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Rudolf Maison

Rudolf Friedrich Maison (* 29. Juli 1854 in Steinweg; † 12. Februar 1904 in München) war ein deutscher Bildhauer des Naturalismus. Zu seinen Hauptwerken gehören der Famabrunnen im Schlosspark Herrenchiemsee, der Centaurenbrunnen in Fürth, der Teichmannbrunnen in Bremen und das Kaiser-Friedrich-Denkmal in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken


Rudolf Maison, Sohn des Schreinermeisters Karl Friedrich (1826–1904) und der Braumeisterstochter Anna Ursula Reisinger (* 1815), besuchte zunächst die Volksschule und ab 1866/1867 die Kreisgewerbeschule in Regensburg. Er verließ diese ohne Abschluss. Daneben begann er, vermutlich bei seinem Vater, die Schreinerlehre. 1868 zog die Familie nach München-Neuhausen um, dem Wohnort seines Großvaters Friedrich, einem gebürtigen Franzosen, der hier als Schreiner und Bildschnitzer tätig war. 1869/1870 nahm Maison an Modellierkursen bei Johann von Halbig teil. Ab 1877 studierte er am Polytechnikum München Architektur, musste das Studium aber aus finanziellen Gründen abbrechen. In der Folgezeit leistete er seinen Militärdienst ab und bestritt dann seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer, Zeichner und Modelleur für die Industrie. Er eignete sich selbstständig die Kenntnisse der Bildhauerei an. 1879 eröffnete er in München ein Atelier für dekorative Arbeiten, architektonische Entwürfe, Modellierungen und Porträts.

Am 29. August 1881 ging er mit der Privatierstochter Emma Teichtler (1856–1944) aus Weißenburg die Ehe ein. 1882 bekam die Ökonomstochter und Kleidermacherin Magdalena Mayr von ihm einen unehelichen Sohn, Rudolf Karl. Am 23. April 1883 wurde ein ehelicher Sohn geboren, der aber am gleichen Tag noch starb. 1887 wurde er zum Ehrenphilister des Corps Transrhenania ernannt.[1]

Rudolf Maison versuchte sich zunächst als Architekt. Über das Erstellen von Architektur-Modellen fand er schließlich seine Berufung zum Bildhauer. 1890 mietete er im Haus Theresienstraße 148 in München ein Atelier an. Er freundet sich mit dem Zeichner, Maler und Bildhauer Franz von Stuck, den Malern Julius Adam und Karl Raupp und dem Schriftsteller Eugen Croissant an.

Nachdem Maison dem kunstsinnigen König Ludwig II. von Bayern auf einer Ausstellung aufgefallen, und von ihm mit einem voluminösen Pegasus-Brunnen für dessen Neues Schloss Herrenchiemsee beauftragt worden war, konnte sich Maison seine Aufträge aussuchen. 1891 wurde ihm von Prinzregent Luitpold von Bayern der Titel „Königlich Bayerischer Professor“ verliehen. 1892 war Maison eines der 96 Gründungsmitglieder der Münchener Secession, einer Vereinigung bildender Künstler, die sich von der Münchner Künstlergenossenschaft abspaltete.

Der Münchner Kunsthistoriker Alexander Heilmeyer nannte 1931 namentlich Maison einen Hauptverantwortlichen für den Niedergang des Naturalismus, denn: „… wenn Maison ein Pferd modellierte, konnte man glauben, ein lebendiges Pferd vor sich zu haben. Er bemühte sich bei der Ausführung seiner Figuren um jedes Detail, jede Runzel, jedes Fältchen der Haut, bei Stoffen um die genaue Struktur des Gewebes, alles stellte er so naturgetreu wie möglich dar ….“ Dies war keineswegs als Lob gemeint. „Zusätzlich bemühte sich Maison, den lebensechten Eindruck auch noch mit Farbe zu verstärken“. Des Weiteren kritisierte Heilmeyer, dass Maison nicht zauderte, Probleme der Stabilität mit Hilfe von Spannen und Gerüsten auszugleichen. In einer Mischung aus Abscheu und Respekt streifte Heilmeyer auch den Teichmannbrunnen in Bremen, dessen bronzene Hauptfigur Merkur nur auf den Zehenspitzen des linken Fußes stand. Dieses Werk von 1899 überstand jedoch wider Erwarten den ersten Herbststurm. Erst im Zweiten Weltkrieg ging es verloren.

Rudolf Maison kümmerte sich wenig um die fehlende Anerkennung des Kunstbetriebs. Er hatte gut zu tun und überraschte eines Tages seine Kollegen auf einer Ausstellung mit der Skulptur Neger auf einem Esel reitend (1893), den er zwischen all die feierlichen Modelle von Königen und Militärs platzierte und sich damit die Aufmerksamkeit des Publikums sicherte. Im Jahr 1893 beteiligte er sich auf der Weltausstellung in Chicago und 1900 auf der Weltausstellung in Paris. 1894 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille. Etliche seiner Entwürfe wurden bei der Wiener Manufaktur Friedrich Goldscheider ausgeführt.

Maison wurde 1895 Ehrenmitglied der Königlichen Akademie der Künste und später auch der Münchner Kunstakademie und der Wiener Künstlergenossenschaft. Er erhielt 1901 durch Prinzregent Luitpold den Verdienstorden vom Heiligen Michael 4. Klasse.

Am 12. Februar 1904 starb Rudolf Maison an den Folgen eines durchgebrochenen Magengeschwürs. Er wurde auf dem Münchner Westfriedhof beigesetzt. Sein Grab wurde vor einigen Jahren abgeräumt und neu belegt (Mauer links – Grabstelle 50). Maisons Witwe vermachte etwa 40 Modelle seiner Werke der Stadt Regensburg. Sie sind im Historischen Museum Regensburg zu sehen.

Weitere Werke


Galerie


Literatur


Weblinks


 Commons: Rudolf Maison  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Kösener Corpslisten 1930, 116, 84



Kategorien: Bildhauer (Deutschland) | Corpsstudent (19. Jahrhundert) | Träger des Verdienstordens vom Heiligen Michael | Deutscher | Geboren 1854 | Gestorben 1904 | Mann



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