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Rittmeister




Dieser Artikel behandelt den historischen Dienstgrad. Für den deutschen Arzt, Psychoanalytiker und Widerstandskämpfer siehe John Rittmeister.

Rittmeister ist eine historische Dienstgradbezeichnung für Offiziere der Kavallerie und anderer berittener Einheiten in Deutschland und in Österreich. Der Dienstgrad entsprach dem des Hauptmanns bei den Fußtruppen. Der dem Hauptmann als Stellvertreter untergeordnete Stabskapitän hieß bei den reitenden Einheiten entsprechend Stabsrittmeister. Auch bei reitenden Abteilungen der Feldartillerie war der Dienstgrad Rittmeister in Deutschland gebräuchlich. Kavallerieoffiziere, die bei Laufbahnwechsel zu anderen Truppengattungen, wie beispielsweise der Fliegertruppe, versetzt wurden, konnten bei anstehenden Beförderungen ebenfalls zum Rittmeister befördert werden.

Nach der Abschaffung der Fußartillerie im Ersten Weltkrieg kam der Dienstgrad bei der deutschen Artillerie generell zur Verwendung. Traditionell führten auch die motorisierten Aufklärungsabteilungen des Heeres der Wehrmacht, die aus Kavallerietruppen gebildet worden waren, die Bezeichnung weiter.

In allen Abteilungen, die anstelle des Hauptmanns die Rangbezeichnung Rittmeister verwendeten, war stets auch der Unteroffiziersdienstgrad Wachtmeister (bzw. Ober-, Stabswachtmeister) anstelle des Feldwebels (analog Ober-, Stabsfeldwebel) in Gebrauch.

In Deutschland erlosch der Dienstgrad Rittmeister mit dem Ende der Wehrmacht 1945. In Österreich wurde er bei Polizei und Gendarmerie erst im Jahre 1978 abgeschafft. Die Bezeichnung existiert heute noch bei der Kavallerie Norwegens (rittmester)[1] sowie bei der Kavallerie und der in deren Tradition stehenden Panzertruppe der Niederlande (ritmeester)[2]. In Polen wurde die entsprechende Rangbezeichnung (rotmistrz) 1947 abgeschafft, in Dänemark (ritmester) 1951, in Schweden (ryttmästare) 1972.

In der polnischen Armee kommandierte ein Rotmistrz (belegt seit dem 15. Jahrhundert) ursprünglich eine so genannte Rota (Rotte, vgl. Rottmeister). Der Offiziersgrad Rotmistrz diente dann als Kommandeur einer Infanterie- oder Kavalleriekompanie, manchmal eines ganzen Regiments oder auch noch größerer Verbände. Später reservierte man die Bezeichnung für die Hauptleute berittener Einheiten. Genauso wie bei der Wehrmacht blieb dieser Dienstgrad bei der polnischen Kavallerie bis 1945 als Äquivalent zum Hauptmann der Fußtruppen bestehen.

Auch in der russischen Rangtabelle existierte zeitweilig der militärische Offiziersgrad eines „ротмистр“ (rotmistr). Die litauische Variante des Ranges war rotmistras. In der tschech(oslowak)ischen Armee bezeichnet(e) der Dienstgrad rotmistr dagegen nur einen Unteroffiziersgrad (übersetzt Rottmeister), der dem eines Wachtmeisters bzw. Feldwebels entspricht.

Bei der berittenen schwedischen Leibgarde (Livgardet) werden die Kommandeure des Reiterkorps (unabhängig von ihrem Rang) ryttmästare genannt, was in diesem Fall als Ehren- oder Dienststellungsbezeichnung und nicht als militärischer Dienstgrad aufzufassen ist.

Literatur


Einzelnachweise


  1. http://forsvaret.no/om-forsvaret/organisasjon/forsvaretsledelse/Documents/CV%20-%20FSJ%20General%20Sunde.pdf
  2. Archivierte Kopie (Memento vom 14. Juni 2013 im Internet Archive)



Kategorien: Offiziersdienstgrad | Kavallerie



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