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Reinbek




Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Stormarn
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 31,23 km2
Einwohner: 27.649 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 885 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21465
Vorwahlen: 040, 04104
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 060
Stadtgliederung: 6 statistische Bezirke und 22 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hamburger Straße 5–7
21465 Reinbek
Website: www.reinbek.de
Bürgermeister: Björn Warmer (SPD)
Lage der Stadt Reinbek im Kreis Stormarn

Reinbek (niederdeutsch Reinbeek), in der südlichen Geest Schleswig-Holsteins gelegen, ist mit etwa 27.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Kreis Stormarn. Reinbek liegt im östlichen Ballungsraum Hamburgs und gehört zur Metropolregion Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie


Die Ost- und Südgrenze Reinbeks bildet die zum Mühlenteich aufgestaute, naturgeschützte Bille. Die zwischen den Ortsteilen liegenden Flächen werden zum Teil noch landwirtschaftlich genutzt. Geprägt vom angrenzenden Sachsenwald, bietet Reinbek ein grünes, erholsames Stadtbild. Ein Großteil der Stadt ist mit Einzelhäusern bebaut, das Gebiet rings um den Täby-Platz und das Paul Luckow-Stadion besteht zum großen Teil aus mehrstöckigen Mietshäusern, die im Stil der 1960er Jahre erbaut wurden. Das höchste von ihnen, das Sachsenwald-Hochhaus mit 20 Stockwerken, befindet sich in der Hamburger Straße. Zu Reinbek gehören die Stadtteile Alt-Reinbek, Hinschendorf, Schönningstedt, Neuschönningstedt, Ohe mit Büchsenschinken und das jüngere Neubaugebiet Krabbenkamp (→Liste der Bezirke und Stadtteile Reinbeks). Die nächstgrößeren direkt angrenzenden Ballungsräume sind die Hamburger Stadtteile Bergedorf und Lohbrügge.

Geschichte


Von der Besiedlung des heutigen Reinbeker Gebietes in bereits vorgeschichtlicher Zeit zeugen zahlreiche Hügelgräber. Die erste urkundlich überlieferte Erwähnung Reinbeks datiert allerdings erst auf das Jahr 1238 und geht auf die Gründung des gleichnamigen Zisterzienserinnenklosters (siehe Kloster Reinbek) zurück. Die ältesten bekannten Schreibformen des Ortsnamens sind (ville) Reinebec (1238), (in) Reynebeke (1309 und 1350), (to deme) Reynenbeke (1400) und (tome) Rynenbeke (1466); der Name wird als Kompositum aus dem Grundwort bek für „Bach“ und dem Adjektiv „rein“ als Bestimmungswort gedeutet.[2] Nach der Zerstörung des Klosters (1534) gewann der Ort erst mit dem Bau der Schlossanlage (1572) wieder an Bedeutung.

Die Ansiedlung von Handwerkern im späten 18. Jahrhundert brachte endlich wirtschaftliches Wachstum. Einen entscheidenden Impuls für die Entwicklung des Ortes gab jedoch der Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin (1846): Reinbek wurde vorübergehend zum Kurort und beliebten Ausflugsziel. Die alte Schreibweise „Reinbeck“ wurde am 1. September 1877 durch eine Anordnung über die einheitliche Regelung der Schreibweise für Ortsnamen von der Provinzialregierung in Schleswig in „Reinbek“ geändert.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland schrittweise besetzt. Am 3. Mai 1945 besetzten britischen Truppen auch Reinbek, das benachbarte Glinde sowie den letzten Teil des noch unbesetzten Stormarns.[3] Des Weiteren begann am Nachmittag des Tages auch die Besetzung Hamburgs, die zuvor in der Villa Möllering bei Lüneburg vereinbart worden war. Einen Tag später unterschrieb zudem Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag des letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz, der sich zuvor mit der letzten Reichsregierung nach Flensburg-Mürwik abgesetzt hatte, die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark.[4] Die Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht folgte am 8. Mai 1945. Zum Kriegsende erlebte Reinbek einen verstärkten Zuzug von Flüchtlingen und durch Kriegseinwirkung obdachlos gewordenen Hamburgern.

