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Rhein-Sieg-Kreis



Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bestandszeitraum: 1969–
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Siegburg
Fläche: 1.153,21 km2
Einwohner: 599.780 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 520 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: SU
Kreisschlüssel: 05 3 82
Kreisgliederung: 19 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kaiser-Wilhelm-Platz 1
53721 Siegburg
Website: www.rhein-sieg-kreis.de
Landrat: Sebastian Schuster (CDU)
Lage des Rhein-Sieg-Kreises in Nordrhein-Westfalen

Der Rhein-Sieg-Kreis ist eine Gebietskörperschaft in der Rechtsform eines Landkreises im Süden des Landes Nordrhein-Westfalen. Kreisstadt ist Siegburg, die einwohnerstärkste Kommune ist die Stadt Troisdorf. Mit seinen 599.780 Einwohnern (31. Dezember 2018) ist er bevölkerungsmäßig nach der Region Hannover und dem Kreis Recklinghausen der drittgrößte Landkreis Deutschlands. Der Rhein-Sieg-Kreis gehört zur Region Köln/Bonn, zur Metropolregion Rheinland und teilweise zur Metropolregion Rhein-Ruhr. Er umgibt die kreisfreie Bundesstadt Bonn fast vollständig und bildet mit ihr und dem rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler den Arbeitskreis Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Der Kreis wird vom Rhein geteilt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie


Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2018)

Name Verwaltungseinheit Einwohnerzahl
Alfter Gemeinde 23.622
Bad Honnef Mittlere kreisangehörige Stadt 25.816
Bornheim Mittlere kreisangehörige Stadt 48.326
Eitorf Gemeinde 18.727
Hennef (Sieg) Mittlere kreisangehörige Stadt 47.339
Königswinter Mittlere kreisangehörige Stadt 41.243
Lohmar Mittlere kreisangehörige Stadt 30.363
Meckenheim Mittlere kreisangehörige Stadt 24.684
Much Gemeinde 14.374
Neunkirchen-Seelscheid Gemeinde 19.659
Niederkassel Mittlere kreisangehörige Stadt 38.218
Rheinbach Mittlere kreisangehörige Stadt 27.063
Ruppichteroth Gemeinde 10.408
Sankt Augustin Mittlere kreisangehörige Stadt 55.767
Siegburg Mittlere kreisangehörige Stadt (Kreisstadt) 41.463
Swisttal Gemeinde 18.618
Troisdorf Große kreisangehörige Stadt 74.903
Wachtberg Gemeinde 20.414
Windeck Gemeinde 18.773
Rhein-Sieg-Kreis (gesamt) 599.7800

Nachbarkreise/-städte

Der Rhein-Sieg-Kreis grenzt, im Norden beginnend im Uhrzeigersinn, an die kreisfreie Stadt Köln, den Rheinisch-Bergischen und an den Oberbergischen Kreis (alle in Nordrhein-Westfalen), an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Neuwied und Ahrweiler (alle in Rheinland-Pfalz) sowie an den Kreis Euskirchen und den Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Bundesstadt Bonn wird fast vollständig vom Kreisgebiet umschlossen und grenzt im äußersten Süden an Rheinland-Pfalz.

Räumliche Gliederung

Der Rhein-Sieg-Kreis ist aus topographischer Sicht äußerst differenziert. Grund hierfür ist die Lage zwischen dem Rheinischen Schiefergebirge und der Köln-Bonner Bucht. Geprägt ist der Rhein-Sieg-Kreis daher auf der einen Seite von einer Mittelgebirgslandschaft (Siebengebirge, Drachenfelser Ländchen, Voreifel, Nutscheid, Leuscheid) und auf der anderen Seite von weiten flacheren Gebieten nahe den Flüssen Rhein und Sieg. Höchster Berg im Rhein-Sieg-Kreis ist der zum Siebengebirge gehörende Große Ölberg mit 461 Metern, der mit 43 Metern tiefste Punkt des Kreises findet sich im Niederkasseler Ortsteil Lülsdorf am Rhein. Auffällig aus topographischer Sicht sind die verschiedenen „Terrassen“ des Rheins, die im Laufe der Jahrmillionen in die Landschaft geschnitten wurden.

