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San Miniato

San Miniato
Wappen
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Pisa (PI)
Koordinaten 43° 41′ N, 10° 51′ O Koordinaten: 43° 41′ 0″ N, 10° 51′ 0″ O
Höhe 140 m s.l.m.
Fläche 102,5 km²
Einwohner 27.950 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 273 Einw./km²
Postleitzahl 56028
Vorwahl 0571
ISTAT-Nummer 050032
Volksbezeichnung Samminiatesi
Schutzpatron Genesius von Rom (25. August)
Website San Miniato
Panorama von San Miniato
Panorama von San Miniato

San Miniato (bis 1945 San Miniato al Tedesco) ist eine Stadt mit 27.950 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der italienischen Provinz Pisa in der Toskana. Die Stadt ist Mitglied der Cittàslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten durch Umweltpolitik, Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung der autochthonen Erzeugnisse, Gastfreundschaft, Bewusstsein und landschaftliche Qualität.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


San Miniato liegt zwischen den Mündungen der beiden Flüsse Elsa und Egola in den Arno, eine der Voraussetzungen für die frühe Entwicklung der Stadt. Außerdem kreuzen sich hier zwei wichtige mittelalterliche Verkehrswege. Von der Hügelkette am Rande des an Dörfern und Ansiedlungen reichen Arnotals blickt die Stadt auf die Via Francigena, die europäische Verbindungsstraße nach Rom, sowie auf die Straße von Pisa nach Florenz. Regional betrachtet bilden die „Samminiateser Hügel“ den Angelpunkt zwischen dem Florentiner Gebiet von Montespertoli und San Casciano, dem Val d’Elsa und San Gimignano sowie dem pisanischen Hinterland bis zur einst etruskischen Stadt Volterra, deren Baudenkmäler an klaren Tagen vom Burghügel San Miniatos aus zu sehen sind.

Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 1513 GR/G.[2]

Zu den Ortsteilen gehören Balconevisi, Bucciano, Cigoli, Corazzano, Cusignano, Isola, La Catena, La Scala, La Serra, Molino d'Egola, Moriolo, Ponte a Egola, Ponte a Elsa, Roffia, San Donato, San Miniato Basso, San Romano und Stibbio.[3]

Die Nachbargemeinden sind Castelfiorentino (FI), Castelfranco di Sotto, Cerreto Guidi (FI), Empoli (FI), Fucecchio (FI), Montaione (FI), Montopoli in Val d’Arno, Palaia und Santa Croce sull’Arno.

Geschichte


San Miniato fand als Siedlung erstmals 936 Erwähnung, als der Bischof von Lucca dem Adalberto dei Lombardi von Corvaia die hiesige Burg und Kirche übergab, die bereits im Jahr 783 dokumentiert waren. Die Burg war in der Nähe von San Genesio, das in der Ebene lag, errichtet worden, um die wichtige Straßenkreuzung der Via Francigena und der Römerstraße von Florenz nach Pisa zu überwachen.

Aufgrund dieser strategischen Bedeutung wurde San Miniato von Kaiser Friedrich Barbarossa befestigt, der den Ort darüber hinaus dann zum Zentrum für die kaiserlichen Finanzen der gesamten Toskana machte. Dieser Umstand und die mit der deutschen eng verbundene Stadtgeschichte sowie die große Bedeutung des Ortes für die deutschen Kaiser führte zum Beinamen „al tedesco“ („dem Deutschen“). Otto der Große baute bereits 963 hier ein Kastell. Am Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Stadt dann in zwei Bereiche aufgeteilt: die „Incastellatura“, die kaiserliche Burg, und das „Castrum“, die zivile Stadt am Fuß der Burg mit ihren Händlern, Handwerkern und Bauern.

San Miniatos Bedeutung erreichte im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als Kaiser Friedrich II. der Stadt zahlreiche Privilegien verlieh, sie aber auch aus militärischen Gründen völlig umbauen ließ und sie schließlich dem kaiserlichen Vikar der Toskana als Amtssitz zuwies. Der Aufstieg San Miniatos fällt mit dem Abstieg San Genesios zusammen, das erst seine Aufgabe als Pfarrbezirk verlor und 1248 schließlich ganz zerstört wurde.

Nach dem Ende der Stauferherrschaft und Jahren der Bedrohung durch den Krieg zwischen Siena und Florenz um die Vorherrschaft in der Toskana, begab sich San Miniato 1347 unter die Oberherrschaft von Florenz und wurde 1370 Sitz des florentinischen Vikars des unteren Valdarno.

San Miniato ist auch als Stammsitz eines Zweiges der Familie Bonaparte bekannt, deren Grablege sich in der Franziskanerkirche befindet. Kaiser Napoleon I., der aus dem seit etwa 1200 zu den Patriziern von Sarzana gehörenden Familienzweig stammte, welcher 1490 nach Korsika gegangen war, besuchte seine entfernte Verwandtschaft in San Miniato mehrfach.

Im Jahr 1881 hatte San Miniato 3147 Einwohner.

Wappen


Blasonierung: „In Rot ein gekrönter goldener Löwe, in der rechten Pranke ein goldenes Schwert (Dolch) haltend.“

Über dem Schild eine rundum gezinnte dreitürmige goldene Mauerkrone, Schild umgeben von zwei mit grünem Band verbundenen Lorbeerzweigen in natürlichen Farben, im silbernen Spruchband darunter der Wahlspruch (Motto) aus Vergils Äneis: Sic nos in sceptra reponis – „So bringst du uns zur Herrschaft zurück“ (P. Vergilius Maro, Aeneis I, 253).

Sehenswürdigkeiten


Das Stadtbild und die Kunstschätze des heutigen San Miniato sind das Resultat von Epochen wirtschaftlicher und kultureller Prosperität. Das architektonische Erbe hat, mit Ausnahme der Burg, seinen Ursprung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Nach einer Zeit des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Niedergangs fand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eine bauliche Erneuerung statt. Schließlich gab es Anfang des 18. Jahrhunderts dank Bischof Giovanni Francesco Poggi noch einmal eine Zeit des städtebaulichen Wandels.

Regelmäßige Veranstaltungen


Städtepartnerschaften


San Miniato unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Söhne und Töchter der Stadt


Literatur


Weblinks


 Commons: San Miniato  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 14. November 2012 (ital.) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Pisa, abgerufen am 14. November 2012 (ital.)
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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/San Miniato (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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