Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial - de.LinkFang.org

Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial

Escorial in Madrid (Kloster mit Umgebung)
UNESCO-Welterbe UNESCO-Welterbe-Emblem

Vista aerea del Monasterio de El Escorial.jpg
Klosterresidenz El Escorial, Blick auf die Gesamtanlage
Staatsgebiet: SpanienSpanien Spanien
Typ: Kultur
Kriterien: i, ii, vi
Fläche: 94,11 ha
Referenz-Nr.: 318
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1984  (Sitzung 8)

Der Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial („Königlicher Sitz des hl. Laurentius von El Escorial“) ist eine Palast- und Klosteranlage, die in den Jahren 1563 bis 1584 auf Initiative des Königs Philipp II. von Spanien nach Plänen von Juan Bautista de Toledo und unter langjähriger Bauleitung von Juan de Herrera in der zentralspanischen Ortschaft San Lorenzo de El Escorial im Nordwesten der Region Madrid errichtet wurde. Die Klosterburg ist der größte Renaissancebau der Welt und gehört seit dem Jahr 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe.[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage


Der Klosterpalast des Escorial befindet sich auf der Südseite der Sierra de Guadarrama in einer Höhe von ca. 910 m. Die Entfernung zur spanischen Hauptstadt Madrid beträgt etwa 45 km (Fahrtstrecke).

Geschichte


Nachdem Philipp II. von Spanien am 10. August 1557, dem Fest des heiligen Laurentius (spanisch San Lorenzo) in der Schlacht von Saint-Quentin den französischen König Heinrich II. besiegt hatte, gelobte er, zu Ehren des Heiligen ein Kloster zu bauen. Seine Astrologen wählten den kleinen kastilischen Ort El Escorial („die Schutthalde“) aus.

Am 23. April 1563 begannen die Bauarbeiten, die bis zum 13. September 1584 dauerten. Granitblöcke aus der Sierra de Guadarrama wurden für den Bau verwendet. Entworfen wurde El Escorial von Juan Bautista de Toledo, einem Schüler Michelangelos. Nach dessen Tod 1567 übernahm Juan de Herrera die Nachfolge und wurde so zum eigentlichen Erbauer des Escorial. Von Gicht geplagt, regierte Philipp II. von hier aus.

Philipps Nachfolger nutzten den Palast von El Escorial nur ungern – für eine festgelegte Zeit des Jahres war ihnen die Anlage jedoch durch das Hofprotokoll als Residenz zugewiesen. In der barocken Gruft, die im Jahr 1654 von Juan Gómez de Mora erweitert wurde, sind fast alle spanischen Könige von Karl I. bis Alfons XIII. bestattet. Karl IV., dem die Strenge des Palastes nicht gefiel, baute Ende des 18. Jahrhunderts in der Nähe ein Lustschloss im maurischen Stil, die Casita del Príncipe. Seit 1861 ist El Escorial keine königliche Residenz mehr.

Architektur


Das Bauwerk wirkt trotz seiner Länge von 207 m und einer Breite von 161 m nicht wie ein typischer Palast. Die Fassaden sind wegen der Vorliebe Philipps II. für einen asketischen Lebensstil im nüchternen Stil der spanischen Renaissance gestaltet. Zum Gebäudekomplex gehören eine Kirche (über einem Quincunx-Grundriss im Mailänder Schema errichtet), ein dem hl. Laurentius geweihtes Kloster des Ordens der Hieronymiten (heute in der Obhut der Augustiner[2]), der eigentliche Königspalast, eine Schule und eine Bibliothek. Der Bau gilt als Hauptbeispiel für den Desornamentado-Stil (Herrera-Stil). Auf einer Grundfläche von 33.000 m², die nur vom Vatikanpalast übertroffen wird, gibt es 2000 Gemächer mit 3000 Türen und 2673 Fenstern, außerdem 16 Höfe, 12 Kreuzgänge, 88 Brunnen und 86 Treppenaufgänge. Der Grundriss hat die Form eines Gitters, zu Ehren des heiligen Laurentius, welcher der Überlieferung nach auf einem Feuerrost das Martyrium erlitt.

Bibliothek


Die Bibliothek ist in einem der größten Säle des Palastes mit prunkvollen Deckenfresken untergebracht; sie beherbergt über 40.000 Bücher, darunter zahlreiche mittelalterliche Handschriften einschließlich lateinischer, griechischer und arabischer Manuskripte. König Philipp II. ließ sie 1567 anlegen und in ihr etwa 4000 Bände seiner Privatsammlung unterbringen. In der Folge kam es zu bedeutenden weiteren Schenkungen an die Escorial-Bibliothek, die 1587 bereits etwa 18.000 Bände umfasste. Allerdings vernichtete 1671 ein Großbrand einen beträchtlichen Teil des Bücherstandes.[3]

Königspalast


Hier sind Porzellan, Möbel und Wandteppiche zu besichtigen. Die berühmtesten Kämpfe der Spanier gegen die Araber und aus der Regierungszeit Philipps II. (Saint-Quentin) sind im 55 m langen Schlachtensaal dargestellt.