Die naturräumliche Gestalt schwankt zwischen Wiesen, Mischwäldern und Agrar- beziehungsweise Weideflächen. Die Waldfläche nimmt fast 29 % des Kreisgebietes ein, die landwirtschaftliche Nutzfläche fast 43 %. Dem steht eine Siedlungsfläche von gut 25 % gegenüber. Weitere knapp 2 % der Kreisfläche sind Wasserfläche. Ebenso vielfältig ist die sozioökonomische Struktur des Rhein-Sieg-Kreises. Nahe den Großstädten Bonn und Köln hat die Suburbanisierung die Städte wie z. B. Sankt Augustin stark anwachsen lassen und diese urbaner geprägt. Dagegen herrscht in den weiter entfernten Gemeinden wie z. B. Much eher noch „ländliche Idylle“ vor und die Gemeindestruktur ist eher ländlich.

Naturparks

In den Rhein-Sieg-Kreis ragen die Naturparke Bergisches Land, Rheinland und Siebengebirge. Mit 551, 334 und 38 Quadratkilometern Fläche im Kreis (gesamt 921 km²) sind somit 32,4 % des Kreises Teil eines Naturparks. 2005 standen zudem 9,3 % der Kreisfläche unter Naturschutz und 55,5 % unter Landschaftsschutz. Seit dem 1. Dezember 2010 beteiligt sich der Rhein-Sieg-Kreis unter dem Projektnamen „chance7 – wir fördern Heimat“[2] an dem Bundesförderprogramm chance.natur: „Natur- und Kulturlandschaft zwischen Siebengebirge und Sieg“, das mit Bundes-, Landes- und Kreismitteln gefördert wird. Dabei sollen auf einer Fläche von 12.000 Hektar Biotopverbundsysteme geschaffen werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ein Fördervolumen von 12,5 Millionen Euro.[3]

Geschichte


Frühgeschichte

1815–1945

Seit 1945

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[7]
1970 376.800
1975 435.027
1980 463.537
1985 479.330
1990 504.274
1995 546.670
2000 576.993
2005 597.857
2010 598.736
2015 596.213

Religion


Das Kreisgebiet ist von Alters her katholisch, der angrenzende Süden mit der früheren Grafschaft Sayn evangelisch. Durch die preußische Übernahme des Herzogtums Berg kamen preußische, also meist evangelische Verwaltungsbeamte ins Gebiet, nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch viele protestantische ostdeutsche Heimatvertriebene. Mit den Gastarbeitern kamen auch Muslime und griechisch-orthodoxe und durch osteuropäische Aussiedler russisch-orthodoxe Gläubige in größerer Anzahl in das Kreisgebiet. Gemäß Zensus 2011 waren 47,8 % der Bevölkerung katholisch, 24,7 % evangelisch, 5,9 % gehörten anderen und 21,5 % keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an.[8]

Politik


Für die Bundestagswahlen ist der Rhein-Sieg-Kreis in die Wahlkreise 097 und 098 aufgeteilt, direkt gewählte Abgeordnete aus diesen sind derzeit Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) und Norbert Röttgen (CDU). Über die Landeslisten sind Sebastian Hartmann (SPD), Alexander Neu (Die Linke) und Nicole Westig (FDP) Mitglied des Bundestages.

Für die Landtagswahlen Nordrhein-Westfalens ist der Rhein-Sieg-Kreis in folgende vier Wahlkreise eingeteilt:

Über die jeweiligen Landeslisten zogen Jörn Freynick (FDP) und Horst Becker (Grüne) in den Landtag ein.

