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Rauschbeere

Rauschbeere

Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Laub in Herbstfärbung

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Gattung: Heidelbeeren (Vaccinium)
Art: Rauschbeere
Wissenschaftlicher Name
Vaccinium uliginosum
L.

Die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), auch Trunkelbeere, Moorbeere oder Nebelbeere, ist ein Strauch aus der Gattung der Heidelbeeren.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung


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Vegetative Merkmale

Die Rauschbeere wächst als kleiner Strauch. Die Laubblätter sind oberseits blaugrün, unterseits graugrün und oval.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die relativ kleinen Blüten sind weißlich bis rosafarben. Die Beeren ähneln denen der Heidel- bzw. Blaubeere, sind jedoch bereift, deutlich größer als diese und etwa eiförmig. Sie reifen im Spätsommer, sind außen blau, haben aber innen helles „Fruchtfleisch“ und hellen Saft im Gegensatz zur Heidelbeere, die blaues „Fruchtfleisch“ hat und auch blauen Saft führt.

Die Chromosomenzahl beträgt je nach Unterart 2n = 24 bzw. 48.[1]

Giftigkeit


Die auch als Kronsbeeren, Rote Heidelbeeren, Steinbeeren oder Sumpfheidelbeeren bekannten Beeren der Rauschbeere können psychotrope Substanzen enthalten.[2], deren Identität noch nicht bestimmt werden konnte[3] Nach dem Verzehr von Früchten wurden gelegentlich Vergiftungserscheinungen[2] – wie rauschartige Erregung, Erbrechen, Pupillenerweiterung und Schwindelgefühl – beobachtet. Intoxikationen sind nur nach dem Verzehr großer Mengen möglich. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich der schmarotzende Schlauchpilz Monilinia megalospora (Woronin) Whetzel (früher auch Sclerotina megalospora WOT).[2][3]

Volksetymologisch wird dieser Name der Rauschbeere auf den zu beobachtenden Rauschzustand bezogen.

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Inhaltsstoffe sind nur teilweise in der Literatur auffindbar

Die Blätter enthalten die Wirkstoffe Hyperosid, Ursolsäure, alpha-Amyrin, Friedelin, Oleanolsäure, (+)-Catechin und organische Säuren.

Vorkommen


Die Rauschbeere wächst in Waldmooren und Hochmooren mit feuchtem, torfhaltigem Boden. Im regenreichen westlichen Skandinavien kommt sie verbreitet vor und verdrängt dort teilweise die Blaubeere. In mittel- und südeuropäischen Gebirgen findet man sie zuweilen bis in Höhenlagen von 3000 Metern. Sie ist eine Vaccinio-Piceetea-Klassencharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften der Klasse Ocycocco-Sphagnetea oder des Verbands Genistion vor.[1]

Systematik


Die Erstbeschreibung von Vaccinium uliginosum erfolgte durch Carl von Linné. Das Artepitheton uliginosum bezieht sich auf den Wuchsort und heißt „sumpfliebend“.

Man unterscheidet in Europa zwei Unterarten:

Nutzung


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Die Beere wird weniger gepflückt als die Heidelbeere, ist aber von ähnlichem Geschmack und kann zu den gleichen Zwecken verarbeitet werden, das heißt, es lassen sich Marmelade, Mus, Likör oder Obstwein aus ihnen herstellen.

Die Rauschbeere wurde in der Volksheilkunde bei Durchfällen und Blasenleiden angewendet. Im östlichen Sibirien dient der Strauch zum Gerben, während aus den Beeren ein starker Branntwein hergestellt wird.

Namensherkunft


Der Name Rauschbeere leitet sich von lat. ruscus für Gestrüpp her, ähnlich benannt werden auch weitere vergesellschaftete Sträucher.

Literatur


Einzelnachweise

  1. a b c d Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 732.
  2. a b c Eintrag zu Preiselbeere. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2013.
  3. a b Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Vaccinium-Arten“ im Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, abgerufen am 13. Juni 2013.
  4. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW-Verlag, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1.

Weblinks


Commons: Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Rauschbeere – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen



Kategorien: Heidekrautgewächse | Beerenobst

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Quelle: Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Rauschbeere (Autoren [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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