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Reales Staats- und Zeitungs-Lexicon

Reales Staats- und Zeitungs-Lexicon ist der erste Titel eines allgemeinen Nachschlagewerkes, das seit 1704 bei dem Verleger Johann Friedrich Gleditsch in Leipzig erschien. Das Werk erhielt 1708 mit der dritten Auflage den Titel Reales Staats-, Zeitungs- und Conversations-Lexicon und ist damit das erste Lexikon, das sich als Konversationslexikon bezeichnete.

Inhaltsverzeichnis

Titel


Der vollständige Titel der ersten Ausgabe lautet:

Reales Staats- und Zeitungs-LEXICON Worinnen sowohl die Religionen und Orden, die Reiche und Staaten, Meere, Seen, Flüsse, Städte, Vestungen, Schlösser, Häfen, Berge, Vorgebürge, Pässe, Wälder und Unterschieder der Meilen, die Linien deutscher Häuser, die in verschiedenen Ländern üblichen Ritter-Orden, Reichs-Täge, Gerichte Civil und Militair-Char-gen zu Wasser und Lande, Müntzen, Maß und Gewichte, die zu der Kriegs-Bau-Kunst, Artillerie, Feld Lägern, Schlacht-Ordnungen, Schiffahrten, Unterschied der Schiffe, und derer darzu gehörigen Sachen gebräuchlichen Benennungen, als auch Andere in Zeitungen und taglicher Conversation aus allerhand Sprachen bestehende Termini Artis, denen Gelehrten und Ungelehrten zu sonderbarem Nutzen klar und deutlich beschrieben werden, Nebst einem zweyfachen Register und Vorrede Herrn Johann Hübners, Rectoris des Fürstl. Gymnasii zu Merseburg [Zierlinie] Verlegts Johann Friedrich Gleditsch, Buchhändl. In Leipzig, Anno 1704. [Linie] Mit allergnädigsten Freyheiten.

Allgemeines


Das Werk wird in manchen Darstellungen irrtümlich dem Autor der Vorreden, Johann Hübner, zugeschrieben. Bearbeiter war Philipp Balthasar Sinold genannt von Schütz, Hofrat des Fürsten Oels und später Geheimer Rat der Grafen von Solms-Laubach. Seine Urheberschaft wurde mit der Auflage von 1777 publik. Das Werk wurde jedoch auf dem Buchmarkt sehr bald kurz nur noch als das Hübnersche Lexicon bezeichnet. Der Name Hübner erhielt damit im 18. Jahrhundert dasselbe Image wie der Name Brockhaus im 19. Jahrhundert.

Vorgänger war: Curieuses Nouvellen-Lexicon, Oder Kurtze und deutliche Erklärung, wo nicht aller, jedoch der meisten ... in denen Zeitungen vorkommenden ... Deutscher, Frantzösischer und Italiänischer, auch zum Theil verstümmelter Lateinischer Wörter und Redens Arten : Deren Ubersetzung ... auch in die Lateinische Sprache beygefüget worden von Christian Juncker, das 1703 in Frankfurt am Main als beigefügtes Werk zu Christian Weisens Curieuse Gedancken von den Nouvellen oder Zeitungen erschienen war.

Quellen für die Bearbeitung des Lexikons waren aus verschiedenen Wissenschaften hergenommene Bücher aus allerhand Sprachen, von denen nur das für die geographischen Daten benutzte ausdrücklich zitiert wird: Michel Baudrand, Dictionnaire géographique universel, Amsterdam 1701.

In der Vorrede zur 6. Auflage von 1713 wird erstmals die Konversation thematisiert, der das Lexikon schon seit der 3. Auflage dienen will: ... weil ferner in diesem Buche keine Cathedralische Erudition, sondern nur allerhand zum täglichen Politischen Umgange mit gescheuten [gescheiten] Leuten unentbehrliche Stücke der galanten Gelehrsamkeit enthalten sind: So kann mans wohl mit allem Rechte ein Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon nennen. Damit wurde der Schwerpunkt des Lexikons zur populären Bildung hin verlegt und den im Titel genannten Ungelehrten der Vorrang vor den ebenfalls genannten Gelehrten eingeräumt.

Als Ergänzung angekündigt wurde 1708 in der dritten Auflage das erstmals 1712 im Verlag Gleditsch erschienene, von Paul Jacob Marperger zusammengestellte Curieuse Natur-Kunst-Gewerck- und Handlungs-Lexicon, zu dem ebenfalls Johann Hübner die Vorrede verfasste. Bereits in seinem Titel wurde bemerkt, daß man dieses als einen andern Theil des Realen Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexici mit grossem Vortheile gebrauchen kann, weil hierinnen erkläret zu finden, was in jenem bißhero vielmahls gesuchet worden. Beide Werke zusammen ergaben somit bereits ein mehrbändiges, umfassendes Lexikon, das seine Artikel auf zwei Alphabetfolgen verteilte.

Die Verbreitung des Werkes erfolgte rasch, da seine Benutzung unter anderem von Pädagogen wie Christian Schröter empfohlen wurden. Er lobte in seiner Kurtzen Anweisung zur Information der Adlichen Jugend (1704) in § 32 das Lexikon als herrliches Werk und empfahl, es bei der Lektüre von Zeitungen fleißig aufzuschlagen, um daraus Geographica, Genealogia, Historica und Politica zu lernen.

Ausgaben


Verlag Gleditsch in Leipzig

Verlag Bader in Regensburg

Verlag Kurzböck in Wien

Verlag Kienreich in Grätz

Übersetzungen

Siehe auch


Literatur


Weblinks





Kategorien: Lexikon oder Enzyklopädie | Ersterscheinung 1704

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