(Ehrenamtliche) Landräte (zur Zeit der „Doppelspitze“)

Durch eine Gesetzesänderung der britischen Militärregierung wurde das bisherige Amt des Landrats geteilt in das Amt des Oberkreisdirektors (als Hauptverwaltungsbeamten und damit Verwaltungschef) einerseits und das Amt eines gleichsam politischen (ehrenamtlichen) Landrates als Vorsitzender des Kreistages andererseits (sogenannte Doppelspitze). Sowohl der Oberkreisdirektor als auch der Landrat wurden vom Kreistag gewählt. Erst 1994 wurde die Doppelspitze durch eine Gesetzesänderung des nordrhein-westfälischen Landtages abgeschafft. Allerdings sah die Novelle eine Übergangszeit bis 1999 vor. Der Rhein-Sieg-Kreis machte von der entsprechenden Übergangsregelung jedoch keinen Gebrauch, sodass die Doppelspitze dort erst 1999 auslief.

Oberkreisdirektoren (Hauptverwaltungsbeamte zur Zeit der „Doppelspitze“)

Seit dem 1. Oktober 1999 gibt es – wie vor 1946 – im (Rhein-)Sieg-Kreis keine sogenannte „Doppelspitze“ mehr. Das Amt des Oberkreisdirektors ist abgeschafft. Der Landrat ist nicht mehr ehrenamtlich, sondern hauptamtlich tätig. Außerdem wird er von den Einwohnern und nicht mehr vom Kreistag gewählt.

Landräte (als Hauptverwaltungsbeamte)

Kreisdirektoren (allgemeine Vertreter des Hauptverwaltungsbeamten)

Kreistag

Gewinne und Verluste

Der Kreistag ist die kommunale Volksvertretung des Rhein-Sieg-Kreises. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[9]

Mit Stand vom September 2014 besteht im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen:

CDU SPD Grüne FDP Linke AfD fraktionslos Gesamt
34 21 10 5 3 3 4 80

Fraktionslose Parteien mit jeweils einem Sitz: Piraten, FUW‑Freie Wähler, Volksabstimmung und NPD.

Wappen und Flagge

Der Rhein-Sieg-Kreis führt laut Hauptsatzung ein Wappen, ein Dienstsiegel und eine Flagge.[10]

Blasonierung: „In silbernem Schild ein blaugekrönten und blaubewehrter, zweigeschwänzter roter Löwe, der sich mit der linken Pranke auf einen silbernen Schild mit schwarzem Balkenkreuz stützt, mit der rechten ein goldenes Flammenschwert über seinem Haupte schwingt.“
Wappenbegründung: Das Wappentier ist der Bergische Löwe, womit auf die ehemalige Zugehörigkeit des rechtsrheinischen Kreisgebietes zum Herzogtum Berg verwiesen wird. Das Kurkölnische Kreuz im silbernen Schild weist auf die ehemals zu Kurköln gehörigen Gebiete des Kreises hin. Das Schwert stellt das Flammenschwert des Erzengels Michael dar, womit die Abtei Michaelsberg in Siegburg symbolisiert wird.[11]

Das Wappen wurde am 26. Mai 1955 vom Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen.[10]

Verwaltung


Die Kreispolizeibehörde des Rhein-Sieg-Kreises ist für die rechtsrheinischen Kommunen bis auf Königswinter und Bad Honnef zuständig. Diese und die linksrheinischen Kommunen fallen in die Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Bonn. Weitere Zuständigkeiten liegen bei der Autobahnpolizei des Polizeipräsidiums Köln und der Bundespolizei im Bereich der Bahngelände.

Die obere Gerichtsbarkeit liegt beim Landgericht Bonn mit den Amtsgerichten Bonn, Königswinter, Rheinbach, Siegburg und Waldbröl für das Kreisgebiet.

Regionale Kooperation

Mit Bonn und dem Landkreis Ahrweiler kooperiert der Rhein-Sieg-Kreis im Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Darüber hinaus zählt der Rhein-Sieg-Kreis zur Region Köln/Bonn, einem regionalen Zusammenschluss in Form eines eingetragenen Vereins.

