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San Gimignano

San Gimignano
Wappen
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Siena (SI)
Koordinaten 43° 28′ N, 11° 3′ O Koordinaten: 43° 28′ 0″ N, 11° 3′ 0″ O
Höhe 324 m s.l.m.
Fläche 138,8 km²
Einwohner 7.774 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 56 Einw./km²
Postleitzahl 53037
Vorwahl 0577
ISTAT-Nummer 052028
Volksbezeichnung Sangimignanesi
Schutzpatron San Gimignano und Santa Fina (31. Januar)
Website San Gimignano
Panorama von San Gimignano
Panorama von San Gimignano

San Gimignano ist eine italienische Kleinstadt in der Toskana mit einem mittelalterlichen Stadtkern. San Gimignano wird auch „Mittelalterliches Manhattan“ oder die „Stadt der Türme“ genannt. Die Stadt liegt in der Provinz Siena und hat 7774 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017). Sie gehört neben Florenz, Siena und Pisa zu den von Touristen meistbesuchten Zielen in der Toskana.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines


Der historische Stadtkern ist seit dem Jahr 1990 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. San Gimignano besitzt noch einige der mittelalterlichen Geschlechtertürme, die in anderen Städten nur als Stümpfe erhalten blieben. Im Mittelalter versuchten die Patrizierfamilien, sich in der Höhe ihres Geschlechterturmes zu übertreffen, obwohl ein luxuriöses Leben in diesen nicht möglich war. Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren in San Gimignano heute noch 15. Die beiden höchsten, der Torre Grossa aus dem Jahr 1311 und der Torre della Rognosa, weisen eine Höhe von 54 bzw. 51 Metern auf. Die Zisterne auf der Piazza della Cisterna entstand 1287 und wurde 1346 durch den Podestà Guccio Malavolti erweitert.[2]

Geografie


Die Stadt liegt ca. 40 km südwestlich der Regionalhauptstadt Florenz und ca. 28 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Siena an der Via Francigena und im Elsatal. San Gimignano liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 2 085 GR/G.[3]

Zu den Ortsteilen gehören Badia a Elmi (94 m, gehört teilweise zu Certaldo), Castel San Gimignano (377 m, gehört teilweise zu Colle di Val d’Elsa), Pancole (272 m), Santa Lucia (268 m) und Ulignano. Weitere wichtige Orte im Gemeindegebiet sind Montauto (277 m), Monteoliveto (275 m) Ranza und San Donato (357 m). Größter Ortsteil ist Ulignano mit ca. 690 Einwohnern.[4]

Die wichtigsten Flüsse im Gemeindegebiet sind der Elsa (4 von 81 km im Gemeindegebiet) sowie die Torrenti Foci (4 von 15 km im Gemeindegebiet) und Riguardi. (7 von 7 km im Gemeindegebiet).[5]

Die Nachbargemeinden sind Barberino Tavarnelle (FI), Certaldo (FI), Colle di Val d’Elsa, Gambassi Terme (FI), Poggibonsi und Volterra (PI).

Geschichte


San Gimignano soll bereits um 300 bis 200 v. Chr. von den Etruskern besiedelt worden sein. Erstmals dokumentiert wurde der Ort 929.[2] Den Namen erhielt die Stadt von dem heiligen Bischof von Modena, San Gimignano. Es heißt, er habe das Dorf vor den barbarischen Horden des Totila geschützt.

Diese Stadt verdankt ihre Existenz der Via Francigena (Frankenstraße). Auf diesem Hauptverkehrsweg des mittelalterlichen Italiens zogen Händler und Pilger vom Norden nach Rom. Der Ort bildete sich als Marktstätte zwischen dem frühmittelalterlichen Castello und der Pieve, dem Vorgängerbau der Collegiata. Ein erster Stadtmauerring wurde im 10. Jahrhundert angelegt. Dessen Verlauf markieren zwei noch erhaltene Stadttore, im Norden der Arco della Cancelleria und im Süden der Arco dei Becci.[2]

Vom 11. Jahrhundert an dehnte sich das Stadtgebiet entlang der Frankenstraße in nördlicher und südlicher Richtung aus. An die Existenz des früheren Castello erinnern die Via di Castello, eine der ältesten Straßen, und die Kirche von San Lorenzo, die bei der Zugbrücke lag. Seit mindestens dem Jahr 929 gehörte das Kastell den Bischöfen von Volterra. Diese Bischöfe waren es auch, die die Herrschaft über die sich ausdehnende Stadt ausübten. Erst 1199 gelang es den von den Bürgern gewählten Konsuln, Verträge ohne die Zustimmung des Bischofs zu unterzeichnen. San Gimignano war nie Bischofssitz und gehörte nur zum kirchlichen Verwaltungsbezirk (Diözese) Volterra und erlangte somit auch keine Stadtrechte. Trotzdem verlief die politische Entwicklung der Landkommune in ähnlichen Schritten wie die der großen Städte. Die Regierung der Konsuln wurde durch den Podestà (ein gewählter Administrator) abgelöst. Diesem standen ein kleiner und ein großer Rat zur Seite. Dem großen Rat gehörte eine bemerkenswert hohe Zahl von 1200 Mitgliedern an, obwohl San Gimignano nur 6000 Einwohner hatte.

Die freie Kommune stritt bis ins 14. Jahrhundert mit den Bischöfen von Volterra in langjährigen Kriegen um Besitzrechte. Sie musste gegen die Nachbarorte Castelfiorentino, gegen Colle und Poggibonsi zu Felde ziehen und nahm auf der Seite des guelfischen Florenz an den großen Machtkämpfen des 13. Jahrhunderts teil. Auch innerhalb der Stadtmauern setzten sich die Kämpfe zwischen Guelfen (Welfen) und Ghibellinen (Waiblinger) fort. Es kam zu blutigen Familienfehden zwischen den Familien der Salvucci (Ghibellinen) und der Ardinghelli (Guelfen).

