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Rhens

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Rhein-Mosel
Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 16,32 km2
Einwohner: 2942 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56321
Vorwahl: 02628
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 221
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Website: rhens.welterbe-mittelrhein.de
Stadtbürgermeister: Raimund Bogler (CDU)
Lage der Stadt Rhens im Landkreis Mayen-Koblenz

Rhens (/ˈʁeːns/) ist eine Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz und zweiter Verwaltungssitz der zum 1. Juli 2014 neu geschaffenen Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, der sie auch angehört. Rhens ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Die Lage der Stadt am relativ flachen Westufer des Rheins ist durch den Gegensatz zu den Steilhängen der Ostseite geprägt, über denen – schräg gegenüber der Stadt – die Marksburg thront. Rhens gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Verkehrsmäßig ist Rhens durch die Bahn und die B 9 gut erschlossen, und ins hügelige Hinterland führen zwei Routen der Rheingoldstraße.

Zu Rhens gehören die Stadtteile Hünenfeld und Schauren.[3]

Geschichte


Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte am 29. September 874, als der Trierer Erzbischof Bertolf dem Kunibertstift in Köln den Besitz von Gütern in Boppard, Spay, Oberspay und Rhens bestätigte.[4]

Die Vogtei über Rhens war 1174 im Besitz der Grafen von Saffenburg, die sie für 200 Mark an den Erzbischof von Köln verkauften. Seit dieser Zeit gehörte Rhens zum Kurfürstentum Köln. Das bedeutendste Ereignis in der Geschichte der Stadt war 1338 die Bildung des Kurvereins zu Rhense, in dem sich die sieben Kurfürsten auf die künftigen Modalitäten der Wahl eines deutschen Königs einigten und dem Papst das von ihm beanspruchte Approbationsrecht absprachen. An dieses Ereignis erinnert bis heute der Königsstuhl von Rhens.

Am 11. Juli 1346 wurde Karl IV. in Rhens zum römisch-deutschen König gewählt.

Schon um 1370 besaß Rhens Stadtrechte.

1400 wurde Wenzel, Sohn Kaiser Karls IV., als römischer König von den drei geistlichen Kurfürsten und von Ruprecht III., dem Pfalzgrafen bei Rhein, auf der Burg Lahneck in Oberlahnstein abgewählt. Ruprecht wurde daraufhin in Rhens zum neuen König gewählt.

Anzumerken ist, dass der Königsstuhl vor 1929 direkt am Rhein stand und sich nun auf einer Anhöhe in Richtung Waldesch befindet.

Von 1575 bis 1647 kam es in Rhens zu Hexenverfolgungen. In den Hexenprozessen wurden 26 Menschen, 23 Frauen und drei Männer, wegen angeblicher Zauberei hingerichtet. Prominentestes und letztes Opfer war Margarethe Altenhofen, Frau des Bürgermeisters Gerhard Altenhofen, die am 7. März 1646 hingerichtet wurde.[5] Die Einkerkerung und Folterung fand im „Scharfen Turm“ (Teil der Stadtmauer, direkt am Rhein) statt. Die Hinrichtungen wurden an mindestens zwei verschiedenen Orten durchgeführt.

Auf eine lange Tradition kann sich der Rhenser Mineralbrunnen berufen. Erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, wird hier seit über 150 Jahren Mineralwasser industriell abgefüllt. Das Unternehmen gehört zu den bedeutendsten Anbietern von Mineralwässern und Süßgetränken in Deutschland. Es bietet u. a. die Marken „Rhenser“, „Perling“ und „Silvetta“ an.

Am 7. November 1970 wurde der Gebietsteil Kripp mit 248 Einwohnern nach Koblenz umgemeindet.[6] Seit dem 6. September 1984 hat Rhens erneut das Stadtrecht.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Rhens, bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 1.355
1835 1.476
1871 1.493
1905 1.646
1939 2.018
1950 2.315
1961 2.711
Jahr Einwohner
1970 2.932
1987 2.761
1997 2.898
2005 3.051
2011 2.929
2017 2.939

Politik


Stadtrat

Der Stadtrat in Rhens besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[8]

Wahl SPD CDU Gesamt
2019 9 11 20 Sitze
2014 9 11 20 Sitze
2009 8 12 20 Sitze
2004 7 13 20 Sitze

Bürgermeister

Stadtbürgermeister von Rhens ist Raimund Bogler (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 70,84 % wiedergewählt.[9]

Wappen

Der Wappenschild zeigt in seiner linken Hälfte das schwarze kurkölnische Kreuz und in seiner rechten Hälfte zwei goldene Stadtschlüssel.

Städtepartnerschaft

Seit 1984 hat die Stadt Rhens eine Partnerschaft mit der Stadt Bramley in Großbritannien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Sehenswürdigkeiten in Rhens

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur


Weinbau

Rhens gehört zum „Weinbaubereich Loreley“ im Anbaugebiet Mittelrhein. Im Ort sind zwei Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 2 ha. Etwa 90 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007). Im Jahre 1979 waren noch zwölf Betriebe tätig, die Rebfläche betrug 10 ha.[2]

Persönlichkeiten


Literatur


Weblinks


Commons: Rhens  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 29 (PDF; 2,2 MB).
  4. Christian Rutsch: Boppard und das Rheinthal, Coblenz: Denkert & Groos, 1880, S. 123 ff (Online-Ausgabe bei dilibri Rheinland-Pfalz )
  5. Alexander Ritter, Hexenprozesse am hessischen Mittelrhein: bisher unbeachtete Quellen aus Archiven in Hessen und Rheinland-Pfalz. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte. 32 (2006), S. 197–220.
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 168 (PDF; 2,8 MB; siehe auch Fußnoten 29 und 60, S. 184).
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 187 (PDF; 2,8 MB).
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Rhein-Mosel, Verbandsgemeinde, 13. Ergebniszeile. Abgerufen am 10. November 2019.
  10. Stephan Hoppe: Architektur der Renaissance am Rhein, S. 79
  11. Siehe Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 1944, Seite 278



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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Rhens (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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