Wirtschaft und Infrastruktur


Nachdem die Region in den 1980er-Jahren weit überdurchschnittlich gewachsen war, wurden aufgrund des Regierungsumzuges nach Berlin wirtschaftliche Einbußen befürchtet. Es stellte sich heraus, dass der Rhein-Sieg-Kreis als Wirtschaftsregion mit der heutigen Bundesstadt Bonn zusammen durch seine gute Verkehrsinfrastruktur den Strukturwandel erfolgreich bewältigt. Seit der Gründung 1969 gibt es beständig hohe Zuwachsraten bei Arbeitsplätzen und Unternehmen. Durch das hohe Fachkräftepotenzial sind viele Neugründungen und Expansionen der Wirtschaft, vornehmlich im Dienstleistungs- und Informationstechnologiebereich, zu verzeichnen. Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Platz 131 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.

Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Entwicklung der Einwohnerzahlen: 2006 gab es mit ungefähr 600.000 Einwohnern ca. 100.000 mehr als 1990. Nahezu 140.000 Einwohner des Rhein-Sieg-Kreises pendeln zur Arbeit, die meisten davon nach Bonn (41.000) und Köln (27.000).

Der Rhein-Sieg-Kreis wies im Jahr 2018 einen überdurchschnittlichen Kaufkraftindex in Höhe von 106,4 Prozent des Bundesdurchschnitts (100 Prozent) auf und liegt somit ein wenig unter der Bundesstadt Bonn (112,1). Zu den kaufkräftigsten Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis zählen Bad Honnef (127,0 Prozent), Wachtberg (124,3), Königswinter (117,8), Meckenheim (112,8) und Lohmar (110,5 Prozent). Zu den kaufkraftärmsten Kommunen gehören Windeck (87,4 Prozent), Eitorf (90,6 Prozent), Ruppichteroth (93,1 Prozent) und Troisdorf (97,1 Prozent).[12]

Die wichtigsten Einkaufszentren des Kreises sind der HUMA Einkaufspark in Sankt Augustin und das Kaufland in Troisdorf.

Verkehr

Verkehrstechnisch ist der Kreis aufgrund seiner Lage zwischen Köln und Bonn gut erschlossen. Lediglich der östliche Teil des Kreises bildet hier eine Ausnahme, da dieser sich zwischen Bergischem Land und Westerwald befindet. Durch das Kreisgebiet führen folgende Bundesautobahnen:

Insgesamt existieren im Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises ca. 81 km Bundesautobahnen, ca. 136 km Bundesstraßen, ca. 524 km Landesstraßen und ca. 258 km kreiseigene Straßen. Zum 1. Januar 2015 waren fast 400.000 Kraftfahrzeuge zugelassen.[13]

Der Kreis ist auch an Strecken der Deutschen Bahn gut angeschlossen:

Durch die Siegstrecke ist auch der östliche Teil des Kreises weitgehend erschlossen.

Dazu kommen noch die folgenden Stadtbahnstrecken (Orte im Rhein-Sieg-Kreis sind fett hervorgehoben):

Am wichtigsten ist die Stadtbahnlinie 66 (Siegburg – Sankt Augustin – Bonn – Königswinter – Bad Honnef), die täglich 56.000 Fahrgäste befördert (siehe auch Stadtbahn Bonn).

Der Rhein-Sieg-Kreis gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Der viertgrößte deutsche Flughafen Köln/Bonn liegt teilweise auf Kreisgebiet. Die Straßenanbindung ist über die A 59 und die Schienenanbindung über die Flughafenschleife gewährleistet. Daneben gibt es den Verkehrslandeplatz Bonn/Hangelar (Sankt Augustin) und das Segelfluggelände Eudenbach (Bad Honnef/Königswinter).

Der Rhein als schiffbare Wasserstraße hat im Kreis eine Länge von 20,0 Kilometern, ein Yachthafen liegt in Niederkassel-Mondorf.

