.

Geschichte


Bewohnt wurde der Ort schon von den Etruskern.[3] Erstmals erwähnt wurde der Ort als San Quirico in Osenna im 8. Jahrhundert.[4][5] Weitere Erwähnung findet der Ort bei Sigerich der Ernste 994, als er den Ort in seiner Beschreibung der Via Francigena als Sce Quiric verzeichnet.[3] Im 13. Jahrhundert gelangte der Ort an Siena, von deren Statthaltern wurden bis ins 15. Jahrhundert[5] die Stadtmauern erweitert und verstärkt.[6] Nach der Niederlage der Seneser Republik gelangte der Ort 1559 unter die Herrschaft der Medici. Großherzog Cosimo III. de’ Medici gab den Ort 1677 schließlich als Lehen an den damaligen Kardinal Flavio Chigi.[4] Nach dessen Tod wurde der Ort von Buonaventura Zondadari Chigi regiert, später dann von Flavio Giuseppe Chigi Zondadari.[5]

Sehenswürdigkeiten


Collegiata-Kirche

Die Collegiata-Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Beachtenswert ist das große Seitenportal aus der Werkstatt Giovanni Pisanos des ausgehenden 13., beginnenden 14. Jahrhundert: auf Löwen stehende Atlanten tragen eine kurze Vorhalle. Hier ist zu spüren, dass Giovanni in den französischen Kronlanden zur Zeit der Hochgotik künstlerisch erzogen wurde und dass er diese Prinzipien offenbar wirkungsvoll an seine Schüler weitervermittelt hat. Eine Ahnung des gotischen Faltenwurfs ist auch hier spürbar. Der ganze Aufbau des Portals ist gotisch.

Das ist auch am typisch gotischen Dekorationsband zu erkennen, das sich an den französischen Kathedralfassaden in der Höhe der Kapitelle der Ecksäulen über die ganze Portalzone zu beiden Seiten hinzieht.

Wesentlich älter ist das Westportal aus dem 12. Jahrhundert, das sichtbar stark restauriert wurde. Die beiden Knotensäulen rechts und links außen haben, wie immer in solchen Fällen, die Funktion, Unheil abzuwehren. Besonders interessant ist der Türsturz, auf dem zwei geflügelte Fabelwesen sich kämpfend gegenüberstehen. Hier wurden Elemente verschiedener Tiere zusammengezogen, und zwar die eines Drachen, einer Schlange, eines Krokodils, die Schuppen eines Fisches und die Flügel eines Vogels. Solche Mischwesen gehören eigentlich nicht in die italienische Kunst. Warum sie sich ausgerechnet hier finden, kann damit zusammenhängen, dass der Ort im Mittelalter an der Via Francigena lag und im 12. Jahrhundert Sitz eines staufischen Vikars gewesen ist.

Ein nicht weit entfernter Ort mit einer ähnlichen nordischen Thematik ist die Abtei Sant’Antimo.

Ein wichtiges Kunstwerk innerhalb der Kirche ist das Gemälde Madonna col Bambino in Trono e quattro Santi von Sano di Pietro, welches sich an der linken Seite vor dem Altar befindet. Weitere wichtige Werke befinden sich in der Kapelle Cappella del Suffragio linksseitig der Fassade. Hier sind zu erwähnen das Fresko Madonna del pomo (Madonna delle Grazie) von Girolamo di Benvenuto (zugeschrieben) und das Gemälde von Rutilio Manetti (Madonna del Rosario che salva una ragazza dall’annegamento).[4]

Weitere Sehenswürdigkeiten

Verkehr


Söhne und Töchter der Gemeinde


Literatur


Weblinks


Commons: San Quirico d'Orcia  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2018.
  2. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in San Quirico d’Orcia , abgerufen am 22. September 2016 (italienisch)
  3. a b Castelli Toscani zu San Quirico d’Orcia
  4. a b c d e f g h Bruno Santi (Hrsg.): I luoghi della Fede. L’Amiata e la Val d’Orcia.
  5. a b c d e Emanuele Repetti: S. QUIRICO IN VAL D’ORCIA.
  6. a b c Touring Club Italiano: Toscana.
  7. a b c I percorsi della Via Francigena nelle terre di Siena
  8. Il Tirreno zur Cappella della Madonna del Rosario, abgerufen am 24. Mai 2017 (italienisch)
  9. Archeospot zur Brücke Pontaccio , abgerufen am 2. August 2017 (italienisch)
  10. Verborgener Schatz: Wilder Spargel der Toskana | FrontRowSociety - The Magazine. In: FrontRowSociety - The Magazine. 4. Juni 2018 (frontrowsociety.net [abgerufen am 24. Juli 2018]).
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