Seit den 1960er Jahren wurden mehrere Gewerbegebiete erschlossen und erweitert. Am 28. Juni 1952 erhielt Reinbek das Stadtrecht. Am 1. Januar 1974 wurden die Gemeinde Schönningstedt (mit Neuschönningstedt und Ohe) sowie ein Teil der Gemeinde Glinde mit damals etwa 100 Einwohnern und ein Teil der aufgelösten Gemeinde Stemwarde eingegliedert.[5]

Religion


Reinbek gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Steinbek, bis es 1894 zu einer eigenständigen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde wurde. Die neogotische Kirche (heute Maria-Magdalenen-Kirche) wurde 1901 errichtet. 1908 gründete sich die katholische Kirchengemeinde, die 1953 die Herz-Jesu-Kirche erbauen ließ. In Reinbek sind 44 % der Bevölkerung evangelisch und 9 % katholisch, 26 % gehören anderen Konfessionen an, 22 % sind ohne Religionszugehörigkeit. Die bedeutendsten Gemeinden der Stadt sind:

Politik


Stadtvertretung

Die letzten drei Kommunalwahlen am 6. Mai 2018, am 26. Mai 2013[6] und am 25. Mai 2008[7] führten zu folgenden Ergebnissen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2018
Sitze
2018
%
2013
Sitze
2013
%
2008
Sitze
2008
Gewinne und Verluste
Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung
      
Insgesamt 31 Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,5 9 30,7 10 33,6 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,7 6 26,6 8 24,3 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 22,1 7 17,2 5 15,4 5
Forum21 Forum21 11,0 3 13,2 4 13,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 17,0 5 10,9 3 13,8 5
Puls Einzelbewerber Klaus-Peter Puls[8][9] 1,7 1 1,5 1
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 36
Wahlbeteiligung in % 45,5

Bürgermeister

Amtszeit
von

bis
Name
15. Dezember 1945 31. Januar 1946 Wilhelm Kleist
1. Februar 1946 22. September 1946 Carl Dobbertin
23. September 1946 11. November 1948 Alwin Hemken
12. November 1948 28. April 1950 Carl Dobbertin
28. April 1950 31. März 1951 Wilhelm Kleist
1. April 1951 31. Dezember 1971 Hermann Körner
1. Januar 1972 31. Januar 1990 Günther Kock
1. Februar 1990 31. Januar 1996 Manfred Neumann
1. September 1996 31. August 2008 Detlef Palm
1. September 2008 31. August 2014 Axel Bärendorf
1. September 2014 Björn Warmer

Wappen

Blasonierung: „In Rot ein silberner Wellenbalken, begleitet von drei im Dreipass mit den Stielen einander zugekehrten Eichenblättern, und zwar zwei oben und einem unten.“[10]

Die Blätter, in ihrer Anordnung an das Wappen der Familie Bismarck angelehnt, versteht man als Symbole für den Sachsenwald, während das Band für die Bille steht. Eine ähnliche Symbolik findet sich auf den Wappen der Nachbarorte Wohltorf und Aumühle; die Farben Rot und Weiß entsprechen den Wappen Holsteins und Stormarns. Das Wappen wurde 1935 genehmigt.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater, Kino und Museen

Bauwerke

Verschont von den Zerstörungswellen des Zweiten Weltkrieges, zeigt Reinbeks Stadtarchitektur ein kontinuierliches Bild durch die Epochen norddeutscher Baugeschichte, angefangen bei der niederländischen Renaissance und alten Bauernkaten, über großbürgerliche Villen der Kaiserzeit, Klinkerexpressionismus der Weimarer Republik und Wohngroßbauten der 1970er bis hin zu einer eher behutsamen Architektur der 1990er Jahre.

In der Liste der Kulturdenkmale in Reinbek stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Grünflächen und Naherholung

Sport

Wirtschaft, Infrastruktur, öffentliche Einrichtungen


Unternehmen

Reinbek zeichnet sich durch eine vielfältige, vorwiegend klein- und mittelständische Wirtschaftsstruktur aus.

Zahlreiche bedeutende Firmen haben hier ihren Sitz, wie zum Beispiel der Rowohlt Verlag (von 1960 bis März 2019), E. Michaelis & Co. – Papiergroßhandel, Almirall Almirall Hermal und Allergopharma, Fürst-Bismarck-Quelle, Grossmann-Feinkost, Amandus Kahl (Neuhaus Neotec), Peek&Cloppenburg (Verteilzentrum) und Lutz Aufzüge (Maschinen- und Anlagentechnik), Wollenhaupt (Teehandel). Ein weiterer großer Arbeitgeber ist das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift (Gesundheitswesen).