Hochschulen und Schulen

Im Rhein-Sieg-Kreis befinden sich die

Insgesamt wurden 2014 hier rund 14.000 Studenten gezählt.

Zum 1. Oktober 2018 wird der Standort der Fortbildungsakademie der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (FortAFin NRW) von Bonn-Bad Godesberg nach Bad Honnef verlagert.[14] Das Schullandheim des Rhein-Sieg-Kreises in Gemünd (Schleiden) wurde zum 31. Dezember 2015 geschlossen.[15]

Kultur

Das Leben und Arbeiten der Menschen im Rhein-Sieg-Kreis sowie deren Kultur wird in zahlreichen Museen gezeigt. Siehe dazu:

Ehemaliger Bergbau

Im Jahre 1122 hatte Kaiser Heinrich V. der Abtei Siegburg eine Bergbauberechtigung erteilt. Damit war sie im Besitz mehrerer Gruben und hatte Zugriff auf alle Bodenschätze in ihrem Bereich.[16] Bereits die Römer haben nachweisbar im Rhein-Sieg-Kreis Bergbau betrieben. Sodann hat der Erzbischof Konrad von Hochstaden um das Jahr 1250 ebenfalls Bergbau hier betrieben, um auf diese Weise Mittel für den Bau des Kölner Doms zu gewinnen. Dabei muss man wissen, dass in einer Tonne Bleiglanz etwa 300 bis 700 Gramm Silber enthalten waren. Daraus lässt sich folgern, dass die Finanzierung des Doms mit dem gewonnenen Silber für Münzen unterstützt wurde, während man das Blei direkt für den Bau des Doms, nämlich für die Verbindung von Bauteilen und die Dachbedeckung verwendete. Als man in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Verhüttung von Zink zu industrieller Reife gebracht hatte, brach in der gesamten Region ein wahrer Zinkrausch aus. Es kam allerorten zur Gründung von Grubenbetrieben, die für lange Zeit vielen Menschen Brot und Arbeit gegeben haben.[17] Siehe dazu:

Bodenrichtwert

Die Baulandpreise im Kreis für Wohnbebauung variieren stark zwischen der städtischen Zone und den Landgemeinden. In Siegburg sind Preise zwischen 185 und 320 Euro je Quadratmeter zu zahlen, in Windeck zwischen 28 und 55 Euro. Die gebietstypischen Werte wurden zum Stichtag 1. Januar 2015 in folgender Höhe beschlossen:[18]

Kommune Gebietstypische Bodenrichtwerte in Euro pro Quadratmeter
Gute Lage Mittlere Lage Einfache Lage
Alfter 250 235 160
Bad Honnef 320 260 115
Bornheim 260 235 175
Eitorf 155 100 055
Hennef (Sieg) 270 150 070
Königswinter 235 190 110
Lohmar 190 170 100
Meckenheim 240 195 135
Much 135 090 044
Neunkirchen-Seelscheid 170 125 100
Niederkassel 290 260 210
Rheinbach 250 190 110
Ruppichteroth 120 075 050
Sankt Augustin 270 250 225
Siegburg 320 235 185
Swisttal 200 175 085
Troisdorf 250 210 175
Wachtberg 260 205 125
Windeck 055 050 028

Tourismus


Der Drachenfels (Siebengebirge) ist der meistbesuchte Berg Europas.[19] Zwischen Siebengebirge und Rhein, auf dem Stadtgebiet von Königswinter und im Bad Honnefer Stadtteil Rhöndorf, liegen die einzigen gewerbsmäßig bewirtschaften Weinberge in Nordrhein-Westfalen. Durch den Rhein-Sieg-Kreis führen die Deutsche Alleenstraße, der Natursteig Sieg und der Rheinsteig.

Sport


Insgesamt zählte der Kreissportbund 2007 etwa 158.000 Mitglieder in 582 Vereinen.