Ab Mai 1300 hielt sich Dante Alighieri in diplomatischer Mission in San Gimignano auf. Vom 15. Juni bis 15. August 1300 amtierte er als eines von sechs Mitgliedern des Priorats, dem höchsten Gremium der Stadt. Im Jahre 1319 versuchte er in seiner Funktion als führender Florentiner Politiker vergeblich, die verfeindeten Parteien zu versöhnen. Eine Kommune wie San Gimignano konnte sich im 14. Jahrhundert nicht mehr neben den Großmächten behaupten. Im Jahre 1348 wurde die Stadt neben den Kriegsverlusten und Familienfehden durch die Pest stark geschwächt. Vier Jahre später im Jahre 1352 begab sich die Stadt unter den Schutz von Florenz.

Die Blütezeit der Stadt dauerte 160 Jahre an, ihr Wohlstand beruhte auf Handel und dem Anbau von Safran, mit dem man Seidenstoffe färbte. Die Frankenstraße verlor im Spätmittelalter allmählich an Bedeutung, weil der Handel die bequemeren Wege durch die weitgehend trockengelegten Sümpfe der Ebenen vorzog. Die Stadt, die einst Gesetze gegen übertriebenen Luxus erlassen hatte, verarmte.

Hochrenaissance (ca. 1500 bis 1530) und Barock (1575 bis 1770) hinterließen in San Gimignano so gut wie keine Spuren. Die Stadt war niemals ein eigenständiges Kunstzentrum. Künstler aus Siena und Florenz malten die Fresken und Altartafeln. Die Paläste und Kirchen zeigen pisanische, sienesische, lucchesische und florentinische Stilmerkmale. In San Gimignano ist die Zeit im Jahr 1563 augenscheinlich stehen geblieben. Der erste der toskanischen Großherzöge, Cosimo I. de’ Medici, entschied, es dürfen „auch keine geringen Summen“ mehr in diese Stadt investiert werden. Das musste akzeptiert werden, und so ist San Gimignano geblieben, wie es damals war.

Sehenswürdigkeiten


Im Ortskern

Gebäude

Türme

Zu den Geschlechtertürmen zählen:[2]

Stadtbefestigung

Der erste Stadtmauerring entstand um 929 und umgab die heutigen Plätze Piazza del Duomo und Piazza della Cisterna. Der zweite Stadtmauerring entstand bis 1214 und ist weitgehend mit den heutigen Stadtmauern identisch. 1251 gab es eine kleine Erweiterung der westlichen Stadtmauern bei der Rocca di Montestaffoli, 1261–1263 eine östliche Erweiterung, die die Gegend um das Kloster San Domenico (damals Santo Stefano) in die Stadtmauern einschloss. Die Bastion Bastione San Francesco entstand im 16. Jahrhundert.[2] Zu den Stadttoren gehören:

Kirchen

Museen

In den Ortsteilen

Wirtschaft


Heute lebt die Stadt großenteils von ihrer pittoresken Sehenswürdigkeit, die ihr zehntausende von Touristen pro Jahr verschafft.

Weine


Medien


Verkehr


Gemeindepartnerschaften


San Gimignano unterhält Gemeindepartnerschaften mit:

Söhne und Töchter der Gemeinde


Literatur


Weblinks


 Commons: San Gimignano  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. a b c d e f g h Touring Club Italiano: Toscana.
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 11. Oktober 2012 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Siena, abgerufen am 11. Oktober 2012 (italienisch)
  5. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen im Gemeindegebiet von San Gimignano , (italienisch), abgerufen am 15. November 2017
  6. a b c d e f g h i j I Luoghi della Fede.
  7. Ecomuseo Val D’Elsa zu San Domenico , abgerufen am 3. Mai 2018 (italienisch)
  8. Webseite der Musei Senesi zum Museo Ornitologico , abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  9. Ecomuseo Val D’Elsa zu Castelvecchio di San Gimignano , abgerufen am 3. Mai 2018 (italienisch)
  10. Il Tirreno zur Kirche Santa Cristina in Castel San Gimignano, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  11. Emanuele Repetti: S. Donato a Sangimignano. Onlineversion der Universität Siena, abgerufen am 2. Mai 2018 (PDF, italienisch)
  12. Il Tirreno zur Kirche Santi Ippolito e Silvestro in Racciano, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  13. Il Tirreno zur Kirche San Lorenzo a Casaglia, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  14. Il Tirreno zur Kirche Santa Lucia a Barbiano, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  15. Il Tirreno zur Kirche Santa Maria a Villacastelli, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  16. Il Tirreno zum Santuario di Santa Maria a Pancole, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  17. Il Tirreno zur Kirche San Michele a Casale, abgerufen am 2. Mai 2018 (italienisch)
  18. Il Tirreno zur Kirche San Michele a Strada, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  19. Il Tirreno zur Kirche San Pietro a Ciuciano, abgerufen am 1. Mai 2018 (italienisch)
  20. Emanuele Repetti: ADELMO, oggi ELMO in Val d’Elsa. Onlineversion der Universität Siena, abgerufen am 2. Mai 2018 (PDF, italienisch)
  21. Drehorte für Tee mit Mussolini
  22. Offizielle Webseite von San Gimignano: 10^ Gemellaggio con la Città di Meersburg, 2012 , abgerufen am 16. November 2017 (italienisch)
  23. georgiaonline.it , abgerufen am 16. November 2017 (italienisch)
Navigationsleiste „Via Francigena

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