Anfang der 1960er Jahre wurde das gemeinsame Gewerbegebiet Reinbek-Glinde erschlossen. Seitdem erfolgten immer wieder Erweiterungen und Neuausweisungen von Gewerbeflächen. Zuletzt wurde das Gewerbegebiet Haidland vermarktet (ca. 22 ha): bis 2018 sind dort mehr als 30 Firmen angesiedelt worden, dadurch wurden 1.200 Arbeitsplätze gesichert und ca. 400 neu geschaffen. Geplant ist die Erweiterung des Gewerbegebietes. Die wirtschaftliche Dynamik Reinbeks zeigt sich unter anderem in der Entwicklung der Gewerbebetriebe: deren Zahl stieg auf 2.532 Betriebe (31. August 2018).

Auch die positiven Arbeitsmarktdaten sind ein Beweis für die Besonderheit des Standortes. Im Geschäftsstellenbezirk der Arbeitsagentur Bad Oldesloe wird der Bezirk Reinbek mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten aufgeführt, vergleichbar mit denen süddeutscher Wirtschaftsregionen.

In der Region Südstormarn liegen einige der Kommunen mit der höchsten Kaufkraft in Deutschland. Auch Reinbek lag im Jahr 2017 mit einer Kaufkraftkennziffer von 118 über dem Durchschnitt (CIMA Lübeck, Jahresbericht interkommunales Einzelhandelsforum 2017).

Reinbek ist perspektivisch weiter ein dynamischer Wirtschaftsstandort mit einer hohen Gewerbeflächennachfrage und steigenden Gewerbesteuereinnahmen, u. a. wegen der verkehrsgünstigen zentralen Lage in der Metropolregion direkt benachbart der Weltstadt Hamburg. Die Arbeitsplatzzentralität ist mit einem knapp 80-%-Anteil an den Beschäftigten hoch.

Öffentliche Einrichtungen

Reinbek ist Sitz eines Amtsgerichts.

Bildung

In Reinbek gibt es vier Grundschulen, eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe (mit auslaufenden Haupt- und Realschulklassen) und ein Gymnasium. Außerdem gibt es eine Förderschule.

Gemeinschaftsschule und Förderschule sind zum Schulzentrum Mühlenredder zusammengefasst.

Die Volkshochschule Sachsenwald hat ein umfangreiches Angebot an Kursen verschiedener Fachrichtungen und deckt auch das Angebot für die Nachbargemeinde Wentorf mit ab. Die meisten Kurse finden im eigenen, gut ausgestatteten Haus mitten in Reinbek statt.

Die Reinbeker Stadtbibliothek bietet ein breit gefächertes Angebot aus alten wie neuen Medien und unterhält einen ständigen Bücherflohmarkt aus gespendeten und ausgemusterten Büchern.

Seit 1989 besteht der Geschichts- und Museumsverein Reinbek e.V.

Verkehr

Reinbek liegt in der Metropolregion Hamburg. Von Reinbek ist die Hamburger Innenstadt mit der S-Bahn-Linie S 21 in 25 Minuten zu erreichen. Die S-Bahn verbindet Reinbek auch mit den Nachbarorten Wohltorf und Aumühle, von der Endstation der S-Bahn in Aumühle verkehren Regionalbahnen weiter nach Schwarzenbek und Büchen. Innerhalb Reinbeks fahren mehrere Buslinien, die von den zum HVV gehörenden VHH betrieben werden.

Die Fernverkehrsstraßen B 5, A 24 und A 1 führen in die Hamburger Innenstadt bzw. in Richtung Berlin, Lübeck und Bremen.

Der nächstgelegene Fernbahnhof ist Hamburg-Bergedorf, die Bahnstrecke Hamburg–Berlin durchquert die Stadt ohne Halt parallel zur S-Bahn.

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Mit Reinbek verbunden

Literatur


Antiquarisch
Aktuellere Titel

Weblinks


Commons: Reinbek  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Reinbek – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Aufl., S. 538.
  3. Hamburger Abendblatt: Kriegsende. Vor siebzig Jahren kapitulierte die Stadt Ahrensburg , vom: 2. Mai 2015; abgerufen am: 31. Mai 2017
  4. Die Kapitulation auf dem Timeloberg (PDF, 16. S.; 455 kB)
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 186.
  6. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. http://www.reinbek.de/files/Wahlen/GKW_25052008.pdf#page=10
  8. http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/reinbek/article188444/Kommunalwahl-am-26-Mai-2013-Vorstellung-der-Reinbeker-Kandidaten-Wahlkreis-13.html
  9. http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article115057641/Klaus-Peter-Puls-tritt-aus-der-SPD-aus.html
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  11. Stolpersteine: Reinbek



Kategorien: Reinbek | Gemeinde in Schleswig-Holstein | Ort im Kreis Stormarn | Ort an der Bille | Ersterwähnung 1238 | Stadt in Schleswig-Holstein | Stadtrechtsverleihung 1952



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