Bauwerke


Kfz-Kennzeichen


Zunächst war für den Siegkreis das Kfz-Kennzeichen SB (nach der Kreisstadt Siegburg) vorgesehen. Als bekannt wurde, dass das Saarland zum 1. Januar 1957 der Bundesrepublik Deutschland beitreten wird, änderte man die Zuordnung jedoch kurzfristig zugunsten des größeren Saarbrücken (siehe Erweiterung des Systems auf das Saarland 1957). Am 1. Juli 1956 wurde dem Siegkreis daher bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SU zugewiesen. Es wird im Rhein-Sieg-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben. Fahrzeuge, die bis 1969 im damaligen Landkreis Bonn zugelassen worden waren, weil Halter in Kommunen lebten, die früher zu diesem Landkreis gehörten und heute im Rhein-Sieg-Kreis liegen, tragen noch das Kennzeichen BN, das allerdings nicht mehr im Rhein-Sieg-Kreis vergeben wird.

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Einzelnachweise


  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 30. September 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 11. März 2020. (Hilfe dazu)
  2. Chance7 – Das Projekt. Rhein-Sieg-Kreis, Projekt chance7, abgerufen am 15. November 2016.
  3. Chance7 – neue Heimat für den Naturschutz. (PDF) Pressemitteilung. move:elevator, 12. Dezember 2012, abgerufen am 15. November 2016.
  4. Theodor Rutt: Land an Sieg und Rhein – Geschichte-Kultur-Wirtschaft. Wissenschaftliches Archiv, Urkunde-Bild-Chronic GmbH, Bonn 1960.
  5. Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen 1969, S. 236 ff. sowie VGH 13/69, 14/69, 16/69, 22/69, 34/69, 35/69, 36/69, 38/69, 41/69
  6. Franz Möller: Der Rhein-Sieg-Kreis im Spannungsfeld zwischen Bund und Land 1949–2000. Siegburg 2005.
  7. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  8. Zensusdatenbank des Zensus 2011 abgerufen am 8. Dezember 2016
  9. Rhein-Sieg-Kreis. Kreistagswahl – Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 16. Juni 2014.
  10. a b Hauptsatzung für den Rhein-Sieg-Kreis vom 31.03.2000, zuletzt geändert durch Satzung vom 13.12.2013. (PDF; 2,5 MB) In: rhein-sieg-kreis.de. Rhein-Sieg-Kreis, archiviert vom Original ; abgerufen am 17. Juli 2016.
  11. Kreiswappen Rhein-Sieg-Kreis (Memento vom 7. April 2009 im Internet Archive)
  12. Kaufkraft und Kaufkraft- und Umsatzdaten 2018 in der Region Bonn/Rhein-Sieg (Prognosewerte). (PDF; 15 kB) Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, abgerufen am 24. November 2019.
  13. Mobilität in Nordrhein-Westfalen – Daten und Fakten 2015/2016. In: Straßenverkehr. Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, S. 35, 66; abgerufen am 31. März 2018 (PDF; 14 MB, Bestände am 1. Januar 2015).
  14. Neue Pächter für das ehemalige Commundo in Bad Honnef , General-Anzeiger, 17. Juli 2018
  15. Rhein-Sieg-Rundschau v. 19. Juli 2016, S. 34: Letzten Wegweiser demontiert (bk)
  16. Peter Zenker: Bergbau in Seligenthal und Weingartsgasse – Die Grube Ziethen, abgerufen am 8. Oktober 2016
  17. Herbert Stahl (Redaktion), Gerhard Geurts, Herbert Ommer: Das Erbe des Erzes, Band 2: Die Gruben auf den Gangerzlagerstätten im Erzrevier Bensberg. Köln 2004, ISBN 3-00-014668-7.
  18. Grundstücksmarktbericht 2015 für den Rhein-Sieg-Kreis. (PDF) Berichtszeitraum 2014. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rhein-Sieg-Kreis und in der Stadt Troisdorf, 25. März 2015, S. 69, archiviert vom Original ; abgerufen am 10. Mai 2019 (kostenfreie Ausgabe).
  19. Siebengebirge – Riviera am Rhein, Spiegel Online



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