Architekturmuseum und Pinakothek


Das Architekturmuseum beherbergt eine Dokumentation der 21-jährigen Bauarbeiten. Der Sommerpalast Philipps II. besitzt eine wertvolle Gemäldesammlung mit Werken von Tizian, El Greco, Albrecht Dürer und besonders Hieronymus Bosch, dem Lieblingsmaler Philipps II.

Kirche


Im Zentrum der Anlage befindet sich die Klosterkirche, die San Lorenzo de la Victoria geweiht ist. Die Fassade der monumentalen Kirche erhebt sich im Königshof, dem Haupteingang gegenüber. Über der Dreiportalanlage wachen die Standbilder von sechs biblischen Königen. Rechts und links des Eingangs stehen die beiden 72 m hohen Glockentürme. Die Höhe der Kuppel der Kirche beträgt 90 m. Im Inneren der Kirche gibt es 40 Altäre; der Hochaltar ist aus rotem Marmor und Jaspis gefertigt. An den beiden Seiten des Hochaltars befinden sich die Grabmäler Philipps II. und Kaiser Karls V. und ihrer Familien. Die Sakristei verwahrt unter anderem über vierzig wertvolle Gemälde, darunter Werke von Tizian und El Greco.

Königliche Gräber


Im Klosterpalast des Escorial befindet sich die Grablege der meisten spanischen Herrscher, beginnend mit Karl V., und vieler ihrer Familienangehörigen. Beisetzungen finden hier bis zum heutigen Tage statt. Die Grablege besteht aus zwei Elementen, nämlich dem Pantheon der Könige sowie dem Pantheon der Infanten. Sowohl das Pantheon der Könige als auch das Pantheon der Infanten verfügen über ein eigenes pudridero. Es handelt sich dabei jeweils um einen öffentlich nicht zugänglichen Raum, in dem die Leichname zunächst bis zu 50 Jahre verwesen können, bevor die Gebeine in ihre endgültige Ruhestätte im jeweiligen Pantheon umgebettet werden.

Siehe auch: Grabstätten europäischer Monarchen

Pantheon der Könige

Beim Pantheon der Könige handelt es sich um einen achtseitigen Kuppelbau aus schwarzem Marmor, der sich direkt unterhalb der Klosterkirche befindet. Der Zugang befindet sich in der Südwestwand dieses Oktogons, während die gegenüberliegende Wand im Nordosten vom Altar der Krypta eingenommen wird. Die Wände der übrigen sechs Seiten enthalten (als Gruppen I-VI) jeweils vier übereinander angeordnete Sargnischen. Zwei weitere Sargnischen befinden sich (als Gruppe VII) in der Südwestwand oberhalb des Eingangs. In jeder dieser Sargnischen steht ein Prunksarkophag aus schwarzem Marmor mit goldenen Verzierungen, wobei goldene Tafeln die Namen der jeweils beigesetzten Personen nennen. Folgende Mitglieder des spanischen Königshauses sind im Pantheon der Könige beigesetzt:

Gruppe I:

Gruppe II:

Gruppe III:

Gruppe IV:

Gruppe V:

Gruppe VI:

Gruppe VII:

Die Prunksarkophage der Gruppe VII sind leer, da sich die Särge des Grafen von Barcelona und seiner Gemahlin derzeit noch im pudridero des Pantheons der Könige befinden.

Pantheon der Infanten

Das Pantheon der Infanten befindet sich unterhalb des Ost- sowie des Südtraktes des Schlosses. Es handelt sich dabei um eine Raumflucht aus sieben Kapellen, welche an der Südseite der Klosterkirche beginnt. Im Gegensatz zum Pantheon der Könige, das von den Farben Schwarz und Gold dominiert ist, wurde für die Wände und die Prunksarkophage des Pantheon der Infanten überwiegend weißer Marmor verwendet. Seine heutige Gestalt erhielt das Pantheon der Infanten 1888. Von den 60 hier verfügbaren Bestattungsplätzen für Erwachsene sind derzeit 37 belegt. Als Sammelgrab für früh verstorbene Kinder aus dem spanischen Königshaus dient ein freistehendes rundes Monument, welches sich in Kapelle VI befindet. Die sterblichen Überreste folgender Mitglieder des spanischen Königshauses sind im Pantheon der Infanten beigesetzt:

Kapelle I:

Kapelle II:

Kapelle III:

Kapelle IV:

Kapelle V:

Kapelle VI:

Kapelle VII:

Pudridero des Pantheons der Infanten:

Siehe auch: Grabstätten europäischer Monarchen

Ansichten


Literatur


Weblinks


 Commons: Monasterio de El Escorial  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch ).
  2. Königliches Zwischenlager: Das spanische Kloster Escorial birgt ein Geheimnis: die Faulkammer. (tagesspiegel.de [abgerufen am 16. Mai 2017]).
  3. Escorial-Bibliothek. In: Meyers Enzyklopädisches Lexikon, 9. Auflage, Bd. 8, S. 187.

Koordinaten: 40° 35′ 21″ N, 4° 8′ 